Erntedank von Volker Klüpfel / Michael Kobr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Dietrich.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Kommissar-Kluftinger-Serie.

  • Memmingen: Dietrich, 2004. ISBN: 3871641480. 379 Seiten.
  • München: Piper, 2006. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. ISBN: 978-3-492-24511-1. 375 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2007. ISBN: 978-3828988910. 375 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2009. ISBN: 978-3-492-26292-7. 375 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: DAV, 2008. Gesprochen von Volker Klüpfel & Michael Kobr. ISBN: 978-3898138130. 3 CDs.

'Erntedank' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Wie ein Schock trifft den Allgäuer Kriminalkommissar Kluftinger der Anblick des toten Mannes in einem Waldstück bei Kempten: Auf der Brust der Leiche liegt, sorgfältig drapiert, eine tote Krähe. Im Lauf der Ermittlungen, bei denen der Kommissar tief in die mystische Vergangenheit des Allgäus eintaucht, stößt er auf weitere rätselhafte Hinweise – der Beginn eines Katz-und-Maus-Spiels, bei dem die Zeit gegen Kluftinger läuft. Denn alle Zeichen sprechen dafür, dass das Morden weitergeht. Zu allem Überfluss quartiert ihn seine Frau wegen eines Wasserrohrbruchs auch noch beim ungeliebten Arzt Dr. Langhammer ein Spannung, Humor und Lokalkolorit: Diese Mischung, die »Milchgeld«, das Erstlingswerk des Autorenduos Kobr/Klüpfel, auf Platz 25 der bundesweiten Focus-Bestsellerliste katapultierte, zeichnet auch den neuesten Fall um den eigenbrötlerischen Kommissar Kluftinger aus.

Das meint Krimi-Couch.de: »Kluftingers zweiter Fall verkommt zur Provinzposse« 65°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Wasserrohrbruch im Hause Kluftinger. Das ganze Badezimmer steht unter Wasser. Da kommt es dem Kommissar gar nicht mal so ungelegen, als ein Anruf kommt, der ihn von zu Hause wegbeordert. Am Tatort angekommen wird ihm schnell klar, dass dort noch weitaus unangenehmere Dinge auf ihn warten. Die Leiche sieht nicht schön aus: die Kehle aufgeschnitten, ein Auge entfernt und auf der Brust des Ermordeten liegt eine tote Krähe.

Der Fundort ist nicht der Tatort und die Leiche schön drapiert, als wollte der Täter ein Rätsel hinterlassen. Die Identität des Toten findet man relativ schnell aufgrund der Vermisstenmeldungen heraus. Es handelt sich um einen Veranstalter von Kaffeefahrten, der Frau und Kinder hinterlässt. Mit seinem Geschäft hat er zwar manche alte Leute ausgenommen, stand sogar schon vor Gericht, doch hier das Motiv für den Mord zu suchen, scheint Kluftinger eher zweifelhaft.

Die Reparatur des Rohrbruchs erweist sich aufwändiger als gedacht. Da Kluftingers jetzt ohne Wasser sind, hat Ehefrau Erika für ein Ausweichquartier gesorgt. Kluftinger hat schon befürchtet, dass sie bei seinen Eltern übernachten müssten, doch es kommt weitaus schlimmer. Bei Langhammers zu übernachten bereitet dem Kommissar schon im Vorfeld Alpträume. Frau Langhammer ist zwar Erikas beste Freundin, doch Klufinger selbst ist deren Mann, der besserwisserische Arzt, absolut verhasst. Und so kommt es, wie es kommen muß: beim gemeinsamen Trivial Pursuit zeigt Dr. Langhammer seine Überlegenheit und das Frühstück am nächsten Morgen wird zur Katastrophe. Keine Wurst, kein richtiger Kaffee. Nur Müsli und andere gesunde Sachen. Da muß schon eine Notlüge herhalten, damit Kluftinger in sein Büro fliehen kann.

Es kommt nicht von ungefähr, dass in meiner Zusammenfassung des Geschehens das Drumherum dominiert. Der Mord gerät fast zur Nebensache. Im ersten Drittel des Buches wird praktisch nicht ermittelt.

Das junge Allgäuer Autorenduo kann die mit ihrem hervorragenden Debütroman »Milchgeld« selbst gesteckten hohen Erwartungen in keiner Weise erfüllen. Die spontanen Gags und der Charme des Vorgängers fehlen. Die Witze wirken zwar bemüht, ziehen aber nicht. Nach dem gelungenen Einstand, wo alles passte, wirkt hier vieles nur aufgesetzt, so daß »Kluftingers zweiter Fall« zur Provinzposse verkommt. Das, was vorher lustig war, wird hier weiter breit getreten und ist nur noch für die witzig, die Kluftinger erst kennenlernen.

Wirklich störend aber ist, dass man versucht, zwanghaft witzig zu sein, dabei aber die zündenden Ideen fehlen. In »Milchgeld« wirkte alles wie aus einem Guß, da waren die Höhepunkte wie Kluftingers Observierung voll integriert, hier wird ein Schwimmbadbesuch ausgewalzt bis zum Gehtnichtmehr, der überhaupt keine Verbindung zum zentralen Geschehen, das die Autoren zeitweilig aus den Augen verlieren, aufweist.

Der Schreibstil des Autorenduos ist routinierter geworden. Verbessert haben sie sich auch in der Darstellung der Nebenfiguren. So lernt man nun auch Kluftingers Kollegen – insbesondere Hefele – besser kennen, die in »Milchgeld« noch ziemlich farblos blieben. Leider verkommt Kollege Maier dabei immer mehr zum Deppen, der in dieser Art und Weise nichts bei der Kriminalpolizei su suchen hat. Positiv dagegen die Weiterentwicklung des Charakters der Sekretärin Sandra Henske und die Einführung von neuen Charakteren wie den des Staatsanwalts.

Der zweite Fall an sich lässt gegenüber dem ersten reichlich an Realismus vermissen. Selbst bei US-Thrillern ziehen die Serienmörder mit besonders brutalen Morden, die den Ermittlern rätselhafte Hinweise hinterlassen, nicht mehr so recht. Doch mit der Auflösung des Ganzen können sich die Autoren noch einigermaßen gut aus der Affäre ziehen.

Alles in allem ist »Kluftingers zweiter Fall« für mich eine Enttäuschung, dem die spontane Naivität des Erstlings fehlt. Viel zu verkrampft versuchen die Autoren dort noch eine Schippe draufzulegen, wo es nichts zu verbessern gibt.

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Silke Schieritz zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 20.12.2014
Klüpfel/Kobr sind Spitze! Ja, es ist auch der Blickwinkel, aus welchem man den Krimi sieht bzw in welchem Metier der Roman spielt.
Hoch interessant ist der letzte Roman: *Grimmbart*.
Spielt im adligen Milieu.
Auch die bisher verfilmten Bücher finde ich persönlich sehr gut.
Einziges Manko: als geborene Sächsin versteh ich Klufti nur etwas, aber die Henske um so besser.
LG Silke Pirna/Sachsen
Schnippi zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 01.02.2013
Wer leichte Kost sucht, ohne viel nachdenken zu müssen, der liegt bei "Erntedank" richtig. Allerdings sollte man auch ein wenig für die Bayern als "Völkchen" übrig haben. Unterhaltsam und mit Witz entlockt "Erntedank" dem Leser auch schon mal ein Lächeln. Ein lokal geprägter "Krimi", der Hochspannung vermissen läst --- was wohl so auch nicht gedacht ist.
Wer nicht nur blutrünstige und hochspannende mit Humor durchsetzte Handlungen mag, liegt hier richtig.
Für alle anderen: "Hände weg !"... ihr werdet enttäuscht sein.
Mir hat's gefallen...der 3. Fall wartet auf mich.
owt zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 19.06.2012
Noch nie habe ich etwas langweiligeres gelesen...was eine Quälerei! War schon der erste Teil nur leidlich spannend, schläft man beim Zweiten völlig ein. Zwischendurch wusste ich mehrfach gar nicht mehr, wer eigentlich wo und unter welchen Umständen ermordet wurde. Einen dritten Teil wird es für mich nicht geben. Kann den Hype nicht im Ansatz nachvollziehen...
Maggie zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 25.05.2012
Ein Lesevergnügen KÖNNTE es sein, wenn nicht oft schmerzlich ein gutes Lektorat vermißt würde. Es sind etliche (auch grammatikalisch!) fehlerhafte Formulierungen im Text, was in Anbetracht eines Lehrers als Mitautor schon verwundert. Dazu gibt es stilistische Ungeschicklichkeiten und Brüche, was den Lesefluß unterbricht und oft dazu verleitet, das Buch zur Seite zu legen. Ich liebe Krimis - auch Kluftinger ist als Typ nicht schlecht - aber ich lasse mich ungern unter meinem Niveau unterhalten. Schade.
rolandreis zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 21.03.2011
Er ist über 50, körperlich etwas aus dem Leim geraten, seit Jahrzehnten verheiratet, er hat einen angehenden Psychologen mit Berufswunsch "Profiler" zum Sohn und seine Sekretärin, mit sächsischem Zungenschlag behaftet, beherrscht den Polizeicomputer wesentlich besser als Kriminalkommissar Kluftinger dies jemals bereit wäre zuzugeben. Höchst unterhaltsam und mit viel Witz und Lokalkolorit geschrieben. Kommissar Kluftinger ist ein echtes Unikum. Wer Hochspannung erwartet,für den ist Erntedank nicht das Richtige. Kluftinger ist halt einfach auch was zum Schmunzeln
Klaus Mauch zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 15.02.2011
Ich schließe mich den Ausführungen in der Krimirezension von Herrn Kümmel an. Über viele Seiten hinweg tritt dei Krimihandlung völlig in den Hintergrund. Kluftinger wird im Laufe der Handlung immer mehr zu einer komischen, fast schon slapstickartigen, Figur. Ich denke dabei z.B. an die Szene mit dem Wurstsalat im Gästezimmer der Langhammers. Nach mehr als zweihundert Seiten entwickelt sich langsam eine Lösung, die für mich eher "aufgesetzt" und wenig plausibel wirkt, so als habe man die "Heimatkomödie" allmählich wieder in eine Krimihandlung zurückführen und zum Abnschluss bringen müssen.
Man könnte das Buch eher als heitere Provinzgeschichte mit einer Krimihandlung als Hintergrund ansehen.
Thommy191968 zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 19.09.2010
"Erntedank-Kluftingers zweiter Fall" ist eine sehr gute Fortsetzng der Reihe um Kommissar Kluftinger. Der Krimi-Strang ist sehr spannend aufgebaut und findet eine überraschende Lösung. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Immer wieder kommt "Klufti" in Situationen, in denen die Lachmuskeln echt angestrengt werden. Die kurzen Querverweise auf "Milchgeld" runden das gesamt sehr gute Bild ab. Der Krimi ist echt sagenhaft gut, die Schreibweise gibt Kluftinger einen richtig runden menschlichen Charakter. Ich freue mich auf "Seegrund".
Vince-Garron zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 25.07.2010
Das war jetzt mein zweiter Roman von Klufti!Er hat mir wirklich gut gefallen.Es war alles drin was ein guter Krimi braucht.Gute Story,gute Unterhaltung und eine gute Schippe Humor.Auch ist die Spannung in diesen Fall nicht zu kurz gekommen.Ich kann jeden der einen guten Krimi und eine gute Schippe Humor haben will,diesen Roman an Herz legen.Ich werde Morgen mit den dritten Teil anfangen zu lesen.
lalalalalala zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 24.02.2010
Ich finde das buch sehr gut hab allerdings die anderen teile noch nicht gelesenvorallem das es nicht nur um die ermittlung sondern auch um nebensachen die das buch auflockern vorkommen find ich gut
auch das ich da ich selber in kempten wohne mich mit der umgebung auskenne macht das ganze originäl kann das buch nur weiter empfehlenwas ich auch machen werde da ich dieses buch in deutsch vorstellen muss
wie gesagt mir gefällt das buch obwohl ich eig nicht sehr auf krimis steh und mit dem allgäuer-dialegt nicht viel anfangen kann^^ doch im buch kommt zwar ein bisschen der dialegt zum vorschein aba nicht übertrieben und so gut verständlich das einzige was ich schade finde ist das beim hörbuch meiner meinung falsche stellen rausgelassen wurden und so der charakter der einzelnen personen anderst zum vorschein kommt
CSIler zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Erntedank« 26.10.2009
Ich hab jetzt zum 2. Mal "Erntedank" gelesen u. diesmal war es noch besser als beim 1. Mal.
Hab das Buch mit den Film verglichen u. das Buch ist DEFINITIV viel besser.
Es gibt auch auf jedenfall eine Steigerung zum 1. Roman.

Es gibt viele lustige Situationen, welche ich mir sehr bildhaft vorstellen kann. Musste auch wieder viel lachen.

Echt empfehlenswert!

WICHTIG: Zuerst das Buch lesen, dann den Film anschauen!!!

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