Todesdeal von Veit Etzold

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei Droemer.

  • München: Droemer, 2015. ISBN: 978-3-426-30434-1. 480 Seiten.

'Todesdeal' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Im afrikanischen Kongo wütet seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg. Es ist ein Kampf um die kostbaren Rohstoffe, die dieses ansonsten so bitterarme Land in Fülle abbaut und die in jedem digitalen Gerät stecken. Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern. Zu spät stellt Martin fest, dass auch er nur Verhandlungsmasse in einem geopolitischen Schachspiel ist, in dem die Rohstoffverteilung für das 21. Jahrhundert festgelegt wird. Und dass dieser erste große Rechercheauftrag vielleicht sein letzter sein könnte.

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Darts zu »Veit Etzold: Todesdeal« 17.02.2016
Bei diesem Buch von Veit Etzold handelt es sich diesmal um einen Politthriller, also ganz was anderes, als man sonst von ihm gelesen hat. Da ich damals über: das große Tier (ebenfalls kein Psychothriller) auf den Autor aufmerksam wurde, dachte ich mir nichts dabei mich an einen Politthriller heranzuwagen. Da ich viele Bücher von ihm gelesen habe, kann ich nur sagen, der Schreibstil ist auch bei diesem Buch hier wieder sehr flüssig und auch spannend. Die ganzen politischen Hintergründe sind sehr gut recherchiert, aber leider waren sie nach meinem Geschmack zu ausführlich, zu langatmig und auch zu langweilig. Spannend und langweilig wiederspricht sich nicht; denn auch wenn mich diese politischen Themen nicht so ausführlich interessieren, habe ich mich problemlos in die Thematik ein-und durchlesen können.
Martin, ein Journalist aus Deutschland, bekommt seinen ersten großen Auftrag und soll eine Reportage über die Berggorillas schreiben. Er wird zwar schon im Vorfeld auf einige mögliche Schwierigkeiten hingewiesen, aber die Realität ist dann viel schrecklicher und grausamer. Er wird entführt, sein Teamkollege gleich erschossen. Er soll als Geisel herhalten und ein Warlord möchte von Deutschland Lösegeld erpressen. Und dann gerät er in die die ganzen Machenschaften der einzelnen Staaten. China, Russland, Kongo, Deutschland. Jeder möchte ein großes Stück von den Bodenschätzen ergattern. Denn Coltan (Columbit-Tantalit) wird hier abgebaut und ohne dieses Erz könnte kein Handy funktionieren.

Dieses Buch greift sehr, sehr wichtige Themen auf(Bürgerkriege in Afrika, Kinderarbeit und Kindersoldaten, unsichere Minenarbeiten, Ausbeutung usw), allerdings sind sie (nach meinen Geschmack) zu viel und zu konzentriert in diesem Buch vorhanden. Ich möchte, wenn ich einen Thriller lese, etwas mehr 'triviale' Handlung haben und ein das Buch zur Unterhaltung lesen.
Die wirklich wichtigen Themen dieser Welt kann ich dann in Fachliteratur, im Spiegel o.ä nachlesen und mich darin vertiefen.
leseratte1310 zu »Veit Etzold: Todesdeal« 02.01.2016
Zunächst einmal sei gesagt, wer einen typischer Veit Etzold Thriller erwartet, wird sich wundern. Dieses Buch ist ein sehr politisches mit Thriller-Elementen und es wird polarisieren.
Journalist Martin Fischer soll mit einem Kollegen zusammen eine Reportage über Diane Fossey und die Berggorillas erstellen. Aber im Kongo gibt es auch riesige Rohstoffvorkommen und deshalb einen erbarmungsloser Krieg um diese Ressourcen. Viele versuchen dort ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Die Chinesen haben großes Interesse, auf dem afrikanischen Kontinent zu investieren und russische Oligarchen versuchen ihr Stück vom Kuchen abzubekommen. Auch Deutschland als großer Waffenexporteur verfolgt dort eigene Interessen. In diesem konfliktreichen Gebiet sind neugierige Journalisten gar nicht gerne gesehen. Bernd wird getötet und Martin gejagt und als Geisel genommen.
Es ist eine sehr realistische Geschichte, die alle aktuellen Probleme Afrikas aufgreift, sei es das Thema der Kindersoldaten, Waffengeschäfte, Piratentum und ausbeuterische Arbeitsbedingungen, bei denen ein Menschenleben nichts gilt. Dazu wurde auch noch der Konflikt der Tutsi und Hutu mit dem Völkermord in Ruanda beleuchtet. Aufgrund der vielen Themen wurde natürlich keines wirklich vertieft, aber ich glaube, dass trotzdem alle ihre Bedeutung für diese Geschichte haben.
Es dauert etwas, bis alle Protagonisten aufgestellt und die politischen Hintergründe beschrieben sind. Die Charaktere werden authentisch entsprechend ihrer jeweiligen Rolle dargestellt. Das Verzeichnis der Personen am Anfang hilft dabei, den Überblick zu behalten.
Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich und die Geschichte spannend und auch grausam. Unmissverständlich wird uns klargemacht, was wir mit unserer Wegwerfgesellschaft verursachen. Das Buch ist lesenswert und macht nachdenklich.
manni zu »Veit Etzold: Todesdeal« 26.10.2015
Peinlicher gehts nimmer und wieder so ein gut verpackter hingeschluderter Schund, angepriesen als aktueller Politthriller. Tja, wenn man denn Schreiben könnte und nicht nur nach Schablone und wie eine Drehbuchvorlage ein Klischee nach dem anderen hemmungslos aneinander zimmert. Wer liest so einen dämlichen Quark bis zum Schluß? ich jedenfalls nicht. Eigentlich müßte ich mein Geld zurück bekommen. 0°
c-bird zu »Veit Etzold: Todesdeal« 17.10.2015
Polit-Thriller mit viel Hintergrundinformation

Endlich! Der erste große Rechercheauftrag für Martin Fischer. Der 30-jährige Journalist soll im Kongo über die Berggorillas berichten. Doch schon kurz nach der Ankunft kommt alles ganz anders. Martin und sein Kollege Bernd geraten in eine blutige Auseinandersetzung zwischen einheimischen Stämmen, Warlords und einem chinesischen Bautrupp, der gerade den Friedhof eines Stammes sprengt, um an die darunterliegenden Rohstoffe zu kommen. Dabei wird Bernd von Kindersoldaten getötet und Martin gerät in die Gefangenschaft des Warlords Otega. Doch eine Geschäftsfrau aus Ruanda kauft Martin frei. Schließlich landet Martin in der Villa eines reichen russischen Oligarchen. Zu spät erkennt er, dass er nur der Spielball einer internationalen Interessengemeinschaft ist, bestehend aus chinesischen Investoren, deutschen Waffenhändlern und russischen Oligarchen.

Veit Etzold war mir bisher als der Autor der Clara Vidalis Reihe bekannt. Doch dieses Mal geht es nicht um die Jagd nach einem Serienkiller. Todesdeal ist zwar auch ein Thriller, aber ein sehr gut recherchierter Polit-Thriller.
Man bekommt ein recht fundiertes Hintergrundwissen über den Genozid 1994 in Ruanda und den Krieg zwischen Hutu und Tutsi. Doch letztendlich geht es um das Rohstoffvorkommen, das nun mal in Afrika am größten ist und das sich die westliche Welt sichern will. Rohstoffe wie Kobalt und Coltan (Columbit Tantalit), ein Erz ohne das kein Handy funktionieren würde. Hier will jeder ein Stück vom Kuchen abhaben.
Temporeich geht es durch die Handlung. Lediglich die Beschreibungen und Erklärungen zum Hintergrundwissen waren etwas zu ausführlich, sodass der Thriller manchmal fast Sachbuchcharakter hatte. Belohnt wird aber mit einem spannenden Ende.

Die Zahl der Charaktere ist groß. Daher fand ich es als sehr hilfreich, dass dem Roman ein Namensglossar vorangestellt ist. Die Figuren selbst fand ich überzeugend und authentisch. Doch es geht nicht nur um die Ausbeutung Afrikas und die Machtgier. Lüge und Verrat stehen auf der Tagesordnung und unter dem Strich verfolgt jeder seine eigenen Interessen.

Veit Etzold hat ein aktuelles Thema aufgegriffen und in einen Polit-Thriller verpackt. Für meinen Geschmack zu viele Hintergrundinformationen für einen Thriller. Da ist mir die Clara Vidalis-Reihe doch mehr nach meinem Geschmack…
subechto zu »Veit Etzold: Todesdeal« 08.10.2015
Das Kongo-Komplott

Um es gleich vorwegzunehmen, „Todesdeal“ von Veit Etold ist ganz anders als die Clara Vidalis-Reihe. Kein Serienkiller-Thriller, sondern ein Politthriller, der den Kampf um wertvolle Rohstoffe, wie Coltan und seltene Erden, im afrikanischen Kongo thematisiert. Denn: „In jedem Handy steckt ein Stückchen Kongo“.
„Also, Rohstoffe, um jeden Preis? Das Böse tun, um Gutes zu bewirken?“ „Der langen Rede kurzer Sinn: Wir brauchen eine Einheit, die diese Rohstoffversorgung koordiniert.“ Und so wurde ‚Tiamat‘ geboren. Eine geheime Gruppe, benannt nach einer sumerischen Gottheit: gut und böse zugleich.
Martin Fischer, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Bernd, sein Freund und Kollege, wird von Kindersoldaten getötet. Er selbst wird von General Otega, einem Warlord und Anführer der kongolesischen Stammesarmee ‚Engel des Herrn‘, nach einer wilden Verfolgungsjagd gefangen genommen. Freigekauft wird er von Sophie Mureki, einer Geschäftsfrau aus Ruanda.
Dabei gerät er zwischen die Fronten chinesischer Investoren, deutscher Waffenhändler und russischer Oligarchen. Wird er lebend aus der Nummer wieder raus kommen? Unerwartete Unterstützung bekommt er von seiner Ex-Freundin Janine, die für das Auswärtige Amt tätig ist und der Chinesin Lucia Ming, Investmentmanagerin bei einem chinesischen Staatsfonds. Alle treffen in einer Villa in Goma, Kongo, aufeinander.
Eine Message hat Veit Etzold auch. „Todesdeal“ unterhält nicht nur, sondern informiert auch über die Zustände im Kongo: „Ein Land zu reich für den Frieden“. Und es wird beschrieben unter welchen krassen Umständen, diese Rohstoffe abgebaut werden. Das macht deutlich, wie sehr wir bereit sind für den Erhalt unseres westlichen Standards Dinge in Kauf zu nehmen, die auf der anderen Seite der Erde geschehen.
„Todesdeal“ ist also nicht nur Fiktion. Veit Etzold hat die Fakten bestens recherchiert und gut erklärt. Den Genozid. Hutu gegen Tutsi. Eine actionreiche Spannung und ein Heer von Protagonisten treiben den Plot voran. Zum Glück ist vorne im Buch ein „Who is Who“ enthalten, so dass man den Überblick nicht verliert.

Fazit: Emotional, explosiv und extrem spannend. Thematisch definitiv am Puls der Zeit!
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