Der Verrat von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel The vanishing point, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Droemer Knaur.

  • London: Little, Brown, 2012 unter dem Titel The vanishing point. 434 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2013. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-19969-5. 512 Seiten.
  • München: Knaur, 2016. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-51402-3. 512 Seiten.

'Der Verrat' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die Schriftstellerin Stephanie Harker muss am Flughafen von Chicago hilflos mit ansehen, wie ihr fünfjähriger Adoptivsohn Jimmy von einem Unbekannten entführt wird. Als sie, außer sich vor Verzweiflung, aus der Sicherheitsschleuse ausbricht, wird sie für eine Attentäterin gehalten und von der Security überwältigt. Erst die FBI-Agentin Vivian McKuras glaubt ihr. Doch da ist der Entführer mit dem kleinen Jungen schon längst verschwunden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Biografie eines C-Promis« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Scarlett Higgins war Star einer Reality-Soap und lebte anschließend als C-Promi mit zweifelhaftem Ruf, immer darauf bedacht, in die Schlagzeilen der Regenbogenpresse zu kommen. Selbst ihre Krebserkrankung vermarktete sie mustergültig, wobei ihr die Ghostwriterin Stephanie Harker zur Seite stand. Kurz vor Scarletts Tod versprach ihr Stephanie, sich um ihren fünfjährigen Sohn Jimmy zu kümmern. Doch dann passiert ein Alptraum, denn als Stephanie mit Jimmy einen Urlaub in Amerika starten wollen, werden sie beim Einchecken am O´Hare Airport kurz voneinander getrennt. Die Zeit reicht für einen unbekannten Mann aus, Jimmy zu entführen. Stephanie beobachtet ungläubig den Vorfall und will Jimmy helfen, doch die Sicherheitsbehörden vermuten in ihr eine Attentäterin und halten sie fest. Erst als die FBI-Agentin Vivian McKuras den Fall übernimmt, erkennt diese den Ernst der Lage. Aber Jimmy und sein Entführer sind längst verschwunden. Um herauszufinden, wer als möglicher Täter in Frage kommt, lässt sich McKuras von Stephanie Scarletts Leben erzählen, denn da Jimmy dem Mann einfach folgte, muss er ihn gekannt haben&

Unter einem Thriller dürften die meisten Leser etwas anderes verstehen

Ein neuer Thriller von Val McDermid ist meist ein großes Ereignis, schließlich gehört sie seit vielen Jahren zu den Topautorinnen des Genres. Dennoch hatte sie zuletzt mit Alle Rache will Ewigkeit ein schwaches Werk abgeliefert, so dass dieses Mal die Spannung besonders groß war. Ein erneuter Ausrutscher oder zurück zu alter Stärke? Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, denn Der Verrat hat einen entscheidenden Haken. Da der Entführer aus Jimmys Umfeld kommen muss, erzählt wie erwähnt Stephanie erst einmal Agentin McKuras das abwechslungsreiche Leben von C-Promi Scarlett. Dabei gliedert sich das Buch in drei Abschnitte: 50 Seiten dienen der »Einleitung«, 380 Seiten überwiegend Scarletts Biografie und 80 Seiten der Auflösung beziehungsweise dem »Finale«.

»Selbst wenn sie ihn Jimmy gekannt hätten, was nicht der Fall war, hätte kein Richter bei klarem Verstand ihnen erlaubt, auch nur in seine Nähe zu kommen.«
»Das heißt nicht, dass sie ihn nicht haben wollten. Blut ist schließlich dicker als Wasser.«
»In der Familie Higgins ist Geld dicker als Wasser. Und da für sie kein Geld dabei herausspringen würde, war ihnen Jimmy völlig egal.«

Scarlett kommt aus der arbeitslosen Unterschicht. Der Vater starb früh an Aids, die Mutter ist Alkoholikerin und die Schwester ein Junkie. Scarlett selbst ist ein Durchschnittsmensch mit begrenztem IQ, aber einem Ziel vor Augen, dem sie schonungslos alles unterordnet. So schafft sie es zum Star einer Soap-Sendung (vergleichbar mit »Big Brother«) und bleibt anschließend mit einigen »Skandalen« in den Schlagzeilen. Dazu trägt auch ihr Mann Joshu bei, der als DJ größere Erfolge feiert, ansonsten aber nur Party, Alkohol und Drogen kennt. Wäre der Roman ein Film, die Biografie könnte man als Unterschichtenfernsehen bezeichnen und genau hier liegt das Problem. Man liest zunächst keinen Thriller, sondern einen elend langen Lebenslauf, in dem selbst kleinste Belanglosigkeiten breitgewalzt werden. Zunächst verdächtigt McKuras den Vater als vermeintlichen Entführer, nachdem dieser ausführlich vorgestellt wurde. Doch dann, nach unzähligen Seiten, stellt sich heraus, dass dieser bereits verstorben ist. Das hätte Stephanie natürlich auch direkt sagen können, denn schließlich drängt ja die Zeit, um Jimmy zu finden.

Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie mir genug vertraut hätte, um ihre Entscheidung mit mir zu teilen. »Ich kann ihren Standpunkt nachvollziehen«, sagte ich. »Trotzdem wäre es nett gewesen, das von ihr zu hören.«

Wer sich für die Biografie eines C-Promis mit all seinen Facetten interessiert, der wird an diesem Buch seine Freude finden. Auch wird die Arbeit eines Ghostwriters sehr gut dargestellt. Die Figurenzeichnung Scarletts ist zwar als »dummes, aber bauernschlaues Blondchen« gut gelungen, macht sie aber aufgrund ihrer mitunter recht naiven Art nicht sympathisch. Leider trifft dies auch auf Stephanie zu, die mehr als einmal nicht rafft, wie ihr mitgespielt wird und daher sehr naiv rüberkommt. Man könnte provokativ fragen: Wer von den Beiden ist hier eigentlich »blond«?

Im Mittelteil hätte man gerne hundert und mehr Seiten weglassen können

Wer an einem packenden Thriller interessiert ist, wird in dem langen Zwischenteil mehr als einmal dazu neigen, das Buch endgültig auf Seite zu legen. Dies wäre allerdings ein kleiner Fehler, denn McDermid packt gegen Ende des Buches noch einmal einen dicken Cliffhanger aus, bevor es dann auf die Zielgerade geht. Wie bei McDermid nicht unüblich überschlagen sich dann die Ereignisse, so dass alle möglichen Verdächtigen nach und nach aus dem Spiel genommen werden bis die »Lösung« übrig bleibt. Diese wird nicht alle Leser überraschen, wenngleich sie hohe Anforderungen an die Gesetze der Logik stellt.

Fazit: Keineswegs ein Meisterwerk, aber wenn man zwischendurch hier und da ein paar Seiten überschlägt kommt man – ohne etwas zu verpassen – zügig durch und neigt dazu, der Autorin beim nächsten Buch eine neue Chance zu geben. Denn dass Val McDermid, die nach wie vor großartige Cliffhanger zu platzieren weiß, deutlich bessere Thriller schreiben kann, hat sie ja schon hinlänglich unter Beweis gestellt.

Jörg Kijanski, November 2013

Ihre Meinung zu »Val McDermid: Der Verrat«

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Esad zu »Val McDermid: Der Verrat« 15.06.2016
Das ist kein Thriller! Es ist mehr eine Geschichte über eine vermeintliche Frauenfreundschaft. Keine Spannung! Keine Dynamik! Einfach nur flach. In jeder Hinsicht.

"Der Verrat" enthält keine Elemente eines Thrillers und ist, abgesehen von der Entführungsszene am Anfang, langatmig. Das Spannendste daran ist der Klappentext.

Das Cover dieses Buches mit "Thriller" zu versehen ist reinster Betrug!
Henriette H. zu »Val McDermid: Der Verrat« 22.01.2016
Das Buch ist nur auf den letzten 80 Seiten ein Krimi, davor erhält der Leser einen spannend geschriebenen Einblick in die Welt der C-Promis und des sogenannten "Unterschichtenfernsehens". Die beiden Protagonistinnen Scarlett und Stephanie werden sehr sympathisch geschildert, man nimmt schnell Anteil an ihrem Leben.Aber die Auflösung des Kriminalfalles (Entführung des kleinen Jimmy) ist haarsträubend unglaubwürdig! Der Leser soll auf Biegen und Brechen überrascht werden, auch auf Kosten der Logik und der Wahrscheinlichkeit. Es gibt dann auch drei Morde, die aber überhaupt keinen Sinn machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein noch so genauer Leser dieses an den Haaren herbeigezogene Ende vorausahnen kann.
Leseratte zu »Val McDermid: Der Verrat« 02.06.2014
Sorry dass ich widerspreche, aber ich finde das Buch absolut unspannend, ja fast langweilig in die Länge gezogen. Gut dass ich es mir geliehen hatte, das Geld hätte mir echt leid getan. Gerade bei Val McDermid hatte ich einen spannenden Thriller erwartet und nicht so einen flachen Big Brother Protagonisten Abklatsch. Schön dass das Buch einigen trotzdem gefällt, der echte Krimi/Thriller Fan wird aber eher enttäuscht sein.
wendelin zu »Val McDermid: Der Verrat« 08.05.2014
Wieso ist Schriftstellerin Stephanie Harper Vormund von Jimmy und was hat der 5-Jährige so Schlimmes in seinem kurzen Leben erleben müssen? Wer hat den Kleinen entführt und warum? Was hat das alles mit Stephanies Vorleben zu tun und mit ihrer Freundschaft zu Reality TV Star Scarlett Higgins? Das alles erzählt Val McDermid in „Der Verrat“ – zum großen Teil in Rückblenden auf die letzten 5 Jahre und aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Wer einen Thriller mit spektakulären Morden und irrem Serienkiller erwartet, der wird enttäuscht sein. Die Spannung entsteht hier eher durch das exakte psychologische ausloten der einzelnen Charaktere, bis in die letzten Winkel ihrer dunklen Seelen. Ein Buch, das man mit Recht als Psycho-Thriller bezeichnen kann, denn es bezieht seinen Thrill hauptsächlich aus der Psyche der Protagonisten.

Val McDermid konzentriert sich in „Der Verrat“ auf das, was sie am besten kann, eine gute Geschichte erzählen. Und auch wenn mich persönlich das Leben und der Medienrummel um B- und C-Promis bzw. der Hype um Reality TV völlig kalt lässt, so hat mich diese Geschichte dennoch fasziniert. Nichts ist wie es scheint und doch folgt alles einem Plan.

Wer das Buch vorurteilsfrei und aufmerksam liest, wird recht früh einen Verdacht haben, wo der Hase hinläuft. Das trübt den Lesespaß aber überhaupt nicht, denn jetzt ist man damit beschäftigt, seine Theorie anhand der versteckten Hinweise zu überprüfen.

FAZIT: Ein guter Krimi der seine Spannung langsam aufbaut und dessen Stärke das Erzählen einer interessanten Story ist, statt auf vordergründige Effekte aus zu sein.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Summerherekid zu »Val McDermid: Der Verrat« 17.12.2013
Die 530 Seiten des Romans (ich beziehe mich hier auf die englische Ausgabe) sind aufgeteilt in 3 Teile: In Teil 1, bis Seite 43, wird die Ausgangssituation des Romans geschildert – ein kleiner Junge wird in einem Flughafen entführt. Teil 3 beginnt auf Seite 457, hier wird etwas Recherche betrieben und das Rätsel des Buches in einem kurzen Showdown schließlich aufgeklärt.

Der mit Abstand umfangreichste Teil des Buches hat jedoch mit Krimi nur wenig zu tun. Die Schilderung der Beziehung zwischen der Ghostwriterin Stephanie und dem Reality-TV-Sternchen Scarlett ist leidlich interessant und zieht sich doch sehr in die Länge. Spannung? Fehlanzeige.

Das ganze ist mehr eine Art Psychostudie, die manches Mal hart an der Grenze zur Langeweile vorbeischrammt. Val McDermid schreibt zum Glück sehr gut, und so bleibt man doch bei der Stange, wo man bei manch anderem Autor vielleicht schon aufgegeben hätte. Da am Ende jedoch noch einige Klischees und arge Unwahrscheinlichkeiten bemüht werden, bleibt ein mehr als fader Beigeschmack.

Es war mein erster Val McDermid. Vielleicht das falsche Buch. Denn ich frage mich schon, woher ihr hervorragender Ruf als Krimi-Autorin herrührt.
krimitimmy zu »Val McDermid: Der Verrat« 18.11.2013
Nach dem vielversprechenden Auftakt der Kindesentführung auf dem Chicagoer Flughafen, welche Enttäuschung: über fast 400 Seiten wird die 5-jährige Vorgeschichte von Stephanie und Scarlett vor der Entführung erzählt! Total unspannend. Erst auf den letzten Seiten nimmt der Roman Fahrt auf, dann überstürzen sich die Handlungen und das Ende ist leider völlig unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Sorry, liebe Val McDermid, dies ist kein Thriller sondern ein Frauen-Roman! Wer das Buch unbedingt lesen will, sollte die Taschenbuchausgabe abwarten.
Jazzylin zu »Val McDermid: Der Verrat« 15.10.2013
Ich habe das Buch gestern Nachmittag angefangen zu lesen und konnte es nicht weglegen. Die Geschichte ist dermaßen spannend, dass ich sogar die ganze Nacht weitergelesen habe.
Zum Einen wollte ich unbedingt wissen, wie sie ausgeht, zum Anderen haben mich die Figuren sehr gefesselt.

'Der Verrat' kommt ganz ohne ausgelutschte Strickmuster aus; auch kommen keine von der Vergangenheit gebeutelte Cops, Verfolgungsjagden und Gerichtsmediziner à la CSI vor.
Stattdessen gibt es viele Wendungen und Überraschungen, gut ausgearbeitete Figuren und ein packendes Familiendrama, das in Rückblenden erzählt wird.

Vielleicht kann man ab einem gewissen Punkt erahnen, wer hinter der Entführung des kleinen Jungen steckt und wie alles zusammenhängt, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Das Buch ist eben erfrischend anders.
Ich fands toll!

95 Grad.
Carina2302 zu »Val McDermid: Der Verrat« 26.09.2013
Beschreibung:
Stephanie ist Ghostwriterin und befindet sich mit ihrem Adoptivsohn Jimmy in Chicago am Flughafen. Auf Grund einer Platte im Knie piepst der Metalldetektor und sie muss sich einer genaueren Durchsuchung unterziehen. Jimmy soll währenddessen an den Gepäckbändern auf sie warten. Und da geschieht das eigentlich Unmögliche. Ein Unbekannter in Uniform entführt ihn. Aus lauter Verzweiflung bricht Stephanie aus der Kabine aus um ihren Jungen zu retten. Auf Grund dieser Reaktion wird sie für eine Terroristin gehalten und mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt. Bis sie sich endlich Gehör verschaffen kann, ist der Entführer mit Jimmy schon über alle Berge...


Meine Meinung:

Zu aller erst: Die Leseprobe hat schon einiges Versprochen. Doch so wie man sich einen Thriller vorstellt ist dieser nicht. Was diesem Buch aber keinen Abbruch tut, denn es ist trotzdem spannend und man kann es nicht mehr aus der Hand legen.

Die Autorin beschreibt die Protagonistin Stephanie sehr gut. Man kann sich schnell ein Bild von ihr machen, sodass man gut in die Geschichte hineinfinden kann. Besonders gut hat mir gefallen, was Val McDermid mit dem Charakter von Scarlett angestellt hat. Diese vielen Gesichter und Wendungen bei ihr haben der Geschichte ihren eigenen Touch verliehen.

Wer hier sehr viel Ermittlungsarbeit erwartet wird zunächst enttäuscht. Der Hauptaugenmerk hier liegt auf den Geschehnissen, wie es überhaupt so weit kommen sollte. Stephanie erzählt in dem "Verhör" ihre Vergangenheit, also wie sie die leibliche Mutter von Jimmy kennen lernte und wieso sie einen Verdacht hat, ihn aber nicht äußert. Mich hat das aber in keiner Weise gestört. Ich fand es spannend Hintergrundinformationen zu bekommen, die dazu auch noch sehr gut beschrieben wurden. Es war voller Emotionen.

Was mir hingegen nicht so gut gefallen hat war das Ende. Nicht wer das Kind entführt hat, sonder alles danach. Auf einmal ging es doch sehr schnell und befriedigend waren die letzten Seite leider nicht. 


Fazit:

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der ohne große Erwartungen an ein Buch ran geht, um sich überraschen zu lassen. Außerdem sollte man den Klappentext hier vielleicht nicht lesen, da die Erzählungen von Stephanie dann vielleicht nicht so positiv aufgenommen werden, wie ich es getan habe.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Heather_H zu »Val McDermid: Der Verrat« 15.09.2013
*INHALT*
Während der Kontrolle am Flughafen Chicago muss die Britin Stephanie beobachten, wie ihr fünfjähriger Adoptivsohn Jimmy entführt wird. Als sie aufspringt und dem Entführer hinterher laufen will, überwältigt sie das Sicherheitspersonal. Als diese endlich begreifen was sich wirklich zugetragen hat, ist Jimmy längst nicht mehr aufzufinden.
Special Agent McKuras nimmt sich Zeit, um sich die Geschichte erzählen zu lassen - doch dafür muss Stephanie weit ausholen; sie erzählt von Scarlett und Joshu - Jimmys Eltern.
Scarlett war eine naive, dumme Blondine - zumindest glaubte das die ganze Fernsehnation. Lediglich Stephanie als Scarletts Ghostwriterin lernte ihre wahre Seite kennen, die kühle, berechnende Scarlett, die genau wusste, was sie tut.
Doch wer würde 9 Monate nach ihrem Tod ihren Sohn entführen wollen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt..

*MEINE MEINUNG*
Ich konnte dieses Buch  kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort gefangen genommen - allein während dieser ersten Entführungs-Szene, die eigentlich nur Teil der Rahmenhandlung ist, wird ein Spannungsbogen geschlagen, der sich das gesamte Buch über hält und erst ganz am Schluss aufgelöst wird.

Während der Szenen, in denen Stephanie dem weiblichen Agent McKuras ihre Geschichte erzählt, wechselt der Erzählstil in den Ich-Erzähler. Dadurch rückt Stephanie etwas in der Hintergrund während die anderen Figuren, allen voran Scarlett, ausgiebig vorgestellt und ausgeleuchtet werden. Doch auch die anderen Nebenfiguren werden mit Liebe zum Detail gezeichnet, was sie sehr authentisch wirken lässt.
Zuerst wird das Grundgerüst erstellt - die harten Fakten der Geschichte - und erst danach beginnt die Autorin damit, das Bild in allen Farben auszumalen, Empfindungen und Gefühle bei den Figuren und auch beim Leser entstehen zu lassen.

Scarlett schlüpft für die Öffentlichkeit in eine perfekt einstudierte Rolle - was sie zu einem wahnsinnig reizvollen Charakter macht. Doch nicht nur sie führt Stephanie anfangs an der Nase herum - die Ghostwriterin muss sich im Laufe der Geschichte immer wieder eingestehen, dass sie mit ihrer vermeintlich guten Menschenkenntnis daneben lag.
Dadurch erzählt dieser Handlungsstrang eine ganz eigene Faszination und Dynamik und hat mich mindestens genauso gefangen genommen wie die Rahmenhandlung.

Ein überragender Thriller, dem ich jedem Fan des Genres wärmstens ans Herz legen kann - doch Vorsicht: Dieses Buch wird euch so schnell nicht mehr loslassen!
Krimileser zu »Val McDermid: Der Verrat« 14.09.2013
Das Buch baut die Spannung langsam auf. Nach der Entführung wird die Protagonistin verhört. Dieses Verhör als Teil der Erzählung war für mich eine absolute Neuheit und war sehr lebendig und farbig. Es war sehr, sehr spannend. Der Schluss ist etwas kurz und absolut unerwartet. Ich denke er lässt jeden perplex zurück. Lesenswert!!
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