Das Moor des Vergessens von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Grave Tattoo, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: HarperCollins, 2006 unter dem Titel The Grave Tattoo. 467 Seiten.
  • New York: St. Martin´s Minotaur, 2007. 536 Seiten.
  • München: Droemer, 2006. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-19735-6. 536 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2008. Übersetzt von Doris Styron. 544 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2006. Gesprochen von Dietmar Bär. Regie: Frank Bruder. 6 CDs.

'Das Moor des Vergessens' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Sintflutartige Regenfälle legen auf einem sumpfigen Hügelrücken einen zweihundert Jahre alten Leichnam frei. Dieser Fund bringt Jane Gresham auf die Spur eines verschollenen Epos, an dessen Existenz bislang nur sie allein geglaubt hatte. Doch jeder, bei dem sie das wertvolle Manuskript vermutet, stirbt …Der geheimnisvolle Leichnam aus dem Moor ist mit bizarren Tätowierungen aus der Südsee bedeckt. Könnte das Fletcher Christian gewesen sein, der legendäre Anführer der Meuterei auf der Bounty? Ist er heimlich zurückgekehrt, und hat er mit seiner abenteuerlichen Geschichte seinem Jugendfreund, dem berühmten Dichter William Wordsworth, den Stoff für ein verschollenes Meisterwerk geliefert? Die junge Literaturwissenschaftlerin Jane Gresham hat es sich in den Kopf gesetzt, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie will das Epos finden, von dessen Existenz sie schon lange überzeugt ist. Doch die möglichen Erben des Gedichts sterben, noch bevor sie mit ihnen reden kann – und Jane selbst begibt sich in tödliche Gefahr. Denn dem Manuskript ist noch jemand anders auf der Spur. Er hat den gleichen Plan – und absolut keine Skrupel …

Das meint Krimi-Couch.de: »Wer hat wirklich auf der Bounty gemeutert?« 82°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Ein jeder hat von der Meuterei auf der Bounty gehört, doch was damals wirklich der Grund für den Aufstand der Mannschaft war, das wissen nur die Beteiligten. Haben sich Fletcher Christian und die anderen Männer zurecht gegen Kapitän Bligh erhoben? Val McDermid bindet diese tatsächliche Begebenheit in ihren Krimi ein und bringt sie mit William Wordsworth in Verbindung, einem berühmten englischen Dichter, der einige Zeit im Lake District lebte.

Mit einem spektakulären Leichenfund beginnt die Geschichte, doch wo in ihren anderen Büchern ein Toter dem anderen folgt, geht es hier zunächst recht geruhsam zu. Es stellt sich heraus, dass der Mann schon vor ein paar hundert Jahren das Zeitliche gesegnet hat, so dass die Polizei den Fall zu den Akten legen möchte. Umso mehr interessieren sich andere Personen für den sogenannten »Moorpiraten«, der seinen Namen aufgrund der zahlreichen Tätowierungen erhielt. Darunter ist auch die forensische Anthropologin Dr. River Wilde, die ihre Chance darin sieht, finanzielle Unterstützung für weitreichende Untersuchungen am Leichnam zu erhalten, indem sie das Fernsehen mit einer Reportage ködert.

Auf der Suche nach dem verlorenen Gedicht

Auch die Literaturwissenschaftlerin Jane Gresham verfolgt die Berichterstattung gebannt. Sie erhofft sich Fortschritte in ihrem Spezialgebiet, dem Werk des Dichters William Wordsworth, der im Lake District, ihrer Heimat, gelebt hatte. Schon seit langem vertritt sie die Theorie, dass der Seemann Fletcher Christian, Anführer der Meuterei auf der Bounty, nicht wie überliefert bei einem Aufstand auf der Insel Pitcairn ums Leben kam, sondern unerkannt nach England zurückkehrte, mit der Absicht, seine Version der Geschichte zu erzählen und sich zu rehabilitieren. Doch Bligh war vor ihm da und der Meuterer war bereits rechtskräftig verurteilt.

Da Christian und Wordsworth sich gut kannten, liegt es ihrer Meinung nach nahe, dass er sich dem Dichter anvertraute, der bestimmt seine Kenntnisse in einem Gedicht verarbeitete, das zu Lebzeiten der beiden natürlich nicht veröffentlicht werden konnte. Sie sucht sich eine Vertretung für ihre Lehrtätigkeiten an der Universität und macht sich nach Fellhead zu ihren Eltern auf, um dort im Wordsworth-Museum nach Hinweisen für die Existenz dieses unbekannten Schatzes zu suchen. Im ersten Schritt kann sie einen Erfolg verbuchen, da in einem Brief der Familie Wordsworth von einem Dokument die Rede ist, das einer Hausangestellten anvertraut wurde. Doch Jane muss sich beeilen, denn irgendjemand ist ihr verdammt nah auf den Fersen und dieser Jemand ist gefährlich.

Hier wird Geschichte lebendig

Val McDermid hat bereits einige Male bewiesen, dass sie sich gut auf unterschiedlichen Krimi-Terrains bewegen kann. Mit ihrer Serie um den Profiler Tony Hill und der Polizistin Carol Jordan trifft sie den Lesergeschmack offenbar recht gut, aber immer wieder wagt sie neue Experimente, die auch einen anderen Leserkreis ansprechen. In Das Moor des Vergessens lässt sie es langsam angehen und wendet viel Zeit auf, die Figuren vorzustellen und die geeignete Atmosphäre heraufzubeschwören. Gerade letzteres beherrscht sie par excellence, wie sie auch schon in Ein Ort für die Ewigkeit und Echo einer Winternacht bewiesen hat. Aber nicht nur den Lake District und das Leben von William Wordsworth bringt sie einem näher, sondern sie setzt sich auch intensiv mit der Meuterei auf der Bounty auseinander, die sie aus Sicht von Fletcher Christian mit vielen Einschüben eingangs jedes Kapitel häppchenweise schildert.

Dass sie bei alledem auch eine Nebengeschichte ersonnen hat, die fast zu inszeniert wirkt, sollte man an dieser Stelle verzeihen können. Der ungeduldige Leser fragt sich zwar, wann denn nun endlich ein »richtiger Mord« passiert, aber auch in diesem Punkt bleibt sich Val McDermid treu: Mit ein paar Toten ist zu rechnen. Insgesamt bleibt die Spannung zu Beginn recht verhalten, steigert sich aber gegen Ende doch auf ein gutes, jedoch keineswegs atemberaubendes Niveau, wie man es ansonsten von ihr gewohnt ist. Das Ende ist schlüssig und bestimmt nicht so genau vorsehbar.

Von der Bewertung her bleibt Das Moor des Vergessens zwar hinter den beiden bereits genannten Krimis etwas zurück, doch führen die beiden in meinen Augen die Rangliste ihrer Bücher an, was also nicht gegen die Lektüre des vorliegenden Buches spricht. Val McDermid macht hier Geschichte lebendig und bietet zudem noch gute Unterhaltung.

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S. Lechner zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 27.01.2013
Als großer Fan von Antonia S. Byatt's Roman "Besessen" hatte ich das Gefühl, einen miserablen Abklatsch zu lesen. Die Grundidee - Nachwuchsakademiker mit schlechten Berufsaussichten stößt durch Zufallsfund auf eine Sensation - wurde übernommen, die Parallelen der weiteren Handlung sind ganz offensichtlich. Allerdings spielt Byatt in einer anderen literarischen Liga! Besonders ärgerlich fand ich das zweidimensionale Geschlechterschema - Frauen clever / interessant, Männer schwach/illoyal/böse - das hat die Story weiter abgewertet.
Carolus Magnus zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 11.08.2011
Habe das Buch als Hörbuch beim Autofahren gehört und "notgedrungen" bis zum Ende durchgehalten. Mit der gedruckten Version wäre mir das schwergefallen.
Es gab einige interessante Aspekte, so hatte ich noch nie vom Schriftsteller Wordsworth gehört.
Die ganze Story wirkt aber sehr bemüht, schleppend, Spannung kam nie auf.
Den Handlungsstrang mit der kleinen Nachbarin aus London war meiner Meinung nach völlig überflüssig.
Es war auch das erste Buch dieser Autorin, das ich gelesen habe/vorgelesen bekam. Es kann fast nur besser werden.
maupe zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 05.11.2010
Es war für mich ein zähes Ringen diesen Roman zu Ende zu lesen, denn leider schaffte er es nicht in einer Minute die Spannung so auf zu bauen, dass man den Roman nicht mehr fort legen möchte.

Das Buch kann nicht unbedingt als Krimi bezeichnet werden. Es geschehen zwar Morde und die Aufklärung dieser ist auch ein Strang in der Geschichte, aber im Grunde steht die Suche der Jane Gresham nach den Manuskripten im Vordergrund.

Doch leider ist nicht einmal diese Suche spannend. Der Roman punktet bei der Einführung der Charaktere. Jedem wird genug Raum gegeben um ihn gut in die Geschichte ein zu führen. Und wenn alle Personen quasi "vorgestellt" sind, dann könnte doch die Geschichte richtig starten.denkste. Es plätschert so dahin und dann ist das Buch zu Ende.

Für mich absolut keine Empfehlung und mal wieder ein Beweis, dass geschenkte Bücher wirklich nicht das beste Präsent sind.
Nadia zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 13.01.2010
Die deutsche Ausgabe hat immer wieder arge Übersetzungsmängel. Sehr ärgerlich beim Lesen. Der Schluss der Geschichte ist zwar von der Idee her recht gut, beantwortet sind aber letztendlich nicht alle Fragen, was einen etwas "unvollendet" zurücklässt. Die Idee mit den Ausschnitten aus dem Manuskript zwischen den Kapiteln macht einen besonderen Reiz aus.
lesebrille zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 25.05.2009
Der Anfang des Buches war etwas langatmig, wenn man die anderen Bücher von Val McDermid zum Vergleich heranzieht Aber das hat den m.M. nach ganz besonderen Reiz dieses Buches ausgemacht. Etwas "Heimat- und Länderkunde", Exkursionen in die Vergangenheit aber trotzdem kam die Spannung nicht zu kurz. Fazit : Eine ganz andere Val McDermid.
Londra zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 25.05.2009
Fletcher Christian nutzt die Freundschaft zu William Wordsworth, um seine Sicht von der Meuterei auf der Bounty zu erzählen. Klingt spannend - ist es aber nicht. Die zu Beginn jedes Kapitels eingefügten Rückblenden in die Zeit zu Wordsworth sind eher langatmig. Auch die Geschichte in der Gegenwart lässt Spannung eher vermissen, die Morde gehen eigentlich in Belanglosigkeit unter. Die Nebengeschichten haben den Anschein von Seitenfüllern, werden erst gross aufgebauscht, verschwinden dann in der Versenkung. Warum wird die Geschichte von Tenille erzählt, wenn die Auswirkungen nicht konsequent weiterverfolgt werden? Warum wird Jakes Betrug nicht vollends aufgedeckt? Warum versickert die Geschichte des schlechten Verhältnisses zwischen Jane und Matthew ungenutzt?
Einzig die großartige Beschreibung des Lake District ist die Lektüre wert.
Als grosser Val McDermid Fan hoffe ich, dass die nächsten Bücher besser werden.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexandra zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 21.01.2009
Mit Sicherheit nicht das beste Buch von Frau McDermid, zu viele langweilige Dialoge, die Handlung nimmt erst gegen Ende der Geschichte Fahrt auf, aber dann weiß die gewiefte Krimileserin schon längst, wer der Mörder ist :-) ...
Ich habe den neuesten Roman mit Tony Hill noch nicht gelesen, aber der wird dann bestimmt interessanter ...
Dette_987 zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 20.11.2008
kann mich den Kritiken meiner Vogänger nur anchließen. Diese Buch empfand ich als so "grottenlangweilig", dass ich nach 60 Seiten aufgeben habe.

Da ich aber fast alle Bücher von Val Mcermind gelesen habe sehe ich das Moor des Vergesssens als einmaligen Ausrutscher an und freue auf künftige Bücher von ihr "in alter Manie"
chromeleon zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 16.11.2008
Mein Fazit: Absolute Enttäuschung und gähnende Langeweile! - Ich kann nicht glauben, dass dieses Buch tatsächlich von der Lady of Crime verfasst wurde. War Sie jung und brauchte das Geld? - Grenzenlose Enttäuschung auf mehr als 500 Seiten. Nicht einmal als Alternative zum Schäfchenzählen geeignet! -
Roland Reis zu »Val McDermid: Das Moor des Vergessens« 31.10.2008
Habe mich beim Lesen mehrmals gefragt ob McDermid dieses Buch selbst geschrieben hat oder es nur unterihrem Namen veröffentlicht wurde. Es war für mich ein totaler Reinfall, totlangweilig bis auf Seite 500. Nur die letzten 30 Seiten wurde es etwas spannender. Dieses Buch ist für mich eine Nullnummer und nicht empfehlendeswert.

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