Alle Rache will Ewigkeit von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Trick of the dark, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1990 - 2009.

  • London: Little, Brown, 2010 unter dem Titel Trick of the dark. 451 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2011. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-50993-7. 608 Seiten.

'Alle Rache will Ewigkeit' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die Profilerin Charlie Flint bekommt unerwartet Post, ein Päckchen mit Zeitungsausschnitten über einen brutalen Mord an ihrem alten College in Oxford. Dort ist auf einer Hochzeitsfeier der Bräutigam erschlagen worden. Während die Gäste sich den Champagner schmecken ließen, hat man seine blutüberströmte Leiche in den nahen Fluss geworfen. Charlie weiß nicht, wer der Absender ist, doch das Verbrechen will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen. Weil sie gerade vom Dienst suspendiert worden ist, hat sie genug Zeit für Nachforschungen in Oxford. Je mehr sie in die geschlossene Welt der Universität eindringt, desto unbegreiflicher wird die Tat. Und jeder ihrer Schritte könnte einer zu viel sein.

Das meint Krimi-Couch.de: »Grund(s)exkurs in weiblicher Triebhaftigkeit« 35°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Doris Styron hat Trick of the Dark übersetzt und heraus gekommen ist dabei ein 567 Seiten langer Roman, den der Knaur Verlag als Alle Rache will Ewigkeit vermarktet, wohl wissend, dass viele zu so einem Schmöker greifen, weil die privaten Affinitäten der Autorin durchaus bekannt sind und ein wenig Lesben-Sex so manchem Leser als erotische Würze gefallen kann.

Und Val McDermid greift auch gleich ins volle Programm. Im ersten Buchteil werden auf 130 Seiten jede Menge gleichgeschlechtlich eingestellte Damen aufgezählt und der Leser mit den dazugehörigen Querverbindungen verwirrt. Da wäre allen voran die Protagonistin und Psychiaterin Charlie Flint, die gerade eine berufliche Auszeit nehmen muss, weil aufgrund eines Ihrer Befunde ein vermeintlicher Verbrecher aus Mangel an Beweisen (berechtigt) freigesprochen wurde, nach dem Freispruch aber vier Menschen ermordet hat, weil nicht klar genug zum Ausdruck kam, dass der Mann gefährlich sei und weggeschlossen gehörte. In Charlies seelischem Tief wird sie von ihrer Frau der Zahnärztin Maria betreut, gehegt und gepflegt.

Bis dann auf ungewöhnlichem Weg Charlie zu einer eigenartigen Recherche geführt wird. Denn am St. Scholastika College in Oxford wird während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Bräutigam ermordet, während die Braut nichts Besseres zu tun hat, als sich ihrer gleichgeschlechtlichen Triebe und der Liebe zu ihrer ehemaligen Babysitterin bewusst zu werden.

Die Braut, eine gewisse Magda, ist zufällig die Tochter einer ehemaligen Dozentin Charlies und da Frau Dozent nicht nur gegen die nunmehrige Beziehung ihrer Tochter ist, sondern auch glaubt, dass deren neue Flamme am Tod deren Ehemanns Schuld hat, schickt sie Charlie als Ermittlerin los, um die vermeintliche Mehrfachmörderin Jay Macallan Stewart, eine skrupellose Dotcom-Millionärin, genauer zu durchleuchten.

Wer bei diesem Grundexkurs in weiblicher Triebhaftigkeit und Trivialverhalten das Buch noch nicht entsorgt hat, darf sich freuen, denn die Lektüre wird um einen Hauch besser. Zumindest beginnt Frau McDermid endlich zu schreiben und bringt außer Verwirrung auch den netten Versuch zustande, einen halbwegs plausiblen Lebenslauf der vermeintlichen Übeltäterin in Form eines Tagebuchs in die Handlung einzubauen. Dass dabei die sonstigen Personen schlimmer agieren, als man es aus jeder RTL-Soap kennt, ist schon fast zu viel des Schlechten. Alle Frauen gucken sich nur bescheuert in die Augen, dann trifft der Blitz ihr erotisches Hinterstübchen und es kommt zu Gefühlskomplikationen, wer mit wem, warum oder warum doch nicht, oder vielleicht doch, wenn …

Für diese Form der lesbischen Zurschaustellung hat Frau McDermid ganz klar die Goldene Zitrone verdient, denn in meinem Bekanntenkreis gibt es einige Damen mit erkennbarer Zuneigung zum eigenen Geschlecht, aber nicht eine davon würde sich so hirnverbrannt benehmen, wie es die zitternde und schwitzende Damenwelt in diesem Machwerk macht oder zu verhindern sucht.

Dass man dennoch wissen will, wie denn die ganze Misere endet, zeigt vom schreiberischen Potential der Autorin. Konstruktion und Aufbau der Story wären so übel nicht, wenn die Personen nicht so emotional fehlgesteuert wären. Dass man spätestens zu Beginn des dritten Teils weiß, wie die Häsin läuft, macht den Roman nicht besser.

Val McDermid hat hier einen Groschenroman abgeliefert, der wirklich nur bei einschlägigem Publikum auf Wohlwollen stoßen könnte. Und dieses Urteil hat keinesfalls etwas mit den sexuellen Vorlieben der Autorin und ihrer handelnden Personen zu tun, sondern lediglich mit der Anhäufung von Trivialszenen, die so grottenschlecht geschrieben sind, dass es über weite Strecken nervig ist, sich mit der Thematik zu befassen. Sorry, aber mit diesem Machwerk hat die Autorin keinesfalls eine Bresche für die gleichgeschlechtliche Liebe geschlagen, sondern eher das Gegenteil bewirkt.

Wolfgang Weninger, Februar 2012

Ihre Meinung zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit«

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M-L zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 25.05.2012
Was für ein Schrott, schade um diese Papierverschwendung. Zum Glück ist es ein Büchereibuch. Ich habe es bis zur letzten Zeile gelesen, obwohl ich oft drauf und dran war es sein zu lassen. Schade, die Bücher, die ich bis jetzt von Val McDermid gelesen habe, haben mir nämlich gefallen. Hier fehlte aber auch alles, eine vernünftige Geschichte, ertägliche Figuren, ein Spannungsbogen , eine nachvollziehbare Lösung.
Peter Faesi zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 16.04.2012
Es gibt nur einen Begriff: Grauenhaft! Wer sich durch die 567 Seiten lesbischer Feuchtgebiete durchgekämpft hat, sollte vom Verlag zwei Wochen Ferien bezahlt bekommen. Das einzig Interessante am Roman ist die Frage: Wie können so hormongesteuerte Wesen überhaupt Fälle aufklären? Sie tun es tatsächlich, brauchen aber unendlich lange dafür. Und die Auflösung ist in einem Masse an den Haaren herbeigezogen, dass sogar Kindergärtler einwenden würden: Frau McDermid, aus solchen Motiven mordet man nicht!
Heinzelmännchen zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 09.04.2012
"Alle Rache will Ewigkeit" war angenehm zu lesen, man wusste allerdings spätestens nach einem gewissen Gespräch, wer der Täter ist.

Das Liebesleben der Hauptfiguren nimmt meiner Meinung nach zu viel Platz in diesem Buch ein, lieber wären mir mehr spannende Handlungsabläufe gewesen. Nicht ganz realistisch waren auch die hormonell gesteuerten Handlungen der vielen Damen, man würde vieles eher im Teenageralter als bei reiferen Frauen erwarten.

Zeitweise hatte ich gar keine Lust mehr weiterzulesen, habe es dann aber zur Überprüfung meiner Vermutung, wer Philip umgebracht hat, doch getan.

Alles in allem war das Buch kein Geniestreich Val McDermids und hat mich eigentlich enttäuscht.
Doku zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 05.04.2012
Da ich grosser McDermid Fan bin habe ich mir dieses Elaborat gekauft, denn in unserer Stadtbibliothek war es noch nicht verfuegbar, und nach 100 Seiten leichten Herzens zum Altpapier gegeben. Mir sind die sexuellen Praeferenzen meiner Mitmenschen grudsaetzlich gleichgueltig aber diese sinnlose anhaeufung hormongesteuerter Weiblichkeiten war selbst mir zuviel. McDermid haette besser eine Autobiografie geschrieben wenn ihr das Lesbentum so am Herzen liegt.Krimi war das keiner.
Sibylle Meyer zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 05.02.2012
Das Buch ist mehr Roman als Krimi. Die Idee ist gut, aber schlecht umgesetzt. Es kommt nur wenig Spannung auf, die dann auch noch durch endlose verzwickte Liebesbeziehungen und Nebensächlichkeiten wieder verloren geht. Gut finde ich, dass der Schwerpunkt auf lesbische Personen gelegt wurde. Allerdings kommen keine hetero Beziehungen vor, was für mich sehr weltfremd und irritierend ist. Am Schluss kommt nochmals Spannung auf, als der Täter überführt wird. Die Lösung ist logisch und nachvollziehbar.
Das Buch ist gut geschrieben und lässt sich leicht und flüssig lesen, wäre aber ohne weiteres mit 200 Seiten weniger ausgekommen.
anushka zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 05.02.2012
Charlie Flint ist forensische Psychiaterin. Aufgrund eines missglückten Gutachtens ist sie nun suspendiert und erwartet ein Verfahren vor der Ärztekammer. Da kommt ihr der Umschlag mit den Zeitungsausschnitten über einen scheinbar aufgeklärten Mord zur Abwechslung und möglichen Rehabilitation gerade recht. Als sich herausstellt, dass Charlie die Beteiligten aus ihrer Zeit in Oxford kennt, lässt sie sich in einen Strudel aus Anschuldigungen und Rätsel hineinziehen. Als Charlie zudem Lisa Kent begegnet, zu der sich Charlie hingezogen fühlt, obwohl sie bis dahin glücklich verheiratet war, ist es um ihren Seelenfrieden geschehen.

Vor diesem Buch habe ich bisher nur ein anderes von Val McDermid gelesen ("Moor des Vergessens") und hatte daher auch keine allzu hohen Erwartungen an die Autorin, da auch das andere Buch eher von der ruhigen Sorte war. Die Ausgangssituation in "Alle Rache will Ewigkeit" ist eher unspektakulär: ein Mord, der scheinbar aufgeklärt ist und für den bereits zwei Menschen verurteilt wurden. Und eine Beziehung, die unerwünscht ist und somit zerstört werden soll. Trotzdem hat mich das Buch mehr und mehr gepackt und ich bin gern mit Charlie auf Reisen durch Großbritannien gegangen um verschiedenen mysteriösen Todesfällen auf die Spur zu kommen. Durchsetzt war die Geschichte zudem mit den Memoiren einer der Charaktere, die an ihrem neuen Buch schreibt. Das war besonders interessant, da sich immer wieder Diskrepanzen zum objektiven Erzählstrang ergaben und die Neugier auf die Wahrheit noch anfachten. Die Protagonistin schwebt nicht ständig in unrealistischen Gefahrensituationen, sondern verbringt eher Zeit in Archiven zu Recherchezwecken. Spektakulär - und etwas abgehoben - wird es erst zum Ende hin. Allerdings vermutet man hier schon, wie das Ende aussehen wird. Dieses Buch ist also kein rasanter und blutrünstiger Krimi, sondern eher ein Kriminalroman der ruhigen Art.
Etwas genervt haben mich allerdings die vielen Gefühlsduseleien, die oft recht kitschig und aus heiterem Himmel wirkten und bei mir kein Mitfühlen aufkommen lassen wollten. Zudem wirkte es etwas konstruiert, dass fast alle beteiligten Frauen lesbisch waren. Dadurch hatte man das Gefühl, dass die Autorin noch etwas "missionarische" Arbeit mit einbringen wollte.

Alles in allem war dieses Buch unterhaltsam, streckenweise kurzweilig, sticht aber aus diesem Genre nicht ungewöhnlich hervor. Ich habe mich jedoch unterhalten gefühlt und bereue die investierte Lesezeit nicht.
Drops2010 zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 05.02.2012
Alle Rache will Ewigkeit: Leicht schleppender, sich in Beziehungswirrwarr verlierender Krimi!

Inhalt:
Dr. Charlie Flint, ihres Zeichens Psychiaterin und Profilerin, sieht sich mit einer beruflichen Katastrophe konfrontiert. Sie ist verantwortlich für den Freispruch eines Psychopathen, der nach dem Gerichtsurteil vier Frauen ermordet. Gezeichnet von der Enttäuschung darüber, dass sie von der Öffentlichkeit für die Morde verantwortlich gemacht wird und keine Aufträge mehr erhält, kommt es ihr gelegen, für ihre ehemalige Dozentin und Freundin Corinna einem seltsam undurchsichtigen Fall auf den Grund zu gehen. Corinnas Tochter Magda wird am Hochzeitstag ihr Ehemann Philip genommen und die Schuldigen sind schnell gefunden. Seltsam, dass gerade Corinna von der Unschuld der Verurteilten und der Schuld einer bestimmten Person überzeugt ist: Jay Macallan Stewart, die neue Lebensgefährtin an Magdas Seite.
Charlie versucht das Rätsel um Philips Tod zu lüften und bewegt sich während ihrer Ermittlungen auf nicht allzu dickem Eis, das bei jedem weiteren Schritt um sie herum einzubrechen droht.

Meinung:
McDermid teilt ihren Kriminalroman in zwei voneinanderunabhängige Erzählstränge auf. Zum einen wird aus der Sicht Charlie Flints erzählt, zum anderen aus der Perspektive Jay Macallan Stewarts. Erzähltechnisch interessant ist, dass die Handlung um die Verdächtige Jay von Teilen ihrer Autobiographie unterbrochen wird, an der sie gerade arbeitet, was beim Leser den Effekt hervorruft, nie genau zu wissen, was den tatsächlichen, realen Geschehnissen entspricht und was Jays Fantasie entspringt.
McDermids Sprache ist allgemein sehr detailliert, auf die jeweiligen Figuren zugeschnitten und vermittelt ein umfassendes Bild der Schauplätze der Handlung.
Neben dem Mordfall, in dem Charlie ermittelt, legt die Autorin großen Wert auf das menschliche Miteinander der Figuren. In der ersten Hälfte des Buches, empfand ich es als äußerst angenehm mehr über die Figuren und ihr Leben zu erfahren, habe mir aber an späteren Stellen des Textes oft gewünscht, dass die Haupthandlung nicht immer durch komplizierte Beziehungsmuster unterbrochen werden würde. Für mich hat die Spannung gegen Ende darunter gelitten. Außerdem empfand ich manche Stellen als zu kitschig und einfach unwahrscheinlich.

Zusammenfassend ist "Alle Rache will Ewigkeit" kein Krimi, den ich gern weiterempfehlen würde. Zu langatmige Beschreibung, zu wenig Spannungsaufbau und zu seltsam konstruierte Figuren.
Und das Ende? Naja, auf der einen Seite relativ vorhersehbar und unspekatulär. Auf der anderen Seite übertrieben und leicht erzwungen.
Dennoch: Wer sich gerne in atmosphärischen Ortsbeschreibungen verliert und detaillierte Beschreibungen zwischenmenschlichen Verhaltens der Spannung den Vorzug gibt, kann sicherlich seine Freude an diesem Krimi haben.
Cocky zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 04.02.2012
Kurzbeschreibung:
Die Profilerin Charlie Flint bekommt unerwartet Post, ein Päckchen mit Zeitungsausschnitten über einen brutalen Mord an ihrem alten College in Oxford. Dort ist auf einer Hochzeitsfeier der Bräutigam erschlagen worden. Während die Gäste sich den Champagner schmecken ließen, hat man seine blutüberströmte Leiche in den nahen Fluss geworfen. Charlie weiß nicht, wer der Absender ist, doch das Verbrechen will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen. Weil sie gerade vom Dienst suspendiert worden ist, hat sie genug Zeit für Nachforschungen in Oxford. Je mehr sie in die geschlossene Welt der Universität eindringt, desto unbegreiflicher wird die Tat. Und jeder ihrer Schritte könnte einer zu viel sein…
Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen ungewöhnlichen Kriminalroman, denn die Protagonistin und die meisten der weiblichen Figuren sind lesbisch. Da der Roman hauptsächlich von Frauen bestimmt ist, ist es mir zu Beginn schwer gefallen die einzelnen Personen auseinander zu halten.
Ich finde, dass die Autorin dem Leben und der Liebe der Frauen so viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, dass die eigentliche Geschichte deutlich darunter zu leiden hatte.
Spannung baut sich in diesem Kriminalroman nur sehr langsam auf und die Geschichte konnte mich zu keiner Zeit so richtig fesseln. Erst im letzten Teil gibt es einen leichten Aufschwung im Spannungsbogen.
Das Buch besitzt zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite ist die eigentliche Story geschildert, auf der anderen Seite gibt es Berichte aus dem Buch von Jay. Ich war zunächst ein wenig verwirrt von diesen Abwechslungen innerhalb des Buches, aber mir war schnell bewusst, dass dies ein wichtiger Teil des Romans darstellt.
Für mich war das Ende nicht sonderlich überraschend, durch aufmerksames Lesen kann einem durchaus schon die Täterin in Verdacht kommen.
Das Buch war insgesamt gesehen nicht schlecht, aber besonders überzeugen konnte es mich auch nicht. Die Geschichte selbst ist eigentlich sehr interessant, jedoch hätte man sie auch deutlich besser verpacken können.
lesezimmerchen zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 02.02.2012
Dr. Charlie Flint hat eine schwierige Zeit. Durch eines ihrer Gutachten wurde ein Mann vom Mordverdacht freigesprochen, hat allerdings später nachgewiesenermaßen mindestens vier Frauen getötet. Diese Schuld lastet schwer auf Charlies Schultern, vom Verlust ihres beruflichen Ansehens ganz zu schweigen. Da kommt es ihr ganz recht, dass eine ehemalige Dozentin sich hilfesuchend an sie wendet. Diese Bitte allerdings stellt bald Charlies Leben völlig auf den Kopf, denn ihre ehemalige Dozentin erwartet von ihr, dass sie jemanden als eiskalte Mörderin entlarvt.


Der Stil ist, ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, flüssig und in sich stimmig. Passend zu den Figuren und ihrem Erlebten, so dass sich das Buch gut und schnell lesen lässt, ohne dass man über störende Formulierungen stolpern würde.


Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und sympathisch, wenn auch Charlie in ihrer Liebesmisere manchmal etwas unreif wirkt. Andererseits kann man dies wohl auch nachvollziehen, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt. Ansonsten aber sind ihre Gedankengänge und Argumentationen schlüssig und zur Person passend, ebenso wie man die Nebencharaktere als gut ausgearbeitet und plastisch erlebt.


Die Interaktion dieser Figuren ist manchmal etwas zweifelhaft und klischeehaft, aber auch das lässt sich verschmerzen, da es zumeist der Handlung zuträglich ist.
Die Handlung selber ist zwar durchdacht, für mich aber irgendwie zu vorhersehbar. Der Spannungsbogen ist durchaus vorhanden und gerade durch das Einbringen von Jays Schriftstücken wird immer wieder Tempo aus der eigentlichen Handlung genommen, diese dafür mit einer weiteren Ebene versehen.


Aber dennoch war dies kein Buch, das mich inhaltlich vom Hocker gerissen hätte. Die Auflösung war zu vorhersehbar, die endgültige Entwicklung der Figuren wirkt etwas gezwungen und neben dem WER gerät am Ende das WIE zu einfach, irgendwie fad.


Dies mag daran liegen, dass so ein großes Augenmerk auf das Innere der Personen gelegt wurde, dass die eigentliche Handlung daneben oft zurückstecken musste. Allerdings ist diese Herangehensweise nicht per se schlecht, im Gegenteil, es gibt viele sehr spannende Bücher, die der Entwicklung der Person und ihren Gedanken mehr Raum einräumen als dem nackten Geschehen.

In diesem Fall aber bleibt dann auch irgendwie das Interesse auf der Strecke und das ist schade.


Insgesamt ein Buch, das zu unterhalten weiß, aber am Ende relativ substanzlos wirkt.
Fruu zu »Val McDermid: Alle Rache will Ewigkeit« 01.02.2012
Die Story handelt hauptsächlich von Charlie Flint – nicht vom Namen ablenken lassen, wie es mir passiert ist, es handelt sich hierbei um eine Frau. Sie arbeitet als „Spezialistin“ für psychologisches Profiling mit der Polizei zusammen. Eines Tages erhält sie ein mysteriöses Päckchen ohne Absender - Inhalt sind Zeitungsausschnitte über einen Mord, der vor längerer Zeit an ihrem alten College in Oxford geschehen ist. Also begibt sich Charlie auf eine Spurensuche in die Vergangenheit. Sehr vielversprechend, aber leider sind die Erwartungen nicht erfüllt worden

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