Abgekupfert von Val McDermid

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2002 .

  • München: Droemer Knaur, 2002. Übersetzt von Doris Styron. 152 Seiten.

'Abgekupfert' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Längst ist der Name Val McDermid auch in Deutschland ein Begriff für Spannung mit dem gewissen Etwas. Diese Sammlung von frühen und neueren Crime Stories, von der Autorin eigens für dieses Taschenbuch zusammengestellt, bestätigt einmal mehr das Können der Bestsellerautorin und zeigt sie als Meisterin auch der kurzen Form. Garantie: Keine Geschichte ist abgekupfert! Alle Stories sind bisher unveröffentlicht, auch in Großbritannien, und erscheinen hier zum ersten Mal in Buchform.

Das meint Krimi-Couch.de: »" 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

«Abgekupfert» ist eine Sammlung mit insgesamt 11 Kurzgeschichten aus den Jahren 1989-2002. Die recht abwechslungsreichen Geschichten sind 6 – 20 Seiten lang und eignen sich daher bestens als Pausenlektüre oder für die Fahrt in Bus und Bahn zur Arbeit. Bei fast allen Geschichten geht es um das «perfekte Verbrechen», welches mitunter tödlich endet. Zudem gibt es in zwei Geschichten ein Wiedersehen mit McDermids ehemaliger Serienheldin, der Privatdetektivin Kate Brannigan.

In «Wen es trifft...» ist DI Maggie Staniforth auf der Jagd nach einer Frau, welche vergiftete Lebensmittel in Supermärkten in Umlauf bringt. Nachdem es zu einigen Todesfällen kommt, kann Staniforths Lebensgefährtin Sarah den entscheidenden Tipp hinsichtlich des Motivs geben …

«Weihnachten nach alter Väter Sitte» soll auf dem Gut Amberley gefeiert werden. Alles verläuft rundum harmonisch bis Edmund seiner Frau Jane und den übrigen Familienmitgliedern eröffnet, dass ihm ein lukrativer Plattenvertrag winkt und er daher das Gut nicht weiter verwalten kann. Deshalb will er Amberley verkaufen und nach London ziehen. In der folgenden Nacht tobt ein schweres Gewitter über das Land und Edmund wird am nächsten Morgen tot im Wald aufgefunden. DI Staniforth geht zunächst von einem tragischen Unfall aus …

«Ein atemberaubender Missgriff» gelingt einer Gastwirtin mit der Folge, dass einer der Gäste einen anaphylaktischen Schock erleidet und kurz darauf im Krankenhaus stirbt …

«Abgekupfert» werden PC-Spiele. Doch die originalen Verpackungen enthalten nur leere Disketten. Kate Brannigan soll ermitteln, wo die undichte Stelle sitzt …

«Auftrag ausgeführt»: Ein BMW Z3 Sportzweisitzer wird gestohlen und der Inhaber um 10.000 Pfund erpresst, um seinen Wagen, der offiziell noch nicht im Handel erhältlich ist, zurückzubekommen. Kate Brannigan soll die Übergabe abwickeln und führt den Auftrag «korrekt» aus …

«Die Schrift an der Wand» einer Toilette ist von einer Frau, die andere Frauen um Hilfe bittet, da sie von ihrem Mann misshandelt wird. Die Reaktionen – an der Wand festgehalten – fallen sehr unterschiedlich aus, doch zeigt sich vorübergehend eine Besserung im Verhalten des gewalttätigen Mannes …

«Die Verwandlung» vollzieht Rechtsanwältin Jane Sullivan, die sich während eines Prozesses in Stevie verliebt. Trotz Ehemann und zweier Töchter beginnt eine heftige Affäre zwischen den Frauen, doch mit der Zeit nimmt das Interesse seitens Stevie ab. Es folgt ein letztes Treffen …

«Eine kollegiale Affäre» ergibt sich zwischen dem Schriftsteller Larry Ryan und seiner Kollegin Allie James. Nach einem intensiven Mailverkehr, in der sie ihrer sexuellen Phantasie freien Lauf lassen, nimmt Larry telefonisch Kontakt mit Allie auf und schlägt ein Treffen in Brüssel «aus beruflichem Anlass» vor, so dass ihr Mann keinen Argwohn weckt. Doch das Stelldichein im Hotel nimmt eine schnelle, dramatische Wende …

«Wer den Wagen ins Rollen bringt» darf sich über eine Retourkutsche nicht wundern. Schriftsteller Tom Uttley erzählt Sarah, die ihn auf seiner Lesereise betreuen soll, dass sich seine Frau von ihm getrennt habe. Es kommt zu einer kurzen, aber heftigen Affäre, die Tom zwei Tage später per Mail beendet. Er teilt Sarah mit, dass er einen Neustart mit seiner Frau versuchen will. Kurz darauf erfährt Sarah, dass sie nicht die erste Frau ist, die auf Toms Masche hereingefallen ist. So beschließt sie, Toms Frau, die für eine Zeitung unter anderem Kurzgeschichten auswählt, eine eigene Kurzgeschichte einzureichen. Diese handelt von einem Schriftsteller der während seiner Reisen …

«Das Mädchen, das den Weihnachtsmann umbrachte» ist die 8-jährige Kelly, die in der Nacht vor Heiligabend vom Krach im Treppenhaus aufgeweckt wird und nicht zulassen will, dass ein als Weihnachtsmann verkleideter Einbrecher ihre Geschenke klaut …

«Auf dem Pfad der Tugend» war Terry Finnieston noch nie in seinem Leben und so sah er auch bereits wiederholt das Gefängnis von innen. Als er nun die Möglichkeit hat, seine Jugendliebe Kimberly für sich zu gewinnen, stellt diese ihm eine Bedingung: Keine krummen Sachen mehr, sondern ein ordentlicher Beruf muss her. Eine Rechtsanwältin hat den rettenden Einfall …

Die Short Cuts von Val McDermid sind inhaltlich sehr abwechslungsreich und somit eine willkommene Bettlektüre. Nicht alle Geschichten können inhaltlich vollends überzeugen, aber für «zwischendurch" ist das nur 153 Seiten dünne Buch sein Geld wehrt. Teilweise kann man sich den Ausgang einer Geschichte denken, dennoch gibt es den einen oder anderen Aha-Effekt. (Gute) Kurzgeschichten eben.

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Bernie Baer zu »Val McDermid: Abgekupfert« 22.11.2012
Na ja, Kurzgeschichten können ja auch nicht tiefgreifende Charaktere aufzeichnen.

Wenn man sich ein Buch mit Kurzgeschichten kauft, müsste eigentlich wissen auf was er sich einlässt.

Ich persönlich betrachte es als "mal was anderes" und "mal was für zwischendurch".

Ich habe 7,99 € bezahlt (eBook), dass sind dann ~ 5 Cent pro Seite.
Ob es das teuer ist, soll jeder für sich selber entscheiden, man weiß es ja vorher.

Zu den Geschichten: Etwa 2/3 haben mir ganz gut gefallen (vor allem die ersten drei), 1/3 waren - von überhaupt nicht bis geht so.

62 Grad habe ich vergeben, da eine Geschichte - nach meinem Geschmack - so schlecht war, dass ich unter 67 (also 2/3) verblieben bin.

Mit "Ein Ort für die Ewigkeit" kann man sowieso keinen anderen Roman von ihr vergleichen. Das ist und bleibt ein absolutes Meisterwerk.
WelpeMax zu »Val McDermid: Abgekupfert« 25.07.2008
153 Seiten 7,95 ist unverhältnismäßig die Geschichten sind kurzweilig, interessant, aber nicht detailverliebt noch bekommt man ein Einblick in die Charaktere. 30° mehr ist da nicht möglich, wie erwähnt für eine kurze Auto-/Busfahrt okay!
0 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
snoopymarc zu »Val McDermid: Abgekupfert« 22.10.2006
Ich habe gerade diese Sammlung Kurzkrimis von Val McDermid beendet und muss sagen, dass ich die meisten Geschichten eher als durchschnittlich empfunden habe. Wirklich gut gefallen, hat mir lediglich "Die Schrift an der Wand", da diese Geschichte mal etwas völlig anderes war. Der Rest war zwar lesenswert, aber dennoch nicht mehr als Mittelmaß. Daher auch nur 65°
marco zu »Val McDermid: Abgekupfert« 21.01.2004
spannende und zum teil zum schmunzeln anregende kurzgeschichten!
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