Die Quelle von Uwe Schomburg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Bastei Lübbe.

  • Köln: Bastei Lübbe, 2011. ISBN: 978-3-404-16068-6. 450 Seiten.

'Die Quelle' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Blackout. Die Städte liegen im Dunkeln, das Leben kommt zum Erliegen. Das gesamte europäische Stromnetz ist zusammengebrochen, und niemand weiß warum. Nur ein Mensch kennt die genaue Ursache, doch er treibt bewusstlos in der Ostsee. Benn Ziegler und seine Frau Francesca retten ihn und geraten damit in einen tödlichen Strudel. Denn der Unbekannte hat an einem geheimem Experiment gearbeitet: eine neue Energiequelle, die so stark ist, dass sie die gesamte Menschheit mit Strom versorgen könnte. Benn und Francesca geraten ins Fadenkreuz von Mächten, die nur ein Ziel haben: Die neue Technologie darf niemals Realität werden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Verrat und Machtgier in der Finsternis« 70°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Benn Ziegler und seine Frau Francesca sind mit ihrem Boot auf der Ostsee unterwegs und retten einen geheimnisvollen Fremden. Sie ahnen nicht, dass sie dadurch in das tödliche Duell um die Herrschaft über die Energie-Quelle der Zukunft geraten. Zur gleichen Zeit gibt es auf dem Festland einen totalen Blackout. Städte und Dörfer in ganz Deutschland und etlichen europäischen Nachbarstaaten liegen komplett im Dunkeln, das öffentliche Leben kommt vollständig zum Erliegen. Offiziell weiß niemand, warum das europäische Stromnetz – mit Ausnahme von Skandinavien – zusammengebrochen ist. Der neue Passagier von Zieglers spielt dabei offenbar eine wichtige Rolle, denn er hat an einem geheimem Experiment mitgearbeitet. Benn und Francesca geraten unversehens in das Fadenkreuz von Mächten, die mit der neuen Technologie die Macht über die gesamte Menschheit erringen wollen. In dem sich entwickelnden Alptraum geht es um Leben und Tod, Verrat und Machtgier. Benn Ziegler erkennt schon bald, dass er und seine Frau nur wertlose Figuren in einem gigantischen Schachspiel um die Macht sind. Und dass ihr Leben keinen Pfifferling mehr wert ist.

In seinem dritten Roman greift Uwe Schomburg ein hochaktuelles Thema auf. Die mangelhafte Netzqualität wird den Stromversorgungsunternehmen von ihren Kritikern schon lange vorgehalten. Warum es jetzt den Blackout gibt, spielt dabei letztlich kaum eine Rolle. Gute Recherche, auch im wissenschaftlichen Bereich, wurde hier vom Autor mit einer herrlichen Verschwörungstheorie kombiniert. Ein wirklich guter Ansatz, der auch erzählerisch adäquat umgesetzt wurde. Allerdings macht Uwe Schomburg den gleichen Fehler wie schon in seinen vorherigen Büchern. Er verliert sich allzu sehr in technischen Einzelheiten, langweilt die Leser phasenweise mit langen Beschreibungen physikalischer Gesetzmäßigkeiten und technischer Möglichkeiten. Das ist teilweise zum Verständnis der Geschichte durchaus wichtig, hätte aber gerne etwas kürzer gefasst werden können.

Dafür springt er zuweilen recht salopp und mit einigen Brüchen von Schauplatz zu Schauplatz. Zwar wird der Ort des Geschehens jeweils genau benannt, aber dennoch ist der Leser stets in Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Und es wird auch nicht glaubhaft erläutert, warum plötzlich Autofahrten und Flüge quer durch Europa möglich sind. Die Begründung, da stecke der Geheimdienst oder das Bundeskriminalamt mit den entsprechenden Not-Ressourcen dahinter, vermag nicht wirklich zu überzeugen. Weniger Technik, etwas mehr Plausibilität in anderen Bereichen, das hätte der Geschichte wirklich gut getan.

Immerhin, das Buch ist hochspannend erzählt, und auch die Charaktere und ihre jeweilige Vita vermögen zu überzeugen. Da ist Benn Ziegler als ewig zweifelnder und Verzweifelter. Da sind die Söldner-Typen mit ihrer skrupellosen Geldgier. Da sind Politiker, Macht-geil und ahnungslos, aber mit sicherem Instinkt für ihre Möglichkeiten. Agenten und Polizisten mit locker sitzendem Revolver und dem Blick für das Wesentliche. Und die naiven Wissenschaftler, beseelt von ihrer Mission, den menschlichen Fortschritt voran zu treiben. Insgesamt also alle Zutaten, die es für einen wirklich guten und spannenden Kriminalroman braucht.

Wären da nicht die beschriebenen Schwächen. Es hätte bei dem tollen Ansatz gutes Lese-Kino mit dem Potenzial für eine Verfilmung werden können. So ist es immer noch ein Buch, das gut und flüssig geschrieben ist, den Leser unterhält und nur selten wirkliche Langeweile aufkommen lässt. Um in die obere Liga aufzusteigen, muss Uwe Schomburg allerdings noch kräftig an den beschriebenen Schwächen feilen.

Andreas Kurth, Oktober 2011

Ihre Meinung zu »Uwe Schomburg: Die Quelle«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Jasmin Smajic zu »Uwe Schomburg: Die Quelle« 02.10.2011
Ein Bootsbauer von der Ostsee zieht einen jungen Wissenschaftler aus dem Meer und wird dann quasi über Nacht zum James Bond. Nichts funktioniert mehr im stromlosen Europa. Unser Bootsbauer schafft es aber von Greiswald nach Paris zu kommen, von dort nach Süsdfrankreich und dann mit einem Privatjet zum Showdown auf die A20. Der Autor verliert sich in Details, die die Geschichte überhaupt nicht voranbringen, lässt aber andere Dinge unerwähnt. Auch nach dem Lesen der letzten Seiten, erfährt man immer noch nicht, wer da eigentlich die Fäden gezogen hat und was dahinter steckt.
Die Idee hätte Potential gehabt, die Umsetzung wirkt aber lieblos und schnell, schnell gemacht. Und dass man dann als Leser auch noch um ein Happy End gebracht wird, macht es auch nicht besser. Bin froh es hinter mir zu haben und ein neues Buch anfangen zu können.
Helga Harnisch zu »Uwe Schomburg: Die Quelle« 27.06.2011
Wer eine interessante Story und eine super Recherche schätzt, der liegt bei Uwe Schomburg immer richtig. Das Thema "Energie" ist topaktuell, die Charaktere sind gut gezeichnet und die Schauplätze mit offensichtlicher Liebe zum Detail und Sorgfalt ausgewählt. Der wissenschaftliche Inhalt wird anschaulich erklärt und lässt das Herz dessen, der gerne mehr Einzelheiten erfährt, höher schlagen. Die Story lässt sich aber auch für denjenigen, der nicht in jedes Atom einsteigen möchte, gut lesen. Was wird aus uns, wenn unsere alltägliche Gewohnheit auf den Kopf gestellt wird? Ein kleiner Ausblick in die Zukunft, die schon jetzt manchmel Gegenwart ist. Gelungen!
Ihr Kommentar zu Die Quelle

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: