Walhalla-Code von Uwe Klausner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Gmeiner.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1930 - 1949.
Folge 1 der Tom-Sydow-Serie.

  • Meßkirch: Gmeiner, 2009. ISBN: 978-3899778083. 322 Seiten.

'Walhalla-Code' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Berlin, 07.06.1942. Auf einer Parkbank in der Nähe der Siegessäule wird eine Leiche entdeckt. Zunächst deutet alles auf Selbstmord hin, doch Kommissar Tom Sydow will nicht so recht daran glauben. Zumal es sich bei dem Toten um ein »hohes Tier« der Gestapo handelt. In seiner Obhut befanden sich brisante Akten des gefürchteten Geheimdienstchefs Reinhard Heydrich, um deren Besitz ein gnadenloser Wettlauf beginnt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Auf der Jagd nach Heydrichs Giftschrank« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Am 27. Mai 1942 gelingt einigen Widerstandskämpfern in Prag ein Attentat auf den Statthalter des »Protektorats Böhmen und Mähren« Reinhard Heydrich, der für die Organisation des Massenmordes an den europäischen Juden verantwortlich ist. Heydrich kommt in ein Krankenhaus, wo er acht Tage später seinen schweren Verletzungen erliegt. Kurz vor seinem Tod kann er jedoch noch ein kurzes Telefonat von seinem Krankenbett führen und fordert seinen Gesprächspartner auf, »Walhalla auszulösen«. Gemeint ist, die brisanten Dokumente seines »Giftschrankes« zu vernichten, damit diese vor allem nicht seinem Intimfeind Himmler in die Hände fallen. Doch das Telefon Heydrichs wurde abgehört und so setzt der Reichsführer-SS die Gestapo auf die Dokumente an. Da auf unterschiedliche Weise auch die Briten und Russen von dem Verschwinden der Geheimunterlagen erfahren, machen sich Churchills und Stalins Topagenten ebenfalls auf die Jagd.

Währenddessen haben der Berliner Hauptkommissar Tom von Sydow und sein Assistent Erich Kalinke einen vermeintlich leichten Fall zu lösen, denn der Tote, der auf einer Parkbank in Nähe der Siegessäule gefunden wurde, hat offenbar Selbstmord verübt. Allerdings deuten einige Anhaltspunkte darauf hin, dass der Tod des SS-Sturmbannführers Alfred von Möllendorf vielleicht nicht ganz so freiwillig war, denn zu auffällig ist das Interesse der Gestapo an dem Fall. Als noch am gleichen Tag bei einem Anschlag der Dienstwagen der beiden Ermittler explodiert, müssen die beiden Polizisten entscheiden, ob sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens die Ermittlungen fortführen wollen. Ihr Schicksal scheint besiegelt, denn recht bald stoßen sie auf eine Verbindung zwischen von Möllendorf und Heydrich …

Fiktion und historische Fakten werden gut kombiniert

Einer der skrupellosesten und gleichzeitig einflussreichsten Parteigrößen, Reinhard Heydrich, hatte seinen rasanten politischen Aufstieg womöglich dem Umstand zu verdanken, dass er alle Parteigrößen bis hin zum »Führer« selbst, durch hochbrisante Unterlagen in der Hand hat. Sein geheimnisvoller »Giftschrank« hat es jedenfalls in sich und enthält allerlei kompromittierende Schriftstücke. Verheerend für das Deutsche Reich wäre dabei sicher die Entdeckung des Originalprotokolls der berüchtigten Wannseekonferenz, bei der die »Endlösung« der Judenfrage beschlossen wurde. Doch auch die Russen müssen alles daran setzen, um in den Besitz der Dokumente zu kommen, denn darunter befinden sich Protokolle über die Verhandlungen des Geheimdienstchefs Berija. Die Folgen des Vertrauensverlustes in die russische Bündnistreue wären unabsehbar und dies zu einem Zeitpunkt, wo die deutschen Truppen Kiew erobert haben und bereits vor Leningrad stehen.

Der fiktive Fall wird von Uwe Klausner mit dem historischen Szenario der damaligen Zeit gekonnt vermischt. Die Ermittlungen des Hauptkommissars von Sydow bilden zwar den zentralen Erzählstrang, allerdings wechselt das Szenario mitunter zu Churchill, Stalin oder Himmler. So liest man eine spannende Geschichte bei der gleichzeitig historische Begebenheiten eingestreut werden. Dabei erfahren die Leser/innen immer ein bisschen mehr als von Sydow und wissen somit schon lange vor ihm, dass von Möllendorf derjenige war, der für Heydrich seine brisanten Dokumente vernichten sollte. Sollte, denn der Sturmbannführer sah plötzlich eine rosige Zukunft vor sich und entschied die Unterlagen für sich gewinnbringend einzusetzen. Ein fataler Fehler, da die Telefonate Heydrichs abgehört wurden und er nun Himmlers Schergen am Hals hat. Allerdings nur kurz, denn kaum hat er die Unterlagen in einem vermeintlich sicheren Versteck untergebracht, endet auch schon sein Leben.

Ein wenig muss schon konstruiert werden

Von Sydow und Kalinke beginnen die Ermittlungen, obwohl sie noch am Tatort mit der Gestapo aneinander geraten. Als sie kurz darauf fast überfahren und Stunden später bei einem Bombenattentat auf ihren Dienstwagen mehrere Menschen getötet werden, müssen die beiden Ermittler eine im wahrsten Wortsinn lebenswichtige Frage beantworten. Die Antwort fällt (überraschenderweise?) positiv aus, da ansonsten der Roman womöglich ein jähes Ende erfahren hätte.

Bedenkt man die vielen Facetten, die der Autor in diesem recht kurzen Roman (etwas über 300 Seiten) unterzubringen versucht hat, so ist ihm hier ein ordentliches Werk gelungen. Natürlich hätte man Churchill, Stalin, Himmler und deren Gehilfen mehr Platz gewünscht und selbstredend wären genauere Figurenzeichnungen oder Darstellungen der damaligen Lebensverhältnisse wünschenswert gewesen, aber dann hätte der Umfang des Buches eben auch locker den dreifachen Platz in Anspruch genommen. Der vorliegende »Kompromiss« gelingt ausgezeichnet und dass nicht alle »Helden« überleben spricht ebenfalls für das Werk. Allein die eingebaute »Liebesgeschichte« ist von Anfang an »erkennbar« und wirkt ein wenig zu sehr konstruiert. Doch wer will schon gegen ein kleines Happy-End in dieser finsteren Zeit ernsthaft Einwände erheben?

Jörg Kijanski, April 2009

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Tobias Schönberg zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 15.05.2011
Wofür ich den Gmeiner-Verlag loben muss, ist die gute Gestaltung des Bucheinbands, dessen Bild und Kurzbeschreibung mich zum Spontankauf verleiteten.

Selbst leichte Geschichten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts können Berlin nachzeichnen - aufzeigen, was heute nicht mehr sichtbar ist. Klausner hat sich dabei aber wenig Mühe gegeben - mehr als Beschreibungen von Blicken auf wichtige Gebäude, die im Krieg oder in der DDR zerstört wurden, lässt er uns nicht zukommen.

Viel schlimmer: Die Geschichte über NS-Größen kompromittierende Geheimakten ist bemüht, hoffentlich wenigstens korrekt recherchiert. Dialoge sind künstlich, vor allem wenn Stalin und Churchill zu Wort kommen. Dialog-Ergänzungen ("..., sagte er") scheinen nach dem Konzept eines Creative-Writing-Seminars konstruiert.

In keinerlei Hinsicht ein gutes Buch - mit gutem Einband.
Sorin Stefan zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 11.03.2011
Am 5.Februar verbrachte ich ein Paar Stunden in Duusmann Buchhandlung in Berlin und kontte einige Kapitel des Buches lesen...und ich war gefesselt...

Die Stimmung ist gut wiedergegeben...
soweit ich ahnen kann... soweit es mein Bild von der Epoche entspricht.
Das Buch ist wohl "berlinisch" auch...

Merkwuerdig, manchmal denke ich wir suchen in Berlin nach etwas was nicht mehr gibt und doch weiter ueber der Stadt wie schwebt.

Vielen Dank, Dr. Klausner...
Schrodo zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 15.08.2010
Berlin, 07.06.1942. Auf einer Parkbank in der Nähe der Siegessäule wird eine Leiche entdeckt. Zunächst deutet alles auf Selbstmord hin, doch Kommissar Tom Sydow will nicht so recht daran glauben. Zumal es sich bei dem Toten um ein "hohes Tier" der Gestapo handelt. In seiner Obhut befanden sich brisante Akten des gefürchteten Geheimdienstchefs Reinhard Heydrich, um deren Besitz ein gnadenloser Wettlauf beginnt. Die Geschichte hat einen durchaus interessanten Hintergrund, auch die Umsetzung ist Herrn Klausner gut gelungen. Wenn auch die einzelnen Protagonisten etwas ausführlicher gezeichnet hätten sein können, vielleicht hätte etwas mehr Farbe und weniger schwarz-weiss hier geholfen. Vor allem die Schurken sind doch etwas zu sehr Nazi-Klischee mäßig geraten. Überraschenderweise gibt’s auch nur ganz böse Jungs – oder ganz Gute. Insgesamt sind aber ne vielzahl an Personen an der Geschichte beteiligt, die im Laufe derselben geschickt miteinander verknüpft werden. Ein dicker Minuspunkt ist aber der furchtbare Zufall, dass alle drei Hauptprotagonisten miteinander befreundet waren. Der Berliner Kommissar – ausgebildet in Eton…der MI6 Agent – ausgebildet in Eton…der englische Pilot – ausgebildet in Eton. Fehlt nur noch der Premierminister Churchill…ausgebildet in Eton??
Stefan83 zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 21.05.2010
Uwe Klausner reiht sich nahtlos in die Reihe von Kriminalautoren ein, welche in jüngster Zeit die Epoche der Weimarer Republik und des Dritten Reiches als Schauplatz für ihre Spannungsromane neu- bzw. wieder-entdeckt haben. Und man wird das Gefühl nicht los, das mit stetig zunehmender Distanz zu den historischen Ereignissen unserer ziemlich düsteren Vergangenheit auch der Mut der Schriftsteller wächst, selbst heiklere Themen aufzugreifen, um sie mit ihren eigenen fiktiven Ideen zu verknüpfen. So wäre ein Kriminalroman über Reinhard Heydrich wohl noch in den 60er und 70er Jahren ein Unding gewesen. Heute, vor dem Hintergrund des Erfolgs von Volker Kutscher, Richard Birkefeld und Co., bietet sich den Schreiberlingen ein noch größeres Feld, das auch Klausner in seinem Werk „Walhalla-Code“ beackert, auf dem sein neuer Serienheld, der junge Berliner Hauptkommissar Tom von Sydow, sein Debüt feiert.

Zentraleuropa Mitte des Jahres 1942. Nach der verlorenen Luftschlacht über England im vergangenen Herbst, rückt die deutsche Wehrmacht nun gegen die Sowjetunion vor. Und während jeden Tag neue Kilometer durch erbitterte Schlachten hinzugewonnen werden, beginnt man hinter der Front mit der Durchsetzung der so genannten „Endlösung“. Juden, Bolschewiken, Partisanenkämpfer, Kriegsgefangene. Sie alle werden entweder an Ort und Stelle „beseitigt“ oder in Gefangenen -und Konzentrationslager verbracht. In Böhmen und Möhren beaufsichtigt und organisiert diesen Massenmord der Stellvertretende Reichsprotektor und Leiter des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich. Von Göring 1941 mit der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt, ist er das Hauptziel sämtlicher Aufständischer auf ehemals tschechischem Boden. Schließlich, am 27. Mai 1942, gelingt mehreren Widerstandskämpfern in Prag, nach langer ausführlicher Planung und dank der Hilfe der britischen Alliierten, ein Attentat auf Heydrich, in dessen Verlauf dieser schwer verletzt und ins Krankenhaus verbracht wird, wo er acht Tage später an Gasbrand stirbt. Zuvor konnte Heydrich jedoch noch ein wichtiges Telefonat führen und seinen in Berlin sitzenden Gesprächspartner die Auslösung des „Walhalla-Codes“ befehlen.

Dieser Befehl bezieht sich auf die Vernichtung sämtlicher Dokumente, welche Heydrich im Verlauf seiner NS-Zeit gesammelt hat und die unter anderem brisante Details über seinen Erzfeind Himmler, und sogar über Göring und Hitler enthalten. Da das Gespräch abgehört wurde, setzt nun die Gestapo alles daran, die Dokumente in ihre Hände zu bekommen, während ein englischer Spion in ihren Reihen, der „Marder“, von Churchill beauftragt wird, ebenfalls auf die wichtigen Geheimunterlagen Jagd zu machen. Und auch Stalins Topagent hat Lunte gerochen, wodurch in Berlin bald ein geheimer Agentenkrieg zu toben droht.

Von all dem ahnen Hauptkommissar Tom von Sydow und sein Assistent Erich „Klinke“ Kalinke noch nichts, als sie zu einer Parkbank nahe der Siegessäule gerufen werden, an dem der SS-Sturmbannführer Alfred von Möllendorf offenbar Selbstmord begangen hat. Offenbar ist das richtige Wort, denn Sydow findet gleich mehrere Indizien, die seine Theorie bestätigen, dass sein Tod alles andere als freiwillig war. Zudem zeigt auch die Gestapo ein ungewöhnlich hohes Interesse an diesem Fall. Noch am selben Abend entgehen die beiden Ermittler nur um Haaresbreite einem Anschlag auf ihren Dienstwagen und es scheint klar, dass eine Fortführung der Ermittlungen sie in Lebensgefahr bringen wird. Dennoch betreiben sie weiter Nachforschungen. Bis sie schließlich eine Verbindung zwischen von Möllendorf und Heydrich entdecken und in Berlin die Hölle ausbricht …

Dieser Anriss der Story deutet bereits an, was auch der Leser nach gut hundert Seiten erkennen wird: „Walhalla-Code“ ist beileibe kein historischer Polizeiroman, sondern vielmehr ein klassischer Agententhriller, der es in bester Tradition von Alistair MacLean und Ken Follett auch zwischendurch gern mal knallen lässt und eher auf rasante Schauplatzwechsel denn auf ausschweifende Skizzierungen der Figuren setzt. Letzteres ist jedoch meiner Ansicht nach ein großes Manko des Romans, denn alle beteiligten (fiktiven) Personen, besonders der Hauptprotagonist von Sydow, bleiben über die gesamte Länge der Handlung erstaunlich blass. Neben seiner rebellischen Art und dem Hang zum Alkohol, scheint Sydow kaum nennenswerte Eigenschaften zu haben. Und auch der Rest der Besetzung leidet unter ihrer stereotypen Zeichnung. Die Bösen sind sehr böse, die Guten so gut, wie es der auf einen guten Ausgang hoffende Leser nur erwarten kann. Hier ein in Eton ausgebildeter und von der Naziherrschaft desillusionierter Hauptkommissar, dort ein blonder, blauäugiger Himmler-Verschnitt im schwarzen Gestapo Mantel. Es gibt nur wenige Klischees, die Klausner nicht bedient und auch die junge Maid in Nöten, in diesem Fall verkörpert durch eine Jüdin auf der Flucht vor der Deportation, darf in seiner Geschichte natürlich nicht fehlen. Das sich zwischen ihr und von Sydow eine Liebesgeschichte anbahnt, ahnt man übrigens bereits schon zu einem Zeitpunkt, wo sich die beiden innerhalb der Handlung noch gar nicht begegnet sind.

Weiteres Gewicht auf der Schale der Kritikpunkte ist das Verhalten der verschiedenen Geheimdienste aus Deutschland, England und Russland. Wenngleich ich zugegebenermaßen von der Tätigkeit eines Agenten nur wenig Ahnung habe, kann ich es mir kaum vorstellen, dass derart tumbe Zeitgenossen bei der Ausführung ihrer Aufträge Erfolg gehabt haben sollen. Ein richtiges Katz-und-Maus-Spiel oder gar durchtriebene Pläne, welche den Leser hätten überraschen können, sucht man in „Walhalla-Code“ vergebens. Wie übrigens auch einen Stadtplan, der es bei all den vielen Ortsangaben auch Nicht-Berlinern erlaubt hätte, der sich schnell entwickelnden Handlung zu folgen.

Damit aber genug der Kritik, denn „Walhalla-Code“ hat beileibe auch viel Positives zu bieten. Uwe Klausner trifft so zum Beispiel den Berliner Ton sehr genau und schildert eindringlich und ohne Beschönigung, die Verhältnisse in der Hauptstadt des Jahres 1942. Dadurch gewinnt der Plot einige Facetten hinzu, welche allein durch den roten Faden der Geschichte sonst gefehlt hätten. Weiterer Pluspunkt ist auch seine Verknüpfung der fiktiven mit den realen Persönlichkeiten. Churchills kurze Auftritte waren für mich die Highlights des Romans und deuteten auch Klausners trockenen Humor immer wieder an. Natürlich hätte man diese Figuren samt ihren Hintergründen noch genauer ausarbeiten können. Allerdings dann nur auf Kosten des Seitenumfangs. Und mehr Seiten hat „Walhalla-Code“ am Ende auch gar nicht nötig. Alle Fäden führen logisch nachvollziehbar in Berlin zusammen, wobei die Spannung stetig steigt und man als Leser bestens unterhalten wird. Allein die Nachtlandung einer britischen Moskito inmitten des Flakfeuers auf den Berliner Straßen hätte sich Uwe Klausner dann besser doch verkniffen.

Insgesamt ist „Walhalla-Code“ ein gefälliger, unspektakulärer Agenten-Thriller, der gut, wenn auch mit wenig Tiefgang, kurzweilig unterhält. Die Menge an Klischees gepaart mit der Armut an einer differenzierteren, nicht derart konstruierten Erzählweise führen jedoch letztlich dazu, dass einem das Buch nicht länger im Gedächtnis bleiben wird.
9 von 14 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
georg s. zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 06.04.2010
Eine leicht konstruierte aber spannende Story vor sicher recherchierten historischen Hintergründen. Das große ABER erscheint für mich jedoch in der Charakterisierung der Protagonisten. Da strahlt das Böse doch etwas zu bemüht in eine oftmals missratene Physiognomie, während die "guten" Charaktere von gradem Wuchs und bestenfalls mit einigen menschlichen Schwächen behaftet sind. Dies gepaart mit einer häufig sehr plakativen Sprache hat den Lesegenuss dann doch getrübt. Erinnert in Stil und Form an Kerrs "Berlin-Trilogie"
anath zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 18.02.2010
Spannend und der Kriminalfall durchaus verzwickt genug, um mich an dieses Buch zu fesseln. Nicht immer wirklich glaubhaft ( so'ne Landung auf der Ost-West-Achse, mitten im Krieg ), das tat der Spannung aber keinen Abbruch. Andererseits so hart an der historischen Realität, daß es beim Lesen schon manchmal bitter schmeckte - vor allem auf den letzten Seiten.
Das Buch hat einige durchaus sympthische Protagonisten zu bieten mit denen ich recht gerne mitgefiebert habe. Emotionale Tiefe ist jedoch nicht gerade seine Stärke. Alles in allem guter und solider Lesestoff für Urlaub und Wochenende.
detno zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 11.01.2010
Auf 320 Seiten werden Heydrich, Churchill, Stalin, Berija, etliche SS-Schergen,die Gestapo, ein britischer Spitzenagent (Arbeitsname 004), eine sowjetische NKWD-Agentin, eine auf der Flucht befindliche Jüdin und - natürlich - ein smarter Hauptkommissar mit seinem Partner.

Alles dreht sich um einen "Giftschrank", der u.a. auch auch ein Protokoll der "Wannsee-Konferenz" enthält und den Heydrich auf dem Sterbebett noch gesichert sehen möchte.

Großer Stoff, der mit Sicherheit ein dreifach so umfangreiches Buch ergeben hätte.

Leider wurde von Uwe Klautiefer versäumt, tiefer in dieses Spannungsfeld einzudringen. Die Angst der Menschen, die in den Hauskellern auf die Bombenabwürfe der alliierten Luftwaffe warten, können einen nicht rühren. Es bleibt alles recht blass. Das gilt leider auch für den smarten Kripomann, dem mehr Zufälle helfen als das noch vertretbar ist.

Zum Abschluss noch eine kleine Kritik: Wenn schon genaue Ortsangaben genannt werden, dann sollten die auch stimmen. Die Hermann-Göring-Straße (heute Ebertstraße) bildet an keiner Stelle eine Ecke mit der Tiergartenstraße.

Mein Fazit:
Weniger wäre mehr gewesen.
71°
Renate zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 26.06.2009
Es ist sicher kein leichtes Unterfangen einen Krimi in der Zeit des Dritten Reiches spielen zu lassen, Klausner ist dieses Wagnis eingegangen und hat durchaus lesbares und nicht uninteressantes Buch zustande gebracht. Wahrscheinlich ist es bei diesem Thema nur natürlich, dass das eine oder andere Klischee in die Geschichte hinein rutscht. Die handelnden Figuren werden oftmals eher schwarz-weiß gezeichnet, eben auch unter Zuhilfenahme hinlänglich bekannter Klischees. Hier die Bösen, dort die Guten - manchmal wäre eine intensivere Abstufung sicher besser gewesen.
Vielleicht wäre auch ein klein wenig mehr Tiefe wünschenswert gewesen. Klausner weicht den Schrecken der damaligen Zeit zwar nicht aus, aber seine Schilderungen wirken manchmal ein klein wenig zu steril.
Es ist ein interessanter, ein durchaus auch lesenswerter Krimi - manchmal aber vielleicht ein wenig zu glatt.
Anja S. zu »Uwe Klausner: Walhalla-Code« 24.06.2009
Dieses Buch ist ein solide recherchierter Historienkrimi, der im Kriegsjahr 1942 in Berlin spielt. Geschickt verknuepft der Autor verschiedene Handlungsstraenge, die zunaechst nichts miteinander zu tun haben zu scheinen. Das Buch ist spannend geschrieben und gut zu lesen. Leider sind einige Begebenheiten (welcher Geiger steht im eiskalten Januar auf einer Wiese am Wannsee und spielt Klezmer-Musik???) und vor allem das Ende etwas unrealistisch, was aber dem Buch nicht allzu sehr schadet.
Ich freue mich auf weitere Buecher des Autors.
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