Stimmen von Ursula Poznanski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei Wunderlich.
Folge 3 der Beatrice-Kaspary-und-Florin-Wenninger-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2015. ISBN: 978-3805250627. 448 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2015. Gesprochen von Andrea Sawatzki. ISBN: 3839852501.

'Stimmen' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Endlich da: Nach »Fünf« und »Blinde Vögel« der dritte Thriller von Bestsellerautorin Ursula Poznanski!
Er hatte die Zeichen gesehen. Er sah sie seit Jahren schon, und hatte immer wieder versucht, die Menschen zu warnen, doch nie wollte jemand ihm glauben.
Sie hatten ein Opfer dargebracht. Auf keinen Fall durften sie ihn hören. Sie wissen, wer du bist.
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Runde 3 für Beatrice Kaspary und Florin Wenninger« 77°

Krimi-Rezension von Birgit Borloni

Stimmen ist der dritte Kriminalfall für das salzburgerische Ermittlungsduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger aus der Feder Ursula Poznanskis. Nach den Thema Geocaching (Fünf) und Facebook-Gruppen (Blinde Vögel) stellt die Autorin erneut eine ungewöhnliche Idee in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Diesmal ist eine psychiatrische Klinik der Dreh- und Angelpunkt: Dort wird die Leiche eines jungen Arztes gefunden, dekoriert mit einigen Gegenständen, die zunächst keinen Sinn ergeben. Etwaige Zeugen sind unter den Patienten zu suchen, ebenso wie möglicherweise der Täter. Wahrlich keine leichte Aufgabe, dort zu ermitteln, vor allem, wenn die Ärzteschaft nur eingeschränkt kooperativ ist.

Wie bereits bei den beiden Vorgängern gelingt es Poznanski, eine spannende Geschichte aufzubauen, die den Spannungsbogen über das ganze Buch aufrecht hält und mit einigen interessanten und nicht alltäglichen Kniffen aufwartet.

Die Ermittlungen verlaufen erwartungsgemäß schwierig – schließlich sind die Patienten psychiatrisch krank und ihre Angaben oft ungenau und durch ihre Krankheit verzerrt. Eine Patientin gibt sich distanzlos und erzählt nachweislich die Unwahrheit, ein anderer hört Stimmen und wird von ihnen getrieben, eine weitere Patientin scheint aufgrund ihres Traumas gar nicht mit der Umwelt zu kommunizieren.

So müssen Beatrice und Florin zermürbende Gespräche führen, mühsam brauchbare von unbrauchbaren Hinweisen trennen, verschiedensten Spuren folgen und wieder verwerfen und immer wieder das hartnäckige Schweigen einiger Ärzte überwinden. Besonders Beatrice gibt nicht auf und kämpft darum, eine verlässliche Kommunikation herzustellen – mitunter mit ungewöhnlichen Mitteln, die teilweise belächelt werden – bis sie ins Schwarze trifft, denn das schreckt den Täter auf.

Neben den Ermittlungen spielen auch in Stimmen wieder das Privatleben von Beatrice und Florin und vor allem ihre Beziehung zueinander eine wichtige Rolle. Was sich in den ersten beiden Bänden andeutet, wird nun fortgesetzt und man folgt den Ermittlern gerne auf ihrem Weg. Wobei Florin schon sehr als strahlender Held und Traummann präsentiert wird. Ein Typ, in dem sich Leserinnen durchaus auch verlieben könnte. Es gibt ein paar wenige Versuche, dieses Strahlemannimage zu entkräften, doch sie dürfen in weiteren Bänden gerne noch etwas ausgeprägter sein, um auch Florin eine ausgewogene Charakterisierung zu verpassen.

Beatrice ist da schon ausgefeilter dargestellt, sie ist von der Superfrau, die mühelos Kinder und Beruf unter einen Hut bringen kann, weit entfernt. Im Gegenteil, sie kämpft ständig gegen ihr schlechtes Gewissen, wenn die Ermittlungen ihr mal wieder nicht genug Zeit lassen, sich um die Kinder zu kümmern. Dieses wird auch noch von ihrer Mutter und vor allem von ihrem Exmann befeuert, der keine Gelegenheit auslässt, sie niederzumachen oder sie mit Worten zu verletzen. Hier zeigt sich, wie weit wir von einer wirklichen Gleichstellung der Geschlechter noch entfernt sind: Frauen müssen sich ihren Familien gegenüber rechtfertigen, wenn sie arbeiten und ihrem Arbeitgeber gegenüber, wenn sie sich um ihre Kinder kümmern.

Das Finale ist gewohnt furios und dramatisch – bis auf die Tatsache, dass erneut ein Ermittler in die Fänge des Täters gerät. Vielleser im Krimibereich beschert so etwas schon lange keine erhöhten Adrenalinspiegel mehr und selbst Leser, die nur die Bücher von Ursula Poznanski lesen, werden beim mittlerweile dritten Mal nicht mehr überrascht werden. Hier wäre ein anderes Muster in einem eventuellen nächsten Band sehr wohltuend.

Insgesamt ist Stimmen erneut ein spannender Krimi mit einem ungewöhnlichen Setting, der in punkto Figurenzeichnung und Finale noch ein paar Schwachstellen aufweist, aber trotzdem lesenswert ist.

Birgit Borloni, August 2015

Ihre Meinung zu »Ursula Poznanski: Stimmen«

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Simon Haag zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 05.06.2016
Mein Sohn wuerde dieses Buch gerne lesen, doch ich kenne keine Altersfreigabe, und er ist ausserdem erst 14 Jahre alt, hat jedoch die anderen zwei Buecher schon gelesen. Der Fakt das es in einer Psychatrie spielt soert mich dann doch schon sehr, vor allem da alle Zeugen irgendeine Sorte von mentalischen problemen haben. Wisst ihr ob ich es ihm erlauben sollte?
Justina zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 25.04.2016
Ich kann mich den hier geschriebenen Meinungen nur bedingt anschließen.So finde ich es z.B. sehr gelungen, dass das Privatleben der Ermittlerin mit einbezogen wird. Für mich hat es keinen zu hohen Stellenwert. Ich würde es auch nun nicht so formulieren, dass Kaspary negativ in Erscheinung tritt, sondern eher, dass ich mich als Frau mit meinen eventuellen Vorurteilen - allgemein den Mitarbeitern gegenüber - wieder gefunden habe.
Das war nun mein 3. Buch mit diesem Ermittler Team und ich bin einfach nur begeistert.
Auf hohem Niveau wird die Spannung gehalten.
Fazit: spannend zu lesen vom Anfanf bis zum Ende und sehr empfehlenswert!
clodi zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 15.03.2016
Ich fand die Story an sich sehr gut und auch spannend! Und das bei allen drei Romanen. Wäre da nur nicht diese mir unsympatische Ermittlerin Kaspary!! Einerseits ist sie voreingenommen gegenüber ein paar Kollegen, Bechter und dieser Psychologe, (das auch immer wieder bestätigt wird, dass sie dumm sind), andererseits trägt sie eine rosa Brille gegenüber den Kollegen Wenninger (der immer alles richtig macht). Ich finde es unrealistisch wenn manche Charaktere nur negativ oder nur positiv dargestellt werden! Auch am Ex- Mann lääst sie kein gutes Haar! Fazit: Hab mir angewöhnt diese privaten Dinge ( ihr frühpubertärers Verhalten gegenüber Wenninger...lach) einfach zu überspringen so gut wie möglich und mich nur auf die Story selber zu konzentrieren. Denn, wie gesagt die Romane sind gut! Schade!
Janosch79 zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 23.02.2016
Nach "Blinde Vögel" habe ich nun zum zweiten Mal einen Thriller von Ursula Poznanski gelesen und erneut konnte mich das Buch begeistern.

Inhalt: Er hatte die Zeichen gesehen. Er sah sie seit Jahren schon, und hatte immer wieder versucht, die Menschen zu warnen, doch nie wollte jemand ihm glauben.
Sie hatten ein Opfer dargebracht. Auf keinen Fall durften sie ihn hören. Sie wissen, wer du bist.
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen...


Nachdem ich in "Blinde Vögel" erste Einblicke in die Ermittlungsarbeit von Beatrice Kaspary und Florin Wenninger erhalten hatte, war ich auf "Stimmen" sehr gespannt.
Der Autorin ist es mal wieder gelungen, Morde in ihrem Thriller zum Thema zu machen, aber trotzdem nicht in einen blutrünstigen Stil zu verfallen.
Eine gelungene Abwechslung im Thriller-Genre.
Eine wichtige Rolle spielt jedoch auch das Privatleben der beiden Ermittler.


Hier ist auch der einzige Kritikpunkt an diesem Buch.
Im Gegensatz zu "Blinde Vögel" nimmt das Privatleben der beiden Hauptprotagonisten einen zu hohen Stellenwert für mich ein.
Ansonsten zeigt Ursula Poznanski ihre hervorragenden Recherche-Qualitäten zum Thema Psychiatrie.
Der Anfang des Thrillers kommt noch relativ ruhig daher, doch dann wird das Tempo deutlich erhöht und es gibt ein wirklich packendes Finale.


Für Thriller-Liebhaber, die auch gut auf blutrünstige Szenen verzichten können, sei dieses Buch zu empfehlen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band.
rolandreis zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 10.01.2016
"Stimmen" ist der dritte Fall des Salzburger Duo Kaspary und Wenninger. Diesmal ermitteln die beiden in den Tiefen der Psychiatrie und des Missbrauchs. Während des Lesen des Buches war ich auch immer wieder an den realen österreichischen Falles des "Josef Fritzl" erinnert, der wie ich denke Parallelen zum Buch hat. Genau mit dieser Patientin scheint Kaspary Kontakt aufbauen zu können. Diese spricht nicht, aber will sich anscheinend der Ermittlerin mit Zeichen von Tarotkarten mitteilen. Nach und nach wird dem Leser dadurch Puzzleteil für Puzzleteil präsentiert, dass sich im Laufe des Buches zum Gesamtbild formt. Nebenbei gibt es dann für Kaspary und Wenninger einige private Turbulenzen, die beiden kommen sich näher. Ihr Privatleben einzuflechten fand ich gut, aber teilweise wurde es mir ein wenig zu viel. Wenninger kommt in diesem Fall einfach zu oft als der edle Ritter vor, was mich dann doch wieder ein wenig störte. Aber auch wenn ich dieses Buch nicht ganz so stark wie seine Vorgänger empfinde, ist es immer noch sehr guter Lesestoff. Trotz der kleinen Schwächen konnte ich es zügig lesen und ich bin gespannt auf den nächsten Fall des Ermittlerduo.
BELSL zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 22.12.2015
Die Sexszene störte mich bei dem Buch am allerwenigsten, die war doch noch harmlos.
Ansonsten war ich enttäuscht, manchmal überlegte ich mir sogar es wegzulegen, da es nicht voran ging, Dinge sich wiederholten wie zum Beispiel das eine Leitmotiv über die forschenden blauen Augen des einen Psychiaters, so etwas sollte man großen Schriftstellern wie Thomas Mann überlassen.

Die Beziehung Bea zu Wenninger stand sehr im Vordergrund, auch hier wiederholten sich Formulierungen und ich hatte teilweise das Gefühl einen Fortsetzungsroman in der Bunten zu lesen.

Das einzige was interessant war, war nicht der eigentliche Krimi sondern die Darstellung der Psychiatriepatienten, interessant der Gedanke welche Möglichkeiten Marie/ Jasmin fand sich zu verständigen.
Aber ich hätte das Buch nicht lesen müssen, mir wäre nichts entgangen.
Mila Winter zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 04.11.2015
Ich bin ein wirklich großer Fan der ersten beiden Romane und habe mir daher in freudiger Erwartung sofort den dritten bestellt.
Leider bin ich ziemlich enttäuscht. Das ganze Buch über herrscht eine negative Grundstimmung. Nach einer Weile hat man schon verstanden, dass Beatrice Kaspary im Dauerstress als Mutter vollkommen überfordert ist und sich in keiner Weise gegen ihren Exmann durchsetzen kann. Sie quält sich so übertrieben mit Selbstvorwürfen, dass es für den Leser auch schon eine Qual ist. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das Bild vom Charakter dieser Kommissarin die Leserbindung stärkt, war ich doch selbst als Fan der Bücher, der die Figur und ihre Macken aus den ersten beiden Romanen kennt, ziemlich rasch sehr genervt. Den peinlichen Kontrapunkt setzt die Autorin mit der ausführlichen Sexszene des Ermittlerduos "Sie spürte sein hartes Glied an ihrem Oberschenkel...". Meiner Meinung nach ein völliger Fehlgriff in die Softpornoschublade, hier wären weniger Informationen definitiv mehr gewesen. Zu guter Letzt schnappt sich die Täterin am Ende mal wieder Beatrice als Geisel und sie landet im Krankenhaus, was beim mittlerweile dritten Mal eine ausgelutschte Idee ist, die niemanden mehr überrascht. Die Schilderung der psychiatrischen Krankheitsbilder gelingt nicht schlecht und ließ eigentlich zu Beginn Gutes hoffen, aber die interessanten Patienten gaben ja alle recht rasch den Löffel ab. Stattdessen wird die blasse, allzu offensichtlich von Natascha Kampusch inspirierte Jasmin zu einer Hauptfigur. Gefallen hat mir der Einblick in den Alltag einer psychiatrischen Station. Ich werde dem vierten Roman wahrscheinlich trotzdem nochmal eine Chance geben, sollte noch einer folgen. Hoffentlich wieder mit einem Thema, dass der Autorin mehr liegt, ohne Sexszenen, hoffentlich ohne manifesten Sorgerechtsstreit und dafür mit einem originellen Schluss.
Michael Gerhards zu »Ursula Poznanski: Stimmen« 29.04.2015
Psychatriestationen in Kriminalromanen verführen weniger talentierte Autoren zu Horrerszenarien jenseits eines plausiblen Realitätsbezugs (z.B. Elisabeth Florin: Commissation Pavarotti küsst im Schlaf). Ursula Posnanski gelingt es, den Leser über die Gedankengänge der Ermittlerin Beatrice Kaspary in die Geschichte einzuführen und zu begleiten. Die Spannung wird aufgebaut und auf hohem Niveau gehalten. Die Handlung ist schlüssig einschließlich der Sackgassen. Die Schilderung des privaten Lebens- und Leidenszusammenhang der Protagonistin Kaspary fügt sich in die Geschichte ein, erscheint nicht aufgesetzt und verstärkt die Leserbindung.
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