Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1988 unter dem Titel Il pendolo di Foucault, deutsche Ausgabe erstmals 1989 . ISBN-10: 3423115815, ISBN-13: 978-3423115810. Übersetzt von Burkhart Kroeber.

'Das Foucaultsche Pendel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Drei Mailänder Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Darin ist von alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkünften der »36 Unbekannten«, der Nachfahren der mysteriösen Tempelritter, die Rede. Die drei Spötter stürzen sich in das Labyrinth der Geheimlehren. Spielerisch erdenken sie eine gigantische Verschwörung. Aber dann merken sie, dass jemand ihre Phantasien ernst nimmt. Und der schreckt offenbar auch vor Mord nicht zurück …

Ihre Meinung zu »Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Markus Kauth zu »Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel« 09.01.2009
Sehr geehrter Herr Exeler,
ich habe mir soeben die Kommentare zu Eco´s Buch durchgelesen und musste herzhaft schmunzeln.
Ich gehöre zu der Gruppe "ich nehm den Roman schon das dritte Mal in die Hand"!
Ich habe mir das Buch 1989 gekauft und nach den ersten 60 Seiten auf die Seite gelegt weil ich ehrlich gesagt nicht wusste was ich lese und keinen Zusammenhang fand.
Mittlerweile hab ich zig Romane, Bücher und Abhandlungen über das Mittelalter sowie die Templer gelesen;liegen ja auch immerhin 20 Jahre dazwischen,und komme zu der Überzeugung das man Eco´s Buch nur mit einem gewissen Background lesen kann!
Wer als "normaler" Leser weiss denn schon wer der "Alte vom Berg" ist und wie die Zerschlagung des Templerordens stattfand?
Ebenso der Baum des Sefiroth, es gibt ja zum Glück Internet und man kann sich darüber informieren sonst würde auch dieses Buch weiterhin als Zierde der Weltliteratur bei mir im Regal stehen.
Ich habe nun vor ein paar Wochen das Buch nochmals angefangen zu lesen und stelle fest das es mir eine Menge Spass bereitet und das ich es nun mit anderen Augen sehe als vor 20 Jahren. Wie schon mal angedeutet würde ich das Buch aber keinem 0815-Leser der einfach mal die "schnelle" Unterhaltung sucht empfehlen.
Thomas Exeler zu »Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel« 10.08.2005
Das Buch an dem sich die Geister scheiden! Für die einen ist es eines der langweiligsten und zähesten Bücher seit der Erfindung des Buchdruckes, für andere ein kongeniale komponiertes Konstrukt eines Genies in Form eines atemberaubenden Thrillers.

Für Dritte ist er Widerrum einfach nur schwer nachzuvollziehen und lassen ihn deswegen nach den ersten achtzig Seiten einfach im Bücherregal verstauben. Wie man es eben nimmt.

Selbst gehöre ich zur Gruppe die vollkommen Fasziniert von diesem Werk ist.

Nachdem besonders Dan Brown mit seinen Büchern aus dem selben Genre (Historien-Thriller)einen so dermaßen großen Erfolg verzeichnen konnte und nahezu schriftstellerische Attribute eines Messias verliehen bekam, liegt es gar nicht so fern ältere Schätzchen wieder ein wenig mehr ins Rampenlicht zu stellen und mit heutigen marginal zu vergleichen.

Anfangen sollte man dies jedesmal mit der Erwähnung der negativen Eigenschaften, die dieses Buch in sich birgt, denn der Roman "Das Foucaultsche Pendel" gehört mit abstand zu einem der Anspruchsvollsten Geschichtsromane überhaupt. In manchen Foren spricht man gar von den berühmten ersten achtzig Seiten, die diesen Roman für normal Leser absolut abschreckend machen sollen und wirklich, selbst viele Leute die ich kenne, haben es erst im dritten Anlauf geschafft, sich durch die vollen 800 Seiten zu gewissenhaft zu bewältigen. Zugegeben, die Behauptung sich durch diesen Roman "durcharbeiten" zu müssen liegt keinesfalls fern der Wahrheit, aber können im Gegenzug ebenfalls "en masse" Menschen behaupten nach konzentrierten Lesens ein fulminantes Leseerlebnis bewältigt zu haben. Grund für diesen Leseanspruch ist keinesfalls nur der Gebrauch der etlichen Fremdwörter, deren Gebrauch sich Eco als Professor der Universität bei Bologna nur zu gut Gewiß ist, sondern gleichfalls die spontan undurchschaubare Linie der Erzählstruktur, da sie mitnichten einem chronologischem Band folgt, wodurch , gerade zu Anfang, ein Verwirrspiel mit der Raum und Zeit nichts ungewöhnliches sein kann. In Wirklichkeit jedoch orientiert sich der gesamte Lesefluß an dem Baum der Sefiroth, angefangen bei der Kethar, um schließlich im Hod zu enden. Klingt ungewöhnlich, ist es auch. Aber zeigt vielleicht auch gerade jenes Beispiel wie nah Faszination und Abscheu zu diesem Roman stehen.
Negativer Punkt also: anspruchsvolles lesen gefordert; und gemeint ist dies als ernstzunehmende Warnung.

Zu den positiven Punkten: Wie schon eingangs erwähnt zieht sich der Roman durch Kapitel die anhand des Baumes der Sefiroth ihren Faden behalten sollen. Wem das jetzt quasi gar nichts sagt, der brauch nicht glauben dumm zu sein, aber darf er, wie allen anderen Fakten in diesem Buch, einer historisch korrekten Überlieferung vertrauen die ihre Wurzeln in historischen & aktuellen Themen besitzen. (anders als bei Dan Brown, wo gerne mal Unwahrheiten in Form von Phantastischen oder möglich plausiblen an den Mann gebracht werden wollen) Aus als diesen Fragmenten massiven Wissens weis Eco nämlich geschickt eine hoch anspruchsvolle Satire auf typische "Weltuntergangstheorien" zu schreiben. Das erstaunliche ist jedoch, daß kein geringerer als der Autor selbst sich versucht dies mitsamt einer selbst konzipierten Verschwörungstheorie zu bewerkstelligen. Zurückzuführen ist die gesamte Postfiktionale Plan von möglichen Überlieferungen der Freimaurer, Rosenkreuzer, Illuminati, Templern oder ähnlichen religiösen Gruppierungen. So also liegt hier eine Brücke zu den heutigen Romanen von Dan Brown, jedoch gestaltet sich die Sicherheit der Informationen wesentlich fundamentaler. Doch ist die Geschichte des großen Planes im „Foucaultschen Pendel“ selbst nur ein irreführendes Objekt, welches im abschließenden Gesamtwerk einen eher herleitenden Charakter bekommt. Wer es bis zum Ende geschafft hat wird anhand einer sekundär wichtig erscheinenden Szene den bedeutenden Sinn eines viell. unbedeutenden erscheinenden Individuums erkennen, wodurch dann selbst die Kapitelgliederung wieder einen Sinn bekommt.

Klingt zugegeben alles ein wenig schwer, aber das ist es wahrscheinlich auch wirklich. Es ist schwierig das gesamte werk in all seiner Schöne in wenigen Worten zu fassen, aber für mich ein wirklich einzigartiges Buch, für das ein wahrlich begabter Mann volle 8 Jahre !!! gebraucht hat, um es so wie es ist, zu Ende zu schreiben. Meinen vollen Respekt
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Das Foucaultsche Pendel

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: