Venezianisches Labyrinth von Umberto Bellini

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Venedig, 1990 - 2009.

  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1999. ISBN: 3-404-12949-0. 253 Seiten.

'Venezianisches Labyrinth' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Rätselhafte Vorfälle halten Venedigs Polizei in Atem. Vier junge Touristinnen verschwinden spurlos im Labyrinth der Stadt, alle stammen sie aus wohlhabenden Familien. Handelt es sich um Entführungen mit erpresserischer Absicht? Leben die Frauen überhaupt noch? Einiges spricht dafür, aber Zweifel sind angebracht, seitdem einheimische Fischer immer wieder sorgsam verschnürte, geheimnisvolle Pakete im Röhricht der Lagune finden, über deren Inhalt Presse und Öffentlichkeit spekulieren.

Commissario Benedetti, von seinen Vorgesetzten als schwer durchschaubarer Außenseiter gleichermaßen gefürchtet und geachtet, wird nach Mißerfolgen eines Kollegen mit dem Fall betraut. Neben einem deutschen Touristen, einer ehemaligen Mailänder Lebedame und einem Mafioso gerät auch der zwielichtige Padre Albertus ins Fadenkreuz von Benedettis Ermittlungen, die schließlich zu einem unerwarteten Ergebnis führen.

Ihre Meinung zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth«

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muellere zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth« 30.09.2006
Eine magere, leicht zu verdauende Kost, die man aber als Krimifan dennoch mal lesen kann, wenn gerade nichts anderes anliegt, einfach nur so für Zwischendurch.

Grundidee und Plot dieses Krimis sind eigentlich gar nicht so schlecht, hätten einiges an Potential geboten. Allerdings wäre bei entsprechender Veranlagung und Ausarbeitung wohl eher ein 600seitiger Thriller der Marke Dan Brown meets Donna Leon daraus geworden als der Auftakt einer harmlos-netten, kleinen Venedig-Krimserie im Fahrwasser von Guido Brunetti und Co.

Es fehlt im Grunde genommen an den wesentlichen Zutaten zum Erfolg: kriminalistisch wird bei der Motiv- und Tätersuche wenig geboten. Der Täter erscheint völlig zufällig und auf unglaubwürdige Weise im Fadenkreuz des Fahnders und auch der nächste Schritt zur Aufklärung der Hintergründe ergibt sich rein aus der Nachbarschaft des Kommissars zu einer Schlüsselperson. Das ist einfach banal.

Das mag daran liegen, dass das Buch weite Strecken aus Sicht des Verdächtigen geschriebenen ist, was natürlich für einen Kriminalroman etwas ungünstig erscheint. Doch, um für Spannung zu sorgen, gelingt es dem Autor einfach nicht, das Psychopathische und Mysteriöse ausreichend dunkel herauszuarbeiten. Der Autor hätte als Therapeut und studierter Psychologe wohl das theoretische Wissen dazu, fehlte es ihm also an der Sprachgewalt?

Die Dialogfühung deutet mir sehr drauf hin, die immer mal wieder in den durch stichelnde Bemerkungen kaum unterbrochenen Monolog und Langatmigkeit abgleitet, um auch ja so viele Details über die Lebensgeschichte des Sprechers auf so wenigen Zeilen wie möglich unterbringen zu können. Dazu die manchmal merkwürdige Wortwahl, sich wiederholende Platitüden über ach so verabscheuungswürdige Halbwahrheiten - beim Lesen hatte ich mehrmals das Gefühl, nicht unbedingt das Werk eines schriftstellerischen Profis in den Händen zu halten.

Auf seiner Website verrät der Autor, der im wirklichen Leben Hans A. Piper heisst, dass sein privates Interesse u.a. astrologischen, philosophischen, gesellschaftlichen und vor allem auch literarischen Themen gelte. Vor allem von ersterem baut er dann auch gleich eine Menge in die Geschichte ein. Und auch sein zweites Werk, Ciao Casanova, das ich nach einer kurzen Erholung bei Renato Oliveri nun auf den Nachttisch deponiert habe, fängt schon wieder mit Kartenlegen und Sebsttherapie an.

Ob sein Wissen über diese Dinge den Autor wirklich hilft, eine spannende Geschichte zu konstruieren, mag dahingestellt bleiben. Mir erscheint das dann doch manchmal eher als Ballast. Dem Ort des Geschehens, Venedig, ein paar Zeilen mehr zu gönnen und damit Atmosphäre zu schaffen, hätte ich jedenfalls vorzogen. Das unterbleibt so sträflich, dass das ganze Werk am Ende auch in Wanne-Eikel hätte spielen können.

Dem Absatz über das schlechte Gewissen der Deutschen nach dem
Krieg, welches sich so trefflich ausnützen liesse, dem pensionierten Altmafiosi in den Mund gelegt, mag man zustimmen. Aber ich habe mich eine ganze Weile gefragt, was das eigentlich mit der Story zu tun hatte, und bim Ende zum Schluss gekommen: nichts! Das musste der Autor jetzt halt auch noch sagen. Schliesslich interessiert er sich ja für gesellschaftliche Themen. Oder gehörte das noch zur Kategorie Philosophie/ren?
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BRIO zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth« 28.05.2004
Zusammenhanglos. Viele neue Fakten, die rein zufällig um die Ecke kommen...
Kriminalistisch schlecht. Viele biographische Rückblicke mit wenig Zusammenhang zur Story, nur einige Passagen gut. Mord in letzter Sekunde...
Naja.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Manu zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth« 15.04.2004
Sehr langatmig geschrieben, es ist schwer, den Roman zu Ende zu lesen, weil die Spannung total fehlt.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kathrin D. zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth« 28.10.2002
Ein anspruchsvoller und interessanter Roman!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
S. T. zu »Umberto Bellini: Venezianisches Labyrinth« 20.10.2002
Groschenroman.
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