Blutinsel von Ulrich Hefner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA, Maine, 2010 - heute.

  • München: Goldmann, 2015. ISBN: 978-3-442-48176-7. 544 Seiten.
  • [Hörbuch] .: Radioropa Hörbuch, 2015. Gesprochen von Jürgen Holdorf . ungekürzte Ausgabe. ISBN: 3836807335. 2 CDs.

'Blutinsel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Eine einsame Insel vor der Küste Maines, eine mysteriöse Mordserie und eine alte Legende …Detective Cathy Ronsted und ihr Kollege Brian Stockwell werden auf die einsame Insel Hells Kitchen im Golf von Maine gerufen, um eine mysteriöse Mordserie aufzuklären. Doch die Inselbewohner, verstrickt in Aberglauben und eine schuldhafte Vergangenheit, begegnen ihnen abweisend, ja feindlich. Während die Ermittlungen ins Stocken geraten, fliehen auf dem amerikanischen Festland, 300 Meilen entfernt, vier Schwerverbrecher aus einem Gefängnis. Sie hinterlassen eine Spur aus Blut und Gewalt, die schließlich nach Hells Kitchen führt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Brutale Morde auf einer vom Sturm umtosten Insel« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Im Prolog wird geschildert, wie 1971 ein Schiff samt Besatzung und Passagieren vor der kleinen Atlantik-Insel »Hell’s Kitchen« vor der Küste von Maine im Sturm untergeht. Fast vier Jahrzehnte später entkommen vier Strafgefangene bei einem Transport ins Krankenhaus – während es auf Hell’s Kitchen einen überaus brutalen Mord gibt. Der pensionierte Leuchtturmwärter der Insel wird gekreuzigt, und mit einem Schauerhaken werden ihm die Augen ausgestochen. Anschließend ist auch seine Frau spurlos verschwunden.

Die frisch ins Morddezernat versetzte Ermittlerin Cathy Ronsted wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Brian Stockwell auf die Insel geschickt, um dort den Mörder zu finden.

Während zwei der vier entflohenen Häftlinge auf dem Weg nach Hell’s Kitchen sind, passieren dort weitere Morde – ebenso brutal und blutig wie der erste. Als Farbige und Frau hat es Cathy bei den zähen und schwierigen Ermittlungen unter den konservativen und misstrauischen Bewohnern der Insel nicht leicht, zumal auch ihre Kollegen ihre kriminalistischen Fähigkeiten eher kritisch sehen.

Nur Kenny Logan, der so genannte Master of the Island, eine Art Insel-Bürgermeister, hilft ihr bei der Mördersuche. Doch als einer der Strafgefangenen die Insel erreicht und es weitere Tote unter der verängstigten Bevölkerung gibt, droht die Lage komplett außer Kontrolle zu geraten.

Thriller mit großem Spannungsbogen und flüssigem Erzählstil

Auf den neuen Titel von Ulrich Hefner habe ich mich richtig gefreut, und die Lektüre hat gezeigt, dass die Vorfreude angebracht war. Denn hier ist die Bezeichnung Thriller wirklich angebracht. Der Autor braucht keine lange Anlaufzeit, vielmehr wird von Beginn an kräftig Spannung aufgebaut.

Dafür nutzt er seine abrupten Orts- und Perpektivwechsel, in meinen Augen ein Markenzeichen von Ulrich Hefner. Ich halte ihn für einen guten Geschichten-Erzähler – das mag mancher Leser natürlich anders sehen.

Aber nach meiner Auffassung hat er trotz des großen Spannungsbogens und der vielen schnellen und kurzen Szenen- und Perspektiv-Wechsel einen überaus flüssigen Stil. 543 Seiten, das ist ja nun kein dünnes Büchlein – aber Langeweile kommt in keiner Phase der Lektüre auf.

Vielmehr kann man der Handlung mühelos folgen, die Zeit- und Ortsangaben am Beginn jedes kleinen Abschnitts sind zudem wirklich hilfreich. Ein Personenverzeichnis und eine Karte der Insel im Umschlag – das wäre die perfekte Ergänzung gewesen. Hier sollte das Lektorat künftig hilfreich eingreifen.

Dynamische Ausbrecher-Jagd und dramatische Mörder-Suche

Die Handlung wird in zwei Erzählsträngen und an zahlreichen Schauplätzen geschildert. Die Flucht der Häftlinge beginnt mit einem Mord, und die Jagd des FBI nach den Ausbrechern hat einiges an Dynamik. Auf der Insel kommt es zwar ebenfalls zu einem brutalen Mord, aber dort hat die Verbrechersuche bei aller Dramatik zunächst eher ruhige Züge. Erst nach den weiteren Morden wird es auch hier ziemlich hektisch und dynamisch.

Hefner baut mit der Figur des Belfour, ein angeblicher Piraten-Geist, einige fantastische Elemente in seine Geschichte ein, die aber nur nettes Beiwerk sind. Der Klappentext ist übrigens – wohl aus Marketing-Gründen – etwas irreführend. Dort ist die Rede von einer Spur aus Blut und Gewalt, die die Häftlinge hinterlassen, und die schließlich nach Hell’s Kitchen führen soll. Das stellt sich im Buch allerdings etwas anders da – mindert jedoch nicht den Lesegenuss.

Cathy Ronsted fällt als Ermittlerin deutlich aus dem Rahmen

Das Ermittler-Duo hat der Autor interessant komponiert. Die beiden sind zunächst eher Konkurrenten, raufen sich aber nach anfänglichem Misstrauen gut zusammen. Als dann ein weiterer Kollege Intrigen schmiedet, wird es zeitweilig unübersichtlich. Aber Cathy Ronsted fällt als Ermittlerin deutlich aus dem Rahmen. Sie ist eine Figur, die beim Leser aus verschiedenen Gründen Sympathie hervorruft. Als ehemalige Rauschgift-Ermittlerin muss sie sich erst in den Mordfall hinein denken, zeigt aber enormen Kampfgeist und setzt sich gegen die missgünstigen weißen Männer am Ende durch.

Ulrich Hefner lässt seine Leser lange Zeit im Unklaren, wie die Handlungsstränge zusammen finden. Denn wie gesagt, die mit dem Klappentext suggerierte Eindeutigkeit findet sich im Buch nicht wieder. Geschickt setzt der Autor ein Puzzle-Teilchen nach dem nächsten an die richtige Stelle. Auch die Bedeutung des Schiffsunglücks vor 36 Jahren wird erst im dramatischen Finale deutlich.

Der Leser rätselt also über verschiedene Dinge, neben dem Ziel des Häftlings, der auf die Insel fährt, sind Motiv und Person des ebenso geheimnisvollen wie brutalen Mörders lange Zeit absolut unklar. Dennoch hat der Leser durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven einen Informationsvorsprung gegenüber den Ermittlern. Das kann zuweilen die Spannung mindern, bei Blutinsel hat es in meinen Augen eher die gegenteilige Wirkung. Ulrich Hefner hat hier einen Thriller geschrieben, der diese Bezeichnung wirklich verdient – Lesekino vom allerfeinsten.

Andreas Kurth, Februar 2016

Ihre Meinung zu »Ulrich Hefner: Blutinsel«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Endlich ruhe im Puff zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 28.03.2017
des ist toll ich bin toll ich fick dich labn amk amena quishahi shisha everday saturday wodka cayka blyat amena hoch die hände wochenende dududpdududp scheis auf die hater hans ist da amena abrissparty ohn ende ich liebe es zu blasen mit meinen prallen lippen
laalalalalala300 zeichen amena lalalalalala
jannik16 zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 02.04.2016
Ein Mischung aus Krimi und Thriller mit mystischen Aspekten. Und diese Mischung hat es durchaus in sich. Endlich mal ein Krimi, bei dem es nicht bei der einen obligatorischen Leiche bleibt und der dem Titel absolut gerecht wird.

Während ich den ständigen Wechsel der Schauplätze als wenig störend empfand, sind die vielen Personen und Namen doch eine echte Herausforderung. Auf der Insel gibt es etwa 50 Bewohner und diese werden dann auch gefühlt alle genannt. Kein Wunder, dass man sich dann hin und wieder fragen muss : "Wer war das jetzt eigentlich nochmal?" Wie in der Rezension von Andreas Kurth bereits erwähnt, wäre ein Namensregister tatsächlich hilfreich gewesen. Der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch.

Nachdem ich doch lieber die skandinavischen und amerikanischen Krimiautoren bevorzuge, muss und darf ich hier sagen, dass sich Hefner mit diesen durchaus messen kann. Deshalb absolute Kauf- und Leseempfehlung!
SinaB. zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 24.03.2016
Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Ich fand es durch die Empfehlung auf der Krimicouch und muss sagen, es hat wirklich Thrill und hält den Leser gefangen.

Vor allem diese alte Legend eines Piratenkapitäns ins Spiel zu bringen und in die Geschichte einzuweben, hat mir gut gefallen. Das machte diese Story, die vorwiegend auf einer Insel spielt und demenstprechend auch der Aberglaube das Leben der Insulaner bestimmt, gleich noch mal ein Spur spannender. Ein Mysterythriller den man einfach lesen muss.
dani.p zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 25.05.2015
Die Handlung: gute Idee, ich fand das Buch auch sehr spannend. Allerdings fand ich es schade, dass die Ermittlerin ein wenig, ja wie soll ich es beschreiben, einfältig naiv überfordert war bzw. planlos wirkte, eigentlich hat sie nicht wirklich ermittelt, ein Täterprofil erstellt oder sich ernsthafte Gedanken über ein mögliches
Motiv gemacht. Hin und wieder wurde zwar mal etwas erwähnt, aber ich fand die Kommissarin schwach. Dennoch ist das Buch spannend und lesenswert.
Tafelspütz zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 19.04.2015
Mit der Blutinsel legt Hefner einen weiteren spannenden Roman vor, der atmosphärisch dicht und abwechlungsreich den Leser in Beschlag nimmt.

Auf einer einsamen Insel geschehen grausame Morde und die abergläubigen Inselbewohner sind der Meinung, dass der Geist eines vor Jahrhunderten verstorbenen Piraten dahintersteckt.

Natürlich hat Hefner auch wieder einen zweiten Handlungsstrang in die Geschichte eingebaut, die zunächst scheinbar nichts mit der Handlung auf der Insel zu tun hat. Am Ende verbinden sich die Stränge und in einer spannenden Auflösung der Geschichte gelingt es den Ermittlern den Täter zu überführen.

Vor allem gefällt mir an Hefners Romanen, dass sie in kurzen Kapiteln und Szenen gehalten, wie ein Film im Kopf ablaufen. Deswegen warte ich schon lange auf die Filmversion der Hefnerromane.
Finn zu »Ulrich Hefner: Blutinsel« 21.03.2015
Mystsiche Story um den Geist eines Piratenkapitäns, der vor der Ostküste Amerikas zur Zeit der Besiedlung sein Unwesen trieb.

Auf der Insel Hell´s Kitchen Island, eine von tausend Inseln im Golf von Maine, wird die grausam verstümmelte Leiche eines Leuchtturmwärters aufgefunden. Detective Cathy Ronstedt und ihr Kollege Brian Stockwell von der Portland Police nehmen die Ermittlungen auf. Unterdessen, in einem zweiten Handlungsstrang, brechen vier Schwerverbrecher aus dem Staatsgefängnis von Cedar Junction (auf dem Festland gelegen) aus und hinterlassen eine blutige Spur entlang der Ostküste.

Auf der Insel treffen die beiden Handlungsstränge zusammen, denn die Ausbrecher und der Mörder von Hell´s Kitchen Island folgen einem Plan.

Spannende Geschichte, in kleinen und übersichtlichen Kapitel erzählt. Absolut lesenswert
Ihr Kommentar zu Blutinsel

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: