Die Flucht der Ameisen von Ulrich C. Schreiber

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Zeitverlag Bucerius.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel & Westerwald, 1990 - 2009.

  • Hamburg: Zeitverlag Bucerius, 2000. ISBN: 3941378481. 320 Seiten.
  • Berlin: Shayol, 2006. ISBN: 978-3926126542. 350 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2008. ISBN: 978-3-492-25134-1. 350 Seiten.

'Die Flucht der Ameisen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Im Verlauf umfangreicher Geländeuntersuchungen in Eifel und Westerwald findet der Geologe Gerhard Böhm sonderbare Strukturen in der Erdkruste. Dabei macht er eine auffällige Entdeckung: Hügelbauende Waldameisen siedeln bevorzugt auf den neu gefundenen Störungen in der Kruste. Besteht hier ein Zusammenhang zu Gasen aus dem Untergrund, die vielleicht einen Vorteil für die Ameisen bieten? Verstärkt auftretende Beben im Neuwieder Becken und im Aachener Raum und eine zunehmende Entgasung im Laacher-See lassen Böhm aufmerken. Früh denkt er an einen Vulkanausbruch, für ihn als Geologen hoch interessant. Doch an der falschen Stelle wäre er eine Katastrophe nicht abzuschätzenden Ausmaßes.

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Mich gibt es gar nicht zu »Ulrich C. Schreiber: Die Flucht der Ameisen« 11.06.2013
Dies ist der erste Roman von Prof. Ulrich C. Schreiber, und das merkt man auch. Die Dialoge sind, vor allem am Anfang, derartig hölzern und wirklichkeitsfremd, dass man sich über den Lektor wundert, der so etwas durchgehen ließ. Man kann sich kaum vorstellen, dass sich Herr Schreiber mit seiner Frau in diesem Stil unterhält.

Katrin Böhm, die ja ein Laie sein soll, stellt aber auch immer die "richtigen" Fragen, die es dem Fachmann Prof. Gerhard Böhm (dem alter ego des Autors) ermöglichen, seine Gedanken systematisch weiter auszuspinnen. "Gilt das für alle Störungen?" Von so einer Laien-Frage kann der Fachmann nur träumen. Für den Laien ist Störung gleich Störung, und er käme gar nicht auf die Idee, dass es verschiedene Typen von Störungen gibt.

Typische Laien-Fragen sind Belanglosigkeiten ("Warum heißt das so?") oder Äußerungen, aus denen hervorgeht, dass der Laie dem Gedankenfluss des Experten schon lange nicht mehr folgen kann. Und jeder Mensch ist allerhöchstens auf zwei bis drei Gebieten ein Experte; bei allen anderen Themen ist er Laie. Auch ich finde mich bei solchen Gesprächen zumeist in der Rolle des Laien wieder.

Die Grundidee eines Vulkanausbruchs am Rhein ist sehr gut, und die Diskussion der Konsequenzen wie auch der möglichen Maßnahmen ist hochinteressant. Hier merkt man, dass der Verfasser wirklich etwas von der Materie versteht.

Leider versucht der Autor, zu viel in seinen Roman zu packen. Ist es wirklich nötig, dass aus Anlass des Vulkanausbruchs auch noch so ganz nebenbei der Nibelungenschatz gefunden wird? Und auch die Liebesgeschichte um Mareike ("Mareiiike!!!") hätte nicht unbedingt sein müssen.

In höchstem Maße unglaubwürdig ist schließlich die Szene, wo Prof. Böhm und zwei Kollegen im Tunnel eingeschlossen, aber rechtzeitig gerettet werden. Wo kommen denn, bitte schön, die ganzen Gerätschaften für die Rettung so plötzlich her? Zum Beispiel der mit Steinen gefüllte Container, der als Gegengewicht dient? All dies heranzuschaffen, würde Stunden dauern, für die Rettung bleiben aber nur wenige Minuten Zeit.

Fazit: eine wirklich hervorragende Grundidee, die am ungelenken Schreibstil des Verfassers krankt. Ein guter Lektor hätte hieraus ein wirklich gutes Buch zaubern können, bei dem die Fachkenntnis des Autors voll zur Geltung gekommen wäre.
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