Trevanian

Viele Jahre lang wurde über die wahre Identität von Trevanian spekuliert. Da seine Bücher so erfolgreich waren und die verschiedensten Genres abdeckten, vermutete man bald, dass mehrere Autoren hinter diesem Alias steckten – spätestens seit dem Erscheinen seines Meisterwerks Shibumi wurden die Namen Ian Fleming, Henry Kissinger, Robert Ludlum oder Tom Wolfe gehandelt.

Erst 1998, in einem seiner seltenen Interviews, lüftete der Autor selbst das Geheimnis. Hinter Trevanian verbarg sich der Professor für Film Dr. Rodney (»Rod«) William Whitaker.

Über Whitakers Geburtsdatum gibt es widersprüchliche Angaben: Demnach ist er entweder am 12. Januar 1925 in Tokio oder am 12. Juni 1931 in Granville/New York geboren und wuchs u.a. in Albany in ärmlichen Verhältnissen auf.

Während des Koreakriegs (1950-1953) diente er in der Marine. An der University of Washington studierte er Drama und erwarb seinen Doktor in Kommunikationswissenschaften und Film an der Northwestern University in Chicago. Später lehrte er am Dana College in Nebraska, wo er einige Jahre lang Vorsitzender des Fachbereichs Kommunikation war.

Mit Hilfe eines Fulbrigth-Stipendiums setzte er seine Studien in England fort.

Zum Zeitpunkt, als seine ersten beiden Bücher erschienen, war er Leiter der Abteilung Radio, TV and Film an der University of Texas in Austin.

Schon sein Thrillerdebut Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction) von 1972 sorgte für Aufsehen, zumal sich die Kritiker nicht darüber einig waren, ob es sich hierbei um eine Weiterentwicklung des Spionageromans oder doch eher um eine Parodie desselben handelt. Spätestens mit Shibumi erlangte Trevanian dann Kultstatus.

Der große Erfolg seiner Romane ermöglichte es Trevanian, den USA den Rücken zu kehren und sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er ließ er sich mit seiner Familie im französischen Teil des Baskenlandes nieder, wo er zurückgezogen unter mehreren Pseudonymen weiterschrieb. Dass er sich der Marketing-Maschinerie zu seinen Büchern zeitlebens entzog  weder unternahm er Lesereisen, noch beantwortete er Fanpost und gab seine seltenen Interviews nur schriftlich, verstärkte seinen Mythos. Unter dem Namen Trevanian erschien  abgesehen von ein paar Kurzgeschichten  nach langer Pause 2005 The Crazy Ladies of Pearl Street, das die Kritiker für eine (halb-) autobiographischen Roman halten. Für Street of four winds, das während der 1848er-Revolution in Paris spielt, und einige andere unveröffentlichte Werke suchen die Erben von Trevanian nach wie vor einen Verleger. Erfolgreicher war dagegen die Suche nach einem Autor, der ein weiteres Abenteuer von Nikolai Hel, dem Helden aus Shibumi schreiben könnte. Die Wahl fiel auf den erklärten Trevanian-Verehrer Don Winslow, der 2010 mit Satori ein würdiges Prequel zu Shibumi vorlegte.

Trevanian alias Dr. Rodney Whitaker, den die New York Times in ihrem Nachruf als den »einzigen Autor von Flughafen-Bestsellern« bezeichnete, »den man mit Zola, Ian Fleming, Poe und Chaucer vergleichen könne«, war verheiratet und hatte vier Kinder. Er starb am 14. Dezember 2005 in West Country/Großbritannien an den Folgen einer Lungenerkrankung.

Krimis von Trevanian

  • (1976) Ein Herzschlag bis zur Ewigkeit
    The main
  • (1983) Katya
    The Summer of Katya
  • (1998) Incident at Twenty-Mile
  • (2000) Hot night in the city (Stories)
  • (2005) The Crazyladies of Pearl Street

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