Schüsse aus der Steinzeit von Tony Hillerman

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1973 unter dem Titel Dance Hall of the Dead, deutsche Ausgabe erstmals 1976 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Südwesten, 1970 - 1989.

  • New York: Harper & Row, 1973 unter dem Titel Dance Hall of the Dead. 166 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1976. Übersetzt von Helmut Eilers. ISBN: 3-499-42369-3. 122 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1987. Übersetzt von Helmut Eilers. ISBN: 3-499-42810-5. 153 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Helmut Eilers. ISBN: 3-442-41445-8. 153 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Helmut Eilers. ISBN: 3-442-05990-9. 153 Seiten.

'Schüsse aus der Steinzeit' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Warum nur ist der zwölfjährige Ernesto mit einer Machete umgebracht worden? Lieutenant Joe Leaphorn von der Navajo-Stammespolizei versucht, Ernestos Freund George aufzuspüren, um hinter das Geheimnis zu kommen. Doch bald erkennt er, dass er nicht der einzige ist, der Georges Spuren draußen in der Wildnis folgt.

Ihre Meinung zu »Tony Hillerman: Schüsse aus der Steinzeit«

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anath zu »Tony Hillerman: Schüsse aus der Steinzeit« 16.05.2011
Also wirklich spannend ist dieses Buch nicht. Dabei fließt reichlich Blut und einmal - aber nur ganz kurz - gibt es sogar die Andeutung einer Verfolgungsjagd. Aber zum einen atmen Hillermans Krimis immer eine Ruhe und Gelassenheit aus, die sich mit dem Thriller-Status irgenwie nicht vereinbaren lassen, zum anderen nimmt der Detektiv selbst die ganze Sache nicht so ernst, wie er sie wohl besser nehmen müßte um Schlimmeres zu verhindern. Dazu kommt, daß die Geschichte bei den Zuni spielt, deren nicht unkomplizierte Religion den Hintergrund liefert. Hier ist der Autor gezwungen, seinen Leser einzuführen, ihm Kenntnisse zu vermitteln damit er mithalten kann mit Leaphorn. Und hier zerfasert sich die story dann gelegentlich, ist zwar immer auch zweckdienlich aber eben so langatmig wie ein Zigarre rauchender Franziskanerpater auf einer Friedhofsmauer.
Dazu kommt ein Mordmotiv, daß wohl niemand von uns normal Sterblichen nachvollziehen kann - das macht es sehr, sehr schwierig für den Leser, diesen Fall zu lösen. Nichtsdestotrotz bietet Hillerman eine logische und zwingend sinnvolle Lösung an - wie gesagt, man kommt nur nicht so ohne weiteres drauf.
Das große Plus an diesem Buch ist das, was ich zuerst eigentllich als Manko erwähnt habe :die Schilderung der Bräuche und religiösen Riten der Zuni. Was auf der einen Seite vom Kriminalfall ablenkt bietet dem Interessierten eine Fülle an Informationen die er in so geballter Form wohl höchstens in irgendwelchen populärwissenschaftlichen Büchern zum Thema "Die Welt der Indianer" findet.
Für Krimi-Normalverbraucher nicht unbedingt nötig, Fans der Hillerman-Reihe sollten sich das Büchlein zulegen, es gehört einfach mit ins Regal.
tassieteufel zu »Tony Hillerman: Schüsse aus der Steinzeit« 04.03.2009
Das höchste religiöse Fest der Zuni steht bevor und zwei Jungen sind verschwunden, ein Zuni und ein navajo. Die Leiche des jungen Zuni wird bald entdeckt, offensichtlich wurde er mit einer Machete ermordet. Erklären kann sich diesen Mord niemand, weder die Zuni- noch die Navajo Polizei. Auch der andere Junge, der Navajo George Bowlegs, bleibt verschwunden und den soll Lieutenant Joseph Leaphorn nun suchen.
Leaphorn, ein ausgesprochener Systematiker und hervorragender Spurenleser, nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf eine archäologische Ausgrabungsstätte und eine Hippi-Kommune und er wird auch mit den ihm fremden Bräuchen der Zunis konfrontiert. Seine Suche wird zunehmend widersprüchlicher und weitere Rätsel tun sich auf. Bald merkt Leaphorn, das er nicht der Einzige ist, der den verschwundenen Jungen sucht.
Das eigentliche Mordmotiv wird Leaphorn, ebenso wie dem Leser erst sehr spät klar, man rätselt bis zum Schluß und bekommt dann eine Lösung präsentiert, die man so auf keinen Fall erwartet hätte.
Wie auch schon im 1. Teil erfährt man viel über die indianische Kultur und Lebenswelt, auch der Schluß, der typisch indianisch endet und vermutlich von einem weißen Ermittler so nicht akzeptiert worden wäre, war in sich aber schlüssig und hat mir gut gefallen.
Fazit: spannende, unterhaltsame Lektüre mit ungewöhnlichen Figuren, die mich auf die weiteren Fälle gespannt sein lassen.
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