Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Kiepenheuer & Witsch.
Folge 5 der Xavier-Kieffers-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2017. ISBN: 978-3-462-04922-0. 407 Seiten.

'Gefährliche Empfehlungen' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Frankreichs legendärer Gastroführer »Guide Gabin« lädt zu einem rauschenden Fest in seinem neuen Firmenmuseum in Paris, und der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist mittendrin. Während der Feier verschwindet eines der Exponate die extrem seltene Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939, von der nur wenige Exemplare existieren. Kieffer beginnt, Nachforschungen anzustellen. Bald erfährt er, dass wegen der Sternebibel bereits mehrere Menschen sterben mussten. Aber was ist so gefährlich an einem über siebzig Jahre alten Restaurantführer? Was ist das Geheimnis des blauen Buchs?

Ihre Meinung zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen«

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Leselottchen zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 07.03.2017
Lesevergnügen vom Feinsten
Seit Wochen freue ich mich schon auf diese Neuerscheinung. Alle Vorgänger dieses Krimis habe ich bereits gelesen, so war ich beim Lesen gleich mittendrin im Geschehen.
Der sympathische Koch Xavier Kieffer wird von seiner Freundin Valerie, der Herausgeberin des alljährlichen Gabin Restaurantführers zu Festlichkeiten des Hauses Gabin eingeladen. Doch die Veranstaltung nimmt ein allzu schnelles Ende. Begleitend findet eine Ausstellung älterer Exponate des Gastro Führers statt. Eine Ausgabe, die der Auslöser weiterer Verbrechen wird, tritt in den Vordergrund der Geschichte. Und die reicht zurück bis ins Jahr 1939 und zu Geschehnissen des 2. Weltkrieges.
Xavier Kieffer beginnt zu ermitteln. Seine kriminalistische Spürnase bringt ihn in so manche Gefahr, aber wie immer lässt er nicht locker. Er verfolgt seine Spur mit charmanter Beharrlichkeit. Natürlich kommt trotz aller Recherche das Essen bei Xavier Kieffer nicht zu kurz und man lernt leckere Köstlichkeiten der Luxemburger Küche kennen.
Genau diese kriminalistische, kulinarische Mischung macht das Lesen dieses Kriminalromans für mich zu einem wahren Vergnügen.
Die Schreibstil ist fantastisch. Alles passt, die Region, die Charaktere und die spannende gut durchdachte Handlung. Für mich des beste Buch dieser wunderbaren Buchreihe. Ein tolles Buchthema, das absolut interessant und äußerst unterhaltsam umgesetzt wurde. Ich fieberte die ganze Zeit mit und hoffte, dass Xavier nichts Schlimmeres passiert. Schließlich soll er uns noch lange erhalten bleiben.
Außerdem macht das Lesen bei mir Lust auf Luxemburg und das Probieren der vorgestellten Köstlichkeiten.
Das Cover gefällt mir sehr gut, ein schönes Bild passend zur Handlung. Der Titel wurde perfekt gewählt.
Ich bin restlos begeistert und wünsche mir noch weitere ereignisreiche Ermittlungen mit dem umtriebig, liebenswerten Koch Xavier Kieffer.
nati zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 19.02.2017
Auf den Spuren des Guide Gabin
Der kulinarische Krimi „Gefährliche Empfehlungen“ von Tom Hillenbrand ist zwar bereits der fünfte Band um den Koch und Hobbydetektiv Xavier Kieffer, doch für mich war es das erste Mal, dass ich einen Band dieser Reihe gelesen habe.

Valérie Gabin, Enkelin von Auguste Gabin, dem Erfinder des Guide Gabin, feiert Eröffnung der neuen Gabin-Repräsentanz. Alles was in der Sterneküche einen Rang und Namen hat, ist da. Als Gastredner tritt Frankreichs Präsident Francois Allégret auf. Trotz der großen Sicherheitsmaßnahmen schafft es ein radikaler Aktivist, die Bühne zu stürmen. Die Sicherheitskräfte können ihn festnehmen, doch dann setzt ein Stromausfall ein. In diesem Durcheinander verschwindet die äußerst seltene Ausgabe des Guide Gabin aus dem Jahr 1939. Für Valérie Gabin ist dieser Diebstahl sehr unangenehm, da es sich bei ihrem Ausstellungsstück um eine Leihgabe handelte. Xavier Kieffer will seiner Freundin helfen und beginnt Nachforschungen anzustellen, stößt auf eine Leiche und gerät selbst in Gefahr.

Neben diesem Hauptstrang gibt es zwischendurch kurze Rückblicke in die Zeit des zweiten Weltkrieges und man kann erahnen, dass der Guide Gabin von 1939 eine besondere Rolle spielt. Doch welchen Grund gibt es, dass nach mehr als siebzig Jahren jemand eine Leiche in Kauf nimmt, um das Buch in die Hände zu bekommen?

Das Cover hat mir gefallen und reiht sich harmonisch in die Vorgängerbände mit ein.
Der Schreibstil ist angenehm leicht, an einigen Stellen mit einem Augenzwinkern geschrieben. Es handelt sich hier nicht um einen typischen Kriminalroman. Die Spannung kommt nur sehr langsam in Gang. Da es sich um einen kulinarischen Krimi handelt, erfährt der Leser natürlich viel über die gehobene, französische Küche im Wandel der Zeit sowie über die Abläufe in einem Restaurant. Wobei mir die vielen französischen Bezeichnungen etwas zu viel waren. Es gibt zwar am Ende ein Glossar, aber es störte mich, ständig irgendwelche Begriffe nachzuschlagen, so dass ich es nach einiger Zeit aufgegeben habe.

Tom Hillenbrand hat es verstanden die Kriegszeit, Politik und aktuelle Themen wie Terror miteinander zu verflechten, so dass nach und nach die Geschichte aufgedeckt wurde. Manches wirkte auf mich etwas konstruiert und die Spannungshandlung kam ein wenig zu kurz für mich.

Wer keinen Wert auf einen spannungsgeladenen Krimi legt, sondern sich angenehm unterhalten lassen will, der sollte diesen kulinarischen Krimi lesen.
louella2209 zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 17.02.2017
Tom Hillenbrand kreierte mit „Gefährliche Empfehlungen“ bereits den fünften Fall für Xavier Kieffer, Koch mit einer ausgeprägten Affinität zu kulinarischen Kriminalfällen.

In diesem Buch jagt Kieffer einem sehr seltenen Exemplar des „Guide Gabin“ hinterher, das bei einer exklusiven Feier des legendären Gastro-Führers gestohlen wird. Der Fall ist zudem sehr persönlich, da es sich um die Firma seiner Freundin Valerie Gabin handelt. Je weiter der Hobbydetektiv, in die Geschichte der Sternenbibel von 1939, eintaucht, umso brisanter erscheint der Diebstahl. Es mussten schon etliche Menschen für dieses Exponat ihr Leben lassen. Doch welche Informationen erhält dieses Buch, für das es sich scheinbar zu töten lohnt. Kieffer sticht in ein Wespennest und bringt sich selbst in große Gefahr. Gelingt es ihm das Geheimnis des „Guide Gabin“ von 1939 zu lüften und welche Rolle es in den Wirren des zweiten Weltkrieges spielte?

Tom Hillenbrand war mir bereits durch seine eigenständigen Romane „Der Kaffeedieb“ und „Drohnenland“ bekannt und nun war es an der Zeit, endlich, die Kieffer-Reihe in Angriff zu nehmen. „Gefährliche Empfehlungen“ war mein erster Band und ich war von Anfang an infiziert und werde mir die Vorgänger demnächst auch noch vornehmen und ich hoffe, das es bald kulinarischen Nachschlag gibt, aus der Feder des Autors.

Der Krimi ist nicht nur ein Krimi, sondern zudem ein bunter Mix aus Lokalkolorit, Küchenjargon und landestypischen Eigenheiten. Die Figuren sind sehr fein nuanciert gezeichnet, allesamt individuelle Persönlichkeiten, die mit ihren Stärken und Schwächen nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Der Autor versteht sich perfekt darin, clever und witzig, ohne viel Aufsehens zu unterhalten. Seine Fälle sind nicht spektakulär, aber sehr raffiniert gestrickt. Bissige Dialoge wechseln sich ab mit temporeichen Szenen und wohl dosierter Situationskomik. Die Spannungsschraube wird kontinuierlich angezogen. Die Story wirkt zu keiner Zeit vorhersehbar und das Ende verblüfft sogar den versierten Krimileser. Schritt für Schritt werden Rätsel entschlüsselt und geschickt mit historischer Ereignissen und Fakten verknüpft. Das Gesamtkonzept ist stimmig und gelungen und macht Appetit auf weitere Fälle mit dem kauzigen Kochtopfdetektiv.

Ein besonderes Schmankerl sind auch die exklusiven Einblicke hinter die Kulissen der gehobenen Küche mit allerlei Tricks und Kniffe, die mir selbst noch nicht bekannt waren. Hier werden sowohl skurrile Rezepte, als auch echte Gaumenfreuden präsentiert, vieles in Französisch und mit Fachbegriffen, diese werden jedoch ausführlich im Glossar beschrieben. Das Nachschlagen störte meinen Lesefluss nicht, denn es ist ja nicht umsonst ein kulinarischer Krimi.
MissMarple64 zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 07.02.2017
Weniger ist mehr

Zur Eröffnung des neuen Firmenmuseums lädt der legendäre Gastroführer „Guide Gabin“ nach Paris ein. Nicht nur berühmte Sterneköche und Gourmets, sondern auch der französische Präsident höchst persönlich sorgen für Schweißtropfen auf der Stirn der Organisatorin Valerie Gabin und setzen die Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft.
Selbst das kann nicht verhindern, dass an diesem Abend ein seltenes Ausstellungsstück des Gabin-der „Guide Bleu“ von 1939-gestohlen wird.
Schon steht Xavier Kieffer- der „kriminalisierende“ Ex-Sternekoch aus Luxemburg in den Startlöchern, um seinen fünften Fall zu lösen. Nicht nur, dass er selbst ein Interesse an der Aufklärung hat, so wird er vom Präsidenten auch noch persönlich um Hilfe gebeten, das kobaltblaue Buch zu finden. Als dann noch die erste Leiche erscheint, muss er sich fragen, wie gefährlich dieses Buch ist und wer ein Interesse daran hat, es zu besitzen.
Plätschert so die Handlung in der ersten Hälfte vor sich hin-immer wieder unterbrochen von der Darbietung kulinarischer Köstlichkeiten-man sollte das Buch echt nicht hungrig lesen- nimmt die Spannung im zweiten Teil etwas Fahrt auf.
Der Autor verbindet historische Begebenheiten aus den letzten Kriegsjahren mit der Gegenwart, die auch für Kieffer nicht ganz ungefährlich ist.
Für mich ist der kleine Roman etwas überladen an spannungsheischenden Momenten: So begegnen wir einem vegetarischen Aktivisten, der die Eröffnungsfeier stört und just in diesem Moment das Buch gestohlen wird. Als nächstes wird dem Leser ein Präsident präsentiert, der seinem eigenen Geheimdienst nicht traut, Männer liebt, gern Enten jagt und am Ende korrupt ist. Als weiteres wird noch Kieffers Restaurant gesperrt wegen eines angeblich geplanten Terroranschlags durch einen seiner marokkanischen Köche, der aber dann nur zufälligerweise den gleichen Namen hatte wie ein verdächtiger Terrorist. Und es gibt noch einige Beispiele mehr, wo ich dann ehrlich sagen muss, weniger ist mehr.
Mein Fazit: Das Buch unterhält an langen, vielleicht verregneten Wochenenden oder ist einfach mal was zum Abschalten.
TochterAlice zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 02.02.2017
Blau, blau, blau blüht nicht nur der Enzian - nein auch der "Guide Gabin", DER Gastroführer überhaupt, erstrahlt in dieser Farbe. Und um diesen, nein, um einen ganz besonders wertvollen Jahrgang, dreht sich alles in diesem Buch!

Ich liebe Krimis mit historischem Touch, mit Rückblenden in die Vergangenheit- und ich liebe Xavier Kieffer, den luxemburgischen Koch! In diesem spannenden, aber vor allem unterhaltsamen und überraschenden Krimi hat man beides zusammen - was will man mehr?!

Es geht weiter mit Xavier - unkonventionell, sympathisch und ein Feinschmecker in jeder Hinsicht hat sich der Protagonist der vorhergehenden Bände kein bisschen verändert: das freut die geneigten Leser, die bereits ungeduldig auf die Fortsetzung dieser stimmungsvollen Reihe gewartet haben.

Er gerät durch seine Freundin, die Pariser Gastrokritikerin - nein, wohlgemerkt DIE Gastrokritikerin überhaupt - Valerie mal wieder in illustre Kreise: Francois Allégret, uns als Bürgermeister von Paris aus "Rotes Gold noch in Erinnerung und inzwischen zum Präsidenten von Frankreich avanciert, braucht Xaviers Hilfe in delikater Angelegenheit - nicht nur ein bestimmter Jahrgang des Guide Gabin muss gefunden werden, nämlich der 1939er, nein, im Zusammenhang damit offenbaren sich auch politische Geheimnisse, allerdings - wie könnte es anders sein - nur kleckerweise.

Und nicht nur Xavier und Valerie geben sich hier die Ehre, nein, wir bekommen es auch wieder mal mit Pekka Vattanen, Xaviers trinkfreudigem und auch sonst überaus lebenslustigen Freund zu tun, ebenso wie dem geschäftstüchtigen Esteban, den Xavier noch aus Ausbildungszeiten kennt. Und wir lernen weitere Akteure kennen - ich habe mich besonders für einen kulinarisch versierten nordfranzösischen Metzger erwärmt, der auch sonst einiges auf Scheibe hat und entscheidend in die Handlung eingreift. Aber mehr darüber erfahren Sie erst, wenn Sie selbst zum Buch greifen.

Und es lohnt sich, denn im bereits fünften Band dieser wundervollen luxemburgischen Serie geht es ganz schön zur Sache - von der leichten Behäbigkeit, die einige Teile durchzog, ist keine Spur zu erkennen. Wer atmosphärische Krimis liebt, in denen Essen und Trinken, aber auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts eine große Rolle spielen, auf knackige Spannung aber nicht verzichten will - für den ist "Gefährliche Empfehlungen" wie gemacht! Herrlich, wie Hillenbrand die Atmosphäre sowohl in Fronkreisch als auch im beschaulichen Luxemburg einfängt! Aber ob das Rauchen am laufenden Band - wie immer fast keine Seite, auf der sich Xavier nicht mindestens einen Glimmstengel gönnt - unbedingt sein muss? Hier wird es als typisch französische und auch luxemburgische Eigenart bzw. liebenswerte Marotte verkauft: nun, ich kenne jede Menge überzeugte bis militante Nichtraucher sowohl aus Frankreich als auch aus den Benelux-Ländern, für die genussvolles Essen und Zigarettenqualm am besten auf zwei unterschiedliche Planeten verteilt sein sollten... mir scheint, der Autor will hier auf charmante Art ein ganz persönliches Laster legitimieren. Das stört mich ein ganz kleines bisschen, tut dem Lesevergnügen in ganz großem Stil jedoch keinen Abbruch.
ingrid m. zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 01.02.2017
Während der Eröffnung des Gabin-Museums in Paris verschwindet der seltene Gastroführer „Guide bleu“ aus dem Jahre 1938. Der anwesende luxenburgische Starkoch Xavier Kieffer, Hobbydetektiv, wird um Hilfe gebeten und tatsächlich stößt er bereits nach Kurzem auf eine Leiche. Als sich auch der französische Präsident einschaltet, wird alles undurchsichtig und mysteriös. Kieffer ermittelt im Verborgenen, muss aber erkennen, dass bereits viele Unbekannte von seiner Suche nach diesem 1938er wissen. Wird er abgehört? Von wem?

Während des Lesens gerät man als Leser immer wieder in eine Geschichte aus dem 2. Weltkrieg in Frankreich – Spionage, Abwehr, Resistance - erkennt aber längere Zeit nicht die Zusammenhänge.

Abwechselnd und portionsweise werden die beiden Geschichten serviert bis alles in einem spannenden Schluss endet.

Mir haben das Cover, der Aufbau der Geschichte und auch der Einblick in die Luxemburgische Gourmetküche sehr gut gefallen. Ich werde dieses Buch gerne weiter empfehlen!
PMelittaM zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 12.01.2017
Bei der Eröffnung des Firmenmuseums des berühmten Gastroführers Guide Gabin wird ein seltener Band, der zuletzt vor dem 2. Weltkrieg veröffentlichte, gestohlen, wenig später gibt es einen Toten. Xavier Kieffer wird in die Geschichte verwickelt ...

Natürlich hatte ich bereits von der Reihe kulinarischer Kriminalromane gehört, in der ein Luxemburger Koch ermittelt, aber dieser fünfte Band ist der erste, den ich gelesen habe – und ich bin begeistert.

Der Kriminalfall – kann man ihn überhaupt so nennen? – ist sehr verwickelt, doch der Autor verliert nie den roten Faden. Schnell wird dem Leser klar, dass zum Ende des Krieges der Guide eine wichtige Rolle gespielt haben muss, welche, enthüllt der Autor jedoch erst am Ende des Romans. Die Auflösung und auch das spannende Finale gefallen mir gut und es erscheint mir auch nicht weit hergeholt, dass ausgerechnet Kieffer ermittelt, denn er hat u. a. ein privates Interesse. Die Geschichte insgesamt ist interessant und ausgefeilt komponiert. Der Epilog schließt alle Erzählstränge ab und lässt den Leser zufrieden den Roman zuklappen.

Sehr gut gefällt mir auch, wie Tom Hillebrand erzählt, sehr bildhaft und ausführlich, er nimmt mich mit auf eine Reise, nach Luxemburg (und andere Städte), in die Kochkunst und sogar in den 2. Weltkrieg selbst, denn immer wieder unterbrechen Rückblenden das aktuelle Geschehen. Wir laufen mit Kieffer durch die Städte, gehen mit ihm essen und rätseln mit ihm, was vorgeht und warum.

Kieffer selbst mochte ich sofort, auch wenn er, was mir privat doch etwas unangenehm wäre, ein starker Raucher ist. Man ist kaum noch gewohnt, dass in Büchern viel geraucht wird, da bricht der Autor ein bisschen die Konventionen. Und überhaupt: Ein Koch, der raucht? Ruiniert der nicht seine Geschmacksknospen? Mir ist das zwar immer wieder aufgefallen, letztlich hat es meine Meinung über den Protagonisten nicht wesentlich bestimmt.

Die anderen Charaktere gefallen mir größtenteils auch sehr gut, Kieffer hat einige etwas skurrile Bekannte, auf der Gegenseite gibt es eher die Klischeetypen, die dort aber ganz gut hin passen, sogar der französiche Präsident spielt eine Rolle – nur Xaviers Lebensgefährtin, Valerie Gabin, bleibt recht blass. Eine Hauptrolle spielen auch die Städte und natürlich das Essen und Trinken, der Begriff „kulinarisch“ steht zu Recht auf dem Cover. Im Anhang gibt es ein sehr nützliches Glossar, das die Vielzahl der erwähnten französischen und luxemburgischen Gerichte erklärt.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, kein typischer Kriminalroman zwar, weil auch kein typischer Kriminalfall, es gibt zwar ein Rätsel zu lösen und auch ein paar Täter zu ermitteln, aber das Ganze erweist sich eher als eine Art Puzzle. Bis dieses komplett ist, passieren spannende Dinge, Menschen geraten in Gefahr, andere werden verdächtigt, Kieffer gerät in Situationen, aus denen er zum Teil mit Glück, zum Teil mit Köpfchen entkommt und der Leser wird gut unterhalten. Ich vergebe 4, 5 Sterne, die ich aufrunde und eine Leseempfehlung.
subechto zu »Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen« 29.12.2016
Xavier ist zurück

Das Warten hat ein Ende. Zwei Jahre sind seit „Tödliche Oliven“ vergangen. Und so war ich schon gespannt auf „Gefährliche Empfehlungen“. Worum geht es?
Tom Hillenbrand kommt gleich zur Sache. Ein Rückblick in die Vergangenheit: Es geht um eine seltene Ausgabe des Gastroführers »Guide Gabin« aus der Zeit des 2. Weltkriegs.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Xavier Kieffer, dem beliebten Luxemburger Koch. Er schwelgt in Erinnerungen und freut sich auf eine Feier in Paris. Doch dann, ein Stromausfall. Was war passiert?
Die auf dem Fest ausgestellte Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939 ist verschwunden und kurz darauf geschieht auch noch ein Mord. Was hat das mit dem Krieg zu tun? Xavier ermittelt…
„Gefährliche Empfehlungen“ ist bereits der fünfte Fall für den sympathischen Hobbydetektiv, der mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Nicht nur spannend und unterhaltsam erzählt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und die zeitgeschichtlichen Hintergründe sind bestens recherchiert.
Manch falsche Fährte wird begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und führen schließlich auf Umwegen zum Ziel. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel.
Passagen in Luxemburger Dialekt und das Aufzählen traditioneller Gerichte sorgen für Lokalkolorit. Doch manchmal ist weniger eben mehr und würde aus einem guten, locker und leicht zu lesenden kulinarischen Krimi, einen sehr guten machen.
Last but not least, dass der französische Präsident persönlich involviert ist, das war mir dann doch „too much“. Nichtsdestotrotz bleibt „Gefährliche Empfehlungen“ ein zwar etwas überfrachtetes, jedoch intelligentes und kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch aus der Reihe!
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