Fear von Tom Bale

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Blood falls, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: Preface, 2011 unter dem Titel Blood falls. 464 Seiten.
  • München: Goldmann, 2012. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-47831-6. 545 Seiten.

'Fear' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Seit der ehemalige Detective Sergeant Joe Clayton vor vier Jahren den Sohn eines Bandenchefs erschoss, ist er auf der Flucht. Nachdem er seinen Verfolgern erneut knapp entkommen kann, findet er bei einer Freundin im beschaulichen Städtchen Trelennan in Cornwall Unterschlupf. Es ist eine Bilderbuchidylle. Doch Joes Instinkt sagt ihm, dass der Schein trügt. Und tatsächlich: Bereits zwei Frauen sind in Trelennan verschwunden, und es herrschen Angst und Misstrauen. Der Ort ist fest in der Hand des skrupellosen Unternehmers Leon Race. Und der würde den neugierigen Ex-Cop Clayton am liebsten aus dem Weg räumen.

Ihre Meinung zu »Tom Bale: Fear«

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Nadir36 zu »Tom Bale: Fear« 18.06.2015
Spannendes Finale, aber ödes Personal

Die ersten 200 Seiten sind zum Vergessen, denn es handelt sich um die weder besonders originell noch einfühlsam aufgebügelte Konstellation vom Außenseiter, der in eine Stadt kommt, in der das Böse alle mehr oder weniger im Griff hat, auch wenn es sich auf den ersten Blick um eine Mustersiedlung handelt. In die Handlung um den untergetauchten Ex-Bullen, der seine Familie so sehr vermisst, sind Episoden von einer nackten Frau, die in einem dunklen Verlies erwacht, eingebettet. Anscheinend die Mode schlechthin um 2011. Dritter Handlungsstrang ist das Wohl und Wehe von Leon Race, dem Allmächtigen im Urlaubsort für Weiße, der immer wieder von Migräne aufgesucht wird.
Auf der Suche nach einem vermissten Mädchen, versucht Joe die Organisation von Race zu infiltrieren, der wiederum weiß von dem Kopfgeld, das auf den ehemaligen Undercover-Agenten ausgesetzt ist und versucht die potenzielle Million Finderlohn
im Ort zu halten.
Ab dem Gangsterkongress S.373f, in dessen Verlauf Race ordentlich zurecht gestutzt wird. läuft in seiner Organisation einiges aus dem Ruder, gleichzeitig nimmt das Buch richtig Fahrt auf und entwickelt unverhofft bereits abgeschriebenes Spannungspotenzial bis zum großen Showdown im Umfeld einer Naturkatastrophe.
Ab der Mitte hat das Buch was für sich, wenn es um Äktschn geht, leider sind die Charaktere, mit Ausnahme des Unsympathen Leon Race, ziemlich flach angelegt, die Guten sind samt und sonders schlank und durchtrainiert, die Bösen eher fett oder schleimig. Am Anfang schimpft Joe gleich mal mit einem rassistischen Taxifahrer und verwechselt dabei ziemlich blamabel Rassisismus und Nationalsozialismus, auch wenn das sogar dem Autor entgangen ist. Aber neben diesen eher stereotypen Charakterisierungen bleibt das Personal so tiefgründig wie Playmboilfiguren.
ACHTUNG SPOILER!
Natürlich wird die Frau aus der Gruft von Joe gerettet und Leon Race wird dabei blind und lahm geprügelt. Joe muss weiter zum nächsten und übernächsten Showdown und lässt das Mädchen und Schurken in der zur Ruine gewordenen Race-Villa zurück.
Es ist für mich zwar nachvollziehbar, dass die 530 Seiten als Ausschnitt aus einer praktisch unendlichen Flucht angelegt sind, auch, dass er sich als Retter und Flüchtling in einer Person nicht mehr um Race oder die Gerettete kümmern kann, aber warum liefert der Autor nicht wenigstens zum guten Schluss noch anderthalb Seiten über das Schicksal des Mädchens an dessen Nacktheit und Ausgeliefertheit er sich so lange delektiert hat? Auch die sogar noch besser eingeführte Person Leon Race, die beim Bürgerkrieg in der eigenen Organisation weiter an Profil gewonnen hat, lässt Bale einfach so liegen. Als würden ihm plötzlich die Seiten ausgehen, dabei hat er doch anfangs gut 200 davon mit seiner Pseudosuspense und nichtssagenden Charakteren verplempert.
SPOILER ENDE
Fazit: Für die letzten 200 Seiten verdient Bale eine sehr gute Bewertung, aber zu viele totes Holz bis dahin und ziemlich stereotypes Personal kosten das Buch eine bessere Bewertung.
Null punkte gibt es für die Übersetzung des Titels, im Original heißt das Buch Blood Falls,
es gibt auch keinen Jäger, Joe bleibt der von unterschiedlichen Instanzen Gejagte, von daher gibt es auch keine Stunde des Jägers.
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