Hannibal von Thomas Harris

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Hannibal, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Toskana / Florenz, 1990 - 2009.

  • New York: Delacorte, 1999 unter dem Titel Hannibal. 486 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 1999. Übersetzt von Ulrich Bitz. 484 Seiten.
  • München: Heyne, 2001. Übersetzt von Ulrich Bitz. 541 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2006. Übersetzt von Ulrich Bitz. 541 Seiten.
  • München: Heyne, 2006. Übersetzt von Ulrich Bitz. ISBN: 978-3-453-43170-6. 541 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Heyne, 1999. Gesprochen von Hansi Jochmann. gekürzt. 6 CDs.

'Hannibal' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Als anspruchslose Unterhaltungslektüre durchaus lesenswert« 60°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Sieben Jahre sind vergangen, seit Dr. Hannibal Lecter aus der Haft geflohen ist, sieben Jahre, seit FBI Special Agent Clarice Starling ihn im Hochsicherheitstrakt der Strafanstalt für geistesgestörte Straftäter inviewte. Im Austausch für Informationen über den Serienkiller Buffalo Bill mußte sie Dr. Lecter in Das Schweigen der Lämmer die Geheimnisse ihrer Seele offenbaren.

Seit dieser Zeit ging es mit ihrer Karriere beim FBI bergab. Ihr Gegenspieler im Justizministerium, die graue Eminenz Krendler, den sie damals ausgestochen hatte, will sie nach einer spektakulär mißratenen Razzia abservieren, da wird sie wieder auf den menschenfressenden Psychiater angesetzt, der sich, nachdem er 7 Jahre von der Bildfläche verschwunden war, plötzlich wieder brieflich meldet. Denn Clarice Starling ist die einzige, die ihn wirklich versteht.

Lecter hat sich mit neuem Gesicht als Kunstsachverständiger in Florenz niedergelassen, wo er seinen Genüssen für delikates Essen, exquisiten Wein und mittelalterliche Kunst ungehindert frönen kann. Dies jedoch weiß Clarice Starling noch nicht. Sie soll ihn finden. Und sie ist überzeugt, dies über Lecters Geschmacksvorlieben auch erreichen zu können.

Doch nicht nur die amerikanische Polizei sucht fieberhaft nach Hannibal Lecter. Auch der schwerreiche Mason Verger, eines seiner früheren Opfer, grausam verstümmelt, der nur noch von Maschinen und dem Wunsch, sich an Hannibal zu rächen, am Leben gehalten wird, verfolgt seine Spuren. Er hat ein Kopfgeld auf seine Ergreifung ausgesetzt und sich eine Rache ausgedacht, die Hannibals krankem Hirn in nichts nachsteht.

Das Treffen von Hannibal und Clarice findet schließlich statt, nur ganz anders als vom Leser erwartet und an Geschmacklosigkeiten kaum zu übertreffen.

Ich nehme an, dass ich mit meiner Meinung zu diesem Buch eine Aussenseiterrolle einnehme. Ich möchte jedoch vorausschicken, dass ich absolut nichts gegen dieses Genre habe und mir Ekelszenen (zumindest beim Lesen) nichts ausmachen.

Hannibal setzt jedoch das fort, was bei ´Schweigen der Lämmer´ schon begann. Gegenüber ´Schwarzer Sonntag´ und ´Roter Drache´, wo Hannibal Lecter seinen ersten Auftritt hatte, fallen diese Werke klar ab. ´Hannibal´ ist auf reine Effekthascherei ausgelegt und das ist für einen Thriller einfach zu wenig. Von Anfang an ist das Buch mit Szenen gespickt, die manch einem allein bei der Vorstellung den Appetit verderben können. So beginnt das Buch schon damit, dass einer Verbrecherin der komplette Hinterkopf weggeschossen wird. Und dies ist noch eine der harmloseren Szenen.

Das Buch kann fast originalgetreu als Drehbuch zu einem Film verwendet werden. Warten wir ab, wie die filmische Umsetzung einiger von Harris ausgedachten Perversitäten gelingt. Geöffnete Schädel, von Muränen abgefressene Nasen oder von Schweinen vertilgte Füße dürften aber wohl nicht jedermanns Sache sein. Jedoch hat der Roman auch angenehmere Seiten wie z.B. in dem Teil der in Florenz spielt. Die Schilderung der Stadt Florenz mit all ihren Schönheiten, aber auch korrupten Polizeibeamten und Politikern ist sehr interessant zu lesen.

Als anspruchslose Unterhaltungslektüre ist ´Hannibal´ für nicht allzu zart besaitete Gemüter jedoch durchaus lesenswert, da es sehr flüssig zu lesen ist. Und der Schluß lässt – ohne zuviel verraten zu wollen – mehr als erahnen, dass Thomas Harris bereits an einer Fortsetzung arbeitet.

Das meinen andere:

»Ein gut konstruierter Plot, über den sich Spannung aufbauen ließe und in dessen Dienst stünde, was uns der Autor über sein Personal mitteilen möchte, fehlt völlig. Hannibal Lecter wird endgültig die Knallcharge, die zu sein im Schweigen der Lämmer eben der Plot und die Personenkonstellation gerade noch verhindert hatten.« (Jan Philipp Reemtsma für Die Zeit)

Ihre Meinung zu »Thomas Harris: Hannibal«

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Daniela Bido zu »Thomas Harris: Hannibal« 27.03.2015
Ich finde das Buch genial. Der Film ist dagegen gelinde gesagt Müll. Grad das Ende ist vollkommen anders,als im Buch. So absurd es klingt, man mag Hannibal. diesen "stilvollen" Killer, der jene tötet, die es "verdienen". Der Rest ist just a matter of taste. Gut oder schlecht... muss jeder selbst entscheiden.
manni zu »Thomas Harris: Hannibal« 25.07.2012
Ich habe noch einmal von "Hannibal rising" bis "Hannibal" alle vier Romane gelesen. Was für eine einzigartige,spannende Geschichte uns der Autor da erzählt. Die Ermittlungen liefen damals noch ohne technischen Schnickschnack, wie wohltuend. Harris war die Entwicklung seiner Hauptdarsteller wichtiger, einfach genial. Jetzt wird mir auch klar, warum ich vergeblich auf eine Fortsetzung warte, dazu mußte ich noch einmal die dramatischen letzten Kapitel von Hannibal verinnerlichen. Die Geschichte, so unglaublich und erschütternd das Finale auch ist, ist auserzählt.Bye-bye Starling!
90°!
el_tacco zu »Thomas Harris: Hannibal« 07.02.2011
Sensationell, wie es des Autor schafft, die Hassperson in diesem Roman von Hannibal auf ein ehemaliges opfer Hannibals, Mason Verger, zu richten. Man hofft die ganze Zeit, dass Hannibal auf seiner ewigen Flucht nicht geschnappt wird und sein stilvollen Lebenswandel weiter leben kann.
Das Ende des Romans ist grandios. Völlig unerwartet.

Der Film ist ja schon gut gewesen. Aber dieses Buch verläuft gegen Ende des Buches in eine komplett andere Richtung.

von mir gibts 90°
lolli zu »Thomas Harris: Hannibal« 21.12.2010
Ich finde dieses Buch athemberaubend. Von Anfang bis Haubtteil. Das Ende finde ich nicht mehr so gut. Thomas Harris stellt in diesem Buch Lecter als Freund von Clarice da. Was ich aber nicht weiter schlimm finde, denn dadurch ändert sich die Meinung vom Leser über Lecter. In den Bänden davor wurde er als grausahmer Killer dargestellt, doch nun entwickelt man sympatie für ihn. Im Buch hab ich mir manchmal gedacht, wie gemein kann man nur sein und damit meine ich nicht Lecter.
Insgesamt war dieses Buch gut gelungen.
Evey zu »Thomas Harris: Hannibal« 10.12.2008
Ich hab vor kurzen das Buch das erste Mal gelesen und ich muss sagen:"Wie geil ist das denn?!" Vorher hatte ich nur den Film gesehen, den schon ganz gut fand, aber das Buch ist einfach ... besser? ...
Das trifft es zwar nicht ganz, aber nah dran. Es ist einfach spannend und macht Appettit auf mehr ;-)
Khany zu »Thomas Harris: Hannibal« 01.11.2008
Es ist zwar schon ein Weilchen her, als ich Hannibal las aber dieses Buch ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben.
Ich habe die ersten drei Teile (Roter Drache, Das Schweigen der Lämmer und Hannibal) der Reihe gelesen.

Dieses War der erste Streich, und der zweite folgt sogleich...

Hannibal war grauenvoll, lachhaft und die wohl schlechteste Fortsetzung, die Mr. Harris sich hätte ausdenken können.
Alle Protagonisten waren zu Karikaturen ihrer selbst verzerrt.
In "das Schweigen der Lämmer" waren Lecter und Starling brilliant gezeichnet und absolut echt.
Bei "Hannibal" hatte ich das Gefühl, daß Harris eigendlich ein ganz anderes Buch schreiben wollte, aber dazu gezwungen wurde die "Dr.-Lecter-Story" weiter zu schreiben. Lecter und Starling sind Komparsen im eigenen Buch geworden.
Alles dreht sich um Verger, seine BruderSchwester und die Sarden.
Von Dr. Hannibal Lecter und Clarice Starling ist auf weiter Flur nicht viel zu sehen.
Und sollte Dr. Lecter doch mal auf der Bildfäche auftauchen, dann ist er auf einmal handzahm wie ein Lämmchen.
Umgebracht wird nur noch der, der es auch verdient hat. Ansonsten bleibt er verdammt Farblos.
Starling taucht erst zum Ende so richtig auf. ...
Und dann sind wir beim Ende...

Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

War das Buch schon schlecht, dann ist das Ende unterirdisch!!!
So einen verqueren, abstrusen Abschluß hätte ich von Mr. Harris nicht erwartet. Nicht wenn man vorher "Das Schweigen der Lämmer" gelesen hat.
Ich denke alle werden mir Recht geben, wenn ich sage, das Harris bei diesem Ende wohl neben sich gestanden haben muss oder das Ende der Friseur geschrieben hat.

Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei!

P.S. Hannibal Rising werde ich mir nicht mehr antun!
sue82 zu »Thomas Harris: Hannibal« 07.09.2008
Oje, ich fand das Buch einfach nur schrecklich. Die ersten beiden Bände um Hannibal Lecter waren spannend und flüssig geschrieben. Dieser Band strotzt nur so von unnötigen Seiten, die das Lesevergnügen dämpfen. Dem Buch hätte gut und gerne 200 Seiten weniger sehr gut getan.
Ich fand das Buch sehr langatmig und zu detailgetreu. Wobei ich das detailgetreu eher auf die ausufernden Beschreibungen über Florenz beziehe, da wäre weniger wesentlich mehr gewesen.
Der Ekelfaktor ist in diesm Buch sehr hoch. Das Ende hat mich so gar nicht überzeugt, da könnte man fast meinen der Autor lässt sich ein Hintertürchen offen um noch einen Teil zu schreiben.
Fazit: Für mich der schlechteste Teil. Mehr als 60° sind da leider nicht drin.
Beatrice zu »Thomas Harris: Hannibal« 09.03.2008
Meiner Meinung nach sind Buch und Film einfach klasse.
Beides sind extrem spannend und haben ein hohes Suchtportential...
Ein Meisterwerk!
Die Spannung ist unwerfend, einfach sensationell!!!
Beatrice zu »Thomas Harris: Hannibal« 09.03.2008
Meiner Meinung nach bist das Buch einfach toll.
Spannend bis zur letzten Seite.
Der Film kann den Buch nicht das Wasser reichen.
Aber in kurz und ganzen sind beides ein einziges Meisterwerk!
carmestra zu »Thomas Harris: Hannibal« 21.06.2007
also, ich habe vor kurzen auch das buch gelesen und muss sagen, es ist gar nicht so schlimm, wie befürchtet, mal ganzabgesehen vom schluß! das musste nun wirklich nicht sein, das wurde im film besser gelöst. der film hat noch einen pluspunkt gegenüber dem buch: die musik ist super!^^

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