Hannibal von Thomas Harris

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Hannibal, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Hoffmann & Campe. 484 Seiten. ISBN-10: 3-455-02688-5, ISBN-13: 978-3-455-02688-7.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Toskana / Florenz, 1990 - heute.

'Hannibal' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Als anspruchslose Unterhaltungslektüre durchaus lesenswert« 60°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Sieben Jahre sind vergangen, seit Dr. Hannibal Lecter aus der Haft geflohen ist, sieben Jahre, seit FBI Special Agent Clarice Starling ihn im Hochsicherheitstrakt der Strafanstalt für geistesgestörte Straftäter inviewte. Im Austausch für Informationen über den Serienkiller Buffalo Bill mußte sie Dr. Lecter in Das Schweigen der Lämmer die Geheimnisse ihrer Seele offenbaren.

Seit dieser Zeit ging es mit ihrer Karriere beim FBI bergab. Ihr Gegenspieler im Justizministerium, die graue Eminenz Krendler, den sie damals ausgestochen hatte, will sie nach einer spektakulär mißratenen Razzia abservieren, da wird sie wieder auf den menschenfressenden Psychiater angesetzt, der sich, nachdem er 7 Jahre von der Bildfläche verschwunden war, plötzlich wieder brieflich meldet. Denn Clarice Starling ist die einzige, die ihn wirklich versteht.

Lecter hat sich mit neuem Gesicht als Kunstsachverständiger in Florenz niedergelassen, wo er seinen Genüssen für delikates Essen, exquisiten Wein und mittelalterliche Kunst ungehindert frönen kann. Dies jedoch weiß Clarice Starling noch nicht. Sie soll ihn finden. Und sie ist überzeugt, dies über Lecters Geschmacksvorlieben auch erreichen zu können.

Doch nicht nur die amerikanische Polizei sucht fieberhaft nach Hannibal Lecter. Auch der schwerreiche Mason Verger, eines seiner früheren Opfer, grausam verstümmelt, der nur noch von Maschinen und dem Wunsch, sich an Hannibal zu rächen, am Leben gehalten wird, verfolgt seine Spuren. Er hat ein Kopfgeld auf seine Ergreifung ausgesetzt und sich eine Rache ausgedacht, die Hannibals krankem Hirn in nichts nachsteht.

Das Treffen von Hannibal und Clarice findet schließlich statt, nur ganz anders als vom Leser erwartet und an Geschmacklosigkeiten kaum zu übertreffen.

Ich nehme an, dass ich mit meiner Meinung zu diesem Buch eine Aussenseiterrolle einnehme. Ich möchte jedoch vorausschicken, dass ich absolut nichts gegen dieses Genre habe und mir Ekelszenen (zumindest beim Lesen) nichts ausmachen.

Hannibal setzt jedoch das fort, was bei ´Schweigen der Lämmer´ schon begann. Gegenüber ´Schwarzer Sonntag´ und ´Roter Drache´, wo Hannibal Lecter seinen ersten Auftritt hatte, fallen diese Werke klar ab. ´Hannibal´ ist auf reine Effekthascherei ausgelegt und das ist für einen Thriller einfach zu wenig. Von Anfang an ist das Buch mit Szenen gespickt, die manch einem allein bei der Vorstellung den Appetit verderben können. So beginnt das Buch schon damit, dass einer Verbrecherin der komplette Hinterkopf weggeschossen wird. Und dies ist noch eine der harmloseren Szenen.

Das Buch kann fast originalgetreu als Drehbuch zu einem Film verwendet werden. Warten wir ab, wie die filmische Umsetzung einiger von Harris ausgedachten Perversitäten gelingt. Geöffnete Schädel, von Muränen abgefressene Nasen oder von Schweinen vertilgte Füße dürften aber wohl nicht jedermanns Sache sein. Jedoch hat der Roman auch angenehmere Seiten wie z.B. in dem Teil der in Florenz spielt. Die Schilderung der Stadt Florenz mit all ihren Schönheiten, aber auch korrupten Polizeibeamten und Politikern ist sehr interessant zu lesen.

Als anspruchslose Unterhaltungslektüre ist ´Hannibal´ für nicht allzu zart besaitete Gemüter jedoch durchaus lesenswert, da es sehr flüssig zu lesen ist. Und der Schluß lässt – ohne zuviel verraten zu wollen – mehr als erahnen, dass Thomas Harris bereits an einer Fortsetzung arbeitet.

Das meinen andere:

»Ein gut konstruierter Plot, über den sich Spannung aufbauen ließe und in dessen Dienst stünde, was uns der Autor über sein Personal mitteilen möchte, fehlt völlig. Hannibal Lecter wird endgültig die Knallcharge, die zu sein im Schweigen der Lämmer eben der Plot und die Personenkonstellation gerade noch verhindert hatten.« (Jan Philipp Reemtsma für Die Zeit)

Ihre Meinung zu »Thomas Harris: Hannibal«

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Evey zu »Thomas Harris: Hannibal« 10.12.2008
Ich hab vor kurzen das Buch das erste Mal gelesen und ich muss sagen:"Wie geil ist das denn?!" Vorher hatte ich nur den Film gesehen, den schon ganz gut fand, aber das Buch ist einfach ... besser? ...
Das trifft es zwar nicht ganz, aber nah dran. Es ist einfach spannend und macht Appettit auf mehr ;-)
Khany zu »Thomas Harris: Hannibal« 01.11.2008
Es ist zwar schon ein Weilchen her, als ich Hannibal las aber dieses Buch ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben.
Ich habe die ersten drei Teile (Roter Drache, Das Schweigen der Lämmer und Hannibal) der Reihe gelesen.

Dieses War der erste Streich, und der zweite folgt sogleich...

Hannibal war grauenvoll, lachhaft und die wohl schlechteste Fortsetzung, die Mr. Harris sich hätte ausdenken können.
Alle Protagonisten waren zu Karikaturen ihrer selbst verzerrt.
In "das Schweigen der Lämmer" waren Lecter und Starling brilliant gezeichnet und absolut echt.
Bei "Hannibal" hatte ich das Gefühl, daß Harris eigendlich ein ganz anderes Buch schreiben wollte, aber dazu gezwungen wurde die "Dr.-Lecter-Story" weiter zu schreiben. Lecter und Starling sind Komparsen im eigenen Buch geworden.
Alles dreht sich um Verger, seine BruderSchwester und die Sarden.
Von Dr. Hannibal Lecter und Clarice Starling ist auf weiter Flur nicht viel zu sehen.
Und sollte Dr. Lecter doch mal auf der Bildfäche auftauchen, dann ist er auf einmal handzahm wie ein Lämmchen.
Umgebracht wird nur noch der, der es auch verdient hat. Ansonsten bleibt er verdammt Farblos.
Starling taucht erst zum Ende so richtig auf. ...
Und dann sind wir beim Ende...

Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

War das Buch schon schlecht, dann ist das Ende unterirdisch!!!
So einen verqueren, abstrusen Abschluß hätte ich von Mr. Harris nicht erwartet. Nicht wenn man vorher "Das Schweigen der Lämmer" gelesen hat.
Ich denke alle werden mir Recht geben, wenn ich sage, das Harris bei diesem Ende wohl neben sich gestanden haben muss oder das Ende der Friseur geschrieben hat.

Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei!

P.S. Hannibal Rising werde ich mir nicht mehr antun!
sue82 zu »Thomas Harris: Hannibal« 07.09.2008
Oje, ich fand das Buch einfach nur schrecklich. Die ersten beiden Bände um Hannibal Lecter waren spannend und flüssig geschrieben. Dieser Band strotzt nur so von unnötigen Seiten, die das Lesevergnügen dämpfen. Dem Buch hätte gut und gerne 200 Seiten weniger sehr gut getan.
Ich fand das Buch sehr langatmig und zu detailgetreu. Wobei ich das detailgetreu eher auf die ausufernden Beschreibungen über Florenz beziehe, da wäre weniger wesentlich mehr gewesen.
Der Ekelfaktor ist in diesm Buch sehr hoch. Das Ende hat mich so gar nicht überzeugt, da könnte man fast meinen der Autor lässt sich ein Hintertürchen offen um noch einen Teil zu schreiben.
Fazit: Für mich der schlechteste Teil. Mehr als 60° sind da leider nicht drin.
Beatrice zu »Thomas Harris: Hannibal« 09.03.2008
Meiner Meinung nach sind Buch und Film einfach klasse.
Beides sind extrem spannend und haben ein hohes Suchtportential...
Ein Meisterwerk!
Die Spannung ist unwerfend, einfach sensationell!!!
Beatrice zu »Thomas Harris: Hannibal« 09.03.2008
Meiner Meinung nach bist das Buch einfach toll.
Spannend bis zur letzten Seite.
Der Film kann den Buch nicht das Wasser reichen.
Aber in kurz und ganzen sind beides ein einziges Meisterwerk!
carmestra zu »Thomas Harris: Hannibal« 21.06.2007
also, ich habe vor kurzen auch das buch gelesen und muss sagen, es ist gar nicht so schlimm, wie befürchtet, mal ganzabgesehen vom schluß! das musste nun wirklich nicht sein, das wurde im film besser gelöst. der film hat noch einen pluspunkt gegenüber dem buch: die musik ist super!^^
michelle zu »Thomas Harris: Hannibal« 25.02.2007
Was ich nochmal erwähnen wollte: ich habe vor dreieinhalb Jahren hier einen Beitrag verfasst, ich zitiere:"... doch ich halte es dennoch für das große Pluspunkt des Films." Mal abgesehen davon, dass es natürlich der Pluspunkt ist, meinte ich natürlich das BUCH!! Nicht der große Pluspunkt des Films, sondern des Buches. Würd ja auch sonst gar keinen Sinn machen, das Ende des Films ist ja nicht romantisch. Das hat mich jetzt die ganzen Jahre beschäftigt, deshalb musste ich das nun endlich richtigstellen.
So, jetzt kann ich endlich wieder unbelastet mein Leben leben.
Anke zu »Thomas Harris: Hannibal« 27.11.2005
Ich habe das Buch im Original gelesen, und dann in die deutsche Übersetzung geschaut. Die Übersetzung ruiniert das buch. Die Handlung ist schwer verdaulich und eher unglaubwürdig, aber die Art wie Thomas Harris Sprache benutzt, ist von einer unglaublichen Eleganz, an manchen Stellen ist er poetisch, an anderen brutal, aber immer packend. Das fehlt der Übersetzung total.

Als Thriller finde ich Hannibal nicht gelungen, als Literatur ist er sehr fein.
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jack daniel zu »Thomas Harris: Hannibal« 29.10.2005
arsch geil alter . fette scheiße. offene hirne , schweine die krüppel fressen. der typ ist ja noch kranker drauf wie ich.ich kann es kaum erwarten von hannibals kindheit zu erfahren. im dezember kommt ja das vierte hannibal buck behind the mask raus. was ebenfalls verfilmt wird.leider nicht mit anthony hokins in der rolle des hannibal. ciao leuts
1 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Honey zu »Thomas Harris: Hannibal« 16.07.2005
Eindeutig Harris' schlechtestes Buch... Auch der Film hat mcih nciht besonders mitgerissen... Aber wer gern "Gräueltaten" und solche Sachen liest, kann es ja mal mit Hannibal versuchen. Das Buch ist nicht sehr anstrengend zu lesen. Würd ich aber nicht weiterempfehlen...
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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