Assassini von Thomas Gifford

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1990 unter dem Titel The Assassini, deutsche Ausgabe erstmals 1991 bei Lübbe. 864 Seiten. ISBN-10: 3-404-13509-1, ISBN-13: 978-3-404-13509-7.

'Assassini' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der Mord an der jungen Ordensschwester Valentine lässt ihren Bruder Ben, einen Anwalt und früheren Jesuiten, nicht ruhen. Sein einziger Hinweis ist ein verblasstes Foto aus dem Paris des Jahres 1943. Auf der Suche nach den vier Männern, die auf dem Foto abgebildet sind – und dem fünften, der es aufgenommen hat -, stößt er auf eine Reihe ungeklärter Todesfälle. Interne Kirchenangelegenheiten, bedeutet man Ben, die ihn gefälligst nichts anzugehen hätten.

Alle Spuren führen nach Rom, zu den geheimen vatikanischen Archiven und weit in die Vergangenheit: Irgendwann in der Renaissance, so heißt es, unter den berüchtigten Borgia-Päpsten, gab es eine geheime Mördertruppe, Assassini genannt, die dann zum Einsatz kam, wenn alle anderen Mittel versagten. Hat irgend jemand diese Truppe wieder zum Leben erweckt? Hat der Vatikan Interessen, die er notfalls sogar mit Mord schützt?

Ihre Meinung zu »Thomas Gifford: Assassini«

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UD1966 zu »Thomas Gifford: Assassini« 27.08.2009
Die Geschichte selbst ist gut und wird zunehmend spannender. Mich stört auch nicht, dass so viele Personen miteinander verflochten werden. Die Handlung braucht aber sehr lange, bis sie den Leser richtig interessiert. Auf den ersten 100 Seiten habe ich mehrfach überlegt, das Buch beiseite zu legen.

Hanebüchen finde ich aber, wie Gifford seine Figuren inde klerikalen Hintergrund bettet. Wer auch nur ein bisschen Einblick ins Leben Geistlicher und von Ordensleuten hat, dem sträuben sich die Haare. Ein Orden, wie der von Val und Elizabeth muss erst noch gegründet werden. Das Ordensleben, dessen Säulen Armut, Keuschheit und das Leben inder Gemeinschaft besteht, wird hier völlig außer Acht gelassen. Auch mag es im Vatikan so manches Schlitzohr geben, das auch die eine oder andere Leiche im Keller hat. Allerdings verhalten sich die Figuren in Wahrheit ganz anders. Man muss Vertretern der Kirche zugestehen, dass sie insgesamt weniger weltlich daher kommen, als der Autor dies Glauben machen mag. Das stört ein wenig.

Ich musste mich beim Lesen immer zwingen, diesen total unrealistischen Hintergrund auszublenden. Wenn einem dies gelingt, und das fing bei mir so in der Mitte des Buches an, erlebt man aufregende Lese-Momente.
Ms. Terry zu »Thomas Gifford: Assassini« 24.06.2009
Ich habe wirklich selten ein so uninteressantes, langatmiges und dabei auch noch völlig unlogisches Buch gelesen wie dieses.
Bei jeder Aktion der Hauptpersonen hab ich gedacht "Hääh?? Aber warum macht er/sie DAS denn jetzt?"

Es fängt damit an, dass die beiden wunderschönen, modernen, eloquenten, inteligenten, modernen Nonnen das totale Luxusleben genießen. Val schreibt kirchenkritische Bestseller, und ist daher quasi weltberühmt, und kann deshalb von der Kirche nicht abserviert werden, reist ständig in der Weltgeschichte rum, um für ihre Bücher zu recherchieren. Elizabeth lebt in einem Luxusappartment mit Swimmingpool auf dem Dach, was sie von Vals Liebhaber (jaaa, richtig gelesen. Ist aber nicht so schlimm, moralisch total korrekt, weil sie wollte vielleicht bald dann doch aufhören, Nonne zu sein, um Curtis zu heiraten. Vorher kann man von einem so liebenswerten Wesen wie der Val auch echt nicht verlangen dass sie sich entscheidet. Also, nicht falsch verstehen: Dass Nonnen auch "nur" Menschen sind, ist mir klar, und ich könnte auch nicht im Zölibat leben. Aber dann soll sie eben aus ihrem Orden austreten.) zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Es geht damit weiter, dass Ben jedem aber auch jedem, der ihm vor die Füße läuft, genau erklärt, dass er vorhat, die Gründe für Vals Tod herauszufinden, auf jeden Fall, und wie er das anstellen will.

Niemand kann einfach einen Raum betreten, ein Gespräch führen, und woanders hingehen. Alles wird bis ins kleinste unwichtige Detail ausgeführt, im Stil von "Der handgewebte Teppich aus Meerschweinchen-Haar verschluckte meine Schritte, und ich musste mich angesichts der Picassos, Monets und Van Goghs an den ochsenblutrot gestrichenen Rauhputz-Wänden am geschwungenen Treppengeländer aus Suaheli-Gelbem Schnickschnackholz festhalten, um nicht vor Ehrfurcht über diese Ansammlung an wertvoller Kunst in die Knie zu gehen, was die wie mit dem Lineal gezogenen Bügelfalten an meiner marineblauen Cordsamthose gefährdet hätte, die ich zu einem geschmackvoll gemusterten Hemd in otterbraun und textmarkerlila trug."

Fast alle, die Ben trifft, erzählen ihm sofort, was er wissen will. Die anderen wollen ihm "später" alles erzählen. Obwohl sie natürlich geschworen haten, niemals ein Sterbenswörtchen verlauten zu lassen.

Am Ende war alles ziemlich viel Lärm um letztendlich nichts. Dass da nix geheim bleibt, war eigentlich klar, da hätte man sich das Rumgemorde auch sparen können.

Ist nur meine Sicht, anderen scheint es ja unheimlich gut gefallen zu haben, aber ich kann wirklich nur abraten. Auf Seite 400 fängt langsam mal was an, was man "Handlung" nennen kann. Die hat mich allerdings nur irritiert den Kopf schütteln lassen. Und der lange und mühsame Weg dahin lohnt sich einfach nicht für die läpsche Auflösung. Die ich so ähnlich übrigens auch schon auf Seite 450 geahnt hatte.
tedesca zu »Thomas Gifford: Assassini« 02.02.2009
Bezieht sich auf das Autiobook:
Obwohl Ulrich Pleitgen hervorragend liest, habe ich mir schwer getan, in die Geschichte reinzufinden. Es passieren zwar Morde am laufenden Band, Ben Driskill reist um die halbe Welt, aber trotzdem fehlt die Spannung. Dazu kommt, dass man sich die vielen Namen nur schwer merken kann, die ganze Geschichte ist irgendwann so wirr, dass man sich eigentlich Notizen machen müsste, um den Faden icht zu verlieren. Es scheint, dass der historische Teil der Erzählung gut recherchiert ist (habe ich bei einigen Rezensionen gelesen), aber davon wurde höchst wahrscheinlich einiges weggekürzt (812 Seiten gehen sich auch auf 7 CDs nicht einmal im Ansatz aus).
Im Großen und Ganzen OK für lange Autofahrten, aber von Herzen weiterehmpfehlen kann ich es nicht. Bei Interesse an dem Thema würde es sich wohl doch lohnen, das Buch zu lesen.
DFK zu »Thomas Gifford: Assassini« 06.12.2008
Wirklich gelungen , hab sogar das schlafen vergessen weil ich zuende lesen wollte . ok anfangs ein wenig langatmig aber das muss sein da man den rest sonst nie verstehen würde

besonders gut gelungen ist meiner meinung nach der soannungsaufbau , nach einer weile bekommt man einen leichten suchteffekt und muss einefach weiterlesen "man könnte ja was verpassse/vergessen"
alles in allem wirklich fesselnd und gut das es noch keine 1,5h filmversion gibt die würde wohl alles aus dem zusammenhang reissen
B. Renner zu »Thomas Gifford: Assassini« 25.09.2008
Wirklich eine interessante Story aber eine miserable Deutsche Version, die hier verkauft wird! Viele Rechtschreibfehler und manche Stellen muss man erst zurück ins Englische übersetzen, um zu erahnen, was der Autor wohl sagen wollte. Es bestätigt sich: Man sollte Bücher wenn möglich im Orginal lesen!
Tamara zu »Thomas Gifford: Assassini« 18.08.2008
Assasini war mein erster Gifford-Roman, aber bestimmt nicht der letzte. Ich wurde darauf aufmerksam, weil ich zuvor Illuminati und den Da Vinci Code gelesen habe. Der Vorteil bei Assasini ist der, dass sich Gifford mehr mit der Geschichte befasst. Er greift zurück bis zu den ersten Päpsten, schildert historische Tatsachen sehr genau und flechtet sie geschickt in die Geschichte ein.
Auch das Verhältnis zu den Nazis und zur Résistance im 2. Weltkrieg wird einem nahe gebracht.
Genauso wie die Tatsache, dass auch Nonnen, Priester und Kardinäle nur Menschen sind.
Wenn man einen blutrünstigen Thriller mit klirrender Spannung erwartet, sollte man vielleicht doch eher etwas anderes lesen. Aber Gifford hat mit diesem Roman auf alle Fälle meinen Nerv getroffen.
NickSch zu »Thomas Gifford: Assassini« 18.07.2008
Im ersten Drittel des Buches werden sämtliche Charaktere vorgestellt. Das geschieht sehr schleppend und langatmig und lenkt vom eigentlichen Handlungstrang sehr ab. Um die Fülle der Personen, die alle Kirchengeistliche unterschiedlicher Couleur sind, auseinanderzuhalten, empfiehlt es sich, eine kleine Beziehungskizze anzufertigen.
Der Ich-Erzähler der Geschichte, Ben Driskill, findet seine Schwester Val, eine Nonne, ermordet in einer Kirche. Sie wollte ihm ihre journalistischen Enthüllungen anvertrauen, doch nun gehört sie zu einer Reihe von toten Geistlichen. Ben entdeckt eine Fotografie aus dem 2. Weltkrieg, die ihm Val als eine Art Testament hinterlassen hat. Anhand derer macht er sich auf, den Spuren der Enthüllung seiner Schwester zu folgen und um Vals Mörder zu finden. Dabei stößt er auf sehr dunkle Machenschaften des Vatikans während des 2. Weltkrieges und auf den geheimen "Mördertrupp" desselben, die Assassini. Unterstützt wird er durch die beste Freundin seiner Schwester, Elizabeth, die ebenfalls die Mörder entlarven möchte. Ein teilweise verwirrender Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der aktuelle Papst Calixtus liegt im Sterben und es ist klar, dass dessen potentieller Nachfolger dem Geheimbund der Assassini angehörte.
Wenn man sich durch die ersten 250 Seiten durchgequält hat, wird das Buch gegen Ende hin spannender. Überraschend ist das Ende. Leider büßt das Buch einiges an Glaubwürdigkeit ein, da manche Protagonisten nicht "tot zu kriegen sind", andere sterben wie die Mücken. Auch die Vielzahl der Personen, die auch noch Decknamen und zum Teil bürgerliche Namen haben, sind doch schwer auseinanderzuhalten. Der Stoff, nämlich die Verwicklung der Kirche mit dem Nationalsozialismus, bietet Zündstoff und ist eine wirklich interessante Romanvorlage.
Aber man muß das Buch nicht unbedingt lesen, es gibt interessantere Bücher.
Susannah zu »Thomas Gifford: Assassini« 03.04.2008
Der Papst liegt im Sterben. Zwei Kardinäle kämpfen um die Nachfolge. In Princeton wird eine Nonne ermordert, in New York sterben ein Kardinal und einer der mächtigsten weltlichen Kirchenmänner. Und mitten drin stehen Ben Driskill und Schwester Elizabeth, die sich beide plötzlich in einem Intrigennetz wiederfinden, das ihre Vorstellungen übersteigt. Denn die Wahrheit, die sie beide Suchen, die Wahrheit über die Morde, liegt weit in der Vergangenheit. Im von den Nazis besetzten Paris, zwischen Papst Pius, Auftragsmördern und Kunstschätzen. Doch steht jeder auf der Seite, auf der er sich präsentiert?

Großartig! Besser als Dan Brown, spannender, historisch fundierter, lehrreicher, wahrscheinlicher. Tiefgehende Charaktere, eine dauerhafte, kaum auszuhaltende Spannung. Man teilt die Nervosität der Figuren, ihre Furcht, ihr Ensetzen, ihre Grüblereien. Man weiß zum Ende hin nicht mehr, mit wem man sympathisieren soll und warum. Und wieder und wieder drängt Thomas Gifford dem Leser eine Frage auf: Wie weit geht ein Mensch für das, was ihm am Wichtigsten ist und was er liebt? Geht er dafür über Leichen? Und wie können wir als Außenstehende das bewerten?

Wem Dan Brown zu platt war, wird hier fündig.

Wer Dan Brown gut fand, wird hier feststellen, dass es viel besser geht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
spotty zu »Thomas Gifford: Assassini« 28.02.2008
Vor dem Hintergrund vatikanaler Intrigen und der Rolle der Kirchenoberen während des 2.Weltkrieges wird eine spannende Story aufgebaut. Einmal *eingelesen*, wird man in den Bann der ebenso mörderischen wie spannenden Geschichte gezogen ... es gibt immer wieder neue Wendungen und "als Bonus" einen geschichtlichen Abriss für die Handlung nicht relevanter und subjektiv bewerteter Ereignisse längst vergangener Papst-Historie. Genau das ist aber der Schwachpunkt des Romans, den man wohl dann ebenso fesselnd ein Drittel kürzer geschafft hätte.
Insgesamt jedoch richtig spannende Lektüre, und spätestens mit dieser "ausgedachten" Geschichte ist dann auch das Interesse an der Vatikanmafia geweckt!
Annwyn zu »Thomas Gifford: Assassini« 04.02.2008
Ich habe das Buch zwei Male angefangen. Beim zweiten Mal habe ich es auch zu Ende gelesen, auch wenn es mich zwischendurch immer wieder Überwindung gekostet hat.
Die Geschichte ist hervorragend, das steht außer Frage, jedoch ist die Umsetzung für meinen Geschmack zu langatmig. Das Buch hätte man sicher locker um ein Drittel kürzen können, was den Lesespaß (für mich) deutlich erhöht hätte. Die Charaktere erscheinen mir stellenweise ein bisschen einfältig, was aber ihrer Sympathie keinen Abbruch tut. Allerdings wäre das Buch deutlich spannender, wenn sie mehr handeln als nachdenken würden, dann würde das Buch sicher an Spannung und Aufregung gewinnen.
Alles in allem, eine tolle Geschichte, mit nicht ganz so hervorragender Umsetzung.

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