Die Haut, in der ich wohne von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1984 unter dem Titel Mygale, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Hoffmann & Campe.
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Paris: Gallimard, 1984 unter dem Titel Mygale.
ISBN:
2070489493. 182 Seiten.
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Hamburg: Hoffmann & Campe, 2008.
Übersetzt von Holger Fock & Sabine Müller.
ISBN:
978-3-455-03692-3. 140 Seiten. -
München: Heyne, 2009.
Übersetzt von Holger Fock & Sabine Müller.
ISBN:
978-3-453-40672-8. 140 Seiten.
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[Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2009.
Gesprochen von Leon Boden.
ISBN:
3836804395. 4 CDs.
'Die Haut, in der ich wohne' ist erschienen als
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In Kürze:
Der berühmte plastische Chirurg Richard Lafargue hält seine Partnerin Ève in einem Schlafzimmer auf seinem Château gefangen. Sie darf den Raum nur einmal im Monat verlassen, wenn das Paar eine junge Frau in der Nervenheilanstalt besucht. Nach diesen Ausflügen zwingt der Chirurg Ève dazu, mit Fremden Sex zu haben, während er sie durch einen Einwegspiegel beobachtet …Was diese beiden mit dem flüchtigen Polizistenmörder und dem entführten jungen Mann zu tun haben, der nackt in einer Kammer gefoltert wird, zeigt sich erst im spektakulären Finale. Thierry Jonquet webt in diesem kunstvollen roman noir ein bedrohliches Netz, in dem sich die Figuren schicksalhaft verfangen.
Das meint Krimi-Couch.de: »Geht buchstäblich unter die Haut«
Krimi-Rezension von Ines Dietzsch überspringen
Mygale – so heißt in französischer Sprache die Vogelspinne. Mygale ist der Originaltitel des 1984 erschienenen Romans des Franzosen Thierry Jonquet. Das Buch des in seiner Heimat weit mehr als hierzulande bekannten Autors wurde von Pedro Almodóvar mit Penelope Cruz und Antonio Banderas in den Hauptrollen verfilmt und soll 2009 in die Kinos kommen.
Gefangen im Netz der Vogelspinne
Mygale nennt Vincent Moreau im Stillen seinen»Herrn«. Von einem Unbekannten gehetzt und entführt erleidet der Abiturient jahrelang Höllenqualen. Der Fremde kettet Vincent nackt in einem Verließ an, verweigert ihm Essen, Trinken und Toilette und setzt ihn jeder erdenklichen Art sadistischer Folter aus und bricht ihn schließlich.
Zusammengekrümmt zu seinen Füßen, hast du dich erleichtert und warst glücklich, getrunken zu haben. Du warst ein Nichts, du warst nur noch ein durstiges, hungriges und gequältes Tier. Ein Tier, das einmal Vincent Moreau geheißen hatte. (S. 46)
Auch Alex Barney ist gefangen. Er hat bei einem Banküberfall einen Polizisten erschossen und versteckt sich mit seiner Beute in einem verlassenen Gehöft auf dem Land. Sein Konterfei prangt aus allen Gazetten und Alex fasst einen teuflischen Plan seiner Identität zu entkommen. Mit ungeahnten Folgen entführt er Ève aus ihrem Boudoir und erpresst den Schönheitschirurgen Lafargue, ihm ein neues Gesicht zu geben.
Ein beklemmendes Kammerspiel
Gleich einem Bühnenstück reduziert sich der Roman auf die Handlungen seiner Hauptakteure. Es gibt keine Nebenschauplätze und keine Ablenkung durch unwesentliche Nebenhandlungen. Die Perspektiven wechseln ständig zwischen dem eingekerkerten Vincent Moreau, Lafargue und Barney. Die drei Erzählstränge laufen parallel, führen zusammen und klären am Ende restlos die dunkle Verstrickung der Protagonisten auf. Dabei lässt die kalte, emotionslose Sprache Jonquets den Leser frösteln. Die Frage, wozu ein Mensch aus Liebe, Hass und Rachedurst fähig ist und welche Gefühle Opfer jahrelanger physischer und psychischer Folter ihren Peinigern entgegen bringen, beschäftigt noch lange nach dem Zuklappen des Buchdeckels.
Das ganze Büchlein ist nur 140 Seiten schmal, aber von solch einer Intensität! Unbedingt lesen!
Ines Dietzsch, Januar 2009
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| lilalu zu »Thierry Jonquet: Die Haut, in der ich wohne« | 29.06.2011 |
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