Highscore von Theo Pointner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ruhrgebiet, 1990 - 2009.
Folge 8 der Katharina-Thalbach-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2007. ISBN: 978-3-89425-334-9. 347 Seiten.

'Highscore' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

In einem Swingerclub wird die Leiche einer Frau gefunden, getötet durch Gift. Die Ermittlungen von Katharina Thalbach und ihren Kollegen der Bochumer Kripo ergeben, dass die Tote nicht gerade der Typ Mensch war, in dem man einen Swingerclubbesucher vermutet. Doch ein Motiv für den Mord lässt sich nicht finden. Dann erhalten die Kripoleute einen Anruf aus Strausberg: Dort kam zur gleichen Zeit wie in Bochum eine Frau gewaltsam zu Tode, und zwar ebenfalls in einem bizarren Ambiente – in einem Leichenwagen. Und auch für diesen Mord lässt sich kein Motiv finden. Katharina und ihr ostdeutscher Kollege Rocco Daubitz tragen zusammen, was sie wissen. Ihnen erwächst ein furchtbarer Verdacht: Sind die Morde Teil eines Spiels, dessen Schwierigkeitsgrade sich von Stufe zu Stufe steigern? Dann stellt sich aber die Frage: Wie viele Level hat das Spiel und was steht am Ende? 

Das meint Krimi-Couch.de: »Pointner hat den Dreh raus« 80°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Kondom des Grauens? Im Leichenwagen zum Schafott? Zwei Selbstmorde und ein Halleluja? Wenn es um kompliziert zelebrierte Tötungen geht, dann scheint Theo Pointner unter den Deutschen Krimiautoren ein heißer Anwärter auf den ersten Platz zu sein. Allein in seinem Roman Highscore schildert er vier Fälle plötzlichen und unnatürlichen Ablebens, die an abscheulicher Skurrilität ihres Gleichen suchen. Doch davon abgesehen schafft es der Bochumer, einen bis zum Ende spannenden, ja dramatischen Krimi zu erzählen, der mit Abstand das Beste ist, was der Mann bislang zu Papier gebracht hat.

In einem Bochumer Swingerclub wird eine nicht mehr ganz so junge Lehrerin umgebracht. Die Obduktion weist auf eine Vergiftung hin und das Gift gelangte über die vaginalen Schleimhäute in den Körper des Opfers – aufgetragen auf der Außenseite eines Kondoms. Zeitgleich in Strausberg in Brandenburg: Ein herrenloser Leichenwagen versperrt eine Ausfahrt. Als die herbeigerufenen Polizisten die Hecktüre öffnen, erblicken sie noch für eine Sekunde eine gefesselte junge Frau im Sargraum, ehe ein explosives Gasgemisch den Wagen in die Luft gehen lässt und die Polizisten und eine Zeugin lebensgefährlich verletzt.

Zwei Morde – zwei Mordkommissionen. Und sowohl die Bochumerin Katharina Thalbach als auch ihr Kollege Rocco Daubitz in Strausberg finden heraus, dass die beiden Opfer jüngst über Chats im Internet einen Mann kennen gelernt haben. Doch als die PCs der beiden toten Frauen untersucht werden sollen, setzen sich Mechanismen in Gang, die die Daten unwiederbringlich zerstören. Nachdem Daubitz einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden herstellen kann, gelingt es Katharina Thalbach den ehemaligen Hacker Hinnerk Harms auf Hallig Hooge zur Mitarbeit zu animieren, obwohl dieser nie wieder einen PC anfassen wollte. Mit Harms haben die beiden Mordkommissionen den Trumpf im Ärmel, um einem gescheit agierenden, mordenden Computerfreak den Kampf anzusagen.

Neben einer von perversen Morden gekennzeichneten Handlung hat der Autor aber auch die Fortentwicklung seiner Charaktere nicht vergessen. Und während man beim Vorgängerroman Dominoeffekt sich noch wundern durfte, dass die stets überarbeitete Kommissarin Thalbach ihre Familie verlassen hatte, um mit einer anderen Frau zusammen zu leben, zeigen sich nun bei ihr Reuegefühle. Unter Druck gesetzt durch einen Heiratsantrag ihrer Lebensgefährtin entdeckt Thalbach nämlich die guten Seiten an ihrer gescheiterten Beziehung zu sehen und sich endlich eigene Fehler eingestehen zu können.

Wundern darf man sich auch, wie viel besser die sprachlichen Mittel des Autors geworden sind. Auf »Kosenamen« für Zigaretten wartet man vergeblich: kein Glimmstängel, auch kein Tabakstäbchen verunstaltet den Roman. Unnötige und abgedroschene Metaphern sucht man ebenso umsonst. Pointner hat seinen Wortschatz entrümpelt und die Phrasendrescherei reduziert. Ergebnis ist eine Sprache, die viel leichter bekömmlich ist als in den Vorgängerromanen.

Der Autor verdient sich ein Extralob für das Ende von Highscore. Ohne hier etwas davon verraten zu wollen: hier macht der Autor Stimmung für die nächste Folge der Serie. Und wenn Pointner diese Form beibehält, dann darf man sich auf den nächsten Roman der Katharina-Thalbach-Serie ohne Vorbehalte freuen. Und um das Statement vom Anfang zu untermauern: Für Highscore erhält Theo Pointner von der Krimi-Couch seine ganz persönliche Bestwertung auf unserem Bewertungsthermometer.

Thomas Kürten, August 2007

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Rebecca zu »Theo Pointner: Highscore« 13.09.2011
Positiv: Ein superspannendes Buch, gut geschrieben, aber dann dieses unmögliche Ende...! Trotzdem werde ich mir Abgesang kaufen, schon allein um zu
sehen, ob alles nicht ganz so schrecklich ist wie befürchtet. Als Bochumerin habe ich alle Pointners gelesen, auch wenn ichseine Figuren teilweise sehr psychopathisch finde (z.B. in "Einer nach dem anderen". Allein die Vorstellung der beschriebenen Bilder ruft in mir einen Ekelschock hervor, obwohl ich kein Mann bin...
guido zu »Theo Pointner: Highscore« 23.01.2011
die gute nachricht: der krimi ist spannend, gut lesbar, allerdings zu sehr auf action getrimmt. das gesamte personal rund um thalbach wirkt seltsam einfältig bis auf die sehr realistisch gezeichnete figur hinnerk harms, der eigentlichen hauptfigur in dem sehr auf perfekter konstruktion bedachten plot.
leider wurden in dem krimi mal wieder sämtliche klischees durchgenudelt, die man so oder so ähnlich als beigabe schon in anderen elaboraten ertragen durfte. natürlich dürfen auch einige splatterelemente nicht fehlen, die wohl der derzeitigen thriller mode geschuldet sind. man kann das teil gut verschlingen, ohne groß die birne anzustrengen, aber von einem meisterwerk ist es dennoch sehr weit entfernt. insofern sind sämtliche bewertungen über 80% wesentlich zu hoch angesetzt. der autor zeigt humor, weil er sich selbst szenisch in die handlung eingebaut hat.
Frank Schrudde zu »Theo Pointner: Highscore« 03.08.2008
Sehr gut gerschriebener Roman. Die typische Atmoshäre des Ruhrgebietes bietet den Rahmen für eine sehr spannende Story. Teilweise hatte ich die Figuren und Orte sehr plastisch vor Augen. An der Qualität von Theo Pointner sollten sich die vielen unsäglichen Drehbuchautoren des deutschen Fernsehens ein Beispiel nehmen. Das Buch schreit nach einer Verfilmung! Mehr davon.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Heike zu »Theo Pointner: Highscore« 20.04.2008
mir ist dieser Krimi von einer Kollegin empfohlen worden. Es war mein erster Theo Pointner und ich habe ihn gefressen. Super spannend , mit einem unerwarteten Ende, welches mich hoffen läßt, dass der nächste Band nicht so lange auf sich warten läßt.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frank zu »Theo Pointner: Highscore« 13.08.2007
Das Buch macht Spaß - keine Frage.Dcoh eines ist an ihm schon auffällig,es könnte sich auch ebenso gut um einen amerikanischen oder englischen Thriller handeln.Sicherlich ist das grundsätzlich nichts schlechtes,nur wird der in den vorherigen Büchern sehr ausgeprägte Lokalbezug stark zurück gefahren.Die Handlung könnte auch in LA,London oder sonstwo spielen.Die Geschichte selbst steuert von Seite zu Seite straight auf ihren Höhepunkt zu + endet mit einem wahren Paukenschlag,der darauf hinweist,daß die Welt der K.Thalbach sich gravierend verändern wird.
Fazit:Wieder ein dt.Roman,der sich vor seiner Konkurrenz aus dem Ausland nicht verstecken muß. 90%
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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