Mord auf katalanisch von Teresa Solana

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Un crim imperfecte, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Spanien / Barcelona, 1990 - 2009.
Folge 1 der Borja-und-Eduard-Serie.

  • Barcelona: Edicions 62, 2006 unter dem Titel Un crim imperfecte. 284 Seiten.
  • München: Piper, 2007. Übersetzt von Petra Zickmann. ISBN: 978-3-492-04951-1. 284 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2008. Übersetzt von Petra Zickmann. ISBN: 978-3-492-25260-7. 284 Seiten.

'Mord auf katalanisch' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Wenn ein Ehemann in dem Katalog eines Auktionshauses seine Frau auf einem ihm unbekannten Gemälde entdeckt, ist das überraschend. Wenn dieser Ehemann der sicherste Anwärter auf die Präsidentschaft Kataloniens ist, ist das heikel. Da wendet man sich doch am besten an ein exklusives Unternehmen, das bitte diskret herausfindet, was die Gattin so treibt. Die geeignete »Detektei« ist schnell gefunden, denn der edle Name Borja Masdéu-Canals Sáenz de Astorga flößt Vertrauen ein. Dahinter verbergen sich die heimlichen Zwillinge Pep und Eduard und ansonsten mehr Schein als Sein. Und nun beschatten die beiden Zufallsdetektive die extravagante Gattin des Politikers und schlittern dabei in ein Verbrechen, das Barcelonas bester Gesellschaft das blaue Blut in den Adern gefrieren läßt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Bon dia, Barcelona!« 78°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Teresa Solana, Übersetzerin und eine neue spanische Krimi-Autorin, ist bekennende Katalanin und kennt jeden Winkel in ihrer Heimatstadt Barcelona. Mord auf katalanisch lautet der deutsche Titel ihres ersten Krimis Un crim imperfecte. Wie der Untertitel »ein Barcelona-Krimi« erwarten lässt, führt Solana den Leser durch die weltoffene Hauptstadt Kataloniens. Ist Mord auf katalanisch ausschließlich ein Krimi für Barcelona-Kenner?

Wieder ein ungleiches Brüderpaar …

Der eine heisst Pep, also Josep Martínez Estivill, hat sich aber den schicken Künstlernamen Borja Masdéu-Canals Sáez de Astorga zugelegt. Der andere nennt sich schlicht Eduard. Niemand weiß, das sie Zwillinge sind und ihr kleines Geschäft existiert eigentlich nicht, zumindest nicht für die spanischen Finanzbehörden. In ihrem Büro gaukelt ein feminines Deospray die Anwesenheit einer Sekretärin vor und in den nicht vorhandenen Konferenzräumen wird stets gerade renoviert. Dennoch genießt Borjas und Eduards Agentur für besondere Aufträge den Ruf, diskret zu sein. An einem Dezembermorgen erhalten die Brüder hohen Besuch.

 …und ein lukrativer Job

Der Kommunalpolitiker Lluís Font erteilt einen delikaten Auftrag, denn sie sollen seine Ehefrau beschatten. Der Politiker hat soeben ein Gemälde mit dem Abbild seiner Lídia erstanden und befürchtet einen Ehebruchskandal, der ihn die Präsidentschaft Kataloniens kosten könnte. In Vorfreude darauf, mit der fetten Anzahlung Familie und Freundin ein pompöses Weihnachtsfest bieten zu können, nehmen Borjas und Eduard den Auftrag an.

Doch die Feiertagsstimmung wird bald getrübt. Ihr Klient ruft sie am Weihnachtstag zu sich, denn seine Ehefrau liegt ermordet im Wohnzimmer. Die Ermittlungen führen das ahnungslose Detektiv-Duo zu den Abgründen der besseren Gesellschaft Barcelonas und an die Grenzen ihrer nicht sehr engen Moralvorstellungen.

Schräger Humor …

Wenn es den Begriff »spanischer Humor« noch nicht gibt, sollte er für diesen Krimi geprägt werden, denn die Dialoge aus dem Alltag der beiden Hauptpersonen sind unnachahmlich witzig.

Ein Beispiel gefällig? Der Satz:

»Mäsepamafohtsivunevusavépabienxpliqué, mesjö! « sagte der Taxifahrer mit atemberaubenden Zungenschlag auf Borjas dritte Frage bezüglich unserer Fahrstrecke.

leitet das Kapitel über die Ermittlungen in Paris ein.

Und genauso herzerfrischend witzeln diese schrägen Vögel über die Politik, die oberen Zehntausend und vor allem über sich selbst. Für den Unterhaltungswert ihres Romans zieht die Wortkünstlerin Solana alle denkbaren Register. Mit Situationskomik und schonungslosen Seitenhieben auf die bessere Gesellschaft erzählt sie über zwei chronisch abgebrannte Hochstapler, die sich als private Ermittler versuchen.

Die Chance, einen gehörnten Politiker auszunehmen, dem die standesgemäße Verschwiegenheit Unsummen wert ist, beschert den Brüdern ein unmögliches Verbrechen (»Un crim imperfekte«). Borjas Society-Kenntnis allein reicht nicht aus, jedoch in Kombination mit Raffinesse und verrückten Ideen, gelingt es, das Rätsel zu entschlüsseln.

 …und spanisches Flair

Teresa Solana charakterisiert ihre Stadt eher durch die Atmosphäre und soziale Struktur der Stadtviertel, statt den Leser ständig durch die Straßen zu führen. Ihr Krimi macht daher Lust auf die katalanische Metropole, ohne Detailwissen voraus zusetzen.

Einige originelle Lokalitäten und viele kulinarische Köstlichkeiten runden das kontrastreiche Bild über Barcelona und die Katalanen ab.

Ähnlich wie bei Andrea Camilleri, werden im Anhang die im Roman servierten Spezialitäten übersetzt und erklärt. Darüber hinaus kann der potentielle Barcelona-Tourist die Adressen der vorkommenden Bars und Cafés, sowie Sightseeing-Tipps, wie das »Leichenwagenmuseum« nachlesen.

Ganz große Spannung …

 …erzeugt dieser eher unspektakuläre Mordfall nicht, denn Mord auf katalanisch ist eine klassische Who-done-it-Story. Im Vordergrund steht die mit Schalk und Gerissenheit gespickte Ermittlung zweier halbseidener Machos, die am Ende einen überraschenden Gerechtigkeitssinn beweisen.

Mord auf katalanisch überzeugt vor allem als unterhaltsame Satire über die spanische Gesellschaft und als Persiflage über das Krimi-Genre.

Die Geschichte taugt also noch nicht einmal für einen Kriminalroman.

Doch, Señora Solana, das tut sie, besonders wenn sie so pfiffig und voller Humor erzählt wird.
Mehr von Borjas und Eduard, por favor!

Eva Bergschneider, August 2007

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OHombre zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 04.01.2014
MORD AUF KATALANISCH ist ein seichter Krimi der im heutigen Barcelona spielt und zwei recht originelle Hauptprotagonisten (neben der Metropole Barcelona) präsentiert.

DIE STORY:

EDUARD und PEPE sind Zwillingsbrüder. Das soll und darf aber niemand wissen. PEPE hat sich – wohl wegen seiner illustren Vergangenheit – einen anderen Lebenslauf und einen neuen, wohlklingenden Namen zugelegt. Er heißt jetzt: Borja Masdéu-Canals Sáenz de Astorga. Nur sein Bruder, EDUARD, ist eingeweiht. Selbst EDUARDs Familie (Frau und 3 Kinder, darunter auch ein Zwillingspaar) weiß davon nichts. Sie denken EDUARD und BORJA sind befreundet und Geschäftspartner. Die Brüder betreiben eine Detektei und kommen damit mehr recht als schlecht über die Runden. Da trifft es sich gut, dass sie wie aus heiterem Himmel von einem wohlhabenden, prominenten Abgeordneten den Auftrag bekommen, die Hintergründe herauszubekommen, die dazu geführt haben, dass seine Gattin sich von einem Maler auf die Leinwand bannen ließ. Das Honorar ist dank BORJAs Intuition üppig und beide fangen an zu recherchieren. Bevor sie jedoch richtig loslegen können, gibt es eine Leiche und zwar in persona von Lidia Font, der Gattin ihres Auftraggebers – und das, wo doch EDUARD und BORJA noch nie etwas mit einem Mord zu tun hatten...

FAZIT:

Gute Unterhaltung pur und das vor der tollen Kulisse einer der schönsten Metropolen Europas. Was will man mehr? Das Buch ist als Urlaubslektüre – insbesondere wenn man auch noch in der Nähe Barcelonas Urlaub macht – eine Top-Empfehlung. Die Geschichte spielt nicht nur in Barcelona, sondern geleichzeitig auch an einigen Schauplätzen von touristischen Interesse. Abgerundet wird dies alles durch ein kleines Glossar am Ende des Buches mit der Erläuterung einiger spanischer Spezialitäten und der Auflistung einiger Adressen, die in dem Roman erwähnt werden. Also eine runde Sache.

Viel Spaß beim Nachlesen unter spanischer Sonne.
hhbvcbg zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 20.03.2012
Ich bin für das Buch, es ist interessant und lässt sich gut lesen :) -> Für kaiserplatz Stufe 11
eine nette, harmlose Geschichte die so seicht vor sich hinplätschert, ab und an durch etwas Situationskomik aufgelockert, aber Krimispannung sucht man hier vergebens.Als zunehmend begeisterte Leserin katalanischer Literatur bin ich zufällig, wegen des Titels 'Mord auf katalanisch' , auf Teresa Solana aufmerksam geworden.
tassieteufel zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 12.09.2011
Die beiden ungleichen Zwillingsbrüder Borja, der eigentlich Pep heißt und Eduard betreiben eine Art exklusive Detektivagentur. Als ein katalanischer Abgeordneter in einem Katalog eines
Auktionshauses ein Gemälde entdeckt, auf dem seine Gattin abgebildet ist und er selsbt davon nichts weiß, kann das nur sehr heikel werden, zumal der Abgeordnete Ambitionen zu Höherem
Ämtern hat. Also beauftragt er Borja und Eduard damit heuaszufinden, ob die werte Gattin ihn betrügt. So kurz vor Weihnachten schneit den ungleichen und heimlichen Brüdern ein unverhoffter Geldsegen ins Haus den sie gut gebrauchen können, denn ihre Firma, die vor dem Fiskus auch nicht existiert, wirft nicht gerade viel ab. Doch die Ermittlungen gestalten sich gar nicht so einfach und dann wird Livia Font am Weihnachtsabend ermordet und eine ziemlich schräge Geschichte nimmt ihren Lauf.
Ein Buch das mal wieder einen recht zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Zwar hab ich ein Faible für schräge Typen und skurile Geschichten und die beiden ungleichen Brüder sind dafür auch gute Kandidaten, es ist schon witzig zu lesen, wie gekonnt sie kaschieren, das
ihr Ermittlertalent gegen Null tendiert und sie mit viel Detailiebe ein Büro vortäuschen, das so gar nicht existent ist, aufgesetzte Türen hinter denen angeblich gemalert wird, ein kaputter PC
dessen Gehäuse super deluxe wirkt und um eine nicht vorhandene Sekretärin vorzutäsuchen, wird schon mal Parfüm im Büro versprüht. Ebenso gelungen sind die Passagen in denen die Brüder von einer aberwitzigen Sitation in die nächste rutschen. Dann gibt es aber wieder sehr
zähe Abschnitte, Eduards familiäre Situation mit seiner Frau und allerlei Problemchen nahm für mich dann irgendwann überhand und ich hab mich schwer getan, weiter zu lesen.
Größtenteils ist das Buch humorvoll geschrieben, wirklich langweilig wird es nie, aber Spannung kommt eben auch nicht auf, die Handlung plätschert ohne große Highlights vor sich hin, ab und an gibt’s mal eine recht orginelle Wendung, aber so wirklich begeistern konnte das Buch
mich nicht. Sicher gibt’s viel lokales Flair, auch wer noch nicht in Barcelona war, kann sich das Umfeld gut vorstellen, aber mir hat hier bei aller Situationskomik doch eindeutig die Spannung gefehlt.

Fazit: eine nette, harmlose Geschichte die so seicht vor sich hinplätschert, ab und an durch etwas Situationskomik aufgelockert, aber Krimispannung sucht man hier vergebens.
Batti zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 09.12.2008
Ein nervenaufreibender Krimi ist dies wirklich nicht; dennoch hat das Buch "das gewisse Etwas": die ungleichen (und heimlichen) Zwillinge Pep/Borja und Eduard, die familiären (Neben-)Handlungen, und einfach nur Klasse ist die Beschreibung des "Bürolebens" in Borjas und Eduards kleiner Firma. Herrlich.
Mit viel Wortwitz und Situationskomik wird man immer weiter durch die eigentlich harmlos dahin plätschernde Handlung geführt - was jedoch zu keiner Zeit langweilig wird, viele Wendungen nimmt und letztendlich zu einem überraschenden (und so nachvollziehbaren) Schluss führt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Barbara Smith-Behrendt zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 10.08.2008
Als zunehmend begeisterte Leserin katalanischer Literatur bin ich zufällig, wegen des Titels 'Mord auf katalanisch' , auf Teresa Solana aufmerksam geworden.

Die beiden vorliegenden Rezensionen beschreiben diesen Krimi so gut und treffend, dass ich hier nur nur noch sagen möchte: Klasse - ein wirkliches Lesevergnügen - Lachanfälle sind vorprogrammiert!

Ich freue mich schon auf den zweiten Krimi von Teresa Solana, der im Herbst d.J. erscheinen wird - 'Höllenfahrt ins Paradies' - denn ich bin inzwischen Fan des schrägen Brüderpaares Borja und Eduard geworden.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 24.10.2007
Nachdem Spanien, insbesondere der katalanische Teil des Landes, im Jahre 2003 mit Vasquez Montalban einen seiner großen Krimi-Autoren verloren hat, sorgt nun Teresa Solana für Nachschub auf dem Sektor der Spannungs-Literatur. Die in Barcelona geborene Autorin versucht dabei allerdings nicht die von Montalban hinterlassene Lücke zu füllen, denn „Mord auf katalanisch“ ist in erster Linie eine satirische Betrachtung der spanischen Gesellschaft, in der das klassische Krimi-Genre auf trockene, unnachahmlich witzige Art und Weise persifliert wird. Herausragend sind hier vor allem die beiden Hauptfiguren Pep und Borjas, die nicht nur ihre Identität als Zwillingsbrüder verheimlichen, sondern auch die Tatsache, dass ihr kriminalistisches Wissen gen Null tendiert, mit gewitzter Bauernschläue vor ihren Auftraggebern verbergen. Da wird schon mal Parfüm im Büro versprüht, um eine nicht vorhandene Sekretärin vorzutäuschen und ein versperrter Durchgang zu einem nicht existenten Arbeitszimmer wird mit „Renovierungsarbeiten“ entschuldigt. Wenn sich dann die Amateur-Ermittler mehr blind ratend als kombinierend der Lösung des Falls nähern, bemerkt nur das geübte Auge Solanas treffsichere Seitenhiebe auf die korrupte Upper-Class. Richtige Spannung im klassischen Sinne kommt also nicht auf, was durch Wortwitz, geniale Situationskomik und ein einfach tolles Ermittler-Duo aber mehr als kompensiert wird. Gleichzeitig bringt Solana dem Leser die katalanische Metropole Barcelona näher, ohne viel Detailwissen vorauszusetzen oder ihn mit Ortsangaben zu erschlagen. Bis zum, für den einen oder anderen überraschenden Schluss, liest sich der Roman stets flüssig und kurzweilig. Insgesamt ist „Mord auf katalanisch“ ein gelungenes Debüt mit feinem Humor, das auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Die perfekte Lektüre für den Sommer!
5 von 7 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Chelsea zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 28.08.2007
"Mord auf katalanisch" ist ein sehr unterhaltsamer Krimi aus und über Barcelona. Die Autorin hat eine "flotte" Schreibe und ihr gelingt es sehr gut, Barcelona und ihre Besonderheiten herüber zu bringen.
Dazu kommt eine recht spannende Handlung mit immer wieder neuen Wendungen. Genau das Richtige für den Sommer.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Harald Hotz zu »Teresa Solana: Mord auf katalanisch« 20.08.2007
Ich habe das Buch gelesen und es hat mir sehr gut gefallen. Zu der obigen Rezension ist zu sagen, dass man eindeutig von "katalanischem Flair" und von "katalanischem" Humor sprechen muß, und dass Teresa Solana vermutlich nicht so gerne als "spanische Autorin" bezeichnet werden möchte, da sie ja in katalanisch schreibt. "Buenos días, Barcelona" ist für einen Katalanen fast schon eine Beleidigung, also besser "Bon dia, Barcelona". Seltsam, dass hierzulande immer noch so wenig über Katalonien bekannt ist. Wer also katalanisches Flair, katalanischen Humor kennenlernen möchte ist mit diesem Buch sehr gut bedient.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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