Der vierte Engel von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel The Fourth Angel,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.
- New York: G. P. Putnams Sons, 2001 unter dem Titel The Fourth Angel. 331 Seiten.
-
Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2003.
Übersetzt von Axel Merz.
ISBN:
3-404-14967-X. 444 Seiten. -
Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007.
Übersetzt von Axel Merz.
ISBN:
978-3-404-77154-7. 444 Seiten.
'Der vierte Engel' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
»Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen.« Offenbarung des Johannes 16,8 Eine Reihe von Brandanschlägen versetzt die Einwohner von New York in Angst und Schrecken. Begleitet werden diese Attentate von unheimlichen Briefen und Prophezeiungen, deren Absender sich »Der vierte Engel« nennt. Die Ermittler des New York Fire Department tappen im Dunkeln. Aber dann entdeckt Fire Marshal Georgia Skeehan eine Spur, die in die eigenen Reihen weist – und die auch äußerst persönliche Konsequenzen für die junge Ermittlerin haben soll.
Das meint Krimi-Couch.de: »Die Story ist vielschichtiger als vermutet«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Kein Kommissar, kein Privatdetektiv oder Hobbydetektiv ist hier am Werk. »Der vierte Engel« spielt in einem Milieu, das für Kriminalromane eher selten gewählt wird. Die Ermittler sind vom NYFD – vom New York Fire Department und Suzanne Chazins Protagonistin ist Fire Marshal Georgia Skeehan.
Georgia ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes und ehemalige Feuerwehrfrau. Ihr Partner ist der farbige Randy Carter, ein älterer und erfahrener Fire Marshal.
Bei einem Brand eines sechsstöckigen Bürogebäudes sind über fünfzig Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein Feuerwehrmann. Es handelte sich dabei um ein sogenanntes HTB-Feuer, ein Hochtemperaturbeschleuniger-Feuer. Dabei benutzt der Brandstifter eine Art Raketentreibstoff, der das Feuer binnen Minuten unkontrollierbar macht. Die Temperatur erreicht dabei bis zu zweitausend Grad. Dabei schmelzen sogar Betondecken.
Von Walter Frankel, dem Leiter des Ein-Mann-Unternehmens »Kriminaltechnisches Untersuchungslabor des Feuerwehrdepartments«, erfährt Georgia, dass dies keineswegs der erste Brandanschlag dieser Art war. In den letzten Monaten hat er bereits mehrmals Briefe mit Prophezeiungen unterschrieben mit »Der vierte Engel« erhalten. Diese kamen am Tag vor oder nach solchen Feuern bei ihm an.
Georgia konfrontiert ihren Vorgesetzten Brennan und ihre Mitarbeiter mit diesen Tatsachen, diese tun aber so, als hätten sie nie davon gehört. Allein der Commander schenkt ihr Gehör und beruft sie in die Untersuchungskommission. Brennan versucht jedoch, Georgia aufs Abstellgleis zu schieben. Bei ihren Kollegen wird sie als Anfängerin und als Frau nicht ernst genommen. Georgia lässt sich jedoch weder entmutigen noch von ihrem Weg abbringen. Sie findet heraus, dass ihre Abteilung Fehler zu vertuschen versucht, die im Zusammenhang mit den vergangenen Fällen gemacht wurden.
Amerika und Feuerwehr, da erwartet man einen Roman, bei dem das Pathos nur so zwischen den Seiten raustropft. Doch weit gefehlt. Die Autorin, die selber mit einem Ermittler des NYFD verheiratet ist und der man schon deswegen genügend Sachkenntnis attestieren sollte, geht kritisch mit der Organisation ins Gericht, ohne sie jedoch niederzumachen.
Sie stellt ihre Charaktere menschlich und glaubhaft dar und lässt jeden Fehler machen. Natürlich ist der Brandstifter der große Bösewicht, doch wird auch gezeigt, wie der Täter zu seinen Verbrechen getrieben wurde. Überraschenderweise entwickelt sich die Story weit vielschichtiger als zunächst angenommen.
Die Erkenntnis der von verschiedenen Leuten gemachten Fehler und die Versuche, daraus zu lernen oder sie wieder gut zu machen bilden das zentrale Thema dieses spannenden Thrillers. Dabei fällt natürlich dann am Ende doch noch das ein oder andere Ruhmesblatt auf die Feuerwehrleute.
Erschreckend verdeutlicht wird wieder einmal, wie einfach es ist und welch geringer Mittel es bedarf, Katastrophen bewusst herbeizuführen.
Leider lässt die schriftstellerische Leistung ein wenig zu wünschen übrig. Immer wieder stolpert man über Fakten, die einem unbekannt sind. Hat man das überlesen? Nein, oftmals wird erst später erklärt, was es damit auf sich hat. Das mag von der Autorin bewusst als Stilmittel eingsetzt worden sein, doch mich hat es beim Lesen unheimlich gestört. Die Schreibweise von Suzanne Chazin ist sehr einfach gehalten, so richtig flüssig ist der Text dennoch nicht immer.
Als Auftakt einer neuen Reihe würde ich das Buch trotz einzelner Schwächen als gelungen bezeichnen. Durch das ungewohnte Milieu hebt es sich vom Gros amerikanischer Thriller angenehm ab. Auf die weitere Entwicklung der Hauptfiguren darf man gespannt sein.
Anmerkung: Der Roman hat nichts zu tun mit dem gleichnamigen Film mit Jeremy Irons.
Ihre Meinung zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| bamberger zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 07.11.2010 |
|---|---|
| elkeschl zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 27.04.2010 |
| betschi zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 08.06.2009 |
| Coco1970 zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 07.09.2008 |
| Kathy zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 04.08.2006 |
| Sabine zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 04.10.2004 |
| Nina zu »Suzanne Chazin: Der vierte Engel« | 09.08.2004 |

