Wer nicht hören will, muss fühlen von Susanne Mischke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 bei Piper.

  • München; Zürich: Piper, 2000. ISBN: 3-492-04241-4. 312 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2001. ISBN: 3828904483. 312 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2002. ISBN: 3-492-23605-7. 312 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2004. ISBN: 3-492-26095-0. 312 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2010. ISBN: 978-3-492-26375-7. 312 Seiten.

'Wer nicht hören will, muss fühlen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Seit ihre Mutter auf so rätselhafte Weise verschwunden ist, hält sich Rosa am liebsten auf Friedhöfen auf. Mit ihrem Beruf lässt sich das glücklicherweise gut vereinbaren: Rosa ist Gärtnerin bzw. Friedhofsgärtnerin. Manchmal macht Rosa allerdings auch eine Ausnahme. So um der liebenswerten alten Luise Pally behilflich zu sein, die sich für ihren großzügigen Garten einen Pfirsichbaum wünscht. Rosa geht mit großer Sorgfalt ans Werk, gräbt tief und …fördert die bleichen Überreste eines menschlichen Skeletts zutage.

Das meint Krimi-Couch.de: »Wie Susanne Mischke sich weiterentwickelt« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Rosa arbeitet als Gärtnerin. Das Ladengeschäft, das sie von ihren Eltern übernommen hat, ist schon geschlossen, seit ihre Mutter vor 25 Jahren auf rätselhafte Art und Weise verschwand. Aber als »ambulante« Gärtnerin die Gärten anderer Leute in Ordnung zu halten, macht ihr ebenso großen Spaß wie Gräber auf dem Friedhof zu pflegen.

So wünscht sich zum Beispiel Luise Pauly, eine alte Dame, einen Pfirsichbaum in ihrem Garten. Sehr sorgfältig hebt Rosa ein großes Pflanzloch aus und fördert dabei Knochen zutage. Als sie Frau Pauly diesbezüglich befragt, behauptet diese, es seien Schweineknochen. Doch es ist eindeutig zu erkennen, dass es sich hier um ein menschliches Skelett handelt. Gemeinsam mit ihrem neuen Bekannten geht sie der Sache auf den Grund.

Wer schon einmal ein Buch von Susanne Mischke gelesen hat, der kennt so in etwa ihre Besetzungsliste: In der Hauptrolle eine Frau um die 30, alleinstehend, sehr eigenwillig, doch etwas naiv, die mit Männern so ihre Probleme hat und bisher von ihrem Leben noch nicht allzuviel gehabt hat. Dazu dann eine oder mehrere alte Damen vom Typ geschwätze Nachbarin, sieht alles, weiß alles. In der Herrenbesetzung ist zumeist ein Machotyp vertreten, dann der verständnisvolle Polizist sowie ein junger hilfsbereiter Mann. Alle Charaktere sind sehr liebevoll aufgebaut, alle haben so ihre Eigenheiten, die sie sympathisch machen und keiner ist von Grund auf böse.

Es hat wieder richtig Spaß gemacht, einen Roman von Susanne Mischke zu lesen. Nicht ganz so »schwarz« ihr Humor wie in »Mordskind« oder »Die Eisheilige«, nicht mehr ganz so skurril ihre Figuren.

Diesmal wartet die Autorin mit einem spannenden Kriminalfall auf, der 25 Jahre zurückliegt. Glänzend aufgebaut, springt sie ständig zwischen den verschiedenen Zeiten und Schauplätzen hin und her. Aufgrund ihres einfachen, aber humorvollen und ironischen Schreibstils ist das Buch von Anfang an fesselnd und trotz der vielen Rückblenden sehr flüssig zu lesen. Es macht keinerlei Probleme, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen.

Hervorragend, wie Susanne Mischke die Spannung aufbaut und Häppchen für Häppchen von der Lösung preisgibt, wobei jedesmal die Fantasie des Lesers angeregt wird und dieser glaubt, wieder ein wenig mehr zu wissen, jedoch manches Mal auf eine falsche Fährte gelockt wird.

Deutlich ist hier zu merken, wie sich Susanne Mischke schriftstellerisch weiterentwickelt hat. Auch »Mordskind« und »Die Eisheilige« sind glänzend als Unterhaltungsromane, doch »Wer nicht hören will, muß fühlen« ist wesentlich durchdachter. Nicht mehr ganz so oft verwendet sie den Zufall als Stilelement, nicht mehr ganz so leicht gehen den handelnden Personen die Morde von der Hand. Die Handlung wirkt schon wesentlich glaubhafter.

Die Charaktere sind so lebensecht dargestellt, dass einem beim Lesen schon eine Besetzungsliste für die Schauspieler einer Verfilmung in den Sinn kommt.

Wieder mal ein Roman von Susanne Mischke, den man vor Spannung nicht aus der Hand legen kann und sich dabei auch noch amüsiert.

Ihre Meinung zu »Susanne Mischke: Wer nicht hören will, muss fühlen«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

morus64 zu »Susanne Mischke: Wer nicht hören will, muss fühlen« 21.10.2005
Ein toller Frauen-Krimi mit vielen, sehr sympathischen, solidarischen und auch herrlich schrulligen Gestalten! Flott zu lesen und sehr spannend, mich erinnernd an Bärbel Riedel "Einer muß tot" (dtsch. Krimi-Preis 1985, 1. Platz national).
Tipp für Krimifreunde mit schlappem Gedächtnis: durch die raffiniert wechselnden Handlungsebenen, die noch dazu in mehreren Zeitebenen ablaufen und mitunter nicht straff in Kapitel, sondern nur durch 2 Leerzeilen voneinander getrennt sind, ist eine Anfangsnotiz über das "Wer und MIt-Wem" der handelnden Personen ratsam, um den Überblick zu behalten, welche Großtante denn nun mit welchem Schwippschwager u.s.w. ........
FAZIT: Empfehlenswerte 78 GRAD, auch für männliche Leser.
P.S.: Als Nächstes kommt nun unvermeidlich die von der Krimi-Couch-Leserschaft hochgelobte "Chirurgin" von T. Gerritsen unters literarische Seziermesser - na ja, lesen wir mal.
BETTINA zu »Susanne Mischke: Wer nicht hören will, muss fühlen« 10.01.2005
einmalig, perfekter, spannender und wirklich gelungener roman. wie schon gesagt, nicht mehr aus der hand zu legen. lesegenuss bis zur letzten seite, sarkastischer humor, einfach ein muss für alle bücherwürmer !!
Biggi zu »Susanne Mischke: Wer nicht hören will, muss fühlen« 19.10.2002
Für mich ist "Wer nicht hören will muß fühlen" bisher der Beste Krimi von Susanne Mischke. Vorallem liebe ich die Sprünge von Gegenwart und Vergangenheit und die Erlebnisse aus Sicht der verschiedenen Personen, sodaß sich am Ende ein rundes Bild ergibt. So ist jede Seite wieder aufs neue spannend und es fällt einem schwer das Buch aus der Hand zu legen. Wirklich das reinste Lesevergnügen.
Ihr Kommentar zu Wer nicht hören will, muss fühlen

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: