Tod an der Leine von Susanne Mischke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hannover, 1990 - 2009.
Folge 2 der Bodo-Völxen-Serie.

  • München: Piper, 2009. 267 Seiten.

'Tod an der Leine' ist erschienen als

In Kürze:

Kommissar Rodriguez verfolgt eigene Pläne: Am Abend will er auf einer Premierenfeier zarte Bande zu einer jungen Regisseurin knüpfen. Doch daraus wird nichts, denn jetzt liegt die attraktive Künstlerin am Ufer der Leine – und ist tot. Ein Schock für den Kripo-Casanova und eine Menge Arbeit für sein Ermittlerteam: für Schafzüchter Bodo Völxen, Rabenmutter Osa Kristensen und Küken Jule Wedekin. Dabei stößt das kultige Dream-Team nicht nur auf ein Labyrinth aus unteririschen Gängen, das die Expo-Stadt Hannover in einem äußerst düsteren Licht erscheinen lässt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Routinierter und humorvoller Krimi mit sympathischen Ermittlern« 82°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Nach Der Tote vom Maschsee legt Susanne Mischke mit Tod an der Leine ihren zweiten Krimi mit den Beamten der Mordkommission 1.1.K von der Kripo Hannover-Mitte vor. Zu der Truppe um Kommissar Bodo Völxen gehören:

  • Fernando Rodriguez, spanischer Casanova, der gerne große Töne spuckt, aber noch zuhause bei Muttern wohnt und das auch leidlich ausnutzt. Und nun macht sich auch noch Mutters neuer Freund, ein Argentinier, dort breit. Das behagt Fernando gar nicht.

  • Oda Kristensen, Zigarillo-rauchende Dauerqualmerin mit pubertierender Tochter. Mit ihrem Alter von vierzig Jahren hat sie so ihre Probleme und mit den Männern auch. Irgendwie erwischt sie nie den richtigen.

  • Jule Wedekin, das Küken der Truppe. Hat sich vom reichen Elternhaus abgenabelt und statt der vom Vater gewünschten Karriere als Medizinerin eine solche bei der Polizei gestartet. In ihrem Privatleben tut sich so einiges, aber sie hat sich für ihr Liebesleben selber drei Grundsätze auferlegt: keine Verheirateten, keine Geschichten mit Kollegen, keine Liebschaften im Haus

  • und schließlich Bodo Völxen selber, Hobby-Schafzüchter, der zur Zeit über Schafwitze überhaupt nicht lachen kann, denn seine Frau will seinen Bock kastrieren lassen, was ihn belämmert dreinschauen lässt.

Als Fernando in seinem Stammkiosk bei Pia Hermes seine Zeitung holen will, sieht er dort seine Traumfrau. Doch bevor er sie ansprechen kann, ist diese auch schon wieder davon gerauscht. Zumindest hat er erfahren, das es sich bei besagter Schönheit um Pias Schwester handelt. Unter dem Künstlernamen Marla Toss arbeitet sie als Regisseurin am hiesigen Theater. Keine Frage, dass Fernando am Wochenende zur Premiere des neuen Stückes »Faust reloaded« gehen muss. Doch Fernando sieht die Traumfrau bereits am nächsten Tag wieder, als er mit seiner Mutter zum Flohmarkt an der Leine fährt, wo diese alte Sachen verkaufen will. Aber das Wiedersehen fällt ganz anders aus, als Fernando sich das vorgestellt hat – die Traumfrau liegt dort nämlich als Leiche.

Nach dem ersten Schock steigt Fernando ebenso wie der Rest der Truppe in die Ermittlungen ein. Marla Toss war nicht gerade sonderlich beliebt. Die Schauspieler am Theater kamen nicht immer mit ihr klar und es kam des öfteren zu Streitigkeiten. Auch ihre Schwester Pia scheint nicht besonders stark um sie zu trauern. Schließlich geraten Pia und ihr Mann Stefan in dringenden Tatverdacht. Doch dann tut sich auch noch eine alte Geschichte auf, die mit dem Mord zusammenhängen könnte …

Viele Randhandlungen gut eingearbeitet

Nach fast zwanzig Kriminalromanen ist Susanne Mischke mittlerweile eine routinierte Autorin. Und das merkt man ihrer Schreibweise an. Mit relativ kuren Abschnitten und vielen Orts- und Perspektivwechseln schafft sie es, den Spannungsbogen über die gesamte Handlung hinweg auf gleichbleibend hohem Niveau zu halten und den Leser dabei mit vielen Randhandlungen gut zu unterhalten.

Nicht nur beruflich müssen sich die sympathischen Ermittler mit Liebe und Eifersucht auseinandersetzen, nein, auch im Privatleben hat jeder von ihren seine kleinen Problemchen: Eifersüchteleien, schwierige Liebschaften, die zu Verwicklungen führen oder ähnliches. Nur so manches Mal lässt die Autorin den Zufall an der etwas zu langen Leine agieren. Da ergeben sich dann Dinge, die der Leser längst geahnt hat. Doch die Mischung stimmt, denn all diese Kleinigkeiten, die dem Leser Spaß machen, sind hervorragend in die zentrale Handlung integriert, so dass man nie den eigentlichen Fall aus den Augen verliert. Nebenbei schafft es die Autorin sogar noch, ein klein wenig Historie von Hannover zu vermitteln und auch die Atmosphäre der Stadt wird gut dargestellt.

Wir dürfen gespannt sein, ob und wie die Reihe fortgesetzt wird, denn Susanne Mischke ist ja eigentlich keine Serienschreiberin. Die Mini-Reihe um die Frankfurter Ermittler Vincent Romero und Antonie Bennigsen brachte es gerade mal auf zwei Ausgaben. Im Prinzip finde ich es begrüßenswert, eine Krimi-Reihe nicht endlos fortzuführen, wenn sie sich längst totgelaufen hat, doch die hannoveraner Ermittler haben durchaus noch Potential für ein paar weitere Fälle.

Peter Kümmel, Oktober 2009

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DianeW zu »Susanne Mischke: Tod an der Leine« 16.12.2009
Auch der zweite Teil ist recht amüsant.
Der Mordfall ist eher nebensächlich, trozdem eine nette Geschichte im spannenden Milieu der Schauspielerei. Noch spannender ist aber das Privatleben aller beteiligten Ermittler. Alles in allem, nett geschrieben, nette Geschichte, liest sich sehr gut und wer Hannover kennt und liebt - ein muss.
nebelkind zu »Susanne Mischke: Tod an der Leine« 16.09.2009
Unterhaltsamer Regio-Krimi. Das Ermittlerteam entwickelt sich weiter, besonders in Liebesdingen. Der Mordfall wird eher nebenbei gelöst und die unterirdischen Gänge kommen ein bisschen zu kurz. Wiedereinmal lernt der Leser ein bisschen über Hannovers Stadtgeschichte.
Trotzdem macht die neue Mischke wieder Spaß, besonders natürlich für Hannoveraner.
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