Das dunkle Haus am Meer von Susanne Mischke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Bretagne, 1990 - 2009.

  • München; Zürich: Piper, 2003. 268 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2004. ISBN: 3-492-24169-7. 268 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2006. 268 Seiten.

'Das dunkle Haus am Meer' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Aus Mangel an Beweisen. Selbst in ihrem wildromantischen Haus am Meer geht Helen der Satz nicht aus dem Kopf. Aus Mangel an Beweisen wurde ihr Paul im Mordfall an der jungen Frau freigesprochen. Seine Geliebte soll sie gewesen sein. Aber Helen vertraut Paul, jetzt möchte sie nur noch die Schrecken des vergangenen Jahres hinter sich lassen. In dem einsamen Haus an der bretonischen Küste. Merkwürdig ist nur, dass niemand aus der nahen Ortschaft Pauls Tante zu kennen scheint, von der er das Haus geerbt haben will. Und ist es wirklich Zufall, dass in das einzige Nachbarhaus Pauls alter Schulfreund einzieht? Die beiden haben noch eine Rechnung offen, in der die tote junge Frau keine unerhebliche Rolle spielt. Als eines Tages die Leiche eines jungen Mannes auf ihrem Grundstück liegt, muß Helen der tragischen Wahrheit ins Gesicht sehen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Zwischen Spannung und Verwirrung« 70°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Saint-Muriel an der bretonischen Küste. Das alte Haus aus Granitsteinen, zur einen Seite hin die Klippen, zur anderen Wald und Moor, hat neue Bewohner. In dem düsteren, geheimnisvollen Bollwerk sind Helen und Paul eingezogen. Er, des Mordes an einer jungen Frau verdächtigt, aber freigesprochen und Sie, die Frau an seiner Seite, die mit ihm verheiratet ist, aber seine Geheimnisse und die des Hauses nicht kennt. Sie ahnt, dass sich mehr dahinter verbirgt, aber die Menschen im Dorf mögen keine Fremden.

Im Nachbarhaus, mit dem Fernglas sichtbar, zieht Monsieur Loup ein. Auch er Deutscher, mit Namen Wolf, von Beruf Richter. Doch das ist kein Zufall. Er kennt Paul. Und auch er will hinter das Geheimnis kommen, das dessen Vergangenheit birgt.

Zur gleichen Zeit in Deutschland. Beatrix wird beschattet. Ihr Carolus hat sich im Knast das Leben genommen. Nichts ist ihr geblieben. Kein Geld, die Gemälde an der Wand nur Kopien und keine Ahnung, warum Carolus wegen seiner finanziellen Transaktionen in die Fänge der Justiz geraten ist. Noch schlimmer ist, dass sie nicht weiß, wo dieses Geld ist. Nur ein Foto, dass Carolus mit zweien seiner Freunde zeigt, ist ein Fingerzeig. Einer von ihnen ist Paul. Aber der ist verschwunden.

Am 6. März 2002 war Anke Maas ermordet worden. Ihre Mitbewohnerin Lisa durchsucht deren Hinterlassenschaft. Fotos zeigen den Mann, der Ankes Verhältnis gewesen war und der jetzt verschollen ist, seit er seine Unschuld beweisen konnte. Dieser Mann ist Paul.

Alle suchen Paul. Alle finden dieses Dorf in der Bretagne. Alle finden dieses Haus. Aber Paul ist nicht da. Helen wird konfrontiert. Und sie beginnt zu reagieren. Um sie herum verschwinden Menschen, passieren seltsame Unfälle. Was in der Vergangenheit passiert ist, hat die Frau eingeholt und mit mörderischer Gelassenheit wird sie ihr Revier verteidigen: das dunkle Haus am Meer.

Susanne Mischke, geboren 1960 in Kempten, hat ihren bislang neunten Roman veröffentlicht. Das Syndikatsmitglied der »Sisters of Crime«, das auch durch ihre Drehbücher für die Fernsehserie »Alarm für Cobra 11« bekannt ist, liefert mit »Das dunkle Haus am Meer« einen subtilen Psychothriller ab, der weniger durch Action gekennzeichnet ist, als durch die durchgezeichneten, exzentrischen Charaktere, deren wahrer Background erst nach und nach offenbar wird. Auch wenn man schon von Anbeginn erkennen kann, dass hier wirklich jede und jeder seinen Dreck am Stecken hat, braucht es fast bis zum Ende, um die Wirklichkeit erkennen zu lassen.

Das Lesegefühl schwankt zwischen Spannung und Verwirrung. Während bereits am Beginn die Schilderung des Hauses für leichte Gänsehaut sorgt, sind die permanenten Ortswechsel zu Beginn ziemlich störend. In ganz kleinen Häppchen wird abwechselnd das wahre Licht hinter den handelnden Personen aufgedeckt. Immer wieder wird zurück geblendet in die Zeiten, die als Ursache für die Verschrobenheit der Figuren herhalten müssen. Durch diesen wenig linearen Ablauf werden Spannungselemente abgebrochen und neue Handlungsfäden gesponnen, die sich zum Ende hin zwar logisch verknüpfen, aber nicht dafür taugen, Sympathieträger aufzubauen.

Der Schluss tut sein Übriges , um eine kleine Unzufriedenheit zu hinterlassen. Denn trotz der negativen Aspekte, die an den einzelnen Handelnden haften, scheint sich, außer für die mittlerweile Verstorbenen, alles in bestes Wohlgefallen aufzulösen. Nach dem Motto »Eine Hand wäscht die andere« bleibt ein leiser Hauch von Ungesühntheit auf dem dunklen Haus am Meer haften.

Das anfänglich mühsame Lesegefühl macht in der Folge einem Kribbeln im Bauch Platz. Man will endlich wissen, was wirklich passiert ist und warum sich alle verstecken. Doch irgendwie muss man die 269 Seiten überstehen, bis alle Rätsel geklärt sind, die man im Piper Verlag verlegt hat. Eine klare Leseempfehlung, obwohl mir dünkt, dass dieses Buch eher die weiblichen Krimianhängerinnen zur Gänsehaut animieren wird.

Ihre Meinung zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Susanne zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer« 07.06.2011
Mir hat das Buch eigentlich nicht schlecht gefallen, obwohl ich zugeben muss das die "Schottin" schon ein wenig verwirrend war. Aber eigentlich, habe ich die Fäden am Ende zusammenziehen können. Mein Fazit ist: Ja es gibt natürlich bessere Bücher, aber mir hat das Buch soweit gefallen, das ich es nicht weglegen wollte.
Bell zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer« 09.05.2009
Mir hat der Krimi gefallen, obwohl ich auch nicht weiß, ob ich am Ende alles gerafft habe - dafür waren es einfach zuviele Zusammenhänge. Manchmal fühlte ich mich von Frau Mischke ein wenig für dumm verkauft, z.B. bei der Umkleidekabinen-Geschichte (kann ich jetzt nicht genauer sagen, wäre ein kleiner Spoiler).
Das fand ich etwas billig. Auch hatte ich manchmal das Gefühl, dass der Roman für die Autorin ein Experiment ist, nach dem Motto: ob ich am Ende alles miteinander kombinieren kann? Dann wieder war alles sehr anschaulich und intensiv, sodass ich richtig eintauchen konnte - aber immer kam etwas, was mich wieder ein bisschen an die Romanoberfläche brachte - eigenartig.

Trotz der Meckerei gebe ich dem Krimi 8 von 10 Punkten - er ist spannend, witzig, bösartig ;-) Bisher habe ich von Susanne Mischke noch "Liebeslänglich" gelesen, was mir auf jeden Fall besser gefällt.
Christiane34 zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer« 26.04.2008
Leider konnte ich diesem Buch nicht soviel abgewinnen. Die Handlug war eher verwirrent. Es tauchten immer wieder neue Personen auf die schwer einzuordnen waren.
Zwar habe ich das Buch ausgelesen, aber ich war schon ein wenig entaeuscht.
Zum Glueck sind die andren Buecher von Susanne Mischke um einiges besser.
bukinista zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer« 18.09.2005
Kann mich dem Kommentar von W. Weninger überhaupt nicht anschließen. Es kann keine Gänsehaut und Kribbeln im Bauch aufkommen, wenn man die ganze Zeit überlegen muß, was nun "die Schottin" in der Geschichte zu suchen hat und woran Paul überhaupt stirbt.
Ich schließe mich meinem Vorschreiber an, die Serie um Vincent Romero und Antonie Bennigsen hoffentlich bald fortzusetzen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
pet zu »Susanne Mischke: Das dunkle Haus am Meer« 08.07.2003
Warum nur erinnert mich dieses Buch so frappant an "Die Fotografin" von Anne Chaplet? Das ist nicht nur die Beschreibung der Örtlichkeiten, nicht nur die Charaktere, auch der Aufbau, die Szenenwechsel und die Motive haben eine ungeheure Ähnlichkeit. Zufall oder inspiriert?

Susanne Mischke hat hier einen reichlich verworrenen und unglaubhaften Plot geschaffen. Die ständigen Szenenwechsel tragen eher zur Verwirrung als zu einem gelungenen Spannungsaufbau bei. Selbst zum Finale hin, als die Fäden zusammenlaufen, will keine rechte Spannung aufkommen und auch die Auflösung lässt den Leser ziemlich unbefriedigt zurück.

Leider lässt die Autorin in diesem Roman fast alles vermissen, was ihre Stärken bisher ausgemacht und was ihre bisherigen Bücher so lesenswert gemacht hat. Hier sind die Charaktere nur ein müder Abklatsch von den überzeichneten skurrilen Gestalten, die wir von ihr kennen. Das kann selbst die Oma, die mit Adiletten und einem Glöckchen um den Hals über den Dorfplatz geht, alleine auch nicht widerlegen. Lieber soll Frau Mischke die Serie um Vincent Romero und Antonie Bennigsen fortsetzen.
Ihr Kommentar zu Das dunkle Haus am Meer

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: