Die Geister von Tewa Pueblo von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1999
unter dem Titel The Pumpkin Seed Massacre ,
deutsche Ausgabe erstmals 2002
bei Unionsverlag.
Ort & Zeit der Handlung: New Mexico, 1990 - 2009.
- Angel Fire: Intrigue Press, 1999 unter dem Titel The Pumpkin Seed Massacre . 234 Seiten.
-
Zürich: Unionsverlag, 2002.
Übersetzt von Mascha Rohner.
ISBN:
3293003044. 288 Seiten. -
Zürich: Unionsverlag, 2004.
Übersetzt von Mascha Rohner.
ISBN:
3293203124. 286 Seiten.
'Die Geister von Tewa Pueblo' ist erschienen als
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In Kürze:
Tewa Pueblo in New Mexico liegt auf kargem Land. Die Eröffnung eines Spielkasinos verspricht Reichtum – doch um welchen Preis? Die Älteren, die die Traditionen noch kennen, sind skeptisch. Ben Pecos, Praktikant beim Indianischen Gesundheitsdienst, hat ganz andere Sorgen. Im Pueblo leiden immer mehr Menschen an einer mysteriösen Krankheit, die zum Tod führt. Zusammen mit der Reporterin Julie Conlin geht Ben den Dingen auf den Grund.
Das meint Krimi-Couch.de: »Neuer Friedhof, neue Tote«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
In Tewa Pueblo, einem Dorf in New Mexico, sterben plötzlich mehrere Menschen an einer seltsamen Grippeerkrankung. Dr. Sandford Black, Direktor der Indianischen Klinik in Albuquerque, ist alarmiert, denn irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. So bittet Black seinen neuen Praktikanten Ben Pecos, der seit kurzer Zeit wieder bei seiner indianischen Großmutter in Tewa lebt, die betroffenen Familienangehörigen zu den Vorfällen zu befragen, ohne dabei ihre Gefühle und Gepflogenheiten zu verletzen.
Nach einem Hinweis der Gesundheitsbehörden von Santa Fe, die allerdings das Wort Epidemie tunlichst vermeiden, setzt der Chef des Nachrichtensenders Channel Nine die junge Reporterin Julie Conlon auf die Geschichte an. Julie hat gerade erst ihren Master in Journalismus gemacht und will die Geschichte unbedingt als Baustein für ihre weitere Karriere nutzen. Der Auftrag erfreut sie umso mehr, da sie dabei mit dem gut aussehenden Ben zusammenarbeiten kann.
Für den 96-jährigen Medizinmann Lorenzo Loretto und viele andere Indianer des Pueblos ist indes klar, warum plötzlich auffallend viele Menschen sterben. Der örtliche Friedhof wurde erweitert und so ist es nur natürlich, dass der Tod kommt um weitere Menschen zu holen bis der Friedhof wieder gefüllt ist. Infolge der vermeintlichen Epidemie stirbt auch der Gouverneur des Pueblos an der seltsamen Grippeerkrankung. Sein Nachfolger, der mundgewaltige Johnson Yepa, nutzt die Gelegenheit, seine Pläne für ein höchst umstrittenes Super-Casino in Tewa voranzutreiben.
Susan Slaters Die Geister von Tewa Pueblo bezieht seine Spannung nicht aus der Frage, ob die vermeintliche Epidemie und das millionenschwere Casinoprojekt miteinander in Zusammenhang stehen. Recht bald weis der Leser, wer für die Todesfälle verantwortlich ist und auch warum. Der Reiz des Romans liegt vielmehr in zwei anderen Punkten. Zum einen trifft die moderne Welt auf die alten überlieferten Werte und Mythen der indianischen Einwohner des Pueblos. Zum anderen ist der »Wettlauf mit der Zeit« spannend beschrieben. Wann gelingt es den Medizinern und Wissenschaftlern die Ursachen der Todesfälle zu erkennen? Dabei wird insbesondere dieser Aspekt, also die Frage, warum dies alles so lange dauert und weitere Menschen sterben müssen, durchaus originell aufgelöst.
Die implizierte Liebesgeschichte zwischen der jungen und besonders attraktiven Reporterin Julie und dem jungen und besonders attraktiven Ben mit indianischen Wurzeln ist geschenkt. Sie füllt die Seiten und hätte ebenso gut entfallen können. Wer bei einem Krimi mit leicht sozialkritischem Unterton dennoch auf eine Love-Sidestory nicht verzichten will, wird womöglich von deren Verlauf überrascht werden. Immerhin.
Beim Finale wird das Tempo der Geschichte nochmals deutlich angezogen, die Zahl der Überlebenden reduziert sich deutlich. Alles in allem ein gelungener Mix aus Indianermilieu, moderner Welt und traditionellen Riten, Machtgier, Genforschung und – nicht zu vergessen – einem nicht alltäglichen Krimi.
Jörg Kijanski, August 2010
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