Tödliche Manga von Sujata Massey

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel The floating girl, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Japan / Tokio, 1990 - 2009.
Folge 4 der Rei-Shimura-Serie.

  • New York: HarperCollins, 2000 unter dem Titel The floating girl. 293 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2003. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 3-492-27047-6. 381 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2004. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 3-492-24168-9. 381 Seiten.

'Tödliche Manga' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Rei Shimura, die kalifornische Amateurdetektivin, steht in ihrer Wahlheimat Tokio vor ihrem bizarrsten Fall: Der renommierten Zeitung Gaijin Times laufen die Abonnenten davon. Was liegt näher, als mit kultigen Comics neue Leser zu gewinnen? Die attraktive Rei, angeheuert, dem Blatt aus der Misere zu helfen, sucht in der trendigen Manga-Szene nach Ideen. Schon bald entdeckt sie, wie weit die Begeisterung der jungen Manga-Fans gehen kann: Sie identifizieren sich so bedingungslos mit ihren Helden, dass sie deren Abenteuer nachleben wollen – bis zum bitteren Ende. Im Land der aufgehenden Sonne, wo Jugendkultur und uralte Traditionen aufeinanderprallen, entwickelt die preisgekrönte Autorin einen originellen, atemlos spannenden Krimi.

Das meint Krimi-Couch.de: »Weder Spannungsexplosionen noch tiefenpsychologische Elaborate« 76°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Manga: setzt sich zusammen aus den Zeichen »man« = spontan, witzig und »ga« = Bild.

Und das Attribut witzig passt auch auf die Tokio-Krimis von Sujata Massey. Tödliche Manga ist die Nummer vier in der Reihe um die Antiquitätenhändlerin Rei Shimura, die halb Amerikanerin und halb Japanerin ist und in Tokio als Amateur-Detektivin alles auf den Kopf stellt – und Nummer drei für mich. Im Klartext: dies ist mein dritter Roman der Autorin.

Rei ist nicht nur Antiquitätenhändlerin, sie hat auch noch einen Nebenjob bei der gaijin-Times, einer Zeitschrift für die in Japan lebenden Ausländer. Da der Besitzer der Zeitung sein Konzept umstellen möchte und ihre Antiquitäten-Kolumne nicht mehr gefragt ist, recherchiert Rei in der Manga-Szene und bald fällt ihr ein dojinshi auf, das äußerst kunstvoll gezeichnet ist (Anm.: ein dojinshi ist ein Manga, das von Manga-Fans gezeichnet wird und wo oft eigene Geschichten für die Lieblingsfigur erfunden werden). Der Künstler dieser sogenannten Showa-Story, die die Geschichte von Mars-Girl weiterentwickelt, ist allerdings nicht aufzufinden und als sie endlich einen Freund von ihm auftreiben kann, wird dessen Leiche im Mars-Girl-Kostüm kurz nach ihrem Gespräch mit ihm aus dem Fluss gezogen. Rei ist nun nicht mehr nur an ihrer Geschichte für die gaijin-Times interessiert, sondern will wissen, wer für Nicky Larsens Tod verantwortlich ist. Dafür ist sie auch bereit, sich näher mit den yakuza – der japanischen Mafia – zu befassen.

Und wieder wurde ich ganz gut unterhalten, ohne Tiefgang, aber auch sehr kurzweilig. Allerdings scheint sich das Konzept zumindest bei mir abzunutzen oder der Einfallsreichtum der Autorin lässt nach, denn der Erstling Die Tote im Badehaus hat mir eindeutig am besten gefallen, dicht gefolgt vom zweiten Band Zuflucht im Teehaus. Das Ende war dieses Mal etwas flach und schien mir an den Haaren herbeigezogen, ansonsten gibt es keine großen negativen Punkte.

Ohne Tiefgang, das heißt nicht, dass die Krimis so seicht sind, dass sie nicht empfehlenswert wären, aber sie rufen weder Spannungsexplosionen hervor noch sind tiefenpsychologische Elaborate. Die Autorin hat sich aber in jedem ihrer Bücher eines Themas angenommen, über das man gerne mehr erfährt. Dabei strapaziert sie die Nerven des Lesers nicht über Gebühr mit einem Fachjargon, sondern erklärt nur das Wesentliche, bleibt für einen echten Manga-Fan aber sicherlich zu sehr an der Oberfläche. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, ohne dass Langeweile aufkommt, da keine langwierigen Erklärungen benötigt werden und kein großer Bezug auf die vorigen Geschichten genommen wird.

Immer wieder nimmt Sujata Massey aber Bezug auf die japanische Kultur und die Tradition und schildert auch den Zwiespalt, in dem Rei mit ihrer Herkunft steckt. Besonders deutlich wird dies an zwei Stellen im Buch, wo Rei sich mit der Manga-Figur Mars-Girl vergleicht, die ins Japan der 30er Jahre gereist ist, da sie wie die Außerirdische nicht richtig dazugehört.

Als nettes Zwischendurch ist Tödliche Manga sicherlich empfehlenswert, auch wenn Band eins einen größeren Lesespaß garantiert, wo die Idee noch unverbrauchter ist.

Ihre Meinung zu »Sujata Massey: Tödliche Manga«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

tedesca zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 02.06.2009
Der vierte Teil der Rei-Shimura-Reihe führt uns ins Reich der Manga-Fanatiker, die man in Japan in jeder Bevölkerungsschicht findet. Vom harmlosen Katzengesicht bis zu extrem expliziten und perversen Pornos findet man alles in diesem Genre. Dazu gehört auch noch eine sehr rege Verkleidungskultur, Conventions, bei denen die verschiedenen Comicfiguren aufeinandertreffen. Ich konnte mich für Mangas noch nie begeistern, aber es war schon interessant, über diese uns so fremde Szene zu lesen.
Was mindestens genau so neu für mich war, das war die Beschreibung der Strip-Bars, in denen ausländische Männer sich für Geld vor Schulmädchen ausziehen. Also nicht toughe Geschäftsfrauen, die dort ihr Geld nach der Arbeit abliefern, sondern junge Mädchen in Schuluniformen, die dort den Unterricht schwänzen und ihr Taschengeld ausgeben. Unglaublich!
Die Geschichte selbst war wie immer amüsant und durchaus spannend, auf jeden Fall empfehlenswert für alle, die schon die ersten Teile der Reihe gelesen haben.
maemy zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 25.10.2006
habe das buch nun schon 3 mal gelesen und erwüsche mich trotzdem immer wieder beim lächeln. sujata massey ist großartig,soviel spiel,witz und informationen findet man nich häufig in der roman-welt. empfehle es allen,die gern knobeln und lernen wollen.

LEST WAS DAS ZEUG HÄLLT...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jan Linsmayer zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 02.04.2005
Hi also ich habe mir das Buch vor 1nem Jahr in einem urlaub in bayern gekauft und 100 Seiten dovon gelesen...
Dann Ging ich in ein Büchergeschäft und begann eine Mangareihe von Ken Akamatsu zu lesen....
Nun vor 1ner woche hab ich mir einige Bücher für den urlaub Gesucht und dieses Buch ausgegraben....
Ich las es und muss sagen das ich Begeistert war...
Ich kann es nur weiter empfehlen und habe es mit 100 ° bewertet.
nun hättet ich noch eine Frage...
könnte man noch einen 2. teil dieses Buches Hinausbringen da ich es sehr toll fand....

Greetz at all (schreibt mir E-Mails)
Christina zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 21.02.2005
Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen, da ich Japan liebe ohne je dagewesen zu sein(weil ich noch zu jung bin).In soweit hat mir das Buch sehr geholfen mehr über das Land und die Menschen dort zu erfahren, und habe zusätzlich noch viel über manga erfahren, die ich vorher in die "Kinderkram"-Ecke gesteckt habe.
Jedoch finde ich das Ende und den Titel ziemlich unpassend.
Silke Schroeder zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 14.01.2005
Neben der spannenden Krimi-Handlung vermittelt Sujata Massey uns immer auch einen Einblick in die japanische Gesellschaft. Mit ihrer Heldin Rei Shimura, Tochter eines japanisch-amerikanischen Paares, tauchen wir ein in das komplizierte Leben der japanischen Hauptstadt Tokio. Und selbst Rei, die ihre japanischen Wurzeln liebt und sich intensiv mit den japanischen Verhaltensregeln beschäftigt hat, gelingt es spielend, immer wieder ins nächste Fettnäpfchen zu treten. In ihren drei ersten Büchern brachte uns die Autorin die Themen Ikebana - Blumensteckkunst (offenbar die Passion aller japanischen Hausfrauen), Zen Buddhismus und Haikos (kurze japanische Gedichtkunst) näher. In ihrem neuen Band führt sie uns ein in die Welt der Manga-Comics, dem Universum vieler japanischer Jugendlicher. Tradition und Moderne, japanische Mafia und hippe Comic-, Manga-, Underground-Kultur bilden ein Labyrinth, durch das sich unsere Heldin tapfer kämpft. Das Buch ist ein Muss für jeden Japan-Interessierten und Krimi-Fan
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
bernd zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 29.10.2004
Wer darauf setzt, dass es eine sublime Verknüpfung zwischen den beschriebenen Mangainhalten und dem Roman gibt (siehe Gödel, Escher, Bach), wird enttäuscht.
Der Titel ist viel unmittelbarer zu verstehen als ich dachte.
Davon abgesehen ein nettes Buch. Stark ist sicher die Beschreibung japanischen Lebens; aber das Ende und seine Entwicklung sind ebenso schwach wie die dauernden ironischen Bemerkungen nervig sind.
Dieses Buch ist ein gutes Argument in Zukunft kein Buch mehr von Massey zu lesen.
Modernes weibliches Japan kann man auch so lesen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kräutermann zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 15.10.2004
Ich finde dieses Buch auch Klasse! Es ist spannend und wunderschön geschreiben. Und ich finde dass sie eine sehr gelungene Hauptdarstellerin geschaffen hat.
Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen.
Marcus zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 15.08.2004
Lustig. Wie koennen sich Menschen wie meine Vorposterin ins Internet trauen? Ich verstehe einfach nicht, was sie will. Das ist ja auch schwierig, wenn man mehrere Themen ohne Punkt und Komma hintereinander reiht, oder soagar mischt.

Zum Buch. Es ist einfach noch besser, wenn man auch Tokyo kennt. Gut ist es aber allemal. Nur gefaellt mir das leidige Thema Yakuza nicht. Immer nur gefaehrliches Halbwissen. Keiner weiss etwas, will aber etwas wissen. Vielleicht deshalb einfach so ein Thema aussparen.
Uwe Wäldchen zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 16.04.2004
Ich bin ein Fan von Sujata Massejs Büchern. Besonders, da ich selbst in Tokio gelebt habe und somit vieles wiedererkenne bzw. auch etwas besser verstehe, als dies "Nicht-japaner" können. Auf jedenfall empfehlenswert !
Isabel zu »Sujata Massey: Tödliche Manga« 17.01.2004
Ich fand dieses Buch ebenfalls klasse, zumal ich alles was mit Japan zu tun hat super finde. Ich habe das Buch auch sehr schnell durchgelesen, obwohl ich eigentlich auch nicht Krimifanatisch bin.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 13.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Tödliche Manga

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: