Japanische Perlen von Sujata Massey

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel The pearl diver, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Washington D.C., 1990 - 2009.
Folge 7 der Rei-Shimura-Serie.

  • New York: HarperCollins, 2004 unter dem Titel The pearl diver. 335 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2006. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 978-3-492-27100-4. 387 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2007. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 978-3-492-25057-3. 387 Seiten.

'Japanische Perlen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nur widerwillig ist Rei Shimura ihrem Verlobten aus Japan nach Washington gefolgt. Aber schon rasch bietet sich ihr eine neue Herausforderung: Sie soll ein trendiges Japan-Restaurant mit Antiquitäten ausstatten. Doch als bei der Eröffnung ihre Cousine entführt wird, sind wieder einmal Reis ermittlerische Qualitäten gefragt. Mit Haut und Haaren stürzt sich die attraktive Detektivin in einen neuen Fall – und gerät mitten in den tödlichen Kampf der Washingtoner Restaurantszene.

Das meint Krimi-Couch.de: »Wann darf Rei nach Japan zurück?« 75°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Sujata Masseys Krimi-Serie mit der Halb-Japanerin/Amerikanerin Rei Shimura ist beinahe schon Kult unter den Krimi-Fans, die eher unblutig beschriebene Verbrechen, mit einer taffen und witzigen Heldin mögen. Mit Japanische Perlen (orig.: »The Pearl Diver«) liegt der sechste deutsche Band vor. Acht amerikanische Originalbände sind bereits erschienen und im September diesen Jahres kommt Band Neun »Girl in a Box« dazu. Gut so, denn von der spritzigen Rei kann man wirklich nicht genug bekommen !

Ein gefährlicheres Pflaster und …

Widerstrebend und unfreiwillig ist Rei ihrem Verlobten Hugh in die amerikanische Hauptstadt Washington gefolgt. Rei muss zunächst den Kulturschock verdauen und weiß wenig mit sich anzufangen, bis Cousine Kendall ihr einen interessanten Auftrag vermittelt; Rei soll das neue japanische Restaurant »Bento« mit Mobiliar ausstatten. Rei stürzt sich begeistert in die Arbeit und bemüht sich Tag und Nacht um ein exklusives japanisches Ambiente. Die Restaurant Eröffnung scheint ganz gut zu laufen, bis Kendall von einem Handy-Telefonat, dass sie im Gang führen musste, nicht zurückkehrt. Rei wartet vergeblich mit den Zwillingen ihrer Cousine am Tisch und alarmiert schließlich die Polizei. Kendall wurde entführt, sie kommt aber glimpflich davon und wird unversehrt im Kofferraum eines Autos gefunden.Hat Kendalls Entführung etwas mit ihrer Arbeit als Spendensammlerin für den smarten Senator Harp Snowden zu tun ? Oder verteidigen die Konkurrenten des Bento auf diese Weise ihren Standort ?

 …kulturelle Verbundenheit

Reis Leben in Washington wird schließlich aufregender, als ihr lieb ist. Sie sorgt sich nicht nur um ihre Cousine, sondern auch um ihre Einnahmen für die Innenausstattung des Bento. Nach der Entführung bleiben die Gäste aus und der Inhaber ist zunehmend unzufrieden mit Reis’ kostspieliger Auswahl. Offensichtlich hat sich auch Reis detektivisches Können bis nach Washington herum gesprochen. Reis Freundin Andrea, die Empfangsdame im Bento, vertraut ihr an, dass sie afroamerikanischer-japanischer Herkunft ist. Sie bittet Rei, das Schicksal ihrer japanischen Mutter aufzuklären, die zwei Jahre nach ihrer Geburt die Familie verlassen und sich anscheinend selbst im Fluss ertränkt hat. Andrea glaubt nicht daran, denn ihre Mutter soll in Japan eine Perlentaucherin gewesen sein. Für die beiden zwischen den Kulturen hin und her gerissenen Frauen, beginnt eine Reise in eine Vergangenheit voller Einsamkeit, Intoleranz und verzweifelter Identitätssuche. Dadurch gerät Rei in höchste Gefahr, die ihr unerwartet viel abverlangen wird.

Eine gut durchdachte, erschütternde Geschichte

Andreas Geschichte ist für Rei eine Art Spiegelbild dessen, was ihr selbst hätte widerfahren können, wenn sie nicht ein so intaktes und liebevolles Elternhaus gehabt hätte. Das Schicksal ihrer Freundin geht Rei sehr nah und diese tiefe Betroffenheit kommt auch beim Leser an. Der Autorin ist eine sehr gefühlvoll erzählte, tiefgründige und bis zuletzt logische Story gelungen, die wirklich unter die Haut geht. »Japanische Perlen« beschäftigt sich mit einem zentralen und sehr menschlichen Aspekt der amerikanisch-japanischen Geschichte. Dabei kommt der Spannungsfaktor keineswegs zu kurz, denn die Autorin versteht es, ihre Geschichte Schritt für Schritt zu entwickeln und zudem einige interessante Nebenschauplätze einzufügen. Die Auflösung ist zwar nicht vollkommen überraschend, allerdings bis zuletzt schlüssig und dramatisch. Sujata Massey gelingt es, diese bewegende Geschichte in einer sehr persönlichen und sensiblen Tonart zu Ende zu erzählen.

Rei in ihrem Element – leider am falschen Ort

Rei Shimura tritt auch in  Japanische Perlen genau so auf, wie ihre Fans sie lieben; schlau, schlagfertig und schrill. Auch in Washington hat sie mit den gängigen Konventionen der gehobenen Society nichts am Hut und bleibt immer sie selbst. Die etwas nervende, permanente Aufzählung der Markennamen, von Kendalls Kostüm bis zum Schlüsselbund, darf man wohl als Spott der Autorin über die Allgegenwärtigkeit dieser Marotte in den USA verstehen.Mit ihrer Menschenkenntnis und Herzlichkeit gelingt es der eigenwilligen Rei, sowohl das Herz ihrer reichen Cousine, als auch die Sympathie der etwas raueren Restaurantangestellten zu gewinnen. Leider wird Rei in Washington weit weniger heraus gefordert, als in Tokio, ihr Esprit und ihre unkonventionelle Art kommen in den USA nicht richtig zur Geltung. Der Autorin gelingt es durchaus, etwas von dem »japanischen Flair« hinüber zu retten, aber es fehlen einfach die vielen kleinen Missverständnisse mit den Japanern in ihrer Welt. Reis unbekümmerte Art der Auseinandersetzung mit der japanischen Gesellschaft in der hektischen Metropole Tokio ist ein besonders reizvoller Aspekt der ersten Romane. Der deutsche Leser kann leider nicht ganz nachvollziehen, wie es zu dem Standortwechsel gekommen ist, denn es fehlt die deutsche Übersetzung des unmittelbaren Vorgängers »The Samurais’ Daughter«.

Wieder ein lesenswerter, sehr unterhaltsamer Krimi mit Rei Shimura, der allerdings an die Originalität der früheren Bände nicht ganz heran reichen kann.

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tedesca zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 06.08.2009
Der 6. Teil der Rei-Shimura Reihe, einmal mehr ein spannedes Lesevergnügen. Rei lebt mittlerweile gezwungenermaßen in Washington, für Japan wurde ein Einreiseverbot über sie verhängt. Als Innenausstatterin für ein neues Restaurant lernt sie Andrea kennen, deren japanische Mutter vor gut 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und erleben dabei viele - meist unangenehme - Überraschungen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt Andreas Vater, der aus seiner Zeit in Vietnam ein düsteres Geheimnis bewahrt.

Auf jeden Fall ein Muss für alle, die auch die ersten fünf Teile der Reihe gelesen haben, denn die Beziehung von Rei und Hugh tritt in eine neue Phase ein und man will schließlich wissen, wie es weitergeht.

Wie immer leicht und flüssig zu lesen, Massey's oft schmissiger Stil verleiht den Figuren Pepp und der Geschichte oft etwas leicht Ironisches. Alles in allem eine Serie, die jenen gefallen wird, die es lieber atmosphärisch als blutig und zum Nägelbeissen spannend haben.
Ha Phuong Hoang zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 18.01.2007
Ich habe zwar japanische Perlen noch nicht gelesen aber werde es demnächst tun . Ich finde der Titel ist nicht passend übersetzt zumahl man unter "the pearl diver sich viel mehr mehr vorstellen kann . Allen die es noch lesen werden wünsche ich viel Spaß!
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Andrea zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 14.07.2006
Ich war doch ein bißchen irritiert, daß nicht Samurai's Daughter übersetzt wurde.
Schade eigentlich. Ich werde es auf jeden Fall dann doch erst noch in englisch lesen.
Ich habe Piper mal eine Mail geschrieben und gefragt, warum der Band nicht übersetzt wurde und ob damit noch zu rechnen ist?
Die Antwort poste ich hier gerne.

Andrea
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silke.schroeder@themenguide.de zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 13.07.2006
Sujata Massey neuestes Abenteuer mit Rei Shimura ist wieder einmal mehr als nur ein Krimi. Geschickt verwebt sie ihre spannende Handlung mit einer kenntnisreichen Beschreibung der japanischen Kultur. Und wie immer geht sie auch in diesem Band einer besonderen japanischen Geflogenheit nach: diesmal geht es um die Zubereitung extravaganter Speisen. Dabei ist aber durchaus nicht alles Prima im Multikulti-Mix, denn auch die Schwierigkeiten von binationalen Ehen und vom Leben in der Fremde kommen zu Wort. Schade nur, dass der vorangegangene Band „The Daughters Samurai“ nicht auf deutsch erschienen ist, und dass das Buch diesmal nicht in Japan spielt – wir hoffen darauf, dass die Autorin ihre Heldin demnächst wieder nach Fernost schickt. Lesenswert!
silke.schroeder@themenguide.de
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Jennifer zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 30.06.2006
Also ich hab jetzt endlich den band durch und cih war nciht sehr begeustert davon. Die spannung hat gefehlt. außerdem muss man the samurai´s daughter vorher gelesen haben um dieses band zu verstehen.
anonym zu »Sujata Massey: Japanische Perlen« 10.05.2006
Schade eigentlich, dass man beim Übersetzen den 6. Band "The Samurai's Daughter" übergangen hat, so kommt man, wenn man ihn nicht auf Englisch gelesen hat nur schwierig in die Geschichte des 7. Bandes rein... Auch wenn Deutschland im 6. Band nicht besonders gut weggekommen ist (Es geht um die Rolle Deutschlands im 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit), so wäre er doch durchaus lesenswert gewesen...
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