Bittere Mandelblüten von Sujata Massey

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel The flower master, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Japan / Tokio, 1990 - 2009.
Folge 3 der Rei-Shimura-Serie.

  • New York: HarperCollins, 1999 unter dem Titel The flower master. 291 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2002. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 3-492-27035-2. 398 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2003. Übersetzt von Sonja Hauser. 398 Seiten.

'Bittere Mandelblüten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Oft genug fühlt sich die attraktive Halbamerikanerin Rei Shimura in Tokio als Fremde – zu knapp sind ihre kessen T-Shirts, zu anders all die ungeschriebenen Regeln, denen die Japaner zu folgen scheinen. Doch dann verliebt sich Rei Hals über Kopf, und Takeo zeigt ihr japanisches Leben von seiner aufregendsten Seite. In einem Ikebana-Kurs, zu dem sich Rei auf Drängen ihrer Tante Norie entschließt, soll sie sich in die hohe Kunst der Blumenarrangements einweihen lassen. Kaum beginnt die Kirschblüte, wird die Ikebana-Lehrerin mit einer Pflanzenschere im Hals gefunden – Hauptverdächtige ist Tante Norie …

Das meint Krimi-Couch.de: »Seit Langem wieder ein Buch, das ich in einem Zug lesen musste« 72°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Irásshaimasé (Herzlich willkommen) zu einem Bericht über einen Krimi, der uns ins Land der aufgehenden Sonne entführt, wo Rei Shimura, eine junge Frau, halb Amerikanerin, halb Japanerin, in Tokio einen Antiquitätenladen für alte japanische Kunst betreibt.

So ganz kann sie ihre mütterlich amerikanischen Wurzeln jedoch nicht abstreiten und ihre Tante Norie versucht alles, aus ihr mehr und mehr eine Japanerin zu machen. Aus diesem Grund hat sie ihr in der berühmtesten Ikebana-Schule, der Kayama-Schule, einen sündteuren Blumensteckkurs spendiert.

Die Zeit der Kirschblüte ist gekommen. Doch das Arrangieren der Zweige wird unwichtig, als die alles beherrschende Lehrerin Frau Sakura mit einer Blumenschere im Hals erstochen aufgefunden wird. Jeder im Haus Anwesende, Lehrer, wie Schüler, kann für diese Tat verantwortlich sein.

Bei einer Ikebanaausstellung wird Rei plötzlich übel. Sie erbricht, klappt zusammen und landet im Krankenhaus. Ihr Tee war mit Arsen vergiftet. War es jemand vom Lehrpersonal? Etwa Takeo Kayama, der Erbe der Schule, der ein auffälliges Interesse an Rei zeigt und auf sie durchaus anziehend wirkt? Oder war es einer der militanten Schulgegner, denen die Pflanzenzucht unter Pestizideinsatz ein Dorn im Auge ist? Könnte es auch eine Frau aus der Verwandtschaft sein, die verhindern will, dass die Schatten der Vergangenheit sie einholen? Vielleicht sogar die eigene Tante, die sich so sorgsam um die angeschlagene Rei Shimura kümmert?

Irgendwer, der Böses im Schilde führt, schiebt Kuverts mit Haikus unter der Wohnungstür durch. Gedichte, bestehend aus drei Zeilen mit fünf, sieben und noch Mal fünf Silben, enthalten unmissverständliche Drohungen. Wer ist der Täter unter bitteren Mandelblüten?

Sujata Massey, die bezaubernde Schriftstellerin mit deutschen und indischen Wurzeln, die, genau wie ihre Protagonistin, Jahre in den USA und Japan gelebt hat, zeichnet in faszinierend exotischem Ambiente das Leben einer jungen Frau, die ihr Leben nach verschiedenen Traditionen gestalten muss. Die Probleme, die sich daraus ergeben, mischen sich mit der fernöstlichen Gespaltenheit eines Landes, dass nach dem Zweiten Weltkrieg praktisch aus dem Mittelalter in die High-Tech-Gegenwart gerissen wurde.

Anfänglich fühlt sich der Leser, des von Sonja Hauser aus dem Amerikanischen übersetzten Krimis, ein wenig durch die ungewohnten japanischen Namen überfordert, lernt aber bald durch die skurrile Zeichnung der persönlichen Eigenheiten die Identifikation mit den handelnden Personen aus zwei Kulturkreisen. Besonders bei der Beobachtung des japanischen Alltags lässt Frau Massey eine gehörige Portion Witz aufblitzen. Fast könnte man meinen, in diesem Krimi kämen nur schräge Vögel vor, aber je länger die Handlung dauert, um so besser erkennt der Leser, das dies in der Eigenart japanischen Denkens liegt und sich die Spannung auf Grund der landesspezifischen Lebensumstände völlig anders entwickelt.

Bittere Mandelblüten war für mich seit Langem wieder ein Buch, das ich in einem Zug lesen musste. Die Spannungselemente halten sich zwar in Grenzen, aber die Neugier, hervorgerufen durch den Umstand, dass Alles und Jeder verdächtig ist, lässt den Leser mit der sympathischen Miss Marple Junior asiatischer Prägung mitfiebern.

Daher eine klare Leseempfehlung für all jene Krimifans, die Freude an Tatorten finden, die gekennzeichnet sind von fremden Ländern und fremden Sitten. Zu dieser Krimireise nach Japan kann man nur sagen: »dõzo ki wo tsukéte!« (Viel Vergnügen).

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tedesca zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 25.05.2009
Auch der dritte Teil der Rei-Shimura-Reihe ist amüsant und spannend zu lesen. Noch mehr als zuvor erfährt man über das traditionelle Leben der Japaner, in dem vor allen für die Frauen Ikebana immer noch eine wesentliche Rolle in ihren Bemühungen spielt, den richtigen Mann zu finden. Aus diesem Grund wird Rei von ihrer Tante zu dem Kurs verdonnert, dessen Lehrerin mit einer Schere im Hals tot aufgefunden wird. Und schon wieder ist sie in einen Mordfall verwickelt, ohne recht zu wissen, wie es dazu gekommen ist. Sie stolpert in gewohnter Weise von einem Fettnäpfchen ins nächste, woran auch ihr vorschnelles Mundwerk nicht ganz unschuldig ist. Bis sie letztendlich in den Armen eines Mannes landet, der endlich Hugh Glenndining aus ihrem Herzen verdrängt.

Die Reihe entwickelt sich stetig weiter, ohne dass die Qualität darunter leiden würde. Ich kann sie allen Krimifans empfehlen, die ein Herz für Asien haben.
Sabine zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 14.10.2008
Meiner Meinung nach bis jetzt das flachste Buch in der Reihe. Es kommt nur knapp an's Erste heran. Ist aber flüssiger geschrieben.
Sujata Massey beschreibt hier sehr gut wie "schlecht" es um die Stellung der Frau in der Gesellschaft Japans steht.

Trotzdem ist es gut zu lesen und man tauch total ab in eine fremde ferne Welt!

Bin gespannt auf das Nächste!
Birgit zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 09.04.2006
Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, Sujata Massey entführt einen mit ihren Krimis nach Japan und ich komme der japanischen Kultur ein wenig näher.

Allerdings habe ich den deutschen Titel nicht verstanden. Es komen doch keine Mandelblüten vor, es geht nur um Kirschblüten. Der englische Titel, the flower master, ist hier doch viel aussagekräftiger und doppeldeutiger.
kogoro akechi zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 06.07.2005
Ich habe das Buch vor Kurzem gelesen und muss sagen, dass das Buch sehr gelungen ist.
Selbst der Humor wirkte nicht übertrieben, sehr wohl aber die Charakter des Krimis.
Dennoch ist Sujata Massey hier wieder ein kleines Meisterwerk gelungen.
bee zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 29.02.2004
Nach dem ersten Buch aus der Reihe das Beste, vielleicht auch wegen des Themas. Ikebana wird hier dem Leser wirklich sehr gut erklärt, auch die Sitten und Gebräuche werden gut in die Handlung eingebunden. Ich habe das Buch gestern abend begonnen und heute Nachmittag zu Ende gelesen, wirklich kurzweilige Unterhaltung, ohne daß man viel nachdenken muß.
Claus zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 25.02.2004
Ein Reiz des Romans ist sicherlich die detailreiche Schilderung der japanischen Gesellschaft – mit all ihren Konventionen und Traditionen. Aber leider gerät ihre Protagonistin reichlich klischeehaft: Jung, sexy, selbstbewußt und irgendwie langweilig. Die Charaktersierung der anderen Romanfiguren (insbesondere der Männer) ist ähnlich oberflächlich. Hinzu kommt, dass sich im Laufe der Ermittlungen keinerlei Spannung aufbaut.

Sujata Massey wird von einigen Kritikern als „die Donna Leon von Tokyo“ bezeichnet – das hätte mir eine Warnung sein sollen.
heinz zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 23.10.2003
An tollsten ist es über das Leben in Japan, die Höflichkeitsformen und -floskeln oder die gesellschaftlichen Zwänge zu lesen - Kurzurlaub im Kopf. Der Krimi selbst geht.
manu zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 08.08.2003
ein buch ohne doppelten boden und ohne grossen anspruch, aber ein sehr unterhaltsames Buch! eine gelungene mischung aus sex, crime, westl. und östlicher kultur. für krimifans, die das exotische ambiente lieben eine gute empfehlung.
iris adams zu »Sujata Massey: Bittere Mandelblüten« 16.03.2003
das buch ist echt spitzenklasse. ich habe es verschlungen wie nichts!!! ^^
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