Knochensplitter von Stuart MacBride

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Shatter the bones, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Manhattan.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 7 der Logan-McRae-Serie.

  • London: HarperColllins, 2011 unter dem Titel Shatter the bones. 438 Seiten.
  • München: Manhattan, 2012. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-54699-2. 512 Seiten.

'Knochensplitter' ist erschienen als Hardcover E-Book

In Kürze:

Alison McGregor und ihre kleine Tochter Jenny wurden durch ihre Teilnahme an der TV-Show »Britain’s Next Big Star« in ganz Großbritannien berühmt. Ihr Lied ist ein Hit, und die beiden haben gute Chancen, das Finale zu gewinnen. Das ganze Land, vor allem aber ihre Heimatstadt Aberdeen, liegt den beiden zu Füßen. Doch der Traum vom Ruhm hat sich für Alison und Jenny in einen Albtraum verwandelt: Die beiden wurden entführt, und das nun folgende Drama hält die gesamte Öffentlichkeit in Atem. Detective Sergeant Logan McRae und seinen Kollegen läuft die Zeit davon, zumal die Täter keinen Zweifel daran lassen, dass sie es ernst meinen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Rankin 2.0« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Erinnern Sie sich noch an Daniel Küblböck aus Deutschland sucht den Superstar? Wenn nicht: Wird Ihnen keiner von uns verübeln. Aber stellen Sie sich vor, man hätte eben jenen kurz vor seinem ersten Erscheinen entführt und die ganze Republik sollte das Lösegeld zusammentreiben. Genau das ist das Motiv in Stuart MacBrides neuem Thriller um DI Logan McRae, nur eben auf schottischem Boden. Britain´s got Talent und bekommt wie aus dem Nichts mal richtig böse Feinde.

Nebenbei muss sich McRae wieder mit der Aberdeener Unterwelt beschäftigen, deren Skrupellosigkeit endlos scheint. Stuart MacBride schildert in seinem verflixten siebten Band der Logan Mc Rae Reihe ein Aberdeen, das man so nicht kennenlernen möchte. Bevölkert von Kleinkriminellen und abstoßendem Müll der Gesellschaft versucht McRae – die Pseudohauptfigur – nicht nur seine eigenen Fehler auszumerzen, sondern auch die seiner Kollegen bei der Grampian Police, und übernimmt sich dabei massiv.

Chaos herrscht im Nordosten Schottlands. Nicht nur Großbritanniens neuer Castingshow-Superstar ist entführt worden, die Entführer haben auch ihre Mutter gekidnappt. Sie fordern das Lösegeld keinesfalls von Angehörigen, sondern von der Fangemeinde der Sendung – und beziffern nicht mal die genaue Summe. Brutale Videos, in denen die Opfer vor laufender Kamera verstümmelt werden, erscheinen im Internet und halten die Aberdeener Polizei auf Trab.

Zugleich hat es Logan McRae mit übelstem Abschaum zu tun: Auch in der Aberdeener Unterschicht wird jemand entführt und ein alter Bekannter – eines der ganz hohen Tiere der kriminellen Szene – nimmt ebenfalls wieder Kontakt zu ihm auf. Stuart MacBride thematisiert in Knochensplitter nicht nur die Abgründe seiner Heimatstadt, sondern auch ein Massenphänomen, das wir alle kennen: Superstars werden von Medien gemacht, und Medien machen Kriminelle zu Superstars. Ein ehrlicher Kampf dagegen scheint nicht möglich, die Übermacht von TV-Produzenten und Fernsehsendern bleibt ungebrochen. Insofern ist Knochensplitter nicht nur ein düsterer, saumäßig fesselnder Thriller, sondern auch eine urkomische wie sarkastische Momentaufnahme der Medienwelt Großbritanniens.

McRae gibt dabei sein Bestes, den Fall zu klären und sich selbst noch irgendwie im Spiegel betrachten zu können – unterstützt von seiner lesbisch-schottischen Wuchtbrumme DI Steel, der er nicht nur ein Kind geschenkt, sondern auch regelmäßig jede Menge Ärger eingebrockt hat.

Der hierzulande leider noch nicht so bekannte schottische Autor ist ein großartiger Erzähler von packenden Geschichten, die er einwickelt in eine Melange aus typisch britischem Humor und einem Plot amerikanischer Machart. MacBride ist Rankin 2.0, stechender in seiner Darstellung menschlichen Fehlverhaltens, Korruption und von Menschen, die tun, was sie tun müssen und nicht, was sie wollen.

Bitter böse, schrecklich komisch, ungemein spannend – MacBride wird immer besser.

Lars Schafft, September 2012

Ihre Meinung zu »Stuart MacBride: Knochensplitter«

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benfi zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 16.10.2017
Auch der siebte Roman um den Detective Sergeant Logan McRae entführt den Leser dieses Thrillers in das nördliche Aberdeen und zu dessen Polizeieinheit, welche wirklich einen ziemlich rüden Umgang zu Tage bringt. Hier hat es der Autor Stuart McBride ein weiteres Mal auf die Spitze getrieben; alleine die Respektlosigkeit den Vorgesetzten gegenüber ist mehr als verblüffend. Wer beim Lesen von solch einer provokanten Ausdrucksweise seine Probleme hat, wird hier beim Schmökern garantiert nicht glücklich! Wenn nicht, bietet der Autor hier zwei parallel laufende Fälle, wobei die Entführung der Shooting-Stars alleine wegen dem großen Medieninteresse Vorrang hat. Allerdings ist der Fall des entflohenen Dealers gerade für die Geschichte um den Hauptprotagonisten wichtig. Die Stammleser der Reihe darf sich wieder über die bekannten Figuren wie unter anderem die sich andauernd kratzende und fluchende Roberta Steel freuen. So wartet McBride auch mit 'Knochensplitter' einen kurzweiligen Roman auf, der die Fans befriedigen sollte, allerdings nicht gerade das herausragende Werk der Reihe ist. Trotzdem möchte ich diesen Thriller empfehlen, denn die entstandenen Plots gegen Ende des Romans sowie die dazugehörige Gefühlswelt von Logan, welcher sogar noch zuvor eine kontroverse Beförderung über sich ergehen lassen darf, sind allemal überraschend und verblüffen den Leser letzten Endes doch...
78°
Dersensenmann1 zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 13.03.2014
Ich lese mich der Reihe nach durch die Logan-McRae-Reihe und kann bisher keine große Schwäche feststellen. Knochentrockener Humor wechselt mit teilweise wirklich scheußlichen Beschreibungen von Opfern oder Taten und wieder zurück zur Gefühlsbeschreibung vom "Helden" Logan und seiner Lebenseinstellung. Toll finde ich persönlich die scheinbar völlig überladen wirkende Story mit mehreren Fällen, die dann parallel laufen und meistens gelöst werden, wenn auch nicht immer - wie auch im richtigen Leben - zur Zufriedenheit aller. Eigentlich gibt es immer Opfer, die es absolut nicht verdient haben, Logan voran. Ich freu mich schon auf "Das 13. Opfer".
Fazit: Absolut empfehlenswert.
Oldman zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 28.07.2013
Dieses Buch beginnt mit ganz hohem Tempo, und dies wird auch beibehalten bis zur Atemlosigkeit. Der Vergleich McRae's mit Rebus drängt sich natürlich immer auf. Ersterer ist allerdings jünger,ein sozialeres Wesen und in der Cop-Hierarchie niediger angesiedelt, wodurch natürlich immer wieder erhebliche Probleme für ihn resultieren. Der Plot ist beinhart, wird aber durch Wortwitz bei vielen Dialogen z.T.abgemildert. Auch die Skurrilität einiger Nebenfiguren trägt zur leichteren Lesbarkeit bei. Keine Ahnung, was Rankin für die Erfindung einer solch grandiosen Figur wie DI Steel geben würde. Letzten Endes führt der Protagonist alle Fäden zusammen, aber seine eigenen Verluste sind in jeder Hinsicht immens. Es wird Fortsetzungen geben, meine Neugierde ist schon groß !
krimi-les-ologe zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 07.07.2013
Ich liebe den sehr eigenen Stil von Mr. Macbride. Rabenschwarzer Humor mit tempogeladenen und witzigen Dialogen gespickte Handlung - immer auch mit einem Schuss Lokalkolarit und schottisch düsterem Ambiente- Einfach herrlich. Wenn ich in der entsprechenden Stimmung bin, bringt mich ein Macbride um 2 Nächte Schlaf und seinen Schmöcker ins Krimi-couch-Bücherregal.
simsa zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 27.02.2013
Ein unglaublicher Skandal ereignete sich bei der Castingshow „Britain´s Next Big Star“. Die finalen Teilnehmer Allison McGregor und ihre kleine Tochter Jenny werden aus ihrem Haus in Aberdeen entführt. Das ganze Land ist in heller Aufregung, sind die beiden doch die Publikumslieblinge der Sendung.
Als die Entführer dann über die Presse ihre Geldforderung stellen, wird der Fall brisant. Denn sollte das Geld nicht in 14 Tagen bereitstehen, werden Mutter und Tochter ihr Gefängnis nicht lebend verlassen.
Detective Sergeant Logan McRea ermittelt, zusammen mit seinen Kollegen, fieberhaft an diesem Fall. Und spätestens als ihnen ein kleiner Kinderzeh geschickt wird, merken alle, wie schnell sie zu einer Lösung kommen müssen...
„Knochensplitter“ war für mich das erste Buch von Stuart MacBride und ist Teil einer Reihe rund um Logan McRae.

1. Die dunklen Wasser von Aberdeen
2. Die Stunde des Mörders
3. Der erste Tropfen Blut
4. Blut und Knochen
5. Blinde Zeugen
6. Dunkles Blut
7. Knochensplitter
Trotzdem kann ich für mich sagen, dass ich auch ohne die Vorgeschichte zu kennen, wunderbar mit den Charakteren des Buches zurechtgekommen bin.
Der Fall rund um Jenny und ihre Mutter Allison beginnt sofort recht spannend. Als Leser/ Leserin wird der Großteil des Buches zwar aus der Sicht von Logan McRae beschrieben, aber auch die kleine Jenny bekommt immer wieder Abschnitte und so wurde mir noch deutlicher vor Augen geführt, in welcher Situation sich die Beiden befinden.
Stuart MacBride beschreibt hier doch sehr authentisch die kleine Jenny und ihre Umgebung.
„Knochensplitter“ konnte mich von seinem Erzählstil her sehr fesseln und ich plane nun auch weitere Bücher von Stuart MacBride lesen. Allerdings muss ich auch schreiben, dass das Buch in seinem Mittelteil ein wenig abflachte. Was zu Beginn noch sehr spannend war, bekam eine kleine Verschnaufpause. Diese gefiel mir zwar, aber sie hätte doch ein wenig kürzer ausfallen dürfen.
Das Hin und Her, in diesem und einem anderen Fall betrachtend, war zwar unterhaltsam und am Ende auch gut gemacht, aber zwischendurch war ich mir nicht sicher wohin die Reise gehen wird.
Zwei Anmerkungen möchte ich aber noch machen. Und beide Dinge haben mir wirklich gut gefallen. Zum Einen mag ich Thriller, die in Großbritannien spielen. Hätte ich dies nicht recht schnell beim Lesen erfahren, spätestens am Schreibstil des Autors hätte ich es vermutet. Immer wieder gab es ein klein wenig schwarzen Humor oder kleine Anmerkungen der Charaktere, die mich zum Schmunzeln brachten. Ich liebe so etwas ja.
Zum Zweiten hat mir gefallen, dass ein Buch nicht immer in einem kompletten Happy End enden muss. Was genau passiert, darauf möchte ich nicht eingehen, aber mir hat gefallen, dass vielleicht ein kleiner Teil aus diesem Buch noch mit in das Nächste genommen werden kann.

Mein Fazit:
Ein spannender Thriller, der mir schöne Lesestunden brachte, aber auch seine kleinen Hänger hatte. Trotzdem konnte mich „Knochensplitter“ überzeugen nun auch den Rest der Reihe lesen zu wollen. Stuart MacBride hat es geschafft, dass ich als Neuleserin seiner Bücher, ohne Probleme in die Geschichte gefunden habe.
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McGarrett zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 13.12.2012
Ich habe nur die Leseprobe bis zum 5. Kapitel gelesen. Daher hier nur einige Eindrücke:
Erst das DRITTE Wort des Buches lautet "Schei...". Da gibt es noch Luft nach oben. Dann geht es rasant los. Ich mag aber eher Bücher, die sich um Schlüssigkeit zumindest bemühen. Wozu sollte ein Polizist Entführte retten wollen, wenn er während seiner Dienstfahrten nur zufällig keine Passanten tötet? Dazu die Sorgfalt des Autors. Ein Auspuff, der bei hoher Geschwindigkeit abgefallen ist, befindet sich später im Kofferraum des Wagens. OK, ein Detail, scheint aber ins Bild zu passen. Und wenn jemand Bücher mit ordinären Dialogen mag, findet er die sicherlich für weniger als fast 20 Euro. Nein, keine Lust weiterzulesen.
Der Fairness halber gebe ich keine Bewertung ab. Vielleicht wird es ab dem 6. Kapitel ein richtig gutes Buch...
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
RakelHole zu »Stuart MacBride: Knochensplitter« 18.09.2012
Endlich sind sie wieder da, McRae und Steel.
Ich habe bisher alle Bücher von McBride gelesen und er schafft es tatsächlich, jedes Mal mit einem intelligenten Plot zu überraschen. Auch die Figuren entwickeln sich - der eine mehr, der andere weniger - weiter, ohne ihre charakteristischen Eigenschaften zu verlieren. Die oft sehr derbe Sprache bzw. Ausdrucksweise der Figuren mag Geschmachssache sein, passt jedoch zum Plot und der Umgebung. Mehr als einmal musste ich laut lachen, wenn sich Steel ihre Wortgefechte liefert. Die Story, vom Rezensenten ausführlich genug beschrieben, ist spannend aufgebaut.
Das Einzige, was mich stört- was McRae auch in dieser Geschichte körperlich abbekommt, wird langsam etwas unglaubwürdig. An dieser Figur dürfte es mittlerweile keinen unversehrten Körperteil mehr geben. Dazu noch permanenter Schlafmangel- dieser Typ müsste eigentlich ein Wrack sein. Ich hoffe, Mc Bride gönnt seinem Helden im nächsten Buch mal etwas Erholung.
90%von mir.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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