Die Stunde des Mörders von Stuart MacBride

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Dying Light, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Logan-McRae-Serie.

  • London: HarperCollins, 2006 unter dem Titel Dying Light. 464 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Andreas Jäger. 464 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-47202-4. 464 Seiten.

'Die Stunde des Mörders' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Es ist Sommer im schottischen Aberdeen, aber selbst die Sonne kann die dunklen Schatten, die sich über die Stadt legen, nicht vertreiben: Sechs Menschen sind bei einem Brand umgekommen, eingeschlossen von einem Killer, der seinen Opfern jede Überlebenschance nehmen wollte. Und das ist nicht der einzige Fall für Detective Logan McRae: Ein brutaler Mörder scheint es auf Prostituierte im Hafenviertel abgesehen zu haben, und McRae setzt alles daran, den Täter zu finden, bevor er sich das nächste Opfer sucht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Mörderisch unterhaltsames Chaos auf schottischen Straßen« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Nach einer katastrophal fehlgeschlagenen Razzia ist der ohnehin angeschlagene Ruf von Logan McRae, Detective Sergeant bei der Grampian Police im ostschottischen Aberdeen, endgültig ruiniert. Nur sein Chef Detective Inspector Insch stellt sich vor ihn, kann aber nicht verhindern, dass McRae zum »Versagerclub« versetzt wird: Für die verschrobene, manieren- und rücksichtsfreie, nikotinsüchtige Detective Inspector Roberta Steel arbeiten jene Beamte, die für den Dienst schlicht zu dämlich sind oder bestraft werden sollen.

McRaes aktueller Fall ist entsprechend. Die alternde Prostituierte Rosie Williams wurde auf offener Straße zu Tode geprügelt. Niemand will sich der Routinesache annehmen, denn ein publicitywirksamer Massenmord beschäftigt die Grampian Police viel stärker: Sechs Menschen – darunter ein neun Monate altes Kind – wurden in ein baufälligen Haus eingeschlossen und lebendig verbrannt.

Auch ein kaltgestellter McRae ist ein guter Polizist, was DI Steel sehr wohl weiß und für sich auszunutzen gedenkt. Ihr neuer Untergebener findet Hinweise auf einen Serientäter, der mehr als eine Prostituierte umgebracht hat. Leider kann sich Steel nicht bändigen und versteift sich auf einen Verdächtigen, den McRae nicht für den Täter hält.

Als der Feuerkiller ein weiteres Mal zuschlägt, gerät McRae vorübergehend aus dem Sichtfeld seiner Vorgesetzten. Das gibt ihm die Gelegenheit selbstständig zu ermitteln sowie sich in weitere berufliche Schwierigkeiten zu verwickeln. Die Fährte wird heiß – brandheiß, denn plötzlich stört McRae zwei Killer von »Malk the Knife«, dem heimlichen Herrscher von Aberdeens Unterwelt auf. Unklugerweise beschließt der Detective Sergeant mit einigen Kollegen einen »privaten« Einsatz, der schrecklich schief geht und sie in die Gewalt zweier Gangster bringt, die im »Verhör« für ihr Geschick im Umgang mit der Geflügelschere berüchtigt sind …

Großauftrieb der Schwerverbrecher

Ein Serien-Brandstifter, ein Serien-Totschläger, diverse vertierte Mafia-Killer, Kinderschänder und rachsüchtige Eheleute sind noch längst nicht alle Finsterlinge, mit denen es die Polizei von Grampion und vor allem Logan McRae zu tun bekommen. Wie schon in Die dunklen Wasser von Aberdeen, dem Startband der Serie um den unkonventionellen (gibt’s eigentlich auch andere?) Detective Sergeant McRae, ist der Plot auch dieses Mal ausgesprochen verwickelt bzw. zerfällt in verschiedene Subplots, die ein wenig zu zahlreich ausfallen und den Zufall stärker als manchmal glaubhaft bemühen, um zum Beispiel die heute im Krimi so beliebte »Überraschung in letzter Sekunde« zu ermöglichen, nachdem der Fall (oder hier die Fälle) längst gelöst scheint.

Immerhin bleibt kein Rätsel ungelöst, während gleichzeitig die Weichen neu für die Fortsetzung der Reihe gestellt werden. McRae und die Grampian Police haben einige Strolche von den Straßen Aberdeens geholt, an den Verhältnissen, die sie dorthin brachten, hat sich jedoch nichts geändert. Vor allem »Malk the Knife« bleibt ungeschoren und verliert viel Geld, was ihn nicht warnen sondern reizen und zu neuen Schandtaten anstacheln wird.

Faszination des Scheußlichen

Man darf gespannt sein, wie weit MacBride in dieser Hinsicht gehen wird. Der Bodycount ist in den McRae-Romanen schon jetzt für einen britischen Krimi der klassischen Schule ungewöhnlich hoch, doch sind die Schotten seit Jahrhunderten als kriegerisches Volk und nicht sehr zimperlich bekannt. Auch die Freunde des explizit Ekelhaften werden erneut reichlich bedient, wenn Autor MacBride McRae über noch rauchende Feuerleichen oder in Auflösung begriffene Hundekadaver stolpern lässt. Gefoltert wird mit ungetrübter Sicht auf Täter und Opfer, und natürlich werden auch im Bereich der Pathologie neue Maßstäbe gesetzt. Selten wurden Sezierszenen so goretauglich in Szene gesetzt wie zur Stunde des Mörders. (Ein dummer weil nichtssagender Titel übrigens, der wohl der Verzweiflung über die Ratlosigkeit, eine deutsche Übersetzung für Dying Light zu finden, geschuldet ist.)

Nicht mit Blut und Schmerz allein treibt MacBride seine Geschichte/n voran. Das menschliche Elend nicht nur im Angesicht des Verbrechens, sondern auch im Zeitalter einer globalisierten Gesellschaft, die sich immer deutlicher in Gewinner (wenige) und Verlierer (die Mehrheit) scheidet, ist ein integraler Bestandteil der McRae-Romane. Schon vor langer Zeit hat der Krimi sein soziales Gewissen entdeckt. Die Beschwörung bzw. Anprangerung von Missständen funktioniert besser, wenn sie im Rahmen einer spannenden Handlung geschieht; bittere Medizin nimmt man lieber mit ein wenig Zucker.

Wie sein Kollege Ian Rankin (jedoch nicht nur er) nimmt MacBride die unheilige Dreieinigkeit des 21. Jahrhunderts aufs Korn: Politik, Wirtschaft und (organisiertes) Verbrechen. Serienkiller sind daneben fast nur Belästigung, denn die von ihnen angerichtete Schäden halten sich in Grenzen. Mafiosi wie »Malk the Knife« zerstören dagegen ganze Stadtteile, in denen sie praktisch die Macht an sich reißen und selbst die »unabhängige« Presse für sich einspannen. Straßenkriminalität, Drogensucht, Prostitution, Frauenhandel: Endlos ist die Liste des Üblen, das dem folgt. MacBride integriert es immer wieder in die Handlung und entwirft ein Bild der Gegenwart, das die Resignation seines Helden erklärt.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Die brutale Wucht der Wahrheit wird geschickt durch einen Humor gemildert, der in seiner Intensität und Konsequenz ziemlich einmalig ist. Die Welt ist ein Irrenhaus, und man sollte sie deshalb nicht gar zu Ernst nehmen, wenn man überleben möchte. Ein wenig Gelächter kann befreiend wirken. MacBride versteht die Kunst es zu wecken (und der Übersetzer hat sich erfolgreich bemüht, den bekanntlich komplexen angelsächsischen Humor ins Deutsche zu retten). Er sieht die Situationskomik, die auch dem Traurigen und Tragischen innewohnt. Wie er sie in Szene setzt, irritiert manchmal, zumal MacBride ein wenig zu oft auf den Heiterkeitseffekt deftiger Flüche, drastischer Pornografie oder Körperausscheidungen setzt, aber er nimmt dem alltäglichen Grauen, das sonst in der Häufung, in welcher MacBride es auf seine Leser niedergehen lässt, schier unerträglich wäre, seine Schärfe.

Wenn es uns wirklich an Herz und Nieren gehen soll, schaltet der Verfasser den Humor plötzlich ab. Das lässt die Ernüchterung umso stärker wirken, denn jetzt zeigt MacBride, dass er auch Emotionen wie Grauen und Schmerz zu wecken versteht. Selbst gute Witze sind manchmal unangebracht. MacBride versteht dies und hält sich daran. Wenn der unglückselige Reporter Colin Miller Stück für Stück seine Finger unter der Geflügelschere seiner Peiniger verliert, ist das nur grauenhaft und nie komisch.

Schräge schottische Gestalten

Wirklich »realistisch« wirkende Personen treten in »Die Stunde des Mörders« nicht auf. MacBride setzt auf die (gelungene) Überzeichnung seiner Figuren, die durch markante Marotten im Gedächtnis haften. Vor allem mit der Figur der DI Steel läuft der Verfasser dieses Mal zur Hochform auf. Sie erinnert nicht nur an Reginald Hills unvergleichlichen Andy Dalziel, sondern wirkt wie dessen verschollene Schwester im Geiste (und im Polizeidienst). Nichts und niemand ist vor ihrem drastischen Spott sicher, der immer dazu mahnt, Regeln und Normen in Frage zu stellen, statt sich ihnen anzupassen. Immer wenn man meint, den Charakter Steels in seiner ganzen Primitivität erfasst zu haben, schlägt uns MacBride ein Schnippchen, indem er plötzlich tiefere menschliche Regungen offenbart: Steel spielt die Rolle des Ungeheuers, die sie tarnt und ihr innerhalb des Systems eine Bewegungsfreiheit garantiert; eine Taktik, die sich besagter Dalziel ebenfalls zu Eigen gemacht hat.

Reginald Hill spielt freilich intellektuell in einer anderen Liga. Er schöpft seine Bosheiten aus einem immensen literaturgeschichtlichen Wissen, so dass manche Anmerkung des nur scheinbar grobschlächtigen Dalziel die Verwendung von Fußnoten erforderlich macht. Das ist bei MacBride überflüssig. DI Steel ist definitiv keine gebildete Person, wenn auch eine Persönlichkeit, und MacBride ficht in Sachen Humor wie bereits erwähnt eine wesentlich breitere Klinge.

Logan McRae drängt der Verfasser zeitweise zu stark in die Peter-Pascoe-Rolle des duldsamen Assistenten, der einerseits die Wand darstellt, an die Steel ihre einfallsreichen Bosheiten schmettert, während er andererseits die eigentliche Detektivarbeit leistet. In »Kalter Granit« wirkte McRae nicht so »vernünftig«. Er ist tatsächlich auch jetzt noch exzentrisch genug, doch er sitzt im Polizeirevier von Grampion, das so ausschließlich mit Witzbolden, Spinnern und Nulpen besetzt ist, dass es mit einem »richtigen« Krimi schwer vereinbar scheint. Erst im Finale kommt der Querkopf und Querdenker McRae wieder zum Vorschein.

In der Darstellung seiner Mörder und Serienkiller lässt MacBride die notwendige Zurückhaltung walten. Es wäre kontraproduktiv, auch sie in Witzgestalten zu verwandeln. Als »normale« Menschen kann man sie ebenfalls nicht betrachten. Ihre Seltsamkeiten erschrecken jedoch und stoßen ab. Das Böse ist nicht komisch, und seine Bekämpfung laugt aus. Kein Wunder, dass McRae und Co. sich in skurriles Verhalten flüchten. Sie sind uns in ihrer individuellen Verrücktheit ans Herz gewachsen, was uns – wie vom Verfasser geplant – gespannt auf den dritten Band der McRae-Serie warten lässt.

Michael Drewniok, Mai 2007

Ihre Meinung zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders«

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benfi zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 29.07.2015
Der zweite Roman um die Figur DC Logan McRae aus der Feder von Autor Stuart MacBride führt seine Polizeiarbeit chronologisch fort. Dies hat den Vorteil, dass Leser von dem Erstwerk 'Die dunklen Wasser von Aberdeen' sehr schnell in der Handlung wie auch Umgebung (spielt der Roman doch ebenfalls im schottischen Aberdeen) und die Charaktere wie die Gerichtsmedizinerin Dr. Isobel MacAlister oder DI Insch sehr vertraut wirken. Aber auch die Schmöckerer, die mit 'Die Stunde des Mörders' erstmalig von dem Schriftstellers lesen, werden nicht vor große Hürden gestellt. Die Verhältnisse sind recht klar und sauber dargestellt. Der Umgang unter den Protagonisten mag etwas ruppig klingen und vermittelt ein wenig das Gefühl, dass dies überzogen ist; aber ich denke, dass kein Mensch einen drögen Standard-Alltags-Roman lesen mag. Gerade das prägt doch diese Figuren aus dieser Serie. Der Roman an sich ist wie der Vorgänger sehr flüssig zu lesen und man fliegt nur so über die Seiten. Ein klein wenig Konzentration ist jedoch schon nötig, da McRae im Grunde in vier verschiedenen Fällen ermittelt - auch dies ist wohl ein klein wenig an der Realität vorbei. Trotzdem hält das Buch von MacBride das Spannungslevel konstant hoch. Mir persönlich ging der Kriminalfall aus dem ersten Roman etwas näher, als die Fälle in diesem Buch, doch solche Abschnitte wie der zerlegte Hund im Reisekoffer oder das Schicksal des Reporters Colin Miller ist bestimmt kein Stoff für zarte Gemüter. Somit gibt es mit 'Die Stunde des Mörders' also Lesestoff für Freunde von weniger action-geladenen, doch spannenden Thrillern aus Schottland, welcher etwas provokativ daher kommt, aber die Leselust nicht hemmt. Weiter so, Mister MacBride...
82°
kianan zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 09.07.2012
Fast das gesamte Buch erscheint mir wie auf "Repeat" geschaltet, von der Idee her definitiv nichts Neues, das Ende jedoch hat überraschenderweise Spannendes hervorgebracht. Dieser Krimi hat mich nicht überzeugt, auch wenn ich mit dieser Meinung fast alleine stehe. Im Gegensatz zum ersten Buch der Serie, das mich sehr überzeugt hat, war ich über dieses Zweite eher enttäuscht.
Frederike zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 03.02.2010
Im Vergleich zum 1. Band bin ich enttäuscht. Die starken Nebenfiguren daraus (Insch, Watson, Colin Miller) kommen diesmal kaum vor und bleiben blass, das hat auch zur Folge, dass sich MacRae den Großteil der Story wie ferngesteuert durch die Standardstationen (Präsidium, Tatorte, Pathologie) abarbeitet. Erst zum Schluss wird´s spannend. Stattdessen wird bis dahin in epischer Breite DI Steel vorgeführt. Deren Darstellung ist aber zum einen wenig glaubwürdig und stereotyp (immer wieder ist wird unter der Achsel gekratzt und in den Zähnen gepopelt), zum anderen so nervig, dass ich zuweilen fast keine Lust mehr hatte, weiterzulesen.
Schrodo zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 18.12.2009
Sechs Menschen sind bei einem Brand umgekommen, eingeschlossen von einem Killer, der seinen Opfern jede Überlebenschance nehmen wollte. Und das ist nicht der einzige Fall für DS Logan McRae: Ein brutaler Mörder scheint es auf Prostituierte im Hafenviertel abgesehen zu haben.
Die beiden Fälle ermittelt unser Held parallel und natürlich löst er am Ende beide fälle…und als Zugabe sozusagen noch einen Dritten. „Leichen pflastern seinen Weg“ könnte der Titel des Buches diesmal auch heißen. Auch sind einige Stellen im Buch sehr brutal beschrieben.
Herr MacBride schweift auch immer wieder ins Privatleben des Helden ab, ohne aber zu langweilen. Die Geschichte plätschert mehr oder weniger so vor sich hin, st aber gut zu lesen. Spannend, mit einem Schuss schwarzen Humor, so wie es die Inselbewohner, die welche ja immer noch auf der verkehrten Straßenseite fahren, eben lieben.
Lesenswert, wenn auch etwas schwächer wie der erste Roman von MacBride.
axelp zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 23.11.2009
Ja ich bin wieder mal ganz anderer Meinung, wie die anderen Krimifreunde vorher.
Nach dem super ersten Buch war ich völlig enttäuscht und habe mich eigentlich durch die dünne Story gequält, auch die Charakteure haben bei weitem nicht den Ausdruck des Ersten gehabt.
Das Buch ist eigentlich eine soziale Geschichte über Mobbing und lebt von vielen ähnlich (wiederholten) Szenen. Das Mobbing von Steel ging mir einfach auf die Nerven.
Entschädigt haben dann die letzten 50-100 Seiten mit Spannung, Action und schönen Wendungen. Das macht optimistisch für den dritten Teil, denn d. Flair von Aberdeen bringt eine "gruslige" Note mit rein.
koepper zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 23.10.2009
Endlich wieder mal ein richtig guter Krimi. Stuart MacBride packt viel in „Die Stunde des Mörders“. Der Held der Geschichte, Logan McRae, ein in Ungnade gefallener Ermittler, muss sich gleich mit mehreren Verbrechen befassen. Dieses an sich schon schwierige Unterfangen wird erschwert, weil Logan in den „Versagerclub“ strafversetzt wird. Umgeben von exzentrischen und z.T. unfähigen Polizisten geht er seiner schweren Arbeit nach, wobei ihm ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Vor allem die Chefin von Logan, die nikotinsüchtige Roberta Steel ist eine Marke für sich. Bei der Entwicklung dieser Figur zeigt MacBride seinen grandiosen Humor. Ohne diesen Humor, der sich durch das ganze Buch zieht, wäre der „Sie Stunde des Mörders“ nur schwer zu ertragen. Mac Bride schildert das Elend der Straßenkriminalität, Drogensucht, Prostitution und des Frauenhandels. Dies gelingt ihm eindringlich. Zu diesem gelungenem Cocktail aus Humor, Milieustudien und Ermittlungsarbeit fügt der Autor einige Passagen an, die wirklich hart sind. Er erspart uns nicht eine grausame Folterszene, auch die Darstellungen in der Pathologie sind z.T. recht eklig.
Der Plot ist komplex, parallel werden drei verschiedene Handlungsstränge entwickelt. Viele Gestalten tauchen auf, fast alle schräge Figuren. Dennoch konnte ich der Geschichte gut folgen. MacBride gelingt es die Spannung hoch zu halten. Einziges Manko: Logan ist mir etwas zu heldenhaft, ihm gelingt es fast alleine die verschiedenen Verbrechen aufzuklären. Ansonsten ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht.
Julia-Papa zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 15.07.2009
Mir hat dieser Roman noch besser gefallen als "Die dunklen Wasser von Aberdeen". Zwar nicht unbedingt vor Spannung knisternd, aber dennoch sehr gut lesbar.

Es laufen drei Handlungsstränge nebeneinander her, DS McRae ermittelt in allen dreien, die ganzen komischen Typen der Aberdeener Polizei tauchen wieder auf, es fließt reichlich Blut. Für zartbesaitete Leser/Leserinnen sicher nicht zu empfehlen. Da ich aber auf etwas härtete Krimis stehe (mein Lieblingsheld ist Jack Reacher...), sagt mir das sehr zu. Auch die derbe Ausdrucksweise der ermittelnden Beamten entspricht wohl ziemlich der Realität.

Diese Serie hat in meinem Regal auf jeden Fall ihren festen Platz.
Susanne zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 15.12.2008
Nachdem ich mich als alter Ian Rankin Fan auf einen neuewn Stern am schottischen Krimi Himmel gefreut hatte, hat mich das Buch enttäuscht. Der allgemeinen Meinung vom top spannenden Buch das man nicht mehr aus der Hand legen kann, kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Das Buch fängt vielversprechend an, gleich drei Handlungsstränge laufen nebeneinander her. Die Auflösung am Ende jedoch enttäuscht, es werden Täter präsentiert, deren Beweggründe nur unzureichend rübergebracht werden, und wie die zweite Opfergruppe der Brandanschläge ins Raster passt frage ich mich noch heute. Wer sich Erleuchtung zum Schluss des Buches erhofft wird enttäuscht. Während Inspector Logan noch sympathisch ist, hätte es dem Leser erspart werden können über unzählige Seiten ausschließlich lesen zu müssen, wie viele hundert Zigaretten DI Steel in dem Buch raucht. Wenn es dem Übersetzer auch gelungen sein mag, die Sprache authentisch zu gestalten, so gehören Auswüchse wie "keine ungelegten Eier zu wecken" wohl nicht dazu, das ist einfach ärgerlich. Wer auch die psychologisch stimmigen Krimis von Mankell schätzt, wird an diesem Buch wenig Freude haben. Sorry, aber für mich verdient das Buch allen 25 Grad.
Sonnschein zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 14.04.2008
Logan McRae hat diesmal nicht nur bei der Lösung mehrerer Fälle (Brandstiftung, Ermordung von Prostituierten)mitzuhelfen, sondern muss sich auch noch vor der Dienstaufsicht behaupten und bangt um seinen Job, da ein Kollege bei einem Einsatz angeschossen wurde, bei der Logan die Hauptverantwortung trug. Er wird dem *Club der Versager* und seiner Leiterin DI Steel zugeteilt, die scheinbar alle Lorbeeren alleine für sich einheimsen will und unbedingt Erfolg vorweisen möchte...
Mit dem 2ten Band der Reihe ist mir Logan McRae richtig ans Herz gewachsen. "Geliebte" und "gehasste" Bekannten aus dem ersten Band dürfen natürlich auch nicht fehlen, wie z.B. Colin Miller-der Reporter, *die Eisprinzessin* Isobel und natürlich Jacky Wattson, Logans Freundin.
Wieder spannend geschrieben mit einer guten Portion *schottischen* Humors, den ich sehr mag. 90°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Anja zu »Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders« 16.12.2007
Gute Alternative zu Ian Rankin. Hoffe er schreibt noch weitere so gute Bücher. Die dunklen Wasser von Aberdeen war schon ein genialer Krimi und dieser steht ihm in nichts nach. Ich finde es gut, dass er über das Privatleben der Hauptfiguren auch etwas erzählt und er baut die Spannung sehr gut auf. Wenn ich ein Buch nicht mehr zur Seite legen kann, dann ist es wirklich gut. Bei deisem war das absolut der Fall.
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