Der erste Tropfen Blut von Stuart MacBride

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Broken Skin, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Logan-McRae-Serie.

  • New York: St. Martin´s Minotaur, 2007 unter dem Titel Broken Skin. 528 Seiten.
  • London: HarperCollins, 2007. 528 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-46574-3. 528 Seiten.
  • München: Goldmann, 2011. Übersetzt von Andreas Jäger. ISBN: 978-3-442-47461-5. 507 Seiten.

'Der erste Tropfen Blut' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im fahlen Licht eines Februarmorgens zeigt sich Aberdeen nicht gerade von seiner einladendsten Seite. Aber auf Detective Sergeant Logan McRae wartet Schlimmeres als ein kalter Tag, nämlich die Leiche eines Unbekannten, der vor der Notaufnahme des Krankenhauses abgeladen wurde. Als eindeutiges Filmmaterial mit dem jungen Mann auftaucht, weist alles auf einen Zusammenhang mit der Pornoszene hin. Während Logan der Spur nachgeht, versucht seine Kollegin Jackie Watson, den Vergewaltiger zu fassen, der die Straßen der Stadt unsicher macht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Des alltäglichen Wahnsinns gelungener dritter Teil« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Noch immer muss Logan McRae, Detective Sergeant bei der Grampian Police im ostschottischen Aberdeen, sein berufliches Dasein im »Versagerclub« des Reviers (siehe Die Stunde des Mörders) fristen. Unter der Fuchtel seiner ebenso exzentrischen wie energischen Chefin, Detective Inspector Roberta Steel, bearbeitet McRae vor allem Routinefälle, mit denen Detective Inspector Insch, Steels schwergewichtiger Kollege, nicht behelligt werden möchte.

Aktuell sonnt sich Insch im Licht der Medien, weil es der Beamtin Jackie Watson gelang, während eines Undercover-Einsatzes einen gefürchteten Serien-Vergewaltiger zu stellen. Die Freude verflüchtigt sich, als dieser sich als Star-Spieler eines örtlichen Fußballvereins entpuppt. Robert Macintyre leugnet seine Schuld nicht nur hartnäckig, er wird auch von seinen Fans erbittert verteidigt, die ihn für seine Stürmer-Qualitäten lieben. Ausgerechnet McRae verhört im Laufe einer ganz anderen Ermittlung einen Mann, der plötzlich zugibt, eine der Frauen, die Macintyre zum Opfer gefallen sein sollen, vergewaltigt zu haben. Insch steht schlecht da, der Fußballer wird auf Bewährung freigelassen, der Fall wenig später gänzlich niedergeschlagen.

McRae ermittelt weiter im Fall Jason Fettes. Der junge Aushilfs-Pornodarsteller wurde vor einem Krankenhaus aus dem Wagen gestoßen; er verblutete an einer Verletzung, die womöglich als bizarrer ´Arbeitsunfall´ zu deklarieren ist. Zu DI Steels Freude führt die Untersuchung tief in das Sado-Maso-Milieu von Aberdeen. McRae kann diese Begeisterung nicht teilen. Der wütende Insch schurigelt ihn, und auch privat gibt es Probleme: Jackie Watson, mit der McRae seit einiger Zeit Tisch und Bett teilt, begibt sich des Nachts auf Streifzüge, über die sie keine Auskunft geben will. Betrügt sie ihn oder beschattet sie auf eigene Faust Macintyre, an dessen Schuld sie wie Insch fest glaubt? McRae weiß nicht, was schlimmer wäre, aber ihm bleibt ohnehin keine Zeit, sich um seine Beziehung zu kümmern: Steel und Insch belegen ihn mit Beschlag, die Ermittlungen treten auf der Stelle, es warten neue, dringende Fälle – ein Wettlauf, der nicht zu gewinnen ist …

Wahnsinn ist Alltag und wird zur Methode

Das wahre Glück liegt für die bekennenden Leser von Serienkrimis nicht im stetigen Wandel, sondern in der behutsamen Variation des Bekannten. Stuart MacBride hat diese Grundregel begriffen und beherzigt sie treu. Der neue Fall von Logan McRae ist eigentlich ganz der alte – eine Melange aus klassischer Kriminalstory und moderner Gesellschaftskritik.

Ebenfalls schon bewährt hat sich für MacBride die Verzwirbelung gleich mehrerer Kriminalfälle zu einer Geschichte, die dadurch als Krimi an Stringenz und Dynamik zwar verliert, aber gleichzeitig realitätsnäher wirkt, da auch im wirklichen Leben Ereignisse nicht nach der Reihenfolge sortiert geschehen, sondern sich überlappen. Hier bildet Jackie Watsons Privatfehde mit einem gewitzten und unter Prominentenschutz stehenden Triebverbrecher den ersten Sub-Plot; das düstere Geheimnis eines kindlichen Schwerverbrechers fließt etwas später in die Handlung ein.

Praktisch unverändert bleiben diverse Konstanten: Die Grampian Police ist an der »Front« überlastet und unterbesetzt; Reformbemühungen entpuppen sich regelmäßig als Augenwischerei oder blinder Aktionismus und werden für Politik und Medien inszeniert. Von allen Seiten gibt es ausschließlich Druck von unfähigen, in Machtkämpfe verwickelten Bürokraten, einer feindseligen, auf Sensationsgeilheit gepolten Presse, den unzufriedenen, sich unbeschützt fühlenden Bürgern und vielen anderen enthusiastischen aber schlecht informierten Gegnern. Die Ausrüstung der Polizei ist museumsreif und wird von den modern ausgestatteten Gangstern verlacht, Anwälte sind rund um die Uhr damit beschäftigt, eindeutig schuldige Zeitgenossen aus den Zellen zu klagen.

Frustrierte Beamte begeben sich in die innere Emigration oder entwickeln skurrile Züge. Will man MacBride Glauben schenken, arbeiten ausschließlich karikaturhaft verzerrte Exzentriker für die Grampian Police. Ihre diversen Schnurren sorgen erneut für Erheiterung, obwohl dahinter immer wieder deutlich wird, dass hier Menschen ihre eigenen Methoden gefunden haben, um einen Alltag zu meistern, der im Grunde nur noch Chaos ist.

Ohnehin bleibt der Autor dem milde sarkastischen Tonfall treu, der den konzeptionellen Stillstand der McRae-Serie gern vergessen lässt: Diese Bücher lesen sich einfach fabelhaft, weil sie einen Sinn für echten Humor erkennen lassen. Die Übersetzung kann das – die Regel ist das nicht – bewahren und verdient eigenes Lob.

Opfer und Täter und Opfer und Täter und …

DI Steel benimmt sich weiterhin wie die Axt im Wald und lässt Logan McRae ihre Arbeit erledigen. DI Insch stopft alle möglichen Süßigkeiten in seinen Wanst und inszeniert die schlechtesten Amateur-Theatertruppe der Welt. Der dicke Gary hört immer noch alle Revier-Flöhe husten. Sandy Moir-Farquharson behauptet seine Führungsposition als widerlichster Anwalt der Welt. Colin Miller ist als Enthüllungs-Journalist die Zecke im Fell der Grampian Police.

Nichts Neues also auch im Bereich der Figurenzeichnung. Das gilt erst recht für Logan McRae, der als Person ohnehin kaum ein eigenes Profil aufweist. Man nennt ihn zwar »Lazarus«, seit er von einem irren Killer aufgeschlitzt wurde und trotzdem überlebte, aber das daraus resultierende Trauma ist längst fadenscheinig geworden. McRae ist vor allem deshalb wichtig, weil es wenigstens eine ´normale´ Figur geben muss, die für die kriminalistische Arbeit verantwortlich zeichnet. Ohne ihn würde sich die Grampian Police endgültig aus der Realität verabschieden, denn es ist schwer vorstellbar, dass seltsame Gestalten wie Steel oder Insch auch nur einen Fall lösen könnten.

Inzwischen ist McRae also mit Jackie Watson zusammen, womit MacBride den obsoleten Anteil Seife in seinen Krimi einspritzt. Die private Situation in Serie tätiger Polizisten oder Detektive ist heutzutage ebenso wichtig wie die Darstellung eines Verbrechens. MacBride hält sich erfreulich zurück; vor allem weibliche Seriendetektive agieren hart an der Grenze zur »chick-lit«, und die Grenze ist viel zu durchlässig geworden.

Die Beziehung wird in den folgenden Bänden der Serie noch ernsthaft auf die Probe gestellt werden, denn Jackie Watson hat eine unsichtbare Grenze überschritten: die vom Ordnungshüter zum Richter und Vollstrecker. Die Gefahr ist allgegenwärtig in MacBrides Polizeiwelt, die von Frustration gekennzeichnet ist. Wenn die Justiz die Arbeit der Polizisten aushebelt, fühlen sich diese womöglich nicht mehr an ein Gesetz gebunden, von dem sie sich vernachlässigt und verhöhnt fühlen. Schlimmer noch: Ihr Gefühl für Toleranz und Verhältnismäßigkeit hat sich verflüchtigt. Sogar Logan McRae lässt sich in einem Moment der Selbstjustiz dazu hinreißen, einem bereits gefangenen Vergewaltiger Pfefferspray in die Augen zu sprühen.

Das Grauen hinterlässt Spuren

Denn der Alltag, obwohl von MacBride so humorvoll in Szene gesetzt, hinterlässt seine Spuren: DI Insch frisst sich zu Tode, DI Steel eifert ihm per Zigarette nach. Die Zahl der kollektiven Besäufnisse nach Feierabend ist in Der erste Tropfen Blut beachtlich, die Folgen werden drastisch beschrieben. Ein Privatleben, das als Ausgleich dienen könnte, bleibt auf der Strecke. In McRaes und Watsons gemeinsamer Wohnung stapelt sich der Dreck – ein Alarmsignal, denn der Stress gestattet nicht einmal die Einhaltung simpler hygienischer Standards. Der dicke Gary bringt es auf den Punkt, als er anmerkt, er könne von McRae eigentlich Miete fordern, denn er lebe ja ohnehin auf dem Revier.

Die Maschine frisst auch die jungen Beamten mit Haut und Haaren. Mit Constable Rickards führt MacBride ein neues Gesicht ein. Rickards ist – noch – ein Idealist mit einem privaten Geheimnis, das er – so dumm ist er nicht – gern vor seinen Kollegen gewahrt hätte. Es kommt ans Tageslicht und verwandelt Rickards in ein willkommenes Opfer für Hohn und Spott: Die abgestumpften Polizisten geben nicht einmal einander moralischen Rückhalt, sie zerfleischen sich selbst. Rickards einzige Chance ist es, auf das Erscheinen eines neuen Pechvogels zu warten und sich dann unter denen einzureihen, die ihn bittere Mores lehren. Wir lachen, wenn wir lesen, wie Rickards wieder einmal veräppelt wird – und ertappen uns dabei, Komplizen geworden zu sein. Die Heiterkeit bleibt uns im Hals stecken.

Diese Reaktion werden wir oft erleben, denn Stuart MacBride ist ein böser Meister, der sie kunstvoll auszulösen versteht. Es sind halt nicht nur Kugeln oder Messer, die durch die Haut gehen – Broken Skin heißt dieser Roman im Original -; auch böse Taten und Worte dringen durch und richten nicht selten größere Schäden an als jede Waffe.

Michael Drewniok, Mai 2008

Ihre Meinung zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut«

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Eva zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 10.08.2017
Ein absolut fesselndes Buch und gleichzeitig unbeschreiblich amüsant - ja, amüsant! Teile des Polizeikorps verhalten sich einfach derart grotesk, dass einem stellenweise nichts anderes übrig bleibt als laut loszulachen. Die verschiedenen Fälle sind unglaublich spannend und man fiebert mit bis zum Schluss.

Ich habe das Buch zufällig in einer Bücher-Tausch-Kiste entdeckt. Von dem Autor hatte ich bislang noch nie etwas gehört. Man braucht ein paar Seiten, um in den Sprachstil hineinzufinden - dann aber legt man es nicht mehr beiseite. Ich habe mir jetzt den Folgeband besorgt und freue mich schon darauf.
benfi zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 05.10.2015
Mit 'Der erste Tropfen Blut' geht die Serie von Autor Stuart MacBride um seinen Detective Logan McRae schon in die dritte Runde. Die Hauptcharaktere sind dem Leser der Reihe nun bestens vertraut und kommen problemlos in der Materie zurecht. Das sollte aber für Neueinsteiger auch kein Problem sein, denn diese Materie, die Hauptfälle des Romans, sind in deren Handlung recht einfach gestrickt, was nicht bedeutet, dass MacBride sie nicht spannend und fesselnd aufbereitet. Hierzu schickt er seine Hauptfiguren sogar in die Sado/Maso-Szene, was automatisch für einige Anekdoten sorgt. Wie auch schon in den vorherigen McRae-Büchern ist die Gangart der Polizei etwas überraschend ruppig, was allerdings auch seinen Anreiz hat, denn niemand wird wirklich einen Krimi oder Thriller im deutschen Bürokraten-Schreibstil lesen wollen, oder? Was die meisten Leser fesselt, ist aber der gewisse Touch einer 'Daily Soap', so einer täglichen Endlos-Serie, die gerne in die Tiefe der Bindungen, Verhältnisse und Bedürfnisse der Hauptcharaktere hineinblickt und diese immer wieder neu verwebt. Und genau das zieht MacBride in seinen Büchern auch durch. Trotz des leichten Negativ-Images solcher 'Soaps' meine ich das hier keinesfalls abwertend; auch ich möchte nun wissen, wie es zum Beispiel mit der Beziehung von Logan und Jackie weiter geht oder ob Isobel ihre berufliche Auszeit überstehen wird ... aber ich will nicht zuviel verraten. Stuart MacBride ist im Begriff, sich eine eigene Nische in diesem Sektor zu schaffen und das garantiert doch mindestens weiteren guten Lesestoff...
80°
kianan zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 13.09.2012
Zum Positiven: Das Buch wurde gewohnt abgedreht und mit symphatischen Protagonisten geschrieben. Die Geschichte ist nicht neu, aber spannend. Zum Negativen: So eine Vielzahl von - ich kann es nicht anders formulieren - saudummen Fehlern seitens der Polizei und die Leichtigkeit, wie Verdächtigte erfahrene Polizisten übertölpeln können hat mich stellenweise so massiv geärgert, dass ich das Buch schnellstens weglegte und fast nicht weiterlas. Darüber hinaus war das Buch mittig ganz schön langatmig, hat aber dann wieder Fahrt aufgenommen. Aus meiner Sicht das bisher schlechteste Buch aus der Serie, ich hoffe, das Nächste ist besser.
antje zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 25.05.2011
Naja, "Die dunklen Wasser vnón Aberdeen" hatten Appetit auf mehr gemacht, aber hier hat man den Eindruck, der Autor hat ein paar Schmuddelvideos zuviel geschaut. DI Steel (die NATÜRLICH ein Lesbe sein muss, die Klischees aller Art bedient) ist mittlerweile sowas von überzogen und nervig dargestellt, dass man das einfach nicht mehr ernst nehmen kann - ein Glück spielt das Buch in Schottland; in skandinavischen Ländern wäre die wegen Mobbing schon lange weg vom Fenster. Auch Jackie Watson ist alles andere als eine Sympathieträgerin. Das ist Klamauk übelster Sorte, gewürzt mit den perversen Sex-Fantasien des Autors. Voll Panne!
Schrodo zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 23.12.2010
Im fahlen Licht eines Februarmorgens zeigt sich Aberdeen nicht gerade von seiner einladendsten Seite. Aber auf Detective Sergeant Logan McRae wartet Schlimmeres als ein kalter Tag, nämlich die Leiche eines Unbekannten, der vor der Notaufnahme des Krankenhauses abgeladen wurde. Als eindeutiges Filmmaterial mit dem jungen Mann auftaucht, weist alles auf einen Zusammenhang mit der Pornoszene hin. Während Logan der Spur nachgeht, versucht seine Kollegin Jackie Watson, den Vergewaltiger zu fassen, der die Straßen der Stadt unsicher macht.
Was der Titel mit dem Inhalt gemeinsam hat, hab ich nicht herausgefunden, aber dass der Herr MacBride ein klasse Buch geschrieben hat, das hab ich wohl bemerkt.
Es ist erstaunlich, wie mehrere Handlungsstränge nebeneinander auf gleichem Niveau gehalten werden, ohne dass ich beim Lesen auch nur ein kleines Bisschen durcheinander gekommen bin. McRae ermittelt diesmal in der Sado-Maso-Szene, jagt einen brutalen Vergewaltiger, sucht einen achtjährigen Mörder und ist auch noch hinter einem Pädophilen her. Als weitere Handlungsstränge kommen Querelen mit seinen Vorgesetzten und Kollegen hinzu. Ja, der Mensch hat viel zu tun und ist doch gleich viel authentischer als andere Thrillerhelden, da er auch menschliche Schwächen zeigt.
Die Geschichte ist erfrischend mit herrlicher Ironie und teilweise ätzendem Sarkasmus geschrieben. Es gibt keine unnötigen Beschreibungen. Das Ganze ist spannend und schlüssig, wenn auch der Zufall am Ende etwas nachhelfen muss
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
koepper zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 11.05.2010
Unser Held, Detective Logan McRae, arbeitet gleichzeitig an mehreren Fällen. Was die verzwickte Sache nicht einfacher macht, ist der Umstand, dass er nicht nur DI Steel, seiner kettenrauchenden Vorgesetzen unterstellt ist, sondern auch noch dem vernaschten, jähzornigen DI Insch zuarbeiten muss. Private Wirrnisse kommen hinzu, Logan hat es nicht leicht in Stuart MacBrides „erstem Tropfen Blut“. Fast alle Protagonisten haben eine Macke, vor allem die Detectives, vielleicht hält man die Tristesse des Wetters in Aberdeen und die abscheulichen Verbrechen nicht anders aus. Das erklärt auch die allabendlichen Saufrunden der Cops und überhaupt – was für schräger Haufen an Ermittlern.
Bei der Schilderung der Charaktere beweist Mac Bride wieder seinen Humor und seinen Einfallsreichtum. Manche Schilderungen sind absolut köstlich; z.B. die Proben der schlechtesten Theatergruppe der Welt, die der Süßigkeiten mampfende Insch leitet. Mac Bride arbeitet mit kurzen Kapiteln, der Leser muss verschiedene unzusammenhängende Handlungsstränge verfolgen. Obwohl die Handlung komplex ist, liest sich das Buch sehr gut. Die Spannung wird vom Anfang bis zum Ende aufrecht gehalten. Die Sprache ist einfach und klar, nichts Unnötiges stört den Lesefluss. Das Buch ist wirklich gut gemacht, ein großer Lesespass. Unbedingte Empfehlung.
Uwe zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 01.05.2010
Ich hab das Buch gerade in der englischen Originalfassung gelesen und glaube, dass es wohl ein einmaliger Ausflug in die Welt des Logan McRae bleiben wird. Chaos ist das, was dieses Buch am besten beschreibt. Ein seltsamer Todesfall in der SM-Szene, ein vergewaltigender Fußballstar mit perfektem Alibi, ein achtjähriger Messerstecher, ein kinderschändender Opa, ein klauender Kerl, der gerade von seiner Frau verlassen wurde, eine Wettbürobesitzerin, die gerne zuschlägt, ... Dazu eine Ansammlung an Polizistinnen und Polizisten, die einen ganz erheblichen Dachschaden haben. Ja was will man denn bitte in ein Buch noch alles reinpacken? Den schwarzen Humor einiger anderer RezensentInnen kann ich nicht entdecken, von stilistischer Meisterschaft wollen wir gar nicht sprechen.
Julia-Papa zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 16.09.2009
Ich liebe die Serie um den frustrierten Aberdeener Polizisten Logan McRae. Die Romane sind nicht im eigentlichen Sinne spannend, mir gefällt eher die - wie ich finde - realistische Darstellung des Polizeialltags in der schottischen Metropole. Logan leidet unter mürrischen Vorgesetzten, stolpert in eine Affäre (die zumindest in diesem Buch noch gar keine richtige ist), muß wochenlang auf einen freien Tag warten.
Eine Serie vergewaltigter Frauen und ein Todesfall in der SM-Szene halten McRae auf Trab. Natürlich gelingt dem Team am Ende die Lösung der Fälle, wenn es auch zum Teil haarsträubende Verbindungen gibt, die die Lösung erleichtern und bei der Bewertung Punktabzüge bringen.
Wie gesagt, die Romane von Stuart MacBride knistern nicht vor Spannung. Mir gefallen aber die originellen Plots und die realistische Darstellung der Polizeiarbeit. Dazu kommt eine Prise schwärzesten britischen Humors und durchaus auch eine härtere Gangart. Die Mischung kommt bei mir an.
Und wehe, irgendwer denkt daran, Logans Chefin DI Steel zu befördern - ich liebe diese Frau...
Karsten Lange zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 30.10.2008
Aha, genau, der Vergleich mit Rankin macht eben alles kaputt! MacBride hat doch einen ganz anderen Stil, er hat so eine Brachialkomik und überzeichnet alles, aber mit Methode, und da muss man sich erstmal dran gewöhnen. DAS MACHT RANKIN NICHT, aber warum soll denn der eine schreiben wie der andere??? Lasst Euch nicht durcheinanderbringen. Lest es nur ohne diese "Es ist genau wie"-Brille. Ich fand besonders dieses Buch aus der Reihe echt gut. Aber ich wollte am Anfang auch erst wieder aufhören. Jetzt hab ich mich super reingelesen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
clare1512 zu »Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut« 06.08.2008
Hallo,
kann heiniboss nur zustimmen.Laßt Euch nicht den Lesespaß verderben.Wer die beiden anderen Bücher über den neuen Helden McRae mag, wird bei diesem nicht enttäuscht.Schwarzer Humor, Schottland, Krimi,
interessante Hauptfiguren, einfach top.Freu mich schon auf das nächste Buch des Autors aus Aberdeen.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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