Der 50/50-Killer von Steve Mosby

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The 50/50 Killer, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Droemer.

  • London: Orion, 2007 unter dem Titel The 50/50 Killer. 496 Seiten.
  • München: Droemer, 2007. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-19767-7. 496 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2008. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3828991477. 491 Seiten.
  • München: Knaur, 2009. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 978-3-426-63825-5. 491 Seiten.
  • [Hörbuch] München: DerHörVerlag, 2007. Gesprochen von Doris Styron. ISBN: 3867171505. 6 CDs.

'Der 50/50-Killer' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

John Mercer, ein altgedienter, hoch dekorierter Detective, gerät in die Fallstricke eines perfiden Serienkillers. Der unbekannte »50/50-Killer« hat es auf junge Paare abgesehen. Eiskalt quält und manipuliert er sie eine Nacht lang, um die Liebe zwischen ihnen zu zerstören. Nur wer den anderen verrät, sieht den Morgen heraufdämmern …Als die Polizei einen verstörten jungen Mann aufgreift, der Folterspuren aufweist und unverständliches Zeug über seine Flucht aus dem Wald redet, ist Detective Mercer klar, dass ihm die Zeit davonläuft. Offensichtlich hat der Killer neue Opfer gefunden, und durch sein Verschwinden hat der Mann seine Freundin dem Tod geweiht. Spätestens bei Tagesanbruch wird der Killer sie umbringen. Kann die Polizei das Versteck des Wahnsinnigen aufspüren, der sein Gesicht mit einer Teufelsmaske verhüllt? Ein unerbittlicher Wettlauf auf Leben und Tod beginnt, den Mercer nur gewinnen kann, wenn er ein altes Trauma überwindet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Eines der Thriller-Highlights des Jahres!« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Es ist der erste Arbeitstag von Detective Mark Nelson im Team von Polizeilegende John Mercer:

»Sagen wir mal, Sie haben einen interessanten ersten Arbeitstag vor sich« 

In seiner Wohnung finden die Ermittler die Leiche von Kevin Simpson, der in der vorausgegangenen Nacht einem besonders brutalen Verbrechen zum Opfer fiel. Der Täter, ein Mann mit einer Teufelsmaske, fesselte Simpson und schleppte ihn in dessen Badewanne. Dort misshandelte er ihn schwer, bevor er zum Schluss dessen Gesicht verbrannte. Der Täter ging dabei mit äußerster Sorgfalt vor, hinterließ keinerlei Spuren bis auf eine Art Autogramm. Eine Wandzeichnung die einem Spinnennetz gleicht. Später erhalten die Ermittler zwei Tonbänder auf denen Kevins Todeskampf aufgenommen wurde und der Täter mitteilt, dass dies nur »ein Spiel« gewesen sei und er beabsichtige, umgehend ein zweites Spiel zu spielen. Hauptfiguren des neuen Spiels sind Jodie, die ein kurzes Verhältnis mit Kevin hatte, und Scott, ihr langjähriger Freund.

Mercer und sein Team sind alarmiert, denn bereits vor zwei Jahren führte ein Serienmörder »Spiele« mit seinen Opfern. Er suchte sich Liebespaare aus und eine ausgewählte Person musste entscheiden, wer von beiden getötet werden sollte. Entschied sich die Person für sich selber um den Partner zu schützen, wurde sie solange gequält und misshandelt, bis sie sich als letzten Ausweg aus dem Martyrium für den Partner entschied, der dann umgebracht wurde.

Für Mercer ist trotz kleinerer Abweichungen klar, dass es sich um denselben Täter handeln muss, auch wenn dies bedeuten würde, dass dieser zwei Jahre pausiert hätte. Doch sein Team bestreitet diesen offensichtlichen Zusammenhang, denn es würde bedeuten, dass Mercer den Fall sofort entzogen bekäme. Damals war das letzte Opfer des »50/50-Killers« Andrew Dyson, einer von Mercers Mitarbeitern, bei dessen Beerdigung Mercer einen schweren Zusammenbruch erlitt, der zu einer einjährigen Arbeitspause führte. Eine Pause können sich die Ermittler aber keineswegs erlauben, denn bisher tötete der Mörder das ausgewählte Opfer immer bis Tagesanbruch …

»Ich würde für dich sterben, ich könnte ohne dich nicht leben – die Menschen sagen solche Dinge oft, müssen sie aber nie beweisen. Die Opfer des 50/50-Killers, die überlebten, mussten sich jeden Tag vor dem Spiegel der Tatsache stellen, dass sie es nicht geschafft hatten, ihre Zusage einzuhalten. Trotz der Versprechen, die sie ihrem Partner gegeben hatten, war ihre Liebe nicht groß genug gewesen, und deshalb war dieser Mensch jetzt tot. Sie selbst hatten diese Wahl getroffen.« 

Für Freunde härterer Thrillerkost ein klarer Kauftipp

Der 50/50-Killer wird in Deutschland als Steve Mosbys Debütroman angepriesen, wobei dies nur teilweise richtig ist, da der Autor bereits zwei Thriller veröffentlicht hat (nur eben nicht hierzulande). Doch Debüt hin oder her, Der 50/50-Killer ist eines der Thriller-Highlights des Jahres und wird aller Wahrscheinlichkeit nach ähnlich einschlagen wie im Vorjahr vergleichsweise Cody McFadyens Debüt Die Blutlinie .

Häufige Wechsel der Szenen und des Erzähltempos

Zunächst fällt positiv auf, dass es viele Szenenwechsel gibt und so hat der Leser stets das Gefühl das Geschehen in Echtzeit von verschiedenen Blickwinkeln zu verfolgen. Dabei dauert die eigentliche Story, den Mord an Kevin einmal ausgespart, keine 24 Stunden. Immer wieder wechselt das Geschehen vom Ich-Erzähler Nelson zu Scott, Jodie oder auch Eileen, Mercers Ehefrau. Das Erzähltempo wird ebenfalls häufig gewechselt, da neben den Misshandlungen des »Teufels« und den Ermittlungen der Polizei auch immer wieder der Schwung aus der Erzählung genommen wird, um einzelne Personen oder Ereignisse näher vorzustellen. Eine Wohltat angesichts der Folterszenen, die zudem der Geschichte den nötigen Tiefgang gibt.

Gute Charakterdarstellungen und einige Überraschungen

Der vermeintliche Hauptdarsteller John Mercer wird oftmals nur indirekt dargestellt, indem vor allem Nelson seine Beobachtungen über dessen zunehmend befremdliches Verhalten wiedergibt. Auch die Teamkollegen gehen auf Distanz zu ihrem Chef, um den sie sich mehr und mehr Sorgen machen. Er wirkt nervös, unkonzentriert, zeitweise völlig apathisch und scheint vor allem die ganze Angelegenheit als ein persönliches Duell zwischen ihm und dem »Teufel« zu sehen. Die Atmosphäre innerhalb des Teams wird ebenso plastisch wiedergegeben, wie die Charaktere einzelner Figuren. Sowohl Jodie und Scott und deren nicht ganz unkomplizierte Beziehung werden ausführlich vorgestellt; ebenso Nelson, Mercer und Eileen.

Neben den Ermittlern spielen noch eine Handvoll Personen mit und so ist die Anzahl derer, die als Täter in Frage kommen schnell überschaubar. Doch hier glänzt Steve Mosby ein letztes Mal, denn einige Überraschungen gegen Ende des Romans hält er für seine Leser noch bereit. Schade nur, dass wir nicht erfahren, wo das Ganze gespielt hat.

Jörg Kijanski, September 2007

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Esther P. zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 02.02.2011
daran dass ich nur zwei Tage gebraucht habe um dieses Buch zu lesen erkenn ich dass es wirklich fesselnd war. es war mein erstes Buch von Mosby, und sicherlich nicht das letzte Buch das ich gelesen hab von ihm. ich fand es überdurchschnittlich spannend geschrieben, unerwartete Wendungen zum Ende hin waren vorher nicht ersichtlich und die Idee welche Spielchen der Täter treibt wurde verflixt gut umgesetzt. einzig und allein das Privatleben und die daraus resultierenden Probleme der Ermittler waren mir etwas zu ausführlich beschrieben aber deswegen verliert das Buch keineswegs an Spannung. ein Krimi der sich abhebt von anderen, schon alleine durch seine überwältigende Spannung und dem doch recht unerwartetem Ende. von mir gab es für dieses Buch 98%.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
HeJe zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 29.11.2010
Also ich verstehe die 90 Grad auch nicht.

Für mich hat dieses Buch gerade mal 50. Der Text auf der Rückseite des Buches verspricht eindeutig zu viel. VIEL zu viel! Ich war ziemlich enttäuscht, da ich das Buch schon lange aufgrund des Klappentextes lesen wollte. Naja.

Es ist ganz ok, aber viel zu mühsehlig geschrieben und viel zu kompliziert am Ende. Als sei das Buch nicht ganz durchdacht oder als hätte Herr Mosby zu vieeele tolle Ideen, konnte diese aber nicht wirklich umsetzen.

Musste mich echt quälen. Doof. Wie gesagt: Lauwarme 50 Grad
kai zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 18.05.2010
Bin 16; habe das Buch gekauft da mir der Klappentext sehr gut gefallen hat und mich angesprochen hat: Es versprach blutig,grausig und sehr in die Psyche zu gehen.FEHLANZEIGE! Habe es ungefähr in der Hälfte zur Seite gelegt. Für meine Begriffe schreibt Mosby um den Brei herum; Seite um Seite umschreibt er Mercers labilen Zustand - Langweilig.
Vielleicht ist es aber einfach auch nicht mein Autor. Kann Simon Beckett - Die Chemie des Todes sehr sehr empfehlen :D
Alice zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 12.04.2010
Ich hab mir drei Stunden Zeit genommen das Buch zu überfliegen. Intensivere Studien hätten sich auch nicht gelohnt. Die Idee ansich ist so gemein und perfide und trifft vor allem Verliebte bis ins Mark, der Klappentext hat mich direkt gereizt, spitzen Thema... aber die Aufbereitung?! Ständiger Perspektivenwechsel soll Spannung erzeugen und brachte mich letztlich nur dazu ganze Passagen zu überblättern. Eher durch Zufall habe ich eine "dramatische" Wendung am Schluss erfasst, die einfach nur absurd war. Und vor allem: das Motiv des Täters bleibt irgendwie doch verborgen. Für mich war dieses Buch ein glatter Schuss in den Ofen, vielleicht bin ich aber auch einfach nicht tiefgründig genug um die Intention des Autors zu begreifen und zu sehr auf gradlinige nordeuropäische Krimis fixiert.
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klein_Nici zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 03.11.2009
Ich fande das Buch im Großen und Ganzen als recht gelungen, es ist auf jeden Fall gut zu lesen und auch spannend.

Was mich allerdings etwas gestört hat war das 'Ende' des Buches:
Ich fande das ganze dann doch recht absurd, vorallem das, wo er den Typen im Wald aufgabelt, der das Versteck bewachen soll.
(Ich will natürlich nicht zu viel verraten..)

Gut gefallen hat mir, dass die Perspektive wechselt, dass man unter anderem aus der Sicht des Opfers liest, oder auch aus der Sicht des neuen Ermittlers Mark Nelson oder auch aus der Sicht des Killers

Also insgesamt ein lesenswertes Buch =)
Kasia zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 30.10.2009
Ich wundere mich gerade über die 90°, die Herr Kijanski gegeben hat...
Wofür eigentlich? Das Buch hat sich zwar gut gelesen, war einfach geschrieben, hatte eine interessante Geschichte in sich und auch eine gewisse Spannung und Action, aber 90° würde ich diesem Buch nicht geben.
Ich verstehe bis heute nicht, weshalb der Killer "50/50"-Killer genannt wird. Das wurde nicht im Buch erklärt und ich kann es mir auch nicht erklären (freue mich aber über AUF-Klärung per Email).
Kaputte Typen hin oder her, aber der Killer hier ist schon ein ziemlich Extremer.
Ich denke auch, dass es eines der schwächeren Bücher ist, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Ich hab das Buch gebunden gekauft, werde es aber sicherlich weitergeben, weil ich nicht denke, dass ich es nochmal lesen werde.
Jeder soll sich sein eigenes Urteil darüber bilden, aber für mich ist es definitiv keine 90° wert!
Mrs.Lioncourt zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 22.10.2009
Ein wirklich gelungenes Werk, muss ich sagen!!
Die Art des Killers ist neu, dass er zwei entführt und einen fragt, wer sterben muss. So bringt der Täter zwar nur einen um, doch die seelische Folter gillt beiden.
Auch der Schreibstil ist überzeugend. Der Hauptcharakter bekommt schon nach wenigen Seiten eine Persönlichkeit. Vor allem aber mag ich, das Steve Mosby viele Metaphern verwendet.
Auch das verstrickte "Netz" des Mörders wirklich klasse! Man rätselt viel darüber nach, wieso er so handelt.
Zusaamenfassend kann ich das Buch nur empfehlen!
Bio-Fan zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 10.08.2009
Dieses Buch wehrt sich erfolgreich, in ein KC-Bücherregal gestellt zu werden. Das ist auch gut so, würde es doch keinem zur Zierde gereichen. In meinen Augen weder Treffer noch Highlight, sondern nur ein weiteres Serienkillerdebakel.
Über hunderte von Seiten versucht Mosby, seinem Killer ein Gesicht und ein Motiv zu geben. Hat er es dann geschafft, haben sich mittlerweile sowohl der Leser als auch der Killer! kopfschüttelnd abgewandt. Ein switch zuviel kann eine ganze Story ad absurdum führen.

Gut, dass Mosby in seiner Danksagung am Ende des Buches verrät, um was es ihm ging: er wolle die andere, die dunkle Seite der Liebe darstellen :-O
koepper zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 13.06.2009
Der Geschichte liegt eine interessante Idee zugrunde. Leider gelingt es Steve Mosby nicht, daraus ein gutes, spannendes Buch zu schreiben. Warum nicht?
Die Story dümpelt inspirationslos, flach und unspannend dahin. Ein Großteil von „50/50 Killer“ beschäftigt sich mit der Frage, ob der Leiter der Ermittlungen, Mercer, dieser Aufgabe gewachen ist, hatte er doch vor zwei Jahren einen Nervenzusammenbruch. Die Betrachtungen über Mercers Fähigkeiten sind so spannend wie Kartoffelschälen. Allerdings fragte ich mich auch, was Mercer tut. Tatsächlich ist die meiste Zeit überhaupt nicht klar, was Mercer so treibt. Er studiert alte Akten. Den Erkenntnisgewinn daraus verschweigt der Autor uns.
Dafür gibt es jedoch Mark. Er ist den ersten Tag in der Polizeistation, wird aber dennoch mit dem Verhör des wichtigsten Zeuge betraut und löst den Fall schließlich ganz alleine. Die Darstellung der Ermittlungsarbeit birgt weitere Seltsamkeiten, die verschwiegen werden müssen, um nichts zu verraten.
Mosby wechselt ständig die Perspektive. Damit will er Tempo und Spannung erzeugen. Beides ist nicht vorhanden.
Gegen Ende des Buches versucht sich der Autor mit einer überraschenden Wendung Dies ist jedoch so konstruiert und lebensfern, das wirkt schon fast lächerlich.
Alles in allem, eine Enttäuschung für mich. Keine Empfehlung
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimibraut zu »Steve Mosby: Der 50/50-Killer« 16.05.2009
Ein sehr spannendes Buch, das man echt kaum aus der Hand legen mag.

Für meinen Geschmack wäre es auch ohne die teilweise sehr brutalen Szenen sehr gut ausgekommen, da der Schriftsteller es gut versteht seine Leser durch seinen Erzählstil zu fesseln.

Was mich angenehm überrascht hat war das Ende. In den meisten Büchern weiß, oder ahne ich den Täter schon während des ersten Drittels. In diesem Buch musste ich bis zum Schluss warten. Wenngleich auch dieses Ende noch Fragen, bzw. Raum für Interpretationen offen lässt.

Für Leser mit schwachen Nerven nicht wirklich zu empfehlen, für alle anderen aber ein guter Tip.

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