Blind River von Steve Hamilton

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Ice run, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei DuMont.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Michigan, 1990 - 2009.
Folge 6 der Alex-McKnight-Serie.

  • New York: Thomas Dunne, 2004 unter dem Titel Ice run. 306 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2007. Übersetzt von Volker Neuhaus & Monika Schurr. 376 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2010. Übersetzt von Volker Neuhaus & Monika Schurr. 376 Seiten.

'Blind River' ist erschienen als

In Kürze:

Es ist Februar in Paradise, Michigan, und zum ersten Mal, seit er sich dort verkroch, unterzieht Alex sein Leben einer Prüfung. Kein Wunder – der Einzelgänger hat sich verliebt. In Natalie Reynaud von der Ontario Provincial Police. Natalies Partner wurde vor kurzem getötet, und für ihre Chefs ist Natalie schuld daran. Sie braucht Abstand, und Alex gelingt es, Natalie zu einem romantischen Wochenende zu überreden. Trotz des schlimmsten Blizzards seit Jahren macht er sich auf den Weg in das alte Grand Hotel am See. Als er endlich dort ankommt und alles perfekt zu sein scheint, dringt etwas in ihr Leben ein, das sehr viel mörderischer ist als der Schneesturm, der da draußen immer noch tobt: jemand, der alles über Natalie weiß. Kurz darauf gibt es einen Toten. Natalie ahnt, es geht um ihre Familie, um eine alte Geschichte, hinter deren Geheimnis sie nie gekommen ist. Sie will sich den Dämonen der Vergangenheit allein stellen und versucht Alex abzuschütteln, doch er denkt nicht daran, sie in einer solchen Bedrohung alleinzulassen. Beinahe übersehen die beiden über ihren Querelen die tödliche Gefahr, die sie umgibt.

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tassieteufel zu »Steve Hamilton: Blind River« 04.07.2016
Wieder mal Winter im Soo Michigan und wieder mal steckt Alex McKnight in Schwierigkeiten. Er hat sich verliebt, ausgerechnet in Natalie Reynaud von der Ontario Provincal Police, die er während seines letzten Falles kennen gelernt hat. Natalie hat eigene Probleme, ihr Partner wurde getötet, wofür sie sich die Schuld gibt und auch in ihrem familiären Umfeld gibt es einiges zu bereinigen. Trotzdem verabredet sie sich mit Alex im alten Grandhotel im Soo. Ein durchziehender Schneesturm torpediert das Rendezvous und als die Beiden endlich im Hotel zusammen treffen, kommt es zu einer seltsamen Begegnung. Ein alter Mann, ebenfalls Gast im Hotel, scheint sie zu beobachten, später findet Alex den Hut des Mannes vor seiner Zimmertür mit einer eigenartigen Botschaft. Am nächsten Tag wird der alte Mann tot aufgefunden.

Es ist eine von Alex größten Schwächen, dass er für seine Freunde alles tun würde, immerhin hat er ja nicht so viele davon. Um wie viel mehr würde er für eine Frau tun die er liebt? Diese Frage wird im 6. Band der Alex McKnight Reihe spannend und gewohnt unterhaltsam geklärt.
Natalie Reynaud kennt der Leser noch aus dem letzte Abenteuer "Himmel voll Blut", sie läßt sich nur zögerlich auf eine Beziehung mit Alex ein und zunächst ist es immer er, der sie in Kanada besucht. Schließlich kann er sie zu einem Rendezvous im luxuriösen Grandhotel im Soo Michigan überreden. Doch natürlich läuft nichts bei Alex einfach planmäßig ab, erst torpediert der schlimmste Blizzard seit Jahren das Treffen, dann kommt es im Hotel zu der bizarren Begegnung mit dem alten Mann, die in dessen Tod gipfelt. Und wie man Alex kennt, läßt ihm die Sache keine Ruhe, was wollte der alte Mann mit der seltsamen Botschaft "ich weiß wer Du bist" sagen? Er beginnt mit seinem Nachforschungen, wieder einmal kompetent unterstützt von Ex Partner Leon und was er zu Tage fördert, sind Dämonen aus der Vergangenheit und ein altes Familiendrama.
Alex kann einfach nicht die Finger von der Sache lassen, selbst als Natalie versucht, ihn abzuschütteln, verbeißt er sich noch mehr in den Fall! Und nur Alex kann auf eine Beerdigung gehen um dort Krankenhausreif geschlagen zu werden und sich dann trotzdem nicht aus der Sache heraus halten, aber genau das mag man als Leser an ihm ja so.
Seine Charaktere schildert der Autor mit viel Einfühlungsvermögen und verleiht ihnen Tiefgang und individuelle Züge. Gefreut hat mich, dass auch Leon wieder mit dabei war, ein Fall ohne ihn ist einfach nicht denkbar! Auch Chief Maven ist wieder mit von der Partie, diesmal ganz ungewohnt umgänglich und Vinnie und Jackie haben auch ein paar Kurzauftritte.
Wie man es von der Reihe kennt, entwickelt sich auch dieser Fall erst nach und nach und offenbart seine Dimensionen erst nach diversen Wendungen und unvorhersehbaren Verkettungen. Am Ende ist man wieder einmal verblüfft darüber, was aus der recht harmlosen Ausgangslage entstanden ist und welches Drama sich hier entfaltet hat. Neben Alex Beziehung zu Natalie und dem hochdramatischen Fall sind es auch wieder Steve Hamiltons atmosphärisch dichte Schilderungen von Land und Leuten, die zum stimmigen Gesamtkonzept beitragen und den rauen Charme dieser abgelegenen Gegend vermitteln. Eine Prise trockner Humor und einige unterhaltsame Dialoge runden auch diesen Fall gekonnt ab.

FaziT: ein grandioser Teil einer insgesamt tollen Reihe mit einem ungewöhnlichen Helden, der wieder einmal in einen bizarren Fall stolpert. Schade nur, dass die Reihe scheinbar von Dumont eingestellt wurde, denn die beiden 2006 und 2011 erschienenen Bände wurden nicht mehr übersetzt!
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