Im Namen der Macht von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Law of Gravity, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei dtv.
- New York: HarperCollins, 2002 unter dem Titel Law of Gravity. 330 Seiten.
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München: dtv, 2004.
Übersetzt von Hans M. Herzog.
ISBN:
3423243805. 380 Seiten.
'Im Namen der Macht' ist erschienen als
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In Kürze:
Philipp Barkley, ehemaliger Top-Jurist mit Aussicht auf eine brillante politische Karriere, steckt seit dem Tod seiner Tochter und der Trennung von seiner Frau in einer tiefen Lebenskrise, als das Justizministerium ihn nach sechsmonatiger Krankschreibung für einen äußerst brisanten Fall an seinen Arbeitsplatz zurückholt: Martin Green, leitender Referent im Geheimdienst-Ausschuss, ist spurlos verschwunden. Das Heikle daran: Greens Chef, Senator Warren Young, will bei den kommenden Wahlen als Präsidentschaftskandidat seiner Partei die Macht im Weißen Haus sichern, und sollte Green, der Zugang zu streng geheimen Unterlagen der CIA und des FBI hatte, womöglich in Spionageaktiviäten verwickelt sein, wäre nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch die Karriere des Senators in Gefahr. Barkley wird beauftragt, die Ermittlungen zu leiten, und zunächst erhärtet sich der Spionageverdacht. Schon bald jedoch findet Barkley heraus, dass Greens Verschwinden ganz andere Gründe hat: Als streng gläubiger Jude beschäftigte sich Green intensiv mit dem Holocaust und saß neben Senator Young in jenem Bankenausschuss, der die Rolle der Schweizer Banken während der NS-Zeit untersuchte. Die Spuren Greens weisen schließlich zurück in die 50er Jahre und zu einer ungarischen Jüdin, die damals Zugang zu den Schweizer Konten ihrer Eltern forderte. Senator Warren Young und sein einflussreicher Vater Ed scheinen in diesen Fall verwickelt zu sein und etwas vertuschen zu wollen, das fatale Folgen hätte.
Das meint Krimi-Couch.de: »Ernst zu nehmende Konkurrenz für Grisham, Baldacchi, Turow und Co.«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Der Chef des Geheimdienstausschusses Senator Warren Young hat ein Problem, denn einer seiner besten Mitarbeiter, Martin Green, ist spurlos verschwunden und sollte Green vertrauliche Ausschussunterlagen weitergegeben haben, so wäre nicht nur möglicherweise die nationale Sicherheit in Gefahr, sondern vor allem auch die Chancen Youngs nächster Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Um in der Öffentlichkeit nicht den Eindruck der Parteinahme zu erwecken, wird mit der Untersuchung des »Falles Green« pikanterweise Philip Barkley beauftragt. Barkley stand selber vor einer großen politischen Karriere in Washington bevor er es mit der Wahrheit ein wenig zu genau nahm und daraufhin politisch isoliert wurde. Einige Zeit später ging mit dem Tod seiner Tochter zudem sein Privatleben in die Brüche. Seine damalige Frau Constance gab Barkley die Schuld und trennte sich von ihm und hofft seitdem an der Seite von Young die künftige First Lady zu werden.
Nach kurzer Zeit findet Barkley mit Hilfe der attraktiven FBI-Agentin Blair Turner heraus, dass Green offensichtlich Kontakte zur ungarischen Botschaft hatte, so dass sich der Spionageverdacht erhärtet. Dies ruft Justizminister Owen Hewlett auf den Plan, der, um die Kandidatur Youngs nicht zu gefährden, von Barkley kurzfristig einen Bericht erwartet, wonach zwar ein Verdacht bestünde, aber für eine konkrete Spionagetätigkeit keine Beweise vorlägen. Doch neben dem Kontakt zur ungarischen Botschaft entdecken Barkley und Turner zudem eine Überweisung in Höhe von 50.000,- US-Dollar von einer Bank in Liechtenstein auf eines von Greens Konten kurz nach dessen Verschwinden.
Da Barkley nicht bereit ist Green voreilig als Verräter bloßzustellen, reicht er kurzerhand seinen Rücktritt ein. Als »Abschiedsgeschenk« erhält er von seinem Chef seinen Mitarbeiterausweis des Justizministeriums (»Offiziell haben Sie ihn verloren, deswegen konnten Sie ihn nicht zurückgeben.«), der ihm bereits kurz darauf zahlreiche Türen öffnet. Denn noch in der Nacht seines Rücktritts erhält er die Nachricht, dass sich Green umgebracht haben soll. Dies erscheint jedoch äußerst unwahrscheinlich, nicht zuletzt, da dem strenggläubigen Juden Green Selbstmord verboten war. Barkley ermittelt auf eigene Faust und findet bald eine heiße Spur die in die 50er Jahre und noch weiter zurückgeht. Zusammen mit einem pensionierten Detective wird er dabei selber vom Jäger zum Gejagten und kann nur raten, wer auf wessen Seite steht …
Stephen Horn gelingt mit seinem zweiten Roman ein temporeicher Politthriller, der trotz zahlreicher Konstruktionen und Klischees durchweg zu gefallen vermag, sieht man einmal von dem Finale ab, welches man in dieser oder ähnlicher Form schon zu oft gelesen hat. Horn hält sich nicht lange damit auf Personen näher vorzustellen, sondern kratzt äußerstenfalls an deren Oberfläche, wie beispielsweise bei der Trauer von Barkley um dessen Tochter. Ähnlich ergeht es mit der Beschreibung der zahlreichen Schauplätze, die lediglich namentlich erwähnt werden, damit der Leser wenigstens weiß, wo die Handlung gerade spielt, welche sich zeitweise zu einem »Road-Movie« quer durch die USA entwickelt. Der Rest ist ein lupenreines Drehbuch, das auf seine Verfilmung wartet.
Dennoch schreibt Horn ganz im Stile eines David Baldacchi in fesselnder Weise und überzeugt durch die Darstellung der politischen Machtspiele im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen ebenso wie mit der Lösung des Plots, die zurück reicht bis mitten hinein in die Gaskammern von Auschwitz. So wird letztendlich eines der schlimmsten und hierzulande gleichwohl unbekanntesten Kapitel der Nazizeit, die Verfolgung der ungarischen Juden kurz vor Kriegsende, in den Fokus der Handlung gerückt. Neben dem Erfassen der historischen Tragweite ist der Leser vor allem aber damit beschäftigt, die zahlreichen Personen und deren Funktion auseinander zu halten und zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Hierbei übertreibt Horn allerdings ein wenig und driftet allzu sehr in bekannte Klischees ab, wobei auch einzelne Figuren deutlich überzeichnet sind.
Gleichwohl, wer einen rasanten Politthriller in feinster Mainstream-Qualität lesen möchte, findet mit »Im Namen der Macht« ein durchweg gelungenes Werk, vorausgesetzt, die Vielzahl der Akteure schreckt einen nicht ab. Festzuhalten bleibt erneut, dass Grisham, Baldacchi, Turow und Co. einen ernstzunehmenden Konkurrenten mehr haben.
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| Jeanny zu »Stephen Horn: Im Namen der Macht« | 10.11.2008 |
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| Falcon zu »Stephen Horn: Im Namen der Macht« | 26.10.2008 |
