Zorn - Vom Lieben und Sterben von Stephan Ludwig

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Fischer.
Folge 2 der Claudius-Zorn-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2012. ISBN: 978-3-596-19507-7. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2012. Gesprochen von David Nathan. ISBN: 3839811805. 6 CDs.

'Zorn - Vom Lieben und Sterben' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Hauptkommissar Claudius Zorn und Hauptkommissar Schröder müssen sich mit einer Einbruchserie in der städtischen Kleingartenanlage herumschlagen. Der Fall ist schnell geklärt, eine Clique von Jugendlichen hat die Einbrüche aus Langeweile begangen. Doch dann ist ein Junge aus der Clique tot. Er war gerade einmal 18 und wurde kaltblütig ermordet. Als ein Freund des Opfers, auch er Teil der Clique, stirbt, ist Zorn genervt – ein Mord pro Woche hätte auch genügt! Aber genau wie Schröder ist ihm sofort klar, dass hier jemand gezielt und durchdacht vorgeht, seine Opfer ganz genau auswählt. Sie vielleicht sogar kennt. Als es endlich eine erste vage Spur gibt, ist die Zeit bis zum nächsten Mord bereits abgelaufen. Und Zorn kann sich einfach keinen Reim darauf machen, weshalb Schröder sich plötzlich so merkwürdig verhält.

Das meint Krimi-Couch.de: »Trockener Humor und spannende Unterhaltung. Mehr davon!« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Der sechzehnjährige Björn Grooth fährt wie jeden Morgen mit seinem Rad durch den nahegelegenen Stadtwald, wird jedoch dieses Mal durch einen Metalldraht final aufgehalten, der ihn beinahe köpft. Für die Hauptkommissare Zorn und Schröder stellt sich die Frage, ob das Tötungsdelikt ein zufälliges Opfer fand oder ob es sich um einen gezielten Mordanschlag handelte. Grooth gehörte einer fünfköpfigen Jugendgruppe an, deren Mitglieder ungleicher kaum sein könnten. Max Brandt ist ein schüchterner Junge, während die Geschwister Martha und Eric Haubold aus reichem Elternhaus stammen und sich offenbar langweilen. Gar nicht in diese Gruppe will Udo Kempff passen. Ein zur Gewalt neigender junger Mann mit eingeschränkter Intelligenz. Zorn und Schröder vernehmen die Jugendlichen, doch diese mauern bei den Befragungen.

Wenige Tage später gibt es den nächsten Toten, denn auf dem Sprungturm des örtlichen Freibades finden sich die Überreste von Udo Kempff. Dieser wurde dort brutal ermordet und so steht für Zorn und Schröder fest, dass es in beiden Fällen gezielte Morde waren und der Schlüssel zur Lösung in der Clique liegt. Aber dort besteht noch immer keine große Gesprächsbereitschaft, so dass es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann der nächste Mord geschieht. Da überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und der Fall scheint gelöst, denn ihr gemeinsamer »Freund«, Pastor Griebe, wird von Zorn überwältigt als er offenbar versucht Max Brandt zu ermorden…

»Weißt du, was mich am meisten nervt?« Zorn blies Schröder eine Rauchwolke ins Gesicht. Der hustete kurz und wandte das Gesicht ab.
»Nein, Chef.«
»Dass es nie bei einem Mord bleibt. Ich meine, monatelang geschieht gar nichts, und dann kracht’s gleich zweimal innerhalb einer einzigen Woche. Das ist doch bekloppt! Eine Leiche hätte doch genügt, oder nicht?«
»Mir persönlich hätte es gereicht, wenn überhaupt niemand gestorben wäre.«

Claudius Zorn und der »dicke« Schröder sind ein höchst seltsames Gespann. Zorn macht seinem Namen alle Ehre, gilt dabei als faul und distanziert. Er ist ein typischer Einzelgänger, genauso wie Schröder, der nach einer Operation noch lange nicht wieder der Alte ist, wenngleich dies nicht sein größtes Problem bei dem aktuellen Fall sein wird. Da die einzige Spur zunächst zu einem Priester führt, könnte vielleicht ein Blick in die Bibel helfen.

»Ich bin nicht besonders bibelfest. Aber an einiges kann ich mich noch erinnern.« Zorn überlegte einen Moment und zitierte dann: »Und er zerstückelte seine Frau Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels.«
»Äußerst unappetitlich«, bestätigte Schröder. »Obwohl ich keinen Zusammenhang zu den beiden Mordfällen sehe.«

Mehr als einmal wird Zorn als »Arschloch« tituliert und tatsächlich ist er alles andere als einfühlsam. Empathie ist für ihn das Fremdwort des Jahres. Schröder ist Zorns »Kofferträger«, obwohl er eigentlich viel mehr drauf hat. Allerdings gelingt dem Autor am Ende des Plots diesbezüglich eine überraschende »Aufklärung«. Bis dahin üben sich die Beiden in dem, was sie am besten können; einem staubtrockenen Humor.

»Und dann wären da noch die frischen Fußabdrücke.«
»Fußabdrücke?« Zorn richtete sich auf. »Warum hast du das nicht gleich gesagt?«
»Es sind deine, Chef. Die bringen uns nicht weiter.« Schröder kicherte in sein leeres Glas. »Es sei denn, du bist der Mörder.«

Doch nicht nur Schröder setzt Zorn erheblich zu. Auch auf die junge Staatsanwältin ist dieser nicht gut zu sprechen, schon gar nicht, als sie ihn zu einem Fernsehinterview schickt. Dort soll er einen Erfolg verkünden, an den er selber nicht glaubt.

»Ich werde mich also hinstellen und erklären, dass der Fall so gut wie abgeschlossen ist. Obwohl ich nicht daran glaube. Ist das nicht behämmert? Wenn ich unrecht habe, werden die mich feiern, als wäre ich der neue Columbo. Und wenn stimmt, was ich vermute, und sich später herausstellt, dass wir voreilig an die Presse gegangen sind, werde ich öffentlich hingerichtet.«

Der zweite Fall von Zorn und Schröder wirkt mitunter arg konstruiert. Wer dies nicht ganz so genau nimmt (es ist ja nur ein Roman), der wird spannend unterhalten und kann sich an zahlreichen witzigen Dialogen erfreuen. Abschließend erfolgt – nach einigen überraschenden Wendungen – sogar noch eine Auflösung mit ernsthaftem Unterton. Auf den Fortgang der Serie darf man somit gespannt sein.

Jörg Kijanski, Dezember 2012

Ihre Meinung zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben«

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Archer zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 11.04.2016
Bewertet mit 3 Sternen

Als in einer Kleingartenanlage Einbrüche geschehen, sind die Schuldigen ziemlich schnell gefasst. Es ist eine Gruppe Jugendlicher, die sich dabei extrem cool vorkommen. Eigentlich kein Fall für Schröder und Zorn, doch dann stirbt einer der Jungen der Clique. Kein Unfall - er wurde ermordet. Doch bei dem einen Tod aus der Gruppe derjenigen, die in die Gärten eingebrochen sind, soll es nicht bleiben. Der nächste stirbt, und was die beiden Kriminalisten bei ihren Ermittlungen dann herausfinden, macht besonders Schröder extrem zu schaffen, denn es geht direkt zurück in seine Vergangenheit und an die Substanz.

Der Fall ist an und für sich gut geschrieben, wenn sich auch das Motiv relativ zeitig herausschält, zumindest für erfahrene Krimileser. Mir ist Schröder sehr sympathisch, der dicke, kompetente Polizist, der einfach zu nett für diese Welt ist. Und obwohl ich weiß, dass das Absicht ist, dass alle Bücher dieser Reihe eigentlich davon leben, dass Zorn ist, wie er ist, geht er mir extrem auf die Nerven. Ich kann seine faule, egoistische Attitüde nicht ab, ich hasse seine dummen Sprüche, verabscheue, wie er mit anderen Leuten umgeht. Von daher musste ich mich manchmal wirklich zwingen, weiterzulesen.

Gut geeignet ist das Buch, die sich über A...löcher amüsieren können, die gern Regionalkrimis lesen und die auch mit Triggerthemen umgehen können.
Tristan zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 17.04.2015
Charakter von Zorn zu wenig ausgearbeitet, daher wenig glaubwürdig. Wie von einem oben erwähnten Kommentar, sprechen die Figuren nicht an. Zorn soll faul und schlampig sein, aber doch nicht an der Grenze der Debilität!
Wenn doch wird das psychologisch nicht stimmig.
Sehr unwahrscheinlich, dass er überhaupt noch im Amt ist.Die Handlung? Bei einem Krimi darf nicht immer auf logische Handlung gesetzt werden. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt.
Lucrezia911 zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 17.04.2015
Ich bin gestern Abend beim Zappen in den Film "Zorn - Vom Lieben und Sterben" gestolpert - und zwar ohne jegliche Infos über diesen oder den ersten Teil.
Was ich gedacht habe während der ersten Minuten?!
Jedenfalls nicht, dass ich hier einen tollen Krimi sehe oder ähnliches - ich hatte wirklich den Eindruck, eine "Verarschung" des Genres Krimi zu sehen..
Ich hielt das, was ich sah, also nicht für einen "ernst gemeinten" Krimi, sondern für eine Persiflage - wobei diesem Wort ja eine geistreiche Konnotation zugeschrieben wird, die ich allerdings weniger beobachten konnte: vielmehr hatte ich den Eindruck, dass der Film "Zorn - Vom Lieben und Sterben" auf mehreren Ebenen so tief in die Klischee-Kiste greift, dass es mich gruselte...
Zugegeben, ich "musste" den Film zu Ende gucken (ich erlag dem Sog des seltsam Anmutenden..) und er wurde im Laufe der Zeit etwas weniger aufdringlich-klischeehaft - blieb aber m. E. bis zum Schluss unecht - nicht gekonnt - viel zu gewollt - oberflächlich - gestelzt.
Dadurch konnte ich weder Zorn noch Schröder "ernst" nehmen; keine der beiden Figuren sprachen mich wirklich an - sie blieben die ganze Zeit das, was sie eben sind: Schauspieler.
Schauspieler, die es nicht schafften, mich vergessen zu machen, dass ich "bloß einen Film sehe" - weil sie die von ihnen gespielten Figuren nicht wirklich "mit Leben erfüllten"..
Ich brauche davon nicht noch mehr - da seh' ich mir doch wirklich viel lieber so manchen Tatort an...
Catha-Tina zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 08.11.2014
Nach „Tod und Regen“ nun „Vom Sterben und Lieben“. Obwohl ich 60 Punkte gebe, weiß ich nicht, ob ich noch den 3. u. 4. Band verkrafte….

Punkte gibt es für das originelle Ermittlerduo, den trockenen Humor in den Dialogen, den Spannungs- und Rätselfaktor; ein echter Page-turner, den man in einem Zug durchlesen möchte.

Keine Punkte gibt es von mir für die Blutrünstigkeit der Handlung, die detailreiche Schilderung unfassbarer Grausamkeiten einschl. der barbarischen Tierquälerei, die mich derartig abstieß, dass ich diese Szenen nur überfliegen konnte. Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber bin ich der Meinung, dass hier das Schlimmste tatsächlich geschildert wird, das braucht man sich nicht nur vorzustellen.Mein Fazit: Diese Bücher sind eher etwas für hartgesottene Krimileser!

Außerdem ist es für mich rätselhaft wie Herr Ludwig annehmen kann, dass die Universitätsbibliothek einer mittelgroßen Stadt von mehr als 200.000 Einwohnern von einem Grundschullehrer mit drei Mitarbeitern geleitet werden kann. Direktoren von Unibibliotheken sind in der Regel promovierte Wissenschaftler mit mehr als 100 Mitarbeitern. Da ist die Recherche wohl eher schlampig erfolgt.
Heribert zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 08.02.2014
Ich bin sehr begeistert. Wirklich.

Stephan Ludwig packt alles, was ich mir in einem Krimi wünsche in den ersten wie den zweiten Teil hinein.

Ich kann in jedem Fall die emotionalen Reaktionen der Akteure nachvollziehen. Bei traumatisierten Personen ist dies nicht immer logisch (die Szene auf dem Turm).

Auch das Thema wird hier drastisch dargestellt, allerdings wird es dem Leser überlassen, sich das Schlimmste vorzustellen. Ohne Schockeffekte trotzdem schockierend.

Herr Ludwig hat sich in meine Top 5 Krimiautoren hochgeschrieben und ich kann es nicht erwarten, den dritten Teil zu hören. Mit David Nathan hat man sich einen Sprecher mit entsprechenden Kaliber geholt. Ich bin beeindruckt. 95 % von mir.
Liest, Rudolf zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 23.11.2013
Sehr geehrter Herr Ludwig,
ich bedanke mich für den Genuss des Lesens Ihres Buches "Tod und Regen"
Das war mein erstes Buch von Ihnen und ich bin begeistert vom Inhalt und der ständig geladenen Spannung.
Das Buch erscheint mir auch deshalb sehr interessant, weil auch politische und kriminalistische Nuancen eng verknüpft werden ,die erstens vorstellbar im gesellschaftlichen Leben unserer Zeit sind und letztendlich die jüngste geschichte auf dem Balkan das ja auch leider zugelassen hat,was bei mehr vernunft der Völkergemeinschaft nie hätte so ausarten dürfen. Dennoch haben Sie eine spnnende kriminaliste Abhandlung gefunden, die durch die ermittelnden Kommissare noch ihren leisen Spass beifügen, der aber dort hinpasst.Ich bin auf weitere Bücher, vorallem erst mal die bereits vorhandenen , gespannt und freu mich auf das Lesen. Hoffentlich sind sie noch zu bekommen.Ich wünsche Ihen noch viel schaffenskarft und weitere spannende Ideen.Ich bin Besitzer von über 800 Kriminalbüchern mit Tatsachengehalt und freue mich auf die weitere vervollständigung meine Krimibücher.
Viele Grüße und Danke.
Ihr Leser Rudi Liest
Otto Quaing zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 03.08.2013
Das war das erste Buch der Zorn-Reihe, das ich gelesen habe. Ich finde das Buch spannend und humorvoll zugleich. Die Gespräche zwischen Zorn und Schröder sind eine Wonne. Zorn mit seinen Unarten wirkt sympathisch und realistisch.
Das Motiv der Morde ist mittlerweile schon so oft in Krimis gebraucht worden, dass man auch hier von Missbrauch eines ernsten Themas sprechen kann. Zudem frage ich mich, warum die Morde so grausam sein müssen und selbst ein Hund gequält wird. Da finde ich die Sprache des Autors dann manchmal unangemessen.
Spannend war das Buch auf jeden Fall.
wende.lin zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 13.05.2013
Im Klappentext des Buches wird der Autor beschrieben als jemand, der "aus dem Bauch heraus" schreibt. Dazu fällt mir ein: vielleicht ist es besser, nicht mit Bauchschmerzen zu schreiben... Es mag ja inzwischen schick sein, mit Kraftausdrücken um sich zu werfen und je obszöner, je besser. Diese Ansicht teile ich nicht, darum war es für mich anstrengend, dieses Buch zu lesen. Das erste Buch muß man glücklicherweise nicht gelesen haben. Absolut unglaubwürdig: ein Beamter, der laut eigener Selbsterkenntnis seit zwanzig Jahren faul, schlampig und ohne erkennbare Motivation arbeitet - aber dennoch die Ermittlungen leitet? Das ist mir an Klischee etwas zuviel des Guten. Insgesamt düster und trostlos bleibt ein fader Nachgeschmack und die Erkenntnis: kann man lesen - muss aber nicht.
wendelin zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 15.03.2013
*Zorn und Schröder am Limit*

Los geht’s mit einem eindringlichen und wirklich berührenden Prolog. An dieser Stelle wird auch gleich klar, dass es diesmal für Zorn und Schröder kein leichter Fall werden wird.

Hauptkommissar Claudius Zorn, ein liebenswerter Kotzbrocken, tritt übellaunig und demotiviert wie immer auf. Kollege Schröder ist, nachdem er im letzten Buch lebensgefährlich verletzt wurde, zwar wieder aus dem Krankenhaus entlassen, aber er ist noch lange nicht wieder der Alte. Oder hat Schröders Veränderung mit dem neuen Fall zu tun? Ein Jugendlicher wird im Stadtwald brutal ermordet und bald folgen weitere Opfer. Zorn und Schröder ermitteln am Limit und kämpfen außerdem mit den eigenen Dämonen.

Der erste Zorn-Roman war schon sehr gut und dieser ist noch besser! Die Geschichte ist spannend und unglaublich traurig. Sensibel erzählt und trotz des schwierigen Themas fehlt es auch diesmal nicht an Humor.

Die Charaktere sind in ihrer Zerrissenheit durch und durch glaubwürdig und haben sich seit dem letzten Buch (das man für’s Verständnis nicht gelesen haben muss) weiter entwickelt. Ihr Verhältnis zueinander ist so pointiert ausgearbeitet – allein dafür lohnt sich das Lesen schon. „Wir sind schon ein tolles Paar, wir beide, dachte Zorn. Fehlt nur noch, dass er sich einen Esel zulegt. Dann würden wir aussehen wie Don Quichotte und Sancho Pansa.“ „Auf jeden Fall ist Schröder hier so fehl am Platz wie ein Gnu in einem Einkaufszentrum. Wahrscheinlich gibt es auf der ganzen weiten Welt keinen einzigen Ort, an den er passen würde. Vielleicht mag ich ihn deshalb so. Weil es mir ähnlich geht.“

*Fazit: Klasse Krimi mit Humor und Tiefgang.*
M.Reinsch zu »Stephan Ludwig: Zorn - Vom Lieben und Sterben« 09.03.2013
Auf eigenen Wunsch lässt sich HK Schröder aus dem Krankenhaus entlassen, in dem er die Ergebnisse des letzten Falls operieren lassen musste. Zu seinem Erstaunen wird er von HK Zorn abgeholt und so beschließen beide ein paar langweilige Aufgaben im Dienste der Polizei zu leisten ...
Ihr vertrautes Rollenspiel (Zorn als die geballte Langeweile und er "dicke" Schröder als die Arbeitsdrohne) wird jäh unterbrochen, als man eine fast dekapitierte Leiche findet. Als kurze Zeit später ein weiterer brutaler Mord geschieht, stehen die beiden ungleichen Ermittler vor einem Fall, der auch dem Leser einiges abverlangt ...
Stephan Ludwig legt noch ein paar Kohlen nach. War schon sein Debütroman "Zorn - Tod und Regen" ein "Pageturner", hab eich diesen zweiten Band noch schneller verschlungen. Zu Beginn war ich etwas enttäuscht, wie sehr Ludwig seinen Helden Zorn demontiert, doch je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto mehr versteht man , warum der Autor so gehandelt hat.
Neben der flapsigen Art, wie die beiden Protagonisten miteinander umgehen, verliert man schnell den eigentlichen Fall aus den Augen, nur um sehr schnell (meist brutal) zurückgeholt zu werden.
Am Ende bestätigt sich (zumindest bei mir) der leise Verdacht zum Thema Mörder, aber der Spannungsbogen wird gnadenlos gehalten, bis zu einem Plot, der ­einem Gänsehaut beschert.
Als Zugabe stehen beide Hauptfiguren mehr oder weniger (seelisch) nackt vor dem Leser und es bleibt nur eine Frage offen: WELCHEN VORNAMEN HAT DER "DICKE" SCHRÖDER?
Fazit:
Was als flapsiger Krimi beginnt, wird zum beinharten Thriller - sehr gute Krimiunterhaltung, mit zwei Polizisten, die es unterschiedlicher nicht geben kann ...

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