Harbort, Stephan: Das Hannibal-Syndrom von Stephan Harbort

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2001 . 350 Seiten. ISBN-10: 386189209X, ISBN-13: 978-3861892090.

'Harbort, Stephan: Das Hannibal-Syndrom' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de:

Nein, das Hannibal-Syndrom hat überhaupt nichts mit dem karthagischen Feldherrn gleichen Namens zu tun. Der Titel spielt viel mehr auf die Romanfigur Hannibal Lector, den psychopathischen Mörder aus den Kriminalromanen von Thomas Harris, an, wie auch der Untertitel des Buches »Phänomen Serienmord« schon verdeutlicht.

Ich bin zwar an sich Liebhaber von fiktiven Kriminalromanen und obwohl dieses Sachbuch eher zufällig an mich herangetragen wurde, hat es dennoch bei mir die Neugier geweckt.

In seiner Einleitung versucht der Autor zunächst einmal, seine Intention für dieses Buch darzustellen und dem Leser einerseits den Begriff »Serienmord« und zum anderen die verschiedenen Prototypen dieser Spezies näherzubringen.

Da Stephan Harbort die bestehenden Erklärungen für diesen Täter-Begriff als zu vage befand, kommt von ihm diese Definition: »Der voll oder vermindert schuldfähige Täter begeht alleinverantwortlich oder gemeinschaftlich mindestens drei vollendete vorsätzliche Tötungsdelikte, die von einem jeweils neuen, feindseligen Tatentschluß gekennzeichnet sind.«

Doch wer ist eigentlich dieser Stephan Harbort, der sich herausnimmt, neue Definitionen zu erschaffen und das Phänomen dieser Tätergruppe wissenschaftlich ergründen zu wollen?

Stephan Harbort wurde 1964 geboren, ist Diplom-Verwaltungswirt und hat als Kriminalhauptkommissar und stellvertretender Leiter eines Kommissariats im Polizeipräsidium Düsseldorf beruflich viel Erfahrung mit dem Thema des Buches. Von 1996-2000 war er Lehrbeauftragter an der Fachhochschule in Düsseldorf und von 1998-1999 Referent am Polizeifortbildungsinstitut in Neuss. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Fachbücher und -aufsätze und arbeitet eng mit der Universität Liverpool zusammen. Mit seiner Entwicklung des empirischen Täterprofils von Serienkillern sorgte er europaweit für Aufsehen. Gerade ist sein neuestes Buch »Mörderisches Profil« erschienen. Harbort lebt in Düsseldorf, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Harbort hat für sein Vorhaben sechs Jahre lang die Akten sämtlicher Serientäter studiert, die in der Bundesrepublik von 1945 bis 1995 abgeurteilt wurden. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum etwa 200 Täter, die in Harborts Klassifizierung fallen. Erschreckend dabei vor allem, dass die Zahl eher ansteigend ist und in Deutschland weit über dem Durchschnitt Europas liegt.

Der Autor führt für sich folgende Kategorisierung durch; er unterteilt Serientäter in nachstehende Untergruppen:

  • Serien-Sexualtäter, deren Handlungen vor, während oder nach dem Tötungsakt eine sexuelle Komponente enthalten
  • Täter, die von psychopathologischen und soziologischen Bedingungsfaktoren geprägt werden
  • Serien-Raubmörder, die ausschließlich aus Habgier töten
  • Serien-Beziehungsmörder, die sich mittelbar bereichern oder sich aus bestehenden Beziehungen freimachen wollen
  • Serien-Gesinnungsmörder, die aus ideologisch verbrämten Gründen töten
  • Serien-Auftragsmörder

Die Ausführungen, die Harbort in seinem Anfangskapiel macht, halten eher vom weiteren Lesen ab, als daß sie dazu animieren. Zu sehr versucht er, die wissenschaftlichen Aspekte im Vordergrund zu halten, und dies tut er hauptsächlich mit dem übertriebenen und in dieser Häufung absolut unnötigen Gebrauch von Fremdworten.

»Gleichwohl wird das Persönlichkeitsprofil dominiert von allgemeiner Antriebsschwäche, episodenhaft morosen (von Verdrießlichkeit geprägten) Verstimmungszuständen, egoistisch-rigider Gefühlshaftigkeit, narzißtischer Kränkbarkeit und hohem Geltungsbedürfnis. Die ausnahmslos heimtückischen Taten sind nicht der radikale Endpunkt einer katathymen (affekt- oder wunschbedingten) Selbstwertkrise, sondern sind eingebettet in kognitive, bisweilen auch schizoid (von seelischer Zerrissenheit gekennzeichnet) eingefärbte Entscheidungsprozesse.«

Eine solche Aneinanderreihung von Fremdworten macht einen Text fast unlesbar und sorgt mit Sicherheit nicht dafür, dem Werk einen wissenschaftlichen Touch zu verleihen. Glücklicherweise bleibt der Leser im Verlauf des Buches weitgehend von solchen Ausbrüchen verschont.

Der Aufbau der weiteren vierzehn Kapitel, jeweils etwa zwanzig Seiten lang, ist sehr einheitlich. In jedem Kapitel wird ein anderer Typ des Serienmörders dargestellt. An einem Beispiel werden die Taten ausführlich und nicht unter Auslassung von schockierensten Details dargestellt. In bester »Aktenzeichen XY ungelöst«-Manier erfahren wir von Ermittlungserfolgen und -mißerfolgen, von geschickten Schachzügen bei der Fahndung, aber auch von Fehlern der Polizei. Harbort vermittelt etwas über die Motive, die zu solchen Taten führen. Danach wird das Leben des Täters von vorne aufgerollt. Dabei lässt sich deutlich feststellen, dass es sich bei den geschilderten Fällen fast ausnahmslos um Menschen handelt, die aus unteren sozialen Schichten stammen, als Kinder mit der zerrütteten Ehe ihrer Eltern konfrontiert wurden oder denen die notwendige elterliche Liebe versagt geblieben ist. Oftmals zeigten sich bereits im Kindesalter deutliche Verhaltensauffälligkeiten und viele der späteren Mörder gelangten schon in ihrer Jugend auf die schiefe Bahn.

Keiner der geschilderten Fälle entspricht jedoch dem in Kriminalromanen immer wieder gern benutzten Klischee vom intelligenten Serienkiller, der gleichzeitig einem hochangesehenen Beruf nachgeht und die Polizei mit versteckten Hinweisen an der Nase herumführt. Was besonders nachdenklich macht, sind Fälle, die gar nicht bemerkt wurden, weil die Opfer nicht vermisst wurden. Oft sind auch Tötungsdelikte gar nicht als solche erkannt worden, da allzu schnell ein natürlicher Tod attestiert wird.

»Das Hannibal-Syndrom« ist kein Buch zum hintereinander weg lesen. Nachdem man erfahren hat, wie Knut Storbeck einem jungen Mann mit einer Eisenstange den Schädel zertrümmert und anschließend den Leichnam mit seinem Taschenmesser Stück für Stück zerlegt, Unterschenkel, Hände, Arme und das Geschlechtsteil abschneidet, dieses dann in zwei Hälften teilt und anschließend noch den Kopf abschneidet, ist man froh, zwischendurch mal wieder etwas fiktives lesen zu dürfen. Nicht alle Fälle des Buches sind zwar so grauselig und blutrünstig zu lesen, doch der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele rufen beim Leser nur unglaubliches Unverständnis hervor.

Doch der Autor hat sich nicht nur aus der Ferne durch Aktenstudium mit den Mördern befasst, sondern hat sich in den meisten Fällen selber mit ihnen unterhalten oder zumindest versucht, persönlich mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Dabei machte er die unterschiedlichsten Erfahrungen: Mörder, die sich ihre Taten selber nicht erklären können, Täter, die unter einem Zwang stehen, immer wieder töten zu müssen und froh darüber sind, in der Haft vor sich selber geschützt zu sein, aber auch Verbrecher, vor denen er selber Angst hatte, wie Peter Windisch, dessen Verhalten dem eines Hannibal Lector gar nicht so unähnlich ist.

Wer sich für das Thema Psychologie interessiert, mag vielleicht aus dem Buch noch ein paar mehr Erkenntnisse herausziehen können als mir das möglich war. Auf 12 Seiten Anhang bietet der Autor zudem noch jede Menge Quellenangaben mit weiterführender Literatur an.

Grundlegend neue Erkenntnisse konnte das Buch zwar nicht vermitteln, doch macht es einerseits nachdenklich ob des Erschreckens, mit welchen Menschen wir in unserer Gesellschaft zusammen leben, zum anderen zeigt es auch, von welchen Zufällen es oft abhängt, dass diese Bestien auch für das, was sie getan haben, zur Rechenschaft gezogen werden können. Man kann dieses Buch nicht lesen wie andere Bücher. Um dieses Buch durchzuhalten, braucht man gute Nerven, denn man muß sich ständig vor Augen halten, dass alles, was hier beschrieben wird, grausame Realität ist.

Ihre Meinung zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom«

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Linda Meißner zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 10.05.2017
Autor Stephan Harbort zeigt in seinem Buch ganz klar auf, dass es kein "Patentrezept" für das "gebacken werden" von Serienmördern gibt.

Die allseits aus TV und Hollywood bekannten Thesen á la "Er richtet seinen Hass gegen Frauen, weil er ein Problem mit seiner Mutter hatte" oder "Er würgte, also gab es eine persönliche Beziehung zwischen den beiden" werden aufgearbeitet und an Hand gut recherchierten Fallbeispielen korrigiert, in dem er tiefgreifender beschreibt und aufzeigt was den Täter antrieb, als es so eine Standardaussage kann.
Allerdings werden auch klar die Wahrheiten, die in diesen viel verwendeten Aussagen stecken können, heraus gearbeitet und mit einbezogen.

Hat man sich näher mit den TV/Hollywood Ermittlern und Tätern befasst, wird einem schon nach dem 1. Kapitel Harborts klar, dass es bei
diesen eigentlich immer die simpelsten Umstände zur "Kreierung des Täters" sind und vereinfachte "Profilerfaustregeln" zu dessen Verhaftung führten. Diese werden lediglich in jedem Film oder Folge möglichst schockierend neu verpackt. Harbort macht anhand seiner Fallbeispiele klar, dass es eben nicht so ist und zeigt auf, dass viele kleine Aspekte aus den verschiedenen Thesen bei jedem Täter unterschiedlich stark gewichtet werden und in einander vereint sind.

Mir hat dieses Buch vor allem auf Grund der unbeschönigten Fakten und den Einblicken in die Gedankenwelten eines Täters, die durch unzensierte Interviewausschnitte gewährt werden, sehr gefallen.
Der flüssige, leichtlesbare Schreibstil von Stephan Harbort macht dieses Buch auch grade für "psychologische Laien" und "Neulinge" sehr interessant, da man ihm sehr gut folgen kann.
Die Mischung aus persönlichen Eindrucken und Gedanken des Autors, Interviews, Einblicke in die Polizeiarbeit, die klaren Fakten und die Masse an Informationen über deutsche Serienmördern machen zu einem wirklich lesenswerten Sachbuch.
CLAUDIA JACOBS zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 27.04.2017
Mit fesselnden Worten erreicht Stephan Harbort das scheinbar unmögliche. Er lehrt uns, in die Seele eines Serientäters zu schauen und diese verstörende Welt zu verstehen. Schön sicher daheim, in den Sessel gekuschelt, mit runtergelassenen Rollos und verschlossenen Türen, erreichen uns Grusel und Fakten gleichermassen. Vermutlich gehören mehr Frauen zu den Lesern, denn Männer. Frauen (ich rede aus Erfahrung), machen sich ihreBilder lieber im eigenen Hirn, statt sie sich fertig auf Leinwand servieren zu lassen. Nicht umsonst gabs nach dem "Schweigen der Lämmer" sehr vieleFrauen, die Profiler beim FBI werden wollten.
Die Möglichkeit mit dem Verstand den realen Grusel zu kontrollieren, erschuf ein neues Berufsfeld für Frauen in den USA.Harbort bringt uns der Realität allerdings noch näher, denn seine Fälle sind wirklich passiert, und passieren noch. Auch ist das Buch keine Grusellektüre.
Es ist vielmehr ein Wegweiser durch die Welten der Serienmörder, der gründlich aufräumt mit sogenannten Fakten aus fiktiven Serien.
Organisierte und nichtorganisierte Täter, lange und kurze "Abkühlphasen, erst Brandstifter, dann Tiermetzeleien, dann Serienmörder... unsere durch Criminal Minds "erworbenen" Kenntnisse, werden ausgetauscht gegen reale Beobachtungen und Tatsachen.
Was mich persönlich sehr beeindruckte war, das Stephan Harbort seine persönliche Sichtweise, seine Ängste, seine Empathie mit einbrachte.Das konnte man besonders an Fall des Peter Windisch sehr gut nachvollziehen. Seine Schilderung der Aussichtsosigkeit von Herrn Windisch in Bezug auf sein weiteres Leben, hat mich stark beeindruckt, und erinnerte mich an die Szene in "Der Idiot" als Fürst Myschkin seine Gefühle schilderte, die er hatte, als er den Weg eines Mannes auf dem Weg zur Guillotine beschrieb.
Harbort beschrieb die wahrscheinlichen Gefühle angesichts dieser ewig währenden Strafe im Hochsicherheitstrakt einzusitzen, den er nie mehr verlassen würde, und das Wissen darum, das es nicht anders geht. Hier Bestie, da Mensch.
Gefühlsverirrt, gefühlsreduziert bis hin zur Gefühllosigkeit, aber eben immer noch ein Mensch. Einer der nebenan wohnen könnte, einer der ein Freund ist, ein nach aussen hin möglicherweise ganz unauffälliger Mensch bis hin zu dem, von dem man "das immer schon geahnt hat", sind alle vertreten.Ebenso vielfältig schildert er aber auch mögliche Ursachen, die diese Morde ermöglichten. Von der Hausschlachtung bis zu Hirnanomalien ist alles dabei. Auch die Mitschuld der Sozialgemeinschaft, von denen einige wissend waren, und trotzdem nichts sagten. Ein Buch, das einen nicht so schnell loslässt, einen zum nachdenken zwingt, und vielleicht auch dazu, sich Aussenseiter mal genauer anzuschauen, um nicht irgendwann einmal sagen zu müssen, das man selber auch mitschuldig wurde, durch Unterlassung und Desinteresse an den Mitmenschen. Serienmörder sind auch Opfer, auch wenn es so garnicht danach aussieht. Dieses Buch ist besonders geeignet, für Menschen, die erstmalig diese Welt betreten, das sehr viele, verschiedene Individuen beschrieben werden.Mein Fazit, es ist ein sehr spannendes Sachbuch, oder auch ein sachliches Werk mit spannenden Kurzgeschichten, und für jeden geeignet. Es macht Appetit auf mehr!
Selma Altmann zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 22.04.2017
Das Hannibal-Syndrom: Phänomen Serienmord ...
das Buch ist einfach genial, ich bin total begeistert, ich kann es nur empfehlen!! Wenn man einmal anfaengt kann man nicht mehr aufhoeren!!! Es istsehr spannend.
geschrieben und es macht nachdenklich! Mich hat dieses Thema immer schon interessiert und ich bin von diesem Buch begeistert.ich lese bestimmt noch mehr von Stephan Harbort
Wolfgang J. zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 08.07.2012
Das Buch ist wirklich spitze, nicht nur einfach spannend geschrieben, sondern auch noch informativ. Es werden auch die psychologischen Hintergruende von Taetern und Taten beschrieben. Die Interviews mit den Killern runden das Buch schliesslich ab. Ich kann es jedem empfehlen, der sich fuer Verbrechen oder Serienmoerder interessiert.
Jost zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 03.06.2007
@sabine
hast du ein anderes buch gelesen? ich fands überhaupt nicht reißerisch, sondern sachlich und anschaulich. harbort ist eigentlich dafür bekannt, dass er gerade nicht reißerisch schreibt. deine bemerkungen lesen sich sehr emotional, als wenn du was gegen den autor hättest. stimmt das vielleicht?

lg

jost
sabine zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 30.05.2007
Leider gelingt es dem Autor nur selten, die Fälle objektiv und sachlich darzustellen. Er wertet, verurteilt und suhlt sich dabei geradezu in seinen Fremdwortkenntnissen, als möchte er den Leser damit beeindrucken.

Viele Täterprofile werden von Harbort reißerisch und sensationslüstern dargestellt. Ein wenig mehr Zurückhaltung hinsichtlich seiner persönlichen Befindlichkeit hätte der Drastik der geschilderten Fälle durchaus nicht geschadet.

Harbort erhebt den Anspruch wissenschaftlich-psychologischer Analyse der geschilderten Fälle, im Ergebnis liest man jedoch eine voyeuristisch aufbereitete Aneinanderreihung von Brutaltitäten, zu denen Herr Harbort stets den moralisierenden Zeigefinder erhebt.

Mien persönliches Fazit: Enttäuschend.
Sigi zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 26.08.2006
Kommentar zur Buchvorstellung und Rezension

Das Buch hab ich zwar noch nicht gelesen, bin aber froh, dass zu der Aussage über das Buch

"Eine solche Aneinanderreihung von Fremdworten macht einen Text fast unlesbar und sorgt mit Sicherheit nicht dafür, dem Werk einen wissenschaftlichen Touch zu verleihen."

ein Beispiel angeführt wurde.

Bin auch kein Freund von überflüssigen Fremdworten aber hier wurden ja sogar noch die seltener, in der Umgangssprache zu findenen fachspezifischen Worte, erklärt. Wörter wie dominant, egoistisch oder kognitiv sind sicher den meisten Lesern eines solchen Buches geläufig.

An dem zitierten Absatz ist nicht wirklich etwas auszusetzen. Es ist eine klare Aussage des Autoren über seine Sicht zur Psyche bzw. der seelischen Befindlichkeit eines Serientäters.

Dieser Absatz zeigt eher, dass dieses Buch halt kein Krimi ist, sondern neben allem anderen, eine Auseinandersetzung mit den seelischen Voraussetzungen, die einen Menschen zum Serientäter werden lassen.

"zum anderen zeigt es auch, von welchen Zufällen es oft abhängt, daß diese Bestien auch für das, was sie getan haben, zur Rechenschaft gezogen werden können."

Ich hoffe auch, das das Buch zeigt, unter was für Bedingungen manche Menschen aufwachsen, um so zu werden. Es ist kein Verdienst in ein förderliches Umfeld hineingeboren zu werden. Es ist traurige Tatsache, dass viele Kinder keine Chance erhalten, sich zu netten Menschen entwickeln zu können.

Und die gesellschaftlichen Bedingungen werden nicht besser!!

Ein kleiner Mensch, der nicht wertgeschätzt wird, kann auch als Erwachsener andere Menshen nicht schätzen. Ein Kind, das seelisch und/ oder körperlich mißhandelt wird, lernt zu mißhandeln. Der Mensch lernt am Modell. Niemand wird böse geboren.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
bonny zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 03.07.2004
nachdem ich viele amerikanische profiling bücher gelesen habe, war harborts buch eine enorme bereicherung meines wissens.
habort erklärt einfach und verständlich.

die abgründe dieser verbrechen gehen in ihrer dramatik weit über meinen horizont.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bettina Gregorius zu »Stephan Harbort: Das Hannibal-Syndrom« 30.07.2003
Klasse Buch: authentisch, spannend, übersichtlich, verständlich. Ich habe mir auch "Mörderisches Profil" vom selben Autor besorgt. Ist genauso gut!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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