Unsterblich wie der Tod von Stefanie Baumm

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Norddeutschland, 1990 - 2009.

  • München: Droemer, 2006. ISBN: 978-3-426-19729-5. 381 Seiten.
  • München: Knaur, 2008. ISBN: 978-3-426-63730-2. 384 Seiten.

'Unsterblich wie der Tod' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein Serienmörder treibt in Norddeutschland sein Unwesen. Auf den Leichen der ermordeten jungen Mädchen hinterlässt er die Botschaft: »Für Luisa, in Liebe.« Luisa, das ist die Fotojournalistin Luisa Miller, die sich nicht erklären kann, warum der Mörder gerade sie in sein perfides Treiben einbezieht. In dieser ohnehin schon verwirrenden Lebenslage steht eines Tages plötzlich ein Fremder vor ihrer Tür, der bei einer Autopanne um ihre Hilfe bittet. Vom ersten Augenblick an fühlt sie sich magisch zu ihm hingezogen – umso mehr, als sie herausfindet, dass es sich um den berühmten Dirigenten Morten Vanderberg handelt. Als sie ihm näher kommt, macht sie die verstörende Entdeckung, dass er in Besitz eines alten Frauenporträts ist, das eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihr aufweist. Und Vanderberg gesteht Luisa, dass ihr Kennenlernen keineswegs ein Zufall war …Ist Luisa an einen Verrückten geraten? Oder ist dieser Mann, in den Luisa sich leidenschaftlich verliebt hat, in Wirklichkeit der eiskalte Mädchenmörder, wie alle Welt zu glauben meint?

Das meint Krimi-Couch.de: »Vor Spannung in den Sessel gedrückt« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Luisa Millers Leben scheint aus allen Fugen zu geraten. Vor wenigen Wochen wurde die schwer misshandelte Kinderleiche von Ann-Marie gefunden, auf deren Rücken die Worte »Für Luisa, in Liebe« eingebrannt waren. Kein Wunder, dass in dem miefig-provinziellen Haselstedt unweit von Kiel die Einwohner nicht gut auf Luisa zu sprechen sind. Während sich die Lage langsam zu beruhigen scheint wird erneut eine Kinderleiche gefunden, diesmal die der 14-jährigen Miriam, wobei die Parallelen zu dem ersten Opfer nicht zu übersehen sind. Alles scheint somit von vorne loszugehen, doch es wird diesmal weitaus schlimmer. Am Tatort von Miriams Leiche wird ein Handschuh mit deren Blut gefunden, der Luisas Freund Kurt Hansen gehört. Dieser hat für die Tatzeit jedoch ein Alibi: eine andere Frau …

Und wer ist eigentlich der Psychopath, der Luisa immer wieder mit Telefonaten belästigt, ihr sogar einen Finger der ermordeten Ann-Marie in einem Paket eingepackt in ihren Garten wirft?

Als sich kurz darauf Ann-Maries Mutter umbringt, erreicht Luisas Ansehen im Dorf absolute Tiefstwerte. Da scheint es plötzlich zumindest einen kleinen Lichtblick für Luisa zu geben, den neuen musikalischen Leiter der Hamburger Staatsoper Morten Vandenberg, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Bei ihrem ersten Treffen in Vandenbergs Wohnung gibt es aber sogleich einen empfindlichen Dämpfer, denn in seinem Wohnzimmer hängt ein Porträt von Isabelle de Ferreau aus dem Jahre 1610, die Luisa wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht. Vandenberg räumt dann auch ohne weitere Begründung ein, dass ihr Kennen lernen keineswegs ein Zufall war. Aber wer ist die geheimnisvolle Frau?

Währenddessen stoßen die ermittelnden Kieler Polizisten unter Leitung von Kriminalkommissar Armin Stahl auf ähnliche Mordfälle, die sich acht Jahre zuvor in Leipzig ereignet haben. Dort wurden vier junge Mädchen qualvoll getötet, wobei dem letzten Opfer (Yvonnes Schwester) auf ihrem Rücken die Worte »Für Yvonne, in Liebe« eingebrannt wurden. Yvonne, die sich unmittelbar nach der Übermittlung der Todesnachricht umbrachte, hatte damals ein Verhältnis: Mit Morten Vandenberg …

Zu dem Debütroman von Stefanie Baumm kann ich nur ein Wort sagen: Respekt! Selten fiel es so schwer, ein Buch aus der Hand zu legen und dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt steigert den positiven Gesamteindruck umso mehr. Man könnte auch sagen: »Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht.« Und wie!

Kurze Kapitel und oft wechselnde Hauptfiguren (im Vordergrund steht mal Luisa, mal Vandenberg, die Polizei, die Nachbarn des Provinzstädtchens, (Ex-)Freund Kurt, Sohn Florian, dessen Vater Dominick, die Presse, Staatsanwalt Mettenberg, Journalistin Witt,...) sorgen für reichlich Tempo. Langeweile kommt bei diesem Page-Turner nie auf und dabei stellt der oben skizzierte Plot gerade einmal das Wesentliche des ersten Buchdrittels dar. In Wirklichkeit passiert natürlich noch einiges mehr und Stefanie Baumm gelingt es hervorragend den Spannungsbogen bis zum Finale konsequent aufrecht zu erhalten, wenngleich man einen Teil der Auflösung vorab erraten kann. Verdächtige gibt es lange Zeit mehr als genug, so dass ordentlich Zeit zum Grübeln bleibt.

Die Verknüpfung einer jahrhundertealten Liebe und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sind natürlich Geschmacksache, auf jeden Fall aber originell umgesetzt. Wer ist der rätselhafte Musikvirtuose Morten Vandenberg, der vor 15 Jahren auf einem Friedhof im Elsaß aufgefunden wurde und an Amnesie leidet, wer die geheimnisvolle Isabelle de Ferreau, die sich im Jahre 1610 aus Liebeskummer das Leben nahm?

Hohes Tempo, teilweise Baukastensystem, aber durchweg stimmiger Gesamteindruck

Hier und da wird zwar arg viel konstruiert (man könnte auch sagen, es werden reichlich viele bekannte »Bausteine« verwendet) und gelegentlich muss schon mal tief durchgeatmet werden, aber dennoch können selbst diese – wenigen- negativen Punkte den stimmigen Gesamteindruck nicht nachhaltig stören. Sicher hätten die Figuren, deren Schicksale und Charaktere hier meist nur angerissen werden, deutlich mehr hergegeben. Sicher hätten die Differenzen zwischen Luisa und den Dorfbewohnern detaillierter ausgereizt werden können, doch dann hätte das Buch eben auch locker den doppelten Umfang gehabt und der ein oder andere Leser hätte wohl zu Recht das Wort »Seitenschinderei« benutzt.

Allein Luisa wirkt nur anfangs in vereinzelten Situationen etwas zu tough, hätte den berühmten Tick mehr Platz zur Darstellung ihrer Person vertragen können und die Liebesgeschichte mit Vandenberg droht gefährlich nah an einen Arztroman heran zu kommen, doch selbst hier gibt es für den (»unromantischen«, den reinen Krimi-) Leser nur eine kurze Schrecksekunde.

Das Finish selbst ist leider keine Offenbarung, da man diese Art von Showdown nun doch schon allzu oft gelesen hat (ein letzter Griff in den Baukasten). Sei’s drum, irgendwie muss die Story ja ein Ende finden und wenn man weit über 300 Seiten vor Spannung in den Sessel gedrückt wird, dann hat sich die Arbeit allemal gelohnt. Das einige Handlungsstränge nicht zu Ende geführt werden ist zum Teil irritierend und soll daher nicht unerwähnt bleiben, lässt allerdings die Schlussfolgerung zu, dass wir Luisa und Vandenberg womöglich nicht zum letzten Mal begegnet sind. Schöne Perspektiven!

Ihre Meinung zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod«

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Juliane zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 20.07.2015
Dies ist wohl das schlechteres Buch, dass ich je gelesen habe und verstehe beim besten Willen positive Kritik nicht.Der Schreibstil war platt und wenig lebhaft. Wirkte auf mich nicht einer Autorin würdig.
Die Geschichte war sehr abstrus und wenig durchdacht.
Inhaltlich fanden sich viele Fehler: Figuren, die augenscheinlich zur Verwirrung erfunden wurden und ohne einfach verschwanden, als klar wurde, dass sie nicht der Täter sein konnten. Zudem missglückte und fehlerhafte "Fakten" in den Ermittlungen.
Ich gebe selten Bücher ab, die ich gelesen habe. Dieses gehörte aber eindeutig dazu!
Gabriele Koch zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 13.06.2015
Spannend war es, ohne Zweifel, darum habe ich es auch zu Ende gelesen, aber die Handlung war unglaubwürdig. Ebenso die Figur Vanderberg und die Auflösung. Die Verknüpfung mit der Mittelaltersage aus dem Elsass war an den Haaren herbeigezogen. Ich habe mich gefragt, ist das noch Krimi oder schon Fantasy? Vieles wurde angerissen und nicht aufgelöst und ließ den Leser ratlos zurück. Schade!
kianan zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 30.06.2014
Für mich eher ein Liebesroman wie ein Krimi. Die Geschichte ist aus meiner Sicht spannend geschrieben, aber auch ein wenig abwegig. Gerade manche "Vertrauensseligkeiten" von Luisa fand ich schon sehr naiv und unrealistisch. Gerade als "gebranntes Kind" wäre eine Frau in ihrer Vorgehensweise wohl etwas zögerlicher. Daher von mir einige Prozentabzüge. Diese Geschichte ist solide, gut geschrieben, aber gehört nicht zu meinen Top-Büchern.
isidiezweite zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 16.12.2010
Ich habe das Buch gerade ausgelesen und es hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es war einfach spannend, ein sog. Pageturner, ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Was die handlung angeht, so fand auch ich die Verflechtung mit der alten Liebesgeschichte reichlich konstruiert. Außerdem bleiben viele Fragen offen.
Regenfreund zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 04.10.2007
Als ich das Buchgelesen habe, konnte ich zunächst nicht glauben, dass es von einer deutschen Autorin stammt. Denn dafür fand ich es zu gut. Es ist gut und spannend strukturiert. natürlich finden sich alt bekannte Teile ind em Buch, aber selten kommt ein Buch ohne solche "Baukastenteile" aus. Doch dies fällt hier, meiner Meinung, nach aufgrund der klaren Sprache nicht so sehr ins Gewicht.

Ein sehr gutes Buch !
Melli zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 15.06.2006
Super recherierter Krimi!!

Bin begeistert wie es der Autorin gelungen ist, die Unterschiedlichen Elemente miteinander zu verbinden.
Ich finde Sie hat genau die richtige Mischung gefunden.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt ist, dass es kein reiner Krimi ist. Sondern er verbindet unterschiedlich Genre´s miteinander.
Deshalb ist dieses Buch nicht nur etwas für Krimi-Fans, sondern etwas für Jeden.
Voraussetzung sind allerdings starke Nerven. Die Autorin versteht es wunderbar die grausamen Taten des Psychopathen zu beschreiben ohne es wirklich mit Worten zu tun. Diese Gratwanderung ist Ihr hervorragend gelungen.

Sehr authentisch dargestellt sind die unterschiedlichen Charaktere in diesem Buch. Über die man einiges, aber doch nicht zuviel erfährt.
Damit beweist die Autorin das weniger oft mehr ist.
Diesen schönen geraden Schreibstil behält die Autorin bis zum Schluß bei und hält sich nicht seitenlang mit unwichtigen Einzelheiten auf.

Da zum Schluß dieses Krimi´s offen bleibt was mit den Hauptpersonen später passiert, hoffe ich das wir bald wieder etwas von dieser Autorin zu lesen bekommen.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
D.Bächle zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 14.06.2006
Der Titel hat mich, samt sehr schönem Cover zum Kauf verleitet.

Als jemand der ständig einen Krimi zum Einschlafen braucht,
fand ich Unsterblich wie der Tod herrausragend durch seine Sprache.

Mir gefiel auf Anhieb der kurze knappe Stil, mit dem Stefanie Baumm ihren Krimi vorangetrieben hat. Eine klare schnörkellose Sprache.
Dennoch fehlt es nicht an der Liebe zum Detail. Eben die richtige Dosierung, ich hasse Krimis, die endlos dahinschleichen in dem sie sich im Detail verlieren.

Da mir die Autorin auch nicht bekannt war, war ich dann auch gespannt, ob sie
den Spannungsbogen durchhält. Dieses Buch hält was es verspricht, es war von Anfang bis Ende so spannend, dass ich nicht zum Schlafen kam. Also ein Buch
von der Sorte, die man nicht wieder weglegen mag, bis endlich klar ist wie die Sache nun eigentlich ausgeht.

Übrigens fand ich die Hauptfigur nicht zu tough, schliesslich kennt Frau das ja,
durchhalten, souverän bleiben, Zähne zusammenbeissen. Ein Identifaktionsfaktor
für Frauen.

Der Schluss war mir etwas zu knapp, hätte ich mir ausführlicher gewünscht.
Lilia zu »Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod« 12.06.2006
Es tut mir leid, aber ich finde, dies ist ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Man hat den Eindruck, die Autorin hätte hier mit einer Art Rezeptbuch gearbeitet, ein wenig hiervon eine wenig davon... Nur: ein gutes Rezept macht noch keinen guten Koch. Die Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen, die Sprache ist platt. Ich fühlte mich beim Lesen des öfteren an die "Lore"-Romane erinnert, die ich mal aus purer Langeweile gelesen habe. Der Droemer -Verlag hätte gut daran getan, diese Autorin erst einmal im Taschenbuchbereich experimentieren zu lassen.
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