Provenzalische Verwicklungen von Sophie Bonnet

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Provence, 2010 - heute.
Folge 1 der Pierre-Durand-Serie.

  • München: Blanvalet, 2014. ISBN: 978-3-7645-0512-7. 320 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2015. ISBN: 978-3734101625. 335 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2014. Gesprochen von Götz Otto. gekürzt. ISBN: 386804812X. 5 CDs.

'Provenzalische Verwicklungen' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Sainte-Valérie, ein idyllisches Dorf in der Provence inmitten von Weinbergen und Olivenhainen. Der ehemalige Pariser Kommissar Pierre Durand würde den Spätsommer in seiner Wahlheimat genießen, wenn ihn nicht gerade seine Freundin verlassen hätte. Doch auch mit der Ruhe ist es plötzlich vorbei: Der Dorfcasanova wird ermordet in einem Weintank aufgefunden daran geheftet ein Rezept für Coq au vin. War es ein makabrer Racheakt eines gehörnten Ehemanns? Die Dorfbewohner halten fest zusammen. Und schon bald ahnt Pierre, dass sich hinter der schönen Fassade Sainte-Valéries ganze Abgründe auftun …

Das meint Krimi-Couch.de: »Tödliche Rezepturen in schöner Umgebung« 65°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Pierre Durand hat sich nach einem Streit mit einem Vorgesetzten aus Paris in die Provence versetzen lassen. Im idyllisch gelegenen Sainte-Valérie leitet er nun seit einigen Jahren die städtische Polizei, muss sich mit Verkehrssündern und ähnlichem herum schlagen. Nun verlässt ihn gerade seine eigenwillige Freundin und da wird auch noch im Wein-Tank eines neuen Luxushotels ein Toter gefunden. Zwischen  Weinbergen und Olivenhainen startet der ehemalige Pariser Kommissar seine Ermittlungen, muss den Fall aber zu seinem Unwillen schon bald an die Police National abgeben. Dabei ist es ein Mord mit lokaler Brisanz der bekannte Dorfcasanova ist das Opfer. Und an den Weintank wurde das Rezept für Coq au vin geheftet eine mehr als sinnige Anspielung. Pierre Durand lässt sich die Sache nicht komplett aus der Hand nehmen, vor allem, weil es bald eine zweite Leiche gibt. Die Dorfbewohner schweigen stur und verbissen, und so setzt der auswärtige Ermittler schon bald auf die Mithilfe des städtischen Polizisten.

Sturschädel und gutes Essen

Wer aufmerksam die Autorenseite von Sophie Bonnet im Internet liest, wird unschwer erkennen, wer sich hinter diesem Namen tatsächlich verbirgt. Aus den kriminalistischen Wirren der Vergangenheit hat sich Heike Koschyk unter dem Pseudonym Sophie Bonnet in die Gegenwart begeben. Es geht in diesem Roman um provenzalische Sturschädel, um verletzte Gefühle und immer wieder um gutes Essen. Und bei allem Lokalkolorit vermeidet es Sophie Bonnet glücklicherweise, das Buch zu einem erweiterten Reiseprospekt für die Provence zu machen, auch wenn sie ihre Bewunderung für diesen Landstrich im Süden Frankreichs stets durchklingen lässt. Aber die Sturheit der Provenzalen und ihr Sinn für gutes Essen wird überaus authentisch geschildert, was den mehrfachen Aufenthalten der Autorin im schönen Südfrankreich geschuldet sein dürfte.

Mord versetzt Provinznest in Aufruhr

Und so lässt sie ihren Kommissar fast schon in Urlaubsatmosphäre ermitteln. Zirpende Zikaden, der Duft von Lavendel und Thymian, eine tolle Berglandschaft. Wären da nicht die düsteren Gedanken von Pierre Durand um seine Vergangenheit in Paris, er könnte sein neues Leben als Chef der »Police Municipale« genießen. Nun also auch noch dieser spektakuläre Mord, der das ganze Dorf in Aufruhr versetzt. Als ihn dann auch noch die Vergangenheit einholt, und ihm der Fall entzogen wird, schaltet Durand auf Trotz um. Er zimmert sich eine Begründung zurecht, um auch als städtischer Polizist weiter ermitteln zu können. Insofern passt er durchaus zu den provenzalischen Sturschädeln, den er mit viel Geschick immerhin etliche wichtige Informationen entlockt. Und weil hier offenbar der Boden für eine ganze Reihe von Kriminal-Romanen bereitet werden soll, muss auch das Privat- und Liebesleben des Polizisten ausführlich dargelegt werden.

Zuviel Privates zu wenig Spannung

Der Plot ist gut ausgedacht, es ist schon fast feinsinnig, sofern das bei einem Mord überhaupt möglich ist, wenn ein im ganzen Dorf bekannter Schwerenöter in Wein ertränkt wird  – und das Rezept für »Coq au vin« am stählernen Tank hängt. Aber auch der übergeordnete Hintergrund, der Kampf um Marktanteile in der Tourismusbranche, ist offensichtlich gut recherchiert. Der Roman leidet allerdings ein wenig an seiner Spannungsarmut.  Pierre Durand schlägt sich ausgiebig mit privaten Problemen herum für meinen Geschmack etwas zu viel für einen Kriminalroman. Das macht das Buch nicht langweilig, aber etwas mehr Tempo und Konzentration auf den eigentlichen Kriminalfall hätte gut getan. Der Konkurs und die Tändelei mit der Köchin sind ganz nett, aber verwässern das ganze Geschehen doch zu sehr. Immerhin präsentiert Sophie Bonnet ihren Lesern einige interessante Charaktere, und so ist diese Mischung aus Krimi und Milieustudie amüsant und interessant zu lesen, aber wenn Pierre Durand wieder ins Rennen geschickt wird, sollte es etwas dynamischer zugehen.

Andreas Kurth, Mai 2014

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PMelittaM zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 29.01.2017
Pierre Durand, ehemals Kommissar in Paris, hat sich nach Differenzen mit seinem früheren Vorgesetzten als Dorfpolizist ins provenzalischen Sainte-Valérie zurückgezogen. Doch auch die Provence ist nicht so idyllisch, wie man denken sollte, ein kurioser Mordfall sorgt für Aufsehen. Leider darf Pierre nicht so ermitteln, wie er möchte, schließlich hat er als Dorfpolizist nur begrenzte Befugnisse. Doch das hält ihn nicht ab und er tut sein Bestes, um den Fall zu lösen, auch, wenn ihm aus Paris wieder einmal Hindernisse vor die Füße geworfen werden.

Der Roman ist der erste Band einer Reihe mit Pierre Durand und wartet neben dem interessanten Fall – der Täter drapiert die, offenbar passend ausgesuchten, Opfer nach Art bestimmter Gerichte, mit einem sympathischen, wenn auch etwas sturen Protagonisten auf. Auch Frankreich und die Provence spielen ihre Rolle, die Landschaft, das Essen – und die eigenwilligen Kompetenzbereiche der verschiedenen Polizeibehörden.

Die Charaktere sind durchweg gut gelungen, die Dorfbewohner angenehm markant bis skurril. Der Roman gehört eher in die Sparte „Cosy Crime“, blutig wird es nur am Rande, die Ermittlungen stehen weniger im Mittelpunkt als Land und Leute – und Pierres Privatleben. Hin und wieder fließt etwas Humor ein, insgesamt ist der Roman gute Unterhaltung ohne große Ansprüche zu stellen.

Der Fall regt zum Mitraten an und wird einigermaßen logisch aufgelöst, die Lösung erscheint mir aber etwas weit hergeholt und hätte für meinen Geschmack etwas mehr persönliche Distanz vertragen können (das näher auszuführen, würde leider zu viel verraten). Wer Probleme mit den vielen französischen Begriffen hat, findet im Anhang ein Glossar

Die Autorin war mir schon (unter anderem Namen) bekannt, ihre historischen Romane haben mir gut gefallen. Und auch der erste Band dieser Reihe gefällt mir. Den nächsten Band habe ich bereits begonnen und bin gespannt, ob die Autorin noch einmal bei mir punkten kann. Ich vergebe 77° und eine Leseempfehlung.
Peter Schober zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 06.06.2016
Es ist ja schön, wenn eine deutsche Autorin die Provence mag, ich mag sie-die Provence -auch.Aber es ist schon kläglich, wenn man ein Buch schreibt und die gesamten Abläufe und Grundgedanken hat schon ein anderer
mit Lokalkolorit einer anderen Gegend- dem nicht minder schönen Perigord- in mehreren wunderbaren Büchern abgehandelt. Pierre, der Bruno aus der Provence- aber deutlich kleiner! Gut, daß Frau Bonnet keinen Doktortitel dafür bekommen hat- man müsste sonst ein Plagiatsverfahren einleiten. Einfach ärgerlich- aber es ist ja nur ein unwichtiges Buch:
Mary Ann zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 28.04.2016
Die Romane erinnern mich sehr an Bruno, chef de police von Martin Walker (der war aber vorher da - vielleicht ist es der Zwillingsbruder => beide waren vormals in besseren, gehobeneren Stellungen bei der Polizei in Paris).
Insbesondere der Bezug auf einen vorherigen gelösten Fall (von Bruno), wo es um einen Fall mit Rezepten geht - "coq au vin". Nun denn, hier wurde der Fall von Pierre Durant gelöst dort von Bruno.
Irgendwie ist das schon etwas merkwürdig.
Für leichte Unterhaltung zur Entspannung geeignet, nett, seicht mit klischehaften Typen.
Ilse Koehler zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 08.01.2016
Mir gefällt Pierre durant genau so, wie er dargestellt ist, ebenso Charlotte und ich finde beim besten willen nichts, was mir an diesem Roman nicht zusagt. Er ist von Anfang bis Ende spannend, schließt interessante gaumenfreuden mit ein und zeichnet eine zarte, ausgewogene Empfindung der agierenden Personen, die sich ebenso wie die nähere Personenbeschreibung einzelner Figuren wohltuend von anderen Romanen abhebt!Würde gern mehr dieser Art lesen.
tassieteufel zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 24.08.2015
Der ehemalige Pariser Kommissar Pierre Durand arbeitet inzwischen als einfacher Dorfpolizist im malerischen Provencedorf Sainte-Valérie. Die Bewohner sind zwar leicht schrullig, doch das Leben ist hier wesentlich beschaulicher als in Paris. Pierre Durand könnte den Spätsommer, die Ruhe und das gute Essen genießen, doch da wird sein bequemes Leben gehörig aufgewirbelt. Erst verläßt ihn seine Freundin, dann wird die Leiche des Dorfcasanovas im Weintank des ortsansässigen Luxushotels gefunden und als Durand ermitteln will, gibt es Querelen mit der Zuständigkeit.

Mit „Provenzalische Verwicklungen“ ist der Autorin ein eher beschaulicher Krimi gelungen, der hauptsächlich durch seine schrulligen Charaktere, seine atmosphärischen Beschreibungen von Land und Leuten und seine Appetit anregenden kulinarischen Gerichte besticht. Auch der Krimifall hat starken Bezug zum Kochen, denn bei jedem Mordopfer wird ein Rezept gefunden. Auf etwas makabre aber auch recht humorvolle Art schildert die Autorin den Krimifall und die Ermittlungen ihrer sympathischen, aber nicht ganz einfachen Hauptfigur. Bis es mit den Ermittlungen aber so richtig voran geht, hat Pierre Durand noch mit seinem Privatleben zu kämpfen, was von der Autorin sehr unterhaltsam geschildert wird. Auch das Gerangel um Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Behörden behindert die Suche nach dem Mörder, ebenso wie die Tatsache, dass Durands junger Assistent Luc nicht gerade der Hellste ist. Dieses ganze „nette Drumherum“ ist zwar recht unterhaltsam, geht aber beim Krimifall doch sehr zu Lasten der Spannung und mir persönlich rückte der Mord teilweise zu sehr in den Hintergrund. Auch die eigentliche Auflösung des Falles fand ich ein wenig arg konstruiert, aber vermutlich wird man da auch recht wählerisch, wenn man viele Krimis liest.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flott und läßt sich zügig lesen. Da es im Buch viel ums Kochen geht, wären ein paar Rezepte am Ende ganz nett gewesen und hätten das Buch gut abgerundet.


FaziT: ein stimmungsvoller Krimi mit viel Lokalkolorit, man merkt dass die Autorin Land und Leute kennt und liebt. Ihre Charaktere sind leicht kauzig und mit all ihren Schrullen recht liebenswert, beim Krimifall hätte ich mir aber etwas mehr Spannung gewünscht und das Motiv des Mörders fand ich ein wenig zu konstruiert.
walli007 zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 06.08.2015
Tod in der Provence

Zwar ist Pierre Durant freiwillig in sein neues Domizil in der französischen Provinz gezogen, dennoch vermisst er seinen ehemaligen Job als Kommissar. Nur noch als eine Art Dorfpolizist unterwegs, kann er das Ermitteln doch nicht lassen. Bei eigentlich klaren Zuständigkeiten ist dies nicht so einfach. Denn als der Dorfcasanova in einem Weinfass ertrinkt, muss Durant den Fall an den zuständigen Kommissar abgeben. Natürlich geht ihm das mächtig gegen den Strich und er findet einen Weg, sich in die Ermittlungen einzumischen. Gemeinsamen mit seinem übereifrigen Assistenten Luc begibt er sich daran, den Mordfall aufzuklären.

Ein heiterer Grundzug beherrscht diesen weiteren Provence-Krimi, der mit sympathischen Akteuren punktet. Pierre Durant, mehr oder weniger aus freien Stücken auf dem Land, hat dort seine Heimat gefunden. Als gewiefter Ermittler durchschaut er Rätsel manchmal schneller, ganz im Gegensatz dazu, Luc, der hin und wieder etwas schwerfällig und verbohrt wirkt und schließlich mit einer gewagten Aktion doch für sich einnimmt. In diesem ersten Fall wird Pierre Durant von seiner Freundin verlassen und auf sich allein gestellt, merkt er, dass das führen eines Haushalts doch mit Arbeit verbunden sein kann. Reuevoll möchte er seiner Ex ein schönes Mahl bereitet. Eine Idee, bei deren Ausführung die schöne Köchin Charlotte helfen soll. Eine Verquickung mit dem Fall ergibt sich, als festgestellt wird, dass der Tote auf eine Art und Weise „zubereitet“ wurde, die Charlotte auch in ihren Rezepten darstellt.

Mit einem Schmunzeln folgt man Durant auf seinem Weg zur Lösung des Rätsel. Mit leichter Ironie geht er gelassen ans Werk, um sich doch immer im richtigen Moment in die Arbeit zu knien oder im nächsten richtigen Moment, einen Kaffee einzunehmen oder einfach einmal die schöne Landschaft zu genießen. So ganz verliert er den Fall nie aus dem Blick, seinem Bauchgefühl folgend, steht er zu Freunden und Kollegen und kommt nach und nach hinter eine Intrige, die zunächst nicht zu erahnen war. Spannende Unterhaltung gepaart mit dem Eintauchen in schöne Landschaftsbilder, ein sympathischer Ermittler mit Ecken und Kanten, dessen Leben sich verändert - das zusammengenommen wirkt wie ein provenzalisches Rezept zum interessanten und kurzweiligen Zeitvertreib.
Schumann zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 16.01.2015
Ein Buch, das trotz oder grade wegen seiner Klischees unterhaltsam ist und Urlaubsstimmung schafft - man fügt dazu eine Geschichte, wie die Hauptfigur sich selbst und eine neue Liebe findet - und mischt noch etwas Krimifeeling unter. Leichte unterhaltsame Kost - ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes kocht.
E.Grubert zu »Sophie Bonnet: Provenzalische Verwicklungen« 18.07.2014
Der Plot ist nicht so schlecht konstruiert, die Personendarstellung jedoch enorm klischeehaft - alte Frauen putzen und tratschen, jüngere Frauen sind "engels-
gleiche Geschöpfe" - die Motive ihres Handelns bleiben vordergründig und ver-
mögen Aufmerksamkeit und Interesse des Lesers nicht zu fesseln. Diese Mängel schlagen sich auch in zallosen sprachlichen Platitüden nieder, die teilweise bis zu unfreiwilliger Komik reichen.
Will hier jemand auf den Zug der erfolg-
reichen in der französischen Provinz spielenden Krimis springen? Da gibt es entschieden lesenswertere Beispiele.
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