Instinkt von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2010
unter dem Titel The last ten seconds,
deutsche Ausgabe erstmals 2011
bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1990 - 2009.
- London: Bantam Press, 2010 unter dem Titel The last ten seconds. 352 Seiten.
-
München: Heyne, 2011.
Übersetzt von Marcus Jensen & Gunter Blank.
ISBN:
978-3-453-43544-5. 432 Seiten.
'Instinkt' ist erschienen als
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In Kürze:
Undercover-Cop Sean Egan soll für eine berüchtigte Londoner Gang einen Serienkiller aus der Polizeiverwahrung befreien. Bei dem Killer handelt es sich um den Night Creeper, einen besonders intelligenten Psychopathen, der fünf junge Frauen grausam ermordet haben soll. Er behauptet, ein wasserdichtes Alibi und hochbrisante Informationen zu besitzen. Für die ermittelnde Polizistin Tina Boyd beginnt eine alptraumhafte Odyssee, als der Night Creeper verschwindet.
Das meint Krimi-Couch.de: »Rasantes und spannendes Popcorn-Lesekino«
Krimi-Rezension von Andreas Kurth überspringen
Sean Egan ist ein erfahrener Undercover-Cop. Seit rund zehn Jahren bewegt er sich in der Grauzone zwischen Ermittlungsarbeit und Illegalität. Um die Mörder seines geliebten Bruders zu fassen, hat er sich in eine Gang eingeschlichen, deren Mitglieder John vor 15 Jahren ermordet haben. Als Entree muss er einen Waffen-Deal für die Gangster abwickeln, wird dabei jedoch von einem Mann erkannt, und kann sich nur durch eine Schießerei aus der Situation retten. Noch prekärer wird seine Lage, als er es noch am gleichen Tag mit einem besonders pikanten Auftrag zu tun bekommt. Er soll mit den anderen Mitgliedern der berüchtigten Londoner Gang jemanden entführen. Erst während der Aktion merkt Sean zu seinem Entsetzen, dass es offenbar darum geht, einen Serienkiller aus Polizeigewahrung befreien.
Bei dem zu befreienden Killer handelt es sich um den so genannten »Night Creeper«, einen außerordentlich intelligenten Psychopathen, der in den zurückliegenden Monaten fünf junge Frauen auf grausame Weise ermordet und vergewaltigt haben soll. Der »Night Creeper« behauptet jedoch, für mindestens einen der Morde ein wasserdichtes Alibi zu haben, und außerdem im Besitz von hoch brisanten Informationen zu sein.
Zum Polizei-Team, dass den Killer festgenommen hat und gegen ihn ermittelt, gehört auch die frisch beförderte Tina Boyd, den Fans von Simon Kernick bereits aus »Verdächtig« gut bekannt. Sie wird Augenzeugin der Befreiiungsaktion, und nimmt die Verfolgung der Gangster auf. Die können jedoch entkommen – und für Uncover-Cop Sean beginnen gefahrvolle Stunden.
Es gibt weitere Tote, Sean und Tina werden in hochgefährliche Situationen verwickelt und setzten jeweils ihre Polizei-Karrieren aufs Spiel. Denn sie wollen den Fall um nahezu jeden Preis lösen. Tina will den »Night-Creeper« zur Strecke bringen, und Sean auf alle Fälle den Mörder seines Bruders erwischen. Wie bei diesem Autor üblich, kommt es zu einem rasanten Show-down, und für den Leser gibt es noch einige Überraschungen.
Simon Kernick wird auch in dem neuen Roman seinem Ruf als »Vollgas-Autor« mehr als gerecht. Gleich im Prolog werden drei Leichen »serviert«, und danach geht es gewohnt rasant weiter – Hochspannung ist bei diesem Schriftsteller das Markenzeichen. Einer meiner Rezensenten-Kollegen hat den Schreibstil von Kernick als »Popcorn-Kino« im Kopf charakterisiert. Das trifft es haargenau, den Begriff möchte ich auch für Instinkt unterstreichen. Die so genannten Cliffhanger – also Szenen, die in einem entscheidenden Moment unterbrochen werden, um den Schauplatz des Geschehens zu wechseln – beherrscht der Autor nahezu perfekt. Und vor allem sind die Abstände zur Auflösung der Situation, wenn zurück geblendet wird, nicht zu groß.
Es gibt etliche Autoren, die noch einen dritten Schauplatz einfügen, oder erst nach einigen Kapiteln auf den Cliffhanger zurückkommen. Das ist für mich eine schriftstellerische Unart, oder meinetwegen auch mangelndes Handwerk. Denn dann verliert der Leser schnell den Überblick, muss im schlimmsten Fall zurückblättern, um den Anschluss zu finden. Nicht so bei Simon Kernick. Seine zwei Erzählebenen – die Ich-Perspektive von Sean Egan, und das aus neutraler Sicht erzählte Geschehen um Tina Boyd – wechseln in so kurzen Abständen, dass man als Leser voll im Bilde bleibt.
Überhaupt ist es schwer, nicht dabei zu bleiben. Auch Instinkt ist – wie seine Vorgänger – ein derart rasantes und spannendes Buch, dass es wirklich schwerfällt, die Lektüre zu unterbrechen. Am besten also im Urlaub oder an einem Wochenende bei Regenwetter lesen, dann sind die Ablenkungen nicht so vielfältig. Logische Fehler oder Brüche habe ich nicht gefunden, aber es kann durchaus auch sein, dass ich bei der enormen Spannung darüber hinweg gelesen habe. Auf jeden Fall hält Kernick das hohe Unterhaltungsniveau der vorherigen Romane. Von Beginn an wird man als Leser gefesselt, das Buch ist wirklich empfehlenswert. In der Bewertung fällt es gegenüber Verdächtig um wenige Grade ab, denn die Geschichte ist zwar hervorragend konstruiert, aber der Plot beim Vorgängerroman war noch um Nuancen ausgeklügelter.
Andreas Kurth, Februar 2011
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| Katze76 zu »Simon Kernick: Instinkt« | 21.07.2011 |
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| rolandreis zu »Simon Kernick: Instinkt« | 01.07.2011 |
| spawny zu »Simon Kernick: Instinkt« | 28.03.2011 |
| Ilka T. zu »Simon Kernick: Instinkt« | 28.01.2011 |
| Dani P. zu »Simon Kernick: Instinkt« | 23.01.2011 |
