Blut von deinem Blute von Silvia Roth

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2011. ISBN: 978-3-455-40310-7. 544 Seiten.

'Blut von deinem Blute' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

In einer schwülen Sommernacht werden Lauras Vater und ihre Stiefmutter auf Jersey bestialisch ermordet. Der Täter: unbekannt. Fünfzehn Jahre später kehrt Laura in das heruntergekommene Herrenhaus der Familie auf Jersey zurück. Dort wird sie von ihrer exzentrischen Schwester Mia bereits erwartet. Laura Bradley führt in ihrer Wahlheimat Frankfurt das Leben einer erfolgsverwöhnten Karrierefrau. Niemand weiß von dem düsteren Geheimnis, das ihr Leben überschattet: Vor fünfzehn Jahren wurden ihr Vater und ihre Stiefmutter im Herrenhaus der Familie auf Jersey grausam ermordet. Der Täter wurde nie gefasst, doch viele halten Lauras jüngere Schwester für die Mörderin. Laura selbst hat keinerlei Erinnerungen an die Mordnacht und wird seit der Bluttat von furchtbaren Albträumen gequält. Als sie erfährt, dass sie schwanger ist, beschließt sie, sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie kehrt zurück auf die Insel ihrer Kindheit. Doch das Wiedersehen mit ihrer Schwester Mia gerät alles andere als herzlich.

Das meint Krimi-Couch.de:»Überschaubarer Psycho-Thrill der mäßigen Art« 65°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte, präsentiert uns Silvia Roth in dem Roman »Blut von deinem Blute«, das bei Hoffmann und Campe erschienen ist und auf 543 Seiten die Differenzen zwischen den beiden Damen ausbreitet.

Beiden gemeinsam ist, dass sie im Kindesalter den qualvollen Tod ihrer Stiefmutter, die sie aber ohnehin nicht ausstehen konnten, und ihres Vaters, einem rechten Despoten, miterleben mussten, nachdem schon Jahre zuvor die wirkliche Mutter den Freitod gewählt hatte, obwohl auch das im Laufe der Recherchen nicht unbedingt als gesichert zu betrachten ist.

Laura hat sich von der Insel Jersey abgesetzt und in Frankfurt eine Karriere aufgebaut. Nach fünfzehn Jahren fällt ihr aber plötzlich ein, dass sie Klarheit haben muss, ob nicht ihre Schwester Mia an dem Massaker schuld war. Und so verlässt Laura Hals über Kopf Deutschland und reist zurück. Dass sie dabei den Mann, der sie liebt, Leon, vor den Kopf stößt, ist ihr völlig egal.

Mia hat in der Zwischenzeit eine Künstlerkarriere unter deinem Pseudonym aufgebaut. Sie war schon immer ein wenig anders als die Anderen und vielleicht hat sie ja den Vater getötet, weil er ihr nicht die gewünschte Möglichkeit zu malen geboten hat. Obwohl auch diese Differenzen nicht gesichert sind.

Der Vater war Hotelier und deutscher Abstammung. Mit eiserner Hand führte er das Hotel, in dem noch heute die halbe Verwandtschaft arbeitet und eigentlich wäre das Hotel für die beiden jungen Frauen eine brauchbare Erbschaft.

Laura kümmert das nicht. Sie will nur Gewissheit über ihre Schwester. Dabei wirkt sie dann über weite Strecken grenzdebiler als ihre Schwester Mia. Silvia Roth entwickelt im Laufe der Geschichte einen Psychothriller, der in erster Linie von den konträren Frauengestalten lebt, die nicht zueinander finden können, weil das Misstrauen untereinander zu groß ist. Eigentlich sollte Laura wohl die Gute im Spiel sein, aber ihr Handeln und ihr Denken machen sie dem Leser zusehends unsympathischer, während die kunstsinnige Mia, der an der Meinung ihrer Umwelt überhaupt nichts liegt, fortan zwar deutlich mehr Gestalt annimmt, aber so richtig sicher über ihren Charakter kann sich der Leser auch nicht sein.

Bleibt noch der zurückgelassene Liebhaber aus Frankfurt, der nichts Besseres zu tun hat, als seinem Weibchen nachzufliegen und sich überall einzumischen. Wenn Liebe blind und blöd macht, dann ist dieser Leon ein Paradebeispiel, aber zumindest kann er im entscheidenden Augenblick tatkräftig zur Hand gehen.

Der Rest der Personen ist schlichtweg farblos und langweilig. Sie bevölkern abwechselnd den Schauplatz Jersey und versuchen den Leser auf eine falsche Fährte zu bringen, aber halbwegs erfahrene Krimileser haben keine Mühe die Wahrheit schneller als die handelnden Personen zu wissen.

Dabei kann man dem Buch eine gewisse Spannung nicht absprechen. Leider zieht sich die Geschichte doch deutlich in die Länge und der Spannungsbogen kann nicht konsequent gespannt gehalten werden. Die wirren Gedankengänge der Darsteller sind selten nachvollziehbar und man wünscht sich gelegentlich, dass der Großteil der Personen demnächst in einer psychiatrischen Station landet, damit die Handlung abgekürzt wird.

Der Schreibstil der Autorin ist zumindest so flüssig, dass es beim Lesen keinen Haken gibt. Fesselnde Bilder sind nicht unbedingt ihr Ding und auch die Dialoge sind teilweise weniger als Gespräch zu werten, sondern als Monologe der jeweiligen Situation.

Wer Psychokrimis mag, in denen nur wenige Personen vorkommen und wo immer wieder tagebuchartig in die Vergangenheit geschwenkt wird, der wird bei dieser Lektüre sicher nicht enttäuscht. Aber mehr als gutes Mittelmaß kann man dem Blut von deinem Blute leider nicht bescheinigen.

Wolfgang Weninger, Oktober 2011

Ihre Meinung zu »Silvia Roth: Blut von deinem Blute«

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Simone zu »Silvia Roth: Blut von deinem Blute« 20.10.2011
Ich habe das Buch auf eine Empfehlung hin gekauft - in meinen Augen eine Fehlinvestition. Schöne Frauen, ein treusorgender Freund, welcher der Geliebten hinterher reist, paradiesisch schöne Landschaften, düsteres Herrenhaus, durchgeknallte Verwandte - liest sich wie Rosamunde Pilcher im Blutrausch.
Aenna zu »Silvia Roth: Blut von deinem Blute« 26.05.2011
Laura Bradley ist Mitte 30, erfolgreich im Beruf und unabhängig.
Niemand ahnt, welch traumatische Vergangenheit sie zu bewältigen hat, nicht einmal Leon, ihr derzeitiger Freund.
15 Jahre ist es her, dass Lauras Vater und ihre Stiefmutter auf bestialische Weise in ihrem alten Herrenhaus ermordet wurden. Die grausame Tat wurde nie aufgeklärt.
Laura verließ damals fluchtartig ihre Heimat und lebt seitdem in Frankfurt.
Auch zu ihrer exzentrischen Schwester Mia pflegt sie keinen Kontakt mehr.
Aber die immer wiederkehrenden Alpträume lassen Laura nicht zur Ruhe kommen, lassen ihre Zweifel immer wieder aufleben.
Denn Laura hat keine Erinnerung an die Mordnacht...
Aber sie erinnert sich ganz genau an die Stimme des Kommissares: "Es kann im Grunde nur eines der Mädchen gewesen sein."
Nur welches? Laura will Gewissheit.

"Blut von deinem Blute" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Silvia Roth gelesen habe.
Von Beginn an hat mich die Geschichte der beiden ungleichen Schwestern und ihrer mysteriösen Vergangenheit gefesselt.

Die Autorin erzeugt durch den geschickten Aufbau ihres Romans von Anfang an Spannung.
In kursiver Schrift teilt sie uns im ersten Teil ihres Buches immer wieder die Erinnerungen Lauras an die Geschehnisse vor 15 Jahren mit. Damit weckte sie bei mir als Leser natürlich eine große Neugier.
Flüssig und mit moderner Sprache führt Roth uns durch ihre Geschichte, die zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt.

Wir lernen nicht nur Laura und ihre Schwester Mia näher kennen, sondern auch eine Vielzahl an Nebencharakteren, die vergleichsweise blass bleiben, aber dennoch so interessant sind, dass man sie im Hinterkopf behält.
Nur Lauras Freund Leon, der auf eigene Faust Nachforschungen anstellt und dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, hätte meines Erachtens ein bisschen mehr Farbe verdient.

Die Spannung zwischen den Schwestern ist für den Leser geradezu spürbar, und ich schwankte während des Lesens mehrfach mit meiner Einschätzung über die beiden Protagonistinnen.

Die Schauplätze der Geschichte waren für mich gut vorstellbar. Die Autorin verliert sich nicht in endlosen Beschreibungen, hinterlässt aber dennoch beim Leser ein genaues Bild und zum Teil beklemmende Gefühle.

Das Ende war für mich nicht vorhersehbar, da sich während der 542 Seiten Lektüre doch mehrere Möglichkeiten auftaten. Es war aber schlüssig und hat mich letztendlich absolut zufrieden gestellt.

"Blut von deinem Blute" hat mich vollends überzeugt. Silvia Roth hat ein spannendes Buch mit einem Touch "Gruselfaktor" vorgelegt, das mich gut unterhalten hat und sicher nicht mein letztes dieser Autorin bleiben wird!
Dany zu »Silvia Roth: Blut von deinem Blute« 10.05.2011
Ausserdem liest sich der Text holprig, es kommt kein Fluss rein beim lesen, keine Faszination ergibt sich... zumindest für mich. Zynische oder ironische Bemerkungen werden gleich erklärt als ob sich solche Sachen dem Leser nicht erschliessen könnten. Man legt das Buch weg und verspürt kein Bedauern darüber dass man von dem Schmöker weg muss!!!
Dany zu »Silvia Roth: Blut von deinem Blute« 10.05.2011
Ich habe das Buch erst zur Hälfte gelesen und muss mich zwingen weiter zu lesen. Es ist langweilig und öde, die Charaktere sind unangenehm überspitzt dargestellt, ein Haufen Angsthasen, die eine Schwester total übertrieben irr und die andere genauso übertrieben farblos und ängstlich. Ausserdem unkorrekte Angaben: es war Wilhelm der Eroberer der sich 1066 die britischen Inseln einverleibt hat und nicht - wie die Autorin schreibt - William der Eroberer der das 1566 getan haben soll... peinliche Fehler die nicht passieren dürften.

Ich habe Geld zum Fenster rausgeworfen mit dem Kauf dieses Buches... absolut nicht empfehlenswert!!!
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