Vater, Mutter, Tod von Siegfried Langer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei List.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, 1990 - 2009.

  • Berlin: List, 2011. ISBN: 978-3-548-61051-1. 327 Seiten.

'Vater, Mutter, Tod' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Kommissar Martin Manthey ist erschüttert, als er vor der Leiche des kleinen Robin steht. Die Mutter wird vermisst. Sie soll einen anderen Jungen entführt haben. Als Manthey sie endlich aufspürt, ist die Frau zutiefst verstört. Der Arzt spricht von Wahnvorstellungen. Von dem Jungen fehlt jede Spur. Manthey versucht verzweifelt, das Kind zu finden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mehr Schein als Sein« 49°

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Vater, Mutter, Tod – der Tod ersetzt das Kind in der klassischen Konstellation Vater, Mutter, Kind. Der Verlust eines Kindes ist im realen Leben ein dramatisches Ereignis, das nur sehr selten verarbeitet werden kann. In Siegfried Langers Debütroman stirbt ein Kind versehentlich bei der handfesten Auseinandersetzung seiner Eltern. Dies ist die Ausgangssituation, aus der der Autor ein Spiel mit Identitäten entwickelt. Wirft man einen Blick auf Langers, der Geschichte vorangestellten Widmung, fällt in der Reihe der Romanfiguren Viktor Larenz auf, der Held aus Sebastian Fitzeks Therapie. Sollte das vielleicht ein versteckter Hinweis sein, in welche Richtung der Hase auch hier läuft?

Hauptziel von Vater, Mutter, Tod ist es, den Leser zu verwirren, indem entscheidende Identitäten nicht preisgegeben werden. Daraus zieht der Thriller seine Hauptspannung. Diese kann leider nur so lange aufrecht erhalten werden, bis der Leser über genügend Informationen verfügt, die eine eindeutige Zuordnung der Identitäten möglich machen. Früher oder später ist also die Luft raus. Es wird nur noch nachgekartet und erklärt, was wirklich nicht mehr besonders prickelnd ist. Die äußere Form – das ständige Wechseln auf der Zeitschiene – dominiert den eigentlich sehr schlichten Inhalt. Die tiefen Emotionen und die möglicherweise verstörten Reaktionen, die der Verlust eines Kindes nach sich ziehen, werden auf dem Altar einer Thriller-Strategie geopfert. Der Leser beschäftigt sich nicht mit der Frage, was im Kopf von Hinterbliebenen abläuft, sondern wem der Kopf überhaupt gehört.

Eine Familie aus der Berliner Unterschicht. Der Vater ist arbeitslos, alkoholkrank und gewalttätig. Die Mutter versucht die mickrigen Hartz IV- Almosen durch Gelegenheitsjobs aufzubessern und ihren Sohn vor den Attacken des Vaters zu schützen. Ihr 7-jähriger Sohn, verschüchtert zwar, aber sonst ein kleiner Ritter, stellt sich in einem Streit an die Seite der Mutter. In einem Gerangel wird er mit einem Brotmesser tödlich verletzt.

Eine Familie aus der Berliner Oberschicht. Der Vater ist Rechtsanwalt und umgibt sich gerne mit den Statussymbolen des wohlhabenden Mannes. Die Mutter ist erfolgreiche Architektin und feiert gerade den gelungenen Abschluss eines Projektes. Ihr Sohn wird entführt. Ihr türkisches Kindermädchen bekommt auch einiges ab.

Ein Kommissar aus der Berliner Mittelschicht. Er ermittelt sowohl in der Leichensache als auch im Entführungsfall. Die Vehemenz, die er bei den Befragungen an den Tag legt, lässt auf eine emotionale Befangenheit schließen. Trotz seiner heftigen Auftritte bleibt er nur eine Randfigur. Gerade er hätte mehr der Aufmerksamkeit bedurft, da er am etwas zu rührselig geratenen Ende für die Hoffnung steht.

Vater, Mutter, Tod ist ein äußerst fragiles Konstrukt. Ein Satz zu viel erzählt, bringt das Kartenhäuschen schon zum Einsturz. Das bringt den Rezensenten auch in Verlegenheit, Kritikpunkte nicht mit Belegen untermauern zu können. Das Verhalten einiger Personen (Kommissar, Säufer-Vater) ist ziemlich unglaubwürdig. Die anderen sind nur farblose Schemen. Der Thriller ist im Prinzip ein Ein-Personen-Stück mit familiären Statisten.

In der Kürze liegt nicht immer die Würze. Mit 38 meist kurzen Kapiteln, Pro- und Epilog – drucktechnisch großzügig auf 327 Seiten ausgebreitet – bietet Vater, Mutter, Tod ein bis zwei Stunden spannende Unterhaltung. Die Kapitel sind zum einen mit »Jacquelines Berichterstattung«, zum anderen mit »7 bis 1 Tag(e) vor der Katharsis« überschrieben. Die Kapitelüberschriften machen die anfängliche Verwirrung des Lesers perfekt. Vater, Mutter, Tod ist ein Thriller für den schnellen Genuss. Die Temposünder unter den Lesern werden begeistert sein. Ob man sich nach der Lektüre wirklich Gedanken darüber macht, was nach so einem Trauma wie ein Kindstod geschehen kann, sei dahin gestellt. Dazu fehlt dem Rezensenten entscheidend das erzählerische Element und den Akteuren gebricht es an Substanz. Aber Kargheit kann mitunter auch ganz schön sein.

Jürgen Priester, Juli 2011

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Nilpferd zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 22.04.2012
Zum Inhalt:
In einer Wohnung wird ein totes Kind gefunden, ein weiteres scheint in Gefahr zu sein. Die erfolgreiche Architektin Jacqueline verbringt einen schönen Nachmittag mit ihrer Mutter in Berlin - oder doch nicht?
Mehr kann man zum Inhalt nicht sagen, ohne gleich etwas von der Handlung zu verraten.
Eines ist sicher: Eigentlich ist nicht sicher.

Meine Meinung:
Das Buch ist in viele kurze Kapitel eingeteilt, die spannend geschrieben sind und sich schnell lesen lassen. Mit jedem Kapitel wechselt auch die Perspektive oder der Zeitpunkt der Handlung - dadurch wird das Tempo im Buch noch rasanter.

Zu Beginn bekommt der Leser viele einzelne Eindrücke, die nicht recht zusammenpassen zu scheinen. Während des Lesens war ich mir aber immer sicher, dass die verschiedenen Ebenen irgendwie zusammengehören.
Nach und nach fügt sich das Bild zusammen, ein schreckliches Ende ist zu erahnen, aber nicht greifbar.
Dem Autor ist es gelungen, mich immer wieder auf eine falsche Fährte zu bringen. Selten war ich bei einem Buch so lange ahnungslos wie hier. Wie durch ein Wunder fügt sich am Ende alles zusammen und erscheint auch noch logisch und nachvollziehbar. Dramaturgisch ist das ein wirkliches Kunststück.

Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die Lust auf einen Thriller haben, der nicht nach „Schema F“ verläuft und sich auf ein Gedankenexperiment einlassen möchten.
Das im Juli erscheinende Werk „Sterbenswort“ steht bereits auf meiner Liste und wird mich in den Urlaub begleiten.
anyways zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 08.02.2012
Ein grauenhafter Unfall in einer Berliner Sozialbauwohnung, eine mysteriöse Kindesentführung, eine noch junge Frau und Mutter deren Wahrnehmungen für Raum, Zeit, Gegenwart und Vergangenheit zunehmend verwischen, sind die Zutaten für Langers Thriller.

Ein Thriller der auf den ersten 50 Seiten sehr viel versprechend klingt. Die Kapitel sind kurz, übersichtlich und verständlich gehalten. Danach ändert sich dieses grundlegend, genauso wie die Verwirrungen der einen Protagonistin zunehmen, scheint mir der Autor dasselbe mit dem Leser machen zu wollen. Das mag zwischendurch ganz spannend sein, da es sich aber nicht auf wenige Male beschränkt, sondern der Autor recht schnell und forsch durch die Zeitspannen springt, stört dies den Lesefluss und ist für mich als Leserin sehr frustran.

Die dazugehörigen Kapitelüberschriften die oft das griechische Wort Katharsis enthalten waren für mich eher eine kryptische Auslegung des Autors, denn weder mit der literarischen noch der psychologischen Definition von Katharsis konnte ich den Kapitel Inhalt erklären bzw. in Verbindung setzen.
Mel.E zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 04.02.2012
Wo beginnt WAHNSINN?

"Wenn dir das Liebste genommen wird – was würdest du tun?"



Ein Vater, der große Schuld auf sich lädt.


Eine Mutter, die alles tun würde, um ihren Sohn zurückzubekommen.

Ein Junge, der tot in einer Berliner Wohnung liegt.

Eine Frau, deren Erinnerungen sie betrügen.

Kommissar Manthey sucht nach den Zusammenhängen. Er will ein Kind retten – um jeden Preis. Und stößt auf einen Abgrund aus Verzweiflung und Wahn.

So der Klappentext zu dem Buch welches ich euch heute vorstellen werde.





Vater, Mutter, Tod! heißt es und schon der Titel sagt aus, was fehlt, nämlich das Kind. Kinder spielen oft das Spiel: Mutter, Vater, Kind, aber hier wird das Kind gleich auf den ersten Seiten tödlich verletzt und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ein Thriller, der wirklich fesselt ab der ersten Seite.



Am 13.5.2011 erschien das Buch offiziell und da ich es mir vorbestellt hatte, kam es auch gleich pünktlich an und ich fing sofort an zu Lesen, denn die Leseprobe bei vorablesen.de hatte mich mehr als neugierig gemacht.

Das einzige was ich bemängeln möchte ist, daß das Buch anhand der recht großen Schrift viel zu schnell zu Ende gelesen ist. Einen Abend habe ich gebraucht und auch wenn es spannend war und mich wirklich genauso gefesselt hat wie erwartet anhand der Leseprobe, Klappentext und Cover, war mir mein Lesevergnügen ein klein wenig zu kurz ausgefallen.



Nun aber meine Meinung zum Geschehen:


Gleich der Anfang beginnt sehr spannend mit einer jungen Frau, die sich davor fürchtet nach Hause zu kommen, da ihr Mann zu tätlichen Angriffen neigt, wenn er getrunken hat. Gleich auf den ersten Seiten geschieht ein großes Unglück, denn der Sohn wird tödlich verletzt durch einen Messerstich direkt in die Halsschlagader. Danach beginnt der Wahnsinn, der für mich erstmal nicht sehr übersichtlich war und ich mich erst einmal zurechtfinden musste ins Geschehen hinein. Etwa ab Mitte des Buches kommt dann die Aufklärung und das Puzzle fügt sich zusammen. Es geht um 2 Frauen, 2 Männer und 2 Söhne, diese auseinander zu halten ist am Anfang recht schwer, aber hinterher, wenn man kapiert um was für einen Wahnsinn es geht, verfolgt man atemlos das Geschehen und hofft auf ein gutes Ende. Anders gesagt kann man auch sagen, es geht um eine misshandelte Frau und um eine Architektin mit großem Erfolg. Diese beiden zusammenzusetzen ist mir am Anfang doch schwergefallen!

Eine junge Frau die sich in Wahnvorstellungen flüchtet um dem Grauen zu entfliehen? Die einzelnen Kapitel sind untereilt in "Vor der Katharsis" oder auch nur "Jaqueline" Um dies zu verstehen, müsst ihr das Buch selbst Lesen und dabei unbedingt die Kapitelübersichten beachten. Wie schon gesagt, ich habe einige Zeit gebraucht um in das Buch hineinzufinden, aber danach ließ es sich sehr flüssig Lesen.



Die häusliche Gewalt wird auch das eine oder andere Mal aufgegriffen und macht mich wirklich sprachlos, das Frauen es aushalten sich misshandeln zu lassen und immer noch ihre Männer lieben. Leider sind es nicht immer nur die Frauen, die misshandelt und geschlagen werden, sondern auch die Kinder und da bekomme ich echt die Wut. Auch hier schafft die Frau, die mal große und hohe Ziele hatte es nicht sich zu distanzieren, sondern verfällt in einen echten Wahnsinn.

Komissar Mantey selbst trägt eine große Last mit sich herum und deshalb geht ihm dieser Fall auch sehr nah. Für ihn selbst endet der Fall mit einem Happy End!



Mehr mag ich nicht schreiben, um nicht die Spannung vorwegzunehmen. Ich habe das Lesen genossen, aber für mich hätten es ruhig einige Seiten mehr sein können. Wobei man vielleicht nicht von Geniessen schreiben sollte, wenn man einen Thriller liest, oder? Vielleicht sollte ich besser schreiben, der Autor hat es verstanden mich in seinen Bann zu ziehen?

Eine echte Kauf und Lesempfehlung von mir!
lenchen_196 zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 29.10.2011
Vater, Mutter und Spannung bis zur letzten Seite!

Eine Mutter gerät in Streit mit ihrem alkoholisierten und gewaltbereiten Ehemann. Bei dem Versuch, ihren Sohn zu schützen, kommt es zu einem tragischen Unfall: Sie schubst das Kind wortwörtlich in des Messers Klinge. Der Sohn stirbt.

Cut. Jacqueline Adams, eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Alles in ihrem Leben scheint perfekt. Oder doch nicht? Wenige Stunden nach einem Einkaufsbummel mit ihrer Mutter erfährt sie, dass diese vor Jahren schon gestorben ist. Nur eine kleine Gedächtnislücke, oder steckt da doch mehr dahinter?

Viel mehr möchte ich von der Story ehrlich gesagt gar nicht verraten, denn ich will nichts von der Handlung spoilern.
Der ständige Perspektivwechsel lässt das Buch zunächst recht verwirrend erscheinen, wenn aber ein gewisser Lesefluss hergestellt ist, erkennt man langsam die Genialität, die hinter all dem steckt. Man möchte das Buch gar nicht weglegen!

Der Autor schreibt recht flüssig und es herrscht wirklich Spannung auf jeder Seite. Und das bis zum Schluss.

„Vater, Mutter, Tod“ ist einer der besten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe und empfehle ihn auf jeden Fall weiter.
KimVi zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 28.09.2011
Eine Frau kehrt nur widerstrebend in die Wohnung zurück, in der sie mit ihrem Ehemann und dem gemeinsamen Sohn lebt. Sie hat sich verspätet und ahnt bereits, dass nun Streit und häusliche Gewalt auf sie warten. Doch diesmal gerät die Situation völlig außer Kontrolle. Genau wie befürchtet, geht der betrunkene Mann auf sie los. Der kleine Sohn versucht die Mutter zu beschützen und wird dabei tödlich verletzt.

Ein vollkommen anderes Leben führt die erfolgreiche Architektin Jacqueline. Sie ist glücklich verheiratet und hat einen kleinen Sohn, der von beiden Eltern geliebt und verwöhnt wird. Die Familie lebt in einem schicken Haus und braucht sich um Geld keine Gedanken zu machen. Jacquelines Leben ist nahezu perfekt, wenn da nur nicht die Erinnerungslücken wären, die sie immer häufiger plagen und die sie in äußerst unangenehme Situationen bringen.


|| Meine Meinung ||

Durch den rasanten Einstieg startet das Buch bereits mit hohem Tempo. Die Spannung ist sofort da und man möchte unbedingt erfahren wie es weitergeht. Die Handlung besteht zunächst aus zwei Handlungssträngen, die auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können. Beim Lesen stellt man sich die Frage, wo sich die Wege der beiden Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, kreuzen werden. Das Geheimnis wird allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge gelüftet, denn während der Erzählung kommt es zu häufigen Perspektivenwechseln und Zeitsprüngen. Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, die auf den Tag der Katharsis zusteuern. Um die Übersicht zu erleichtern, werden die Abschnitte durch Hinweise, an welchem Tag vor der Katharsis sich die Handlung gerade zuträgt, gekennzeichnet. Es gibt auch Passagen mit der Überschrift "Jacquelines Berichterstattung". Hier beobachtet man gespannt die erfolgreiche Architektin und stellt sich die Frage, welche Rolle sie in diesem Thriller spielt.

Durch die Zeitsprünge und Perspektivenwechsel gelingt es dem Autor mühelos Verwirrung zu stiften und falsche Fährten auszulegen. Sobald man meint, einen Zusammenhang gefunden zu haben und der Lösung des Rätsels ein wenig näher gekommen zu sein, gewährt Siegfried Langer einen weiteren Einblick in die Handlung, und säht damit Zweifel an den gerade beim Lesen entwickelten Theorien. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und alles muss in Frage gestellt werden. Wahrheit und Wahn liegen hier eng zusammen und sind nicht so leicht zu enttarnen. Dadurch entwickelt das Buch, gerade am Anfang, eine sogartige Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Kurze Kapitel, die an entscheidenden Stellen stoppen, unterstützen diesen Effekt zusätzlich, sodass man gebannt dem undurchsichtigen Geschehen folgt.

Doch leider kann die aufgebaute Spannung nicht durchgehend gehalten werden, denn sobald man erste Antworten präsentiert bekommt, die die Puzzelteile der Handlung an die richtige Stelle rücken, flaut das Interesse am Geschehen abrupt ab. Denn die eigentliche Krimihandlung plätschert, ohne große Höhen und Tiefen, vor sich hin. Das liegt sicher auch daran, dass der ermittelnde Kommissar eher eine Statistenrollen einnimmt. Die Ermittlungen werden nur am Rande gestreift und bilden nicht das Zentrum des Thrillers. Das Privatleben des Kommissars kommt ebenfalls zur Sprache, da er einen schweren Schicksalsschlag erleiden musste. Dieser Teil der Handlung, und gerade das Ende dieses Erzählstrangs, wirkt allerdings zu konstruiert und damit völlig unglaubwürdig. Etwas weniger Dramatik wäre an dieser Stelle mehr gewesen.

Ich habe mich beim Lesen dieses Thrillers recht gut unterhalten. Gerade am Anfang konnte ich mich kaum von der Handlung lösen und hätte zu diesem Zeitpunkt begeisterte fünf Bewertungssterne vergeben. Doch leider wurden die ersten Rätsel, für meinen Geschmack, zu früh gelöst und so ließ mein Interesse am Geschehen abrupt nach. Die Nebenhandlung aus dem Privatleben des Kommissars konnte mich leider nicht überzeugen. Darauf hätte ich gut verzichten können. Das Ende dieses Erzählstrangs und die schlagartig abfallende Spannungskurve verleiten mich dazu, "nur" drei von fünf Bewertungssternen zu vergeben.
Crimefreak zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 23.07.2011
Das Buch ist etwas verwirrend und dennoch ausgesprochen fesselnd.
Der kleine Lucas, die wirre Jaquiline. der heißbegehrte Rene.

Ich fand dieses Buch im Regal der Taschenbuchneuerscheinungen. Der Titel hat mich sofort in seinen Bann gezogen.

Ich würde es als Lektüre beschreiben, die sich gut lesen lässt...
subechto zu »Siegfried Langer: Vater, Mutter, Tod« 06.07.2011
Ein Berlin-Thriller

Zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

In der einen wird die Frau von ihrem gewalttätigen Mann tyrannisiert. Ausbaden muss es der Junge. Er wird quasi aus Versehen erstochen.

In der anderen Familie hat eine erfolgreiche Architektin ab und zu Gedächtnisprobleme. Ob sie an Demenz erkrankt ist, einen Hirntumor hat oder gar unter Wahnvorstellungen leidet... man weiß es lange nicht. Auch sie hat einen Mann und einen Sohn, Lukas.

Was verbindet diese beiden Familien?

Kommissar Martin Manthey ist erschüttert, als er vor der Leiche des kleinen Robin steht. Verzweifelt versucht er, das „andere“ Kind zu retten.

In Rückblenden löst Siegfried Langer geschickt Stück für Stück das Rätsel. Das ganze Ausmaß der Tragödie wird dem Leser von „Vater, Mutter, Tod“ aber erst ganz am Ende deutlich. Wobei ich zugeben muss, dass ich das Wort „Katharsis“ nachschlagen musste...

Mal wieder ein deutscher Thriller, das find ich klasse. Die Geschichte spielt in Berlin und das ist gut so. Der Erzählstil des Autors erinnert mich ein wenig an die Romane von Arno Strobel oder Sebastian Fitzek, das gefällt mir sehr.

"Vater, Mutter, Tod" von Siegfried Langer ist ein ziemlich unblutiger und dennoch äußerst spannender Psychothriller. Sehr empfehlenswert!
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