Traumschiff von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Fever, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Marebuchverlag.
- New York, London: Little, Brown, 2005 unter dem Titel Fever. 233 Seiten.
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Hamburg: Marebuchverlag, 2007.
Übersetzt von Hans-Joachim Maass,.
ISBN:
978-3866480568. 233 Seiten. -
Frankfurt am Main: Fischer, 2009.
Übersetzt von Hans-Joachim Maass,.
ISBN:
978-3-596-18168-1. 233 Seiten.
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[Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2007.
Gesprochen von Stefan Kaminski.
gekürzt.
ISBN:
3-455-30550-4. 3 CDs.
'Traumschiff' ist erschienen als
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In Kürze:
«Man macht es mit etwas Dynamit im Bug.» Matt Shannon, einem ehemaligen FBI-Agenten, läuft es kalt den Rücken herunter. Vor ein paar Tagen ist sein Stiefbruder Jack aus dem Gefängnis entlassen worden – und erzählt ihm nun in einer Bar am Hafen von Miami, wie man mit der Sprengung eines Schiffes für Wochen den Hafen blockieren könnte. Jack hat eine kleine schwarze Fernbedienung dabei. Gedankenverloren spielt Matt daran herum – über den Hafen zuckt ein gewaltiger Feuerblitz – und vor den Augen unzähliger Menschen versinkt am helllichten Tag ein Frachter in den Fluten. Matt hat mit einem Knopfdruck nicht nur in Sekundenbruchteilen ein Schiff gesprengt; er hat auch seine Seele verkauft. So hat Jack leichtes Spiel: Er bringt Matt dazu, bei einem Überfall auf einen Luxusliner mitzutun, auf dem Drogengeld außer Landes geschmuggelt wird. Doch der kaltblütig geplante Coup läuft aus dem Ruder – und als Matt begreift, dass es für ihn kein Erbarmen gibt, schlägt vor ihm eine Fluchttür nach der anderen zu.
Der mare-Verlag hat sich einen Namen gemacht mit dem gleichnamigen Magazin, das in zweimonatiger Folge erscheint und sich ausschließlich den Ozeanen und dem Wasser widmet. Die Qualität der dort erscheinenden Berichte und Fotoreportagen ist übrigens erstklassig. Ohne festen Rhythmus erscheinen im mare-Buchverlag auch Romane, in denen – wie sollte es anders sein – ebenfalls das Wasser eine zentrale Rolle spielt. So auch in Traumschiff, womit sich der mare-Buchverlag erstmals an einen Krimi heran wagt. Sean Rowe ist nun auch nicht gerade ein Autor, der eine große Reputation aufweisen kann und deshalb darf die Übersetzung und Veröffentlichung von Traumschiff (im Original Fever) als sehr mutig bewertet werden.
Matt Shannon ist ehemaliger FBI-Agent und nun Sicherheitschef bei einer Kreuzfahrtgesellschaft. Sein Stiefbruder Jack Fontana, der gerade erst eine dreijährige Haftstrafe abgesessen hat, ist ebenfalls ehemaliger FBI-Agent, hat aber einen radikaleren Schritt gemacht und inzwischen die Seiten des Gesetzes gewechselt. Wahrend die beiden in einer Bar im Hafen von Miami locker darüber plaudern, wie ein versenktes Schiff die Hafeneinfahrt für Tage blockieren würde, reicht Jack Matt eine kleine schwarze Konsole. Und als Matt bei seinem unkontrollierten Spiel mit dem Kästchen einen Knopf drückt, explodiert am Rumpf eines gerade einfahrenden Schiffes eine Sprengladung. Fortan hat Jack seinen Stiefbruder Matt an der Hand.
Kein Ausweg
Matt ist fast abgebrannt. Seine Frau ist an Krebs gestorben und er sitzt noch auf mehreren hunderttausend Dollar Schulden für ihre Behandlung. Geld das er in seinem schlecht bezahlten Frührentnerjob niemals verdienen wird. Ein Job, den er außerdem zu verlieren droht. Da kommt der Plan von Jack, zusammen mit einigen zwielichtigen Typen einer Drogenbaronin ein paar Millionen abzujagen. Die Karibikkreuzfahrtschiffe werden nämlich für Bargeldtransporte nach Kuba missbraucht und Jack hat einen tollen Plan zum kapern eines Luxusliners ausgeheckt.
Sehr zu Matts Entsetzen ist auch Julia, auf den ersten Blick eine Edelhure, die dem Ex-Agenten kurz zuvor das erste mal über den Weg gelaufen war, mit von der Partie. Matt hat sofort väterliche Gefühle für die Mittzwanzigerin, kann jedoch nicht verhindern, dass die junge Frau sich während der Kaperfahrt um den von einem seltsamen Fieber geplagten Jack kümmert.
Der Überfall auf die Norwegian Empress geht schief. Zwar entkommen Jack, Matt, Julia und zwei weitere mit allem Geld, doch an Bord gibt es mehrere Tote. Unglücklicherweise ist auch noch die Drogenbaronin höchstpersönlich auf dem Kreuzer und erkennt die Piraten. Matts Probleme haben soeben erst begonnen und nun haben sie tödliche Akzente erhalten.
Meer davon
Dieser Sean Rowe wird zu beachten sein. Mit Traumschif" legt er jedenfalls ein Krimidebüt hin, das uns beeindruckt hat. Wenn man gerade denkt, es wird jetzt doch noch alles gut, kommt es doch noch mal eine Nummer schlimmer. Auch das anfängliche Selbstmitleid des Matthew Shannon, die fortwährende Trauer um seine verstorbene Frau, erhält im späteren Verlauf nicht nur einen Sinn, um den Charakter der Hauptfigur zu vertiefen, sondern auch Relevanz für die weitere Handlung. Schlüsselstelle ist wohl eine zehnseitige Sequenz in der Mitte des Romans, in der einer der Söldner von einem Einsatz im Dschungel erzählt und wie er Monate bei Kannibalen überlebt hat. Diese grotesk endende Geschichte unmittelbar vor dem Überfall zeigt Matt die Konsequenzen seines Handelns auf: Es gibt in dem Umfeld, in dem er sich gerade bewegt kein Entkommen. Erst wenn er wieder auf gewohntes Terrain kommt, lohnt sich ein Versuch, aber ob der dann erfolgreich sein wird...?
Ein gnadenloser und knallharter Hardboiled, der hier und da vielleicht noch ein wenig ruckelt, insgesamt aber ein großes Lesevergnügen bildet. Wir hoffen auf mehr Krimis von Sean Rowe. Oder wir sollten ihm über den mare-Verlag ausrichten lassen: Meer davon!
Thomas Kürten, September 2007
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| Krimileser zu »Sean Rowe: Traumschiff« | 01.09.2011 |
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