Die Wacholderteufel von Sandra Lüpkes

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Teutoburger Wald, 1990 - 2009.
Folge 4 der Wencke-Tydmers-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006. 249 Seiten.

'Die Wacholderteufel' ist erschienen als

In Kürze:

Wencke Tydmers ist schwanger. Und statt sich in ihrer Kur im Teutoburger Wald auszuruhen, ermittelt sie auf eigene Faust, nachdem ihre neue Bekannte Nina mitten in der Nacht in der Nähe der sagenumwobenen Externsteine verschwindet. Ninas Sohn Mattis hat keine Ahnung, wo sie sein könnte. Als Wencke Todesdrohungen erhält, weiß sie, dass sie auf einer heißen Spur ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Zu einfallslos« 48°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Kriminalkommissarin Wencke Tydmers ist ledig und schwanger. Da sie sich offenbar bei ihrer Arbeit wie immer zuviel zugemutet und einen Schwächeanfall erlitten hatte, hat ihr Mitbewohner Axel Sanders für sie einen Aufenthalt in einer Klinik für werdende Mütter arrangiert. Den dort tätigen Psychologen hatte er bei einem Coaching kennen gelernt und war begeistert von ihm. Wencke fühlt sich in der Sazellum-Klinik fehl am Platz und Anschluss finden will sie sowieso nicht. Nur der Bekanntschaft mit ihrer Tischnachbarin Nina Pelikan, die mit ihrem zehnjährigen Sohn Mattis angereist ist, kann sie nicht aus dem Weg gehen.

Nina erzählt ihr, dass sie in der Vergangenheit jemanden getötet hat, und Wencke glaubt, dass sie sich damit nur wichtig machen möchte. Auch die Geschichte mit den vor ihrem Fenster randalierenden Wacholderteufeln, mystische Figuren aus dieser Region, und den Drohungen in Form eines Zeitungsausschnitts mit einem Bericht über den Selbstmord einer Patientin der Sazellum-Klinik nimmt sie der jungen Mutter nicht ab. Doch als Mattis am zweiten Morgen zum Frühstück erscheint und seine Mutter vermisst, die mit nichts anderem am Leib als ihrem Schlafanzug verschwunden ist, macht sich die Polizisten – im Gegensatz zur Klinikleitung – doch ihre Gedanken. Gut, dass sie so umsichtig war, ihrem Auricher Kollegen Axel bereits am Vortag einen Pappbecher und den Zeitungsausschnitt zu schicken, damit diese auf Fingerabdrücke untersucht werden. Erstaunliches kommt zutage …

Die Atmosphäre ist gelungen, …

Sandra Lüpkes Schreibstil ist recht einfach gehalten. In ihm findet sich das, woran meines Erachtens die deutsche Krimiunterhaltung an einigen Ecken krankt, es warten einige Plattitüden auf den Leser. Dennoch ist das Buch flüssig lesbar und wartet zudem wie die anderen Bücher der Autorin auch mit ganz viel Lokalkolorit auf. Zur Abwechslung wurde die Handlung etwas entfernt von Ostfriesland und Nordsee in den Teutoburger Wald verlegt.

Drei Monate hat sie nach eigener Aussage an Die Wacholderteufel geschrieben, beim  vorigen Krimi Halbmast waren es fünf Monate; eine Woche hatte sie in Bad Meinberg verbracht, um sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Dies ist ihr gelungen: Sie beschwört das Mystische des Teutoburger Walds und der Externsteine herauf und gibt das Leben in einer Kleinstadt mit den Schwierigkeiten wider, die die Provinz so mit sich bringt.

...aber die Figuren sind zu eindimensional

Ein wenig mehr Zeit hätte die Autorin jedoch meines Erachtens für die Ausarbeitung des Plots und der Mitwirkenden aufwenden können. Auch wenn die Charakterisierung ihrer Hauptfigur schon fertig war, immerhin agiert Wencke Tydmers bereits zum vierten Mal als Protagonistin, sind die anderen Personen doch etwas zu eindimensional gezeichnet, so z.B. der Psychologe, der wirklich in jedes Wort seiner Patientinnen etwas hineininterpretiert. Schließlich sind die Damen zur Erholung in der Klinik für werdende Mütter. Auch Nina Pelikan erscheint als ziemlich einfältig.

Der Handlungsverlauf ist in einigen Teilen sehr vorhersehbar, wenn auch nicht ganz bis zum Schluss, und bietet kaum Überraschungen. Irgendwie fehlt die Leichtigkeit, mit der Sandra Lüpkes den Leser in ihren vorigen Büchern dazu brachte, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Auch das Motiv ist doch ziemlich konstruiert, so berührend die Thematik, auf die ich hier nicht näher eingehen will, auch sein mag.

Fazit: Auch hier wird leichte Kost geboten, was ich bereits den vorigen Bänden attestierte, doch es fehlt die Würze und die Substanz, um richtig satt zu machen.

Sabine Reiss, August 2006

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Thommy191968 zu »Sandra Lüpkes: Die Wacholderteufel« 27.11.2009
"Die Wacholderteufel" ist der vierte der Reihe um Wenke Tydmers - und ich muss leider sagen, es ist der Schwächste. Der Roman spielt leider nicht an der See, sondern im Teuteburger Wald. Es gelingt Sandra Lüpkes zwar, Flair aufzubauen, aber es ist halt nicht die Küste. Der "Fall" an sich ist gut geschrieben und eingebettet in die Gesamtstory. Die Figuren im Roman könnten ruhig etwas "tiefer" beschrieben werden. Trotzdem ist er lesenswert. Ich gebe ihm 78 Grad.
antoenchen123 zu »Sandra Lüpkes: Die Wacholderteufel« 13.10.2008
Ein guter Roman der Autorin, allerdings fehlt mir die Küste, ein Mord und auch ein wenig die gewohnte Spannung. Dennoch kein Buch was man weglegen sollte. Es ist trotzdem eine gute Story, jedoch keine sehr gute. Trotzdem sollte sich am besten jeder selbst dazu seine Meinung bilden. Ich würde zum lesen anraten.
zbaubf zu »Sandra Lüpkes: Die Wacholderteufel« 12.12.2007
das war mein erstes Buch von Frau Lüpkes. Ich habe noch ein anderes bei mir liegen. Das ist ihre letzte Chance.

Mehr nicht zu diesem Buch, denn die Handlung ist vorhersehbar und damit langweilig.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ANDREA P. zu »Sandra Lüpkes: Die Wacholderteufel« 08.07.2007
.hilflos konstruiert!!! Mehr als langweilig!!!Nein, danke!!! Das ging überhaupt nicht!!! Habe mich fast bis zum Schluss durchgequält, aber dann doch aufgehört!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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