Das Hagebuttenmädchen von Sandra Lüpkes

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland & Nordsee, 1990 - 2009.
Folge 3 der Wencke-Tydmers-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004. ISBN: 3-499-23599-4. 255 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. ISBN: 978-3-499-24572-5. 254 Seiten.

'Das Hagebuttenmädchen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die Insulaner von Borkum bis Wangerooge treffen sich im März auf Juist, um gemeinsam nach alter Tradition zu tanzen, zu singen und natürlich zu feiern. Doch am Morgen nach dem feuchtfröhlichen Eröffnungsabend liegt der Vorsitzende des Juister Heimatvereins, der schwule Kai Minnert tot im Schaufenster seines Antiquitätengeschäftes. Kommissar Axel Sanders, zur Zeit als Vertretungs-Inselsheriff auf Juist, ist selbst noch nicht ganz nüchtern und ruft seine ehemalige Vorgesetzte und Konkurrentin Wencke Tydmers als Verstärkung aus Aurich. Ihnen wird bald klar, dass es nicht einfach ist, in einem Haufen eigenwilliger Insulaner das richtige Motiv, die richtigen Tatverdächtigen zu finden. Kurzerhand kappt Wencke die Schiffsverbindungen zum Festland und löst damit ein empörtes Durcheinander aus.

Das meint Krimi-Couch.de: »leichte Kost für einen verregneten Tag« 78°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Auf dem Cover steht es: ein Inselkrimi! Ja gibt es denn so etwas? Dann gäbe es auch sicher einen Großstadtkrimi oder einen Landkrimi. Irgendwie sind alle Krimis ja auch Regionalkrimis, das trifft hier auf jeden Fall zu. Und er spielt ja auch auf einer Insel: auf Juist. Da gibt es einen Toten und keiner darf die Insel verlassen. Also ein Landhauskrimi auf Juist.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Kai Minnert liegt tot im Schaufenster seines Antiquitätenladens. Todesursache: Sauerstoffmangel. Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob es sich um einen missglückten Scherz gehandelt hat, bei dem Kai mit einem Riesenkater in seinem verschlossenen Schaufenster aufwachen sollte oder jemand mit einer Mordabsicht dahinter steckte. Da der einzige auf Juist stationierte Polizist Axel Sanders die Ermittlungen nicht allein bewältigen kann, kommt ihm seine Vorgesetzte Wencke Tydmers vom Festland zu Hilfe. Die beiden müssen sich eine Menge Geschichten anhören, z.B. dass Astrid Kreuzfeldt vor 15 Jahren mit Kai Minnert zusammen war, bis sie diesen mit ihrem Bruder Henner Wortreich in einer eindeutigen Situation erwischt hat. Seit damals leb(t)en die beiden Männer zusammen.

Oder hat es etwas mit dem Akkordeon zu tun, dass der Antiquitätenhändler in seiner Obhut hatte, das mit einer aufwändigen Intarsienarbeit geschmückt ist, dem Hagebuttenmädchen? Da wäre zudem noch der Immobilienhändler zu nennen, der unbedingt das Vereinshaus des Heimatvereins einen reichen Klienten kaufen möchte. Es gibt viel zu tun für die beiden Polizisten Sanders und Tydmers, die bereits in der Vergangenheit aufgrund ihrer unterschiedlichen Arbeitsmethoden mehrmals aneinandergeraten sind. Packen wir’s an …

Es lebe das Klischee

Für einen Süddeutschen stellt sich die Frage: Sind die Menschen in Norddeutschland wirklich so, oder präsentiert uns die Autorin ein paar Klischees: der Heimatverein, die Medaille für das Grünkohlessen, die Shantychöre und die Döntjeserzähler. Mir kommt es so vor, als wären die Figuren dem Landarzt entsprungen, ein wenig überzeichnet, aber deshalb auch gut vorstellbar. Nur bei einer Verfilmung des Stoffes bestünde die Gefahr, dass zu dick aufgetragen wird.

Viel läst sich ansonsten dazu nicht sagen. Sandra Lüpkes hat einzigartige Charaktere in eine amüsante Story eingebunden, bei der auch die Spannung nicht zu kurz kommt. Ein Büchlein, das man mal eben an einem verregneten Tag in einem Rutsch lesen kann, weil es nicht langweilig wird. Die Geschichte hat ganz viel Lokalkolorit. Nur am Ende, da wird es ein wenig wirr, aber das kann man gut verkraften. Leichte Kost.

Ihre Meinung zu »Sandra Lüpkes: Das Hagebuttenmädchen«

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Werner Bernhardt zu »Sandra Lüpkes: Das Hagebuttenmädchen« 01.12.2011
Die Geschichten sind immer wieder spannend. Vor allem gefällt mir die Darstellung der Hauptperson. ich liebe Krimis, wo auch authentisch über die Hauptakteure vieles an Entwicklung beschrieben wird und dieses sich in den folgenden Büchern weiterentwickelt. Vor allem eine Frau als Kommissarin finde ich immer wieder sehr gut, da ja die Männerwelt eh alles beherrscht. Also, liebe Sandra, weiter so, ich werde auch weitere spannende Bücher von Dir lesen.
Thommy191968 zu »Sandra Lüpkes: Das Hagebuttenmädchen« 02.09.2009
Mir hat das "Hagebuttenmädchen" gut gefallen. Zum Einen, weil es Sandra Lüpkes gut gelungen ist, die norddeutsche Stimmung gut einzufangen. Zum Anderen ist aber auch der Fall selbst recht gut geschrieben. Insgesamt ein gut zu lesendes Werk. Ich bin gespannt, wie sich die anderen Romane aus der "Tymers"-Reihe lesen.
Gretchen zu »Sandra Lüpkes: Das Hagebuttenmädchen« 10.09.2008
Bitte nicht zuviel vom "Hagebuttenmädchen" erwarten, ich hab's immer während des Stillens gelesen, zu dem Zweck war es ausreichend. Alles in Allem ein wirklich nettes, dahinplätscherndes Buch mit Regionalflair. Das Richtige, wenn man abends im Bett zu müde für einen richtigen Krimi ist oder einen Urlaub auf Juist plant.
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