Das Verstummen der Krähe von Sabine Kornbichler

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Piper.
Folge 1 der Kristina-Mahlo-Serie.

  • München: Piper, 2013. ISBN: 978-3-492-30203-6. 448 Seiten.

'Das Verstummen der Krähe' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand.

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walli007 zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 21.04.2017
Lebenslicht

Es ist aus, Bens Lebenslicht ist aus. Obwohl Kristina Mahlo als analytische Nachlassverwalterin sich normalerweise nicht von so etwas leiten lässt, ist sie doch sehr erschrocken. Die Kerze gab ihren Eltern Hoffnung, dass der damals 24jährige Ben, der seit sechs Jahren verschwunden ist, noch am Leben sein könnte. Verstohlen zündet sie die Kerze wieder an. Das kann kein Omen sein. Kurz darauf wird sie mit einem sehr eigenwilligen Testament zur Verwalterin eines nicht unbeträchtlichen Nachlasses eingesetzt. Die Erben sollen ihr Erbe nur dann antreten können, wenn Kristina nachweist, dass sie nicht der Mörder eines vor sechs Jahren umgebrachten Journalisten sind.

Welch eine ungewöhnliche letztwillige Verfügung. Kristina zögert, den Auftrag überhaupt anzunehmen. Doch dann taucht ein Hinweis auf ihren Bruder auf. Sollte die Chance bestehen, sein Schicksal endlich zu klären. Diese Möglichkeit kann Kristina einfach nicht außer acht lassen und sie beginnt, sich mit dem Nachlass zu beschäftigen. Die Erben sind dabei nicht eben hilfreich, ihnen geht es nur darum, möglichst schnell an die nicht unbeträchtliche Erbmasse zu gelangen. Doch Kristina ist eine, die ihre Aufträge erfüllt und die Sache erst freigibt, wenn alle Zweifel ausgeräumt sind. Und in diesem Fall hat sie ihr besonderes ureigenstes Interesse.

Diese erste Nachlass-Sache Kristina Mahlos, von der die Autorin Sabine Kornbichler berichtet, ist gleich eine sehr persönliche. Das ungeklärte Verschwinden ihres jüngeren Bruders hat die ganze Familie außerordentlich verändert. Die Eltern haben sich getrennt, Kristina hat ihr Jura-Studium geschmissen und ist zu ihren Eltern in das Randgebiet Münchens gezogen. Und ihrer aller Leben ist irgendwie auf Halt gestellt. Einen solchen Verlust kann man nicht einfach verwinden, schon garnicht, wenn völlig unklar ist, was geschehen ist. Und nun die Erblasserin, deren Mann zwar als Mörder des Journalisten verurteilt wurde, an dessen Unschuld sie aber nie gezweifelt hat. Zwei Sachen, die so unterschiedlich scheinen, dass ein Zusammenhang sehr unwahrscheinlich wirkt. Und dennoch, was wäre wenn und wie könnte es sein. Diese Frage packt einen. Man wird in die tragische Familiengeschichte Kristinas hineingezogen, grübelt, bangt und hofft.

Ermittlungen in einem ungewöhnlichen Rahmen mit viel Drive, überraschend und fesselnd.
rolandreis zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 15.01.2016
Dies war mein erster Roman von Sabine Kornbichler. Ihre Protagonistin Kristina Mahlo, Nachlassverwalterin aus München, kriegt es mit einem besonders speziellen Testament zu tun. Die Verstorbene Theresa Lenhardt vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand. "Das Verstummen der Krähe" ist ein interessanter Krimi, der auch ohne großes Blutvergießen seine Wirkung beim Leser nicht verfehlt. Dass dabei kein klassischer Ermittler als Protagonist tätig ist, sondern eine Nachlassverwalterin ist ein ungewohnter, aber durchaus guter Ansatz. Die Autorin hat mich lange im Dunkeln gelassen, wer der Täter ist. Interessante Charaktere, die unter der Oberfläche ihre Geheimnisse bergen und eine Handlung, die nicht wirklich vorhersehbar ist. Ebenso wurde auch etliches Privates aus dem Umfeld von Kris Mahlo beschrieben. Dies trug zwar nicht immer zur Spannung bei, war aber wahrscheinlich zum Auftakt dieser Reihe zum besseren Kennenlernen der Figuren. In Summe ein guter, unblutiger Krimi. Ich werde sicherlich zu weiteren Bänden der Serie greifen.
Cinnamon's zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 18.10.2015
Kristina Mahlo ist Nachlassverwalterin. Ihre neue Aufgabe in einer Testamentsvollstreckung besteht darin das Erbe nur dann an die Erben auszuzahlen, wenn sie sicher auschliessen kann, dass kein Mörder erbt. Der Mann der Verstorbenen wurde wegen Mord an einem seiner Freunde inhaftiert, zu Unrecht wie er beteuerte und ihm seine Frau auch glaubte, aber die Beweise sprachen gegen ihn. Er hat es nicht verkraftet und sich in seiner Haft umgebracht. Verzweiflung sagte seine Frau, Eingestehen seiner Schuld sagten alle anderen. Der Fall wurde nie weiter aufgeklärt, aber dies soll nun vor Übergabe des Erbes durch Kristina Mahlo geschehen.
6 Jahre zuvor ist Kristina Mahlos Bruder Ben verschwunden. Auch dieser Fall wurde nicht geklärt, doch es scheint als hätten sich die Schicksale aller Opfer gekreuzt... ein besonderer Anreiz für Kristina sich auf diese Testamentsvollstreckung und ihre Bedingungen einzulassen.
Ich hatte Anfangs grosse Schwierigkeiten die Personen auseinander zu halten, mir die Namen zu merken, wer wer ist und was gemacht hat... Ich weiss nicht ob ich unkonzentriert gelesen habe, ob einfach zu viele Protagonisten auf einmal vorgestellt wurden, oder ob es an meinem generell schlechtem Namensgedächtnis liegt. Den Buchtitel kann ich mir schliesslich auch nicht merken, für mich ist es "das erste Krähenbuch von Sabine Kornbichler". Dieses Personengewirr hat mir zu Beginn meine Lektüre etwas verlangsamt, weil ich oft zurück suchen musste um wen es da geht, welche tragende Rolle er denn spielt.
Die Charaktere sind einfühlsam dargestellt, es ist schön beschrieben wie ihre Wege sich kreuzen. Ein "bunter Haufen" der irgendwie zusammen strandet und es bleibt etwas Mysterium um fast jede Person. Der Hof auf dem Kristina und die anderen Hauptpersonen leben wird stimmungsvoll dargestellt und ich habe diese Beschreibungen gern gelesen und mich wohlig gefühlt. So rutscht man trotz der vielen Personen dennoch leicht in die Geschichte, und entwickelt eine Beziehung zu den Hauptdarstellern. Man fühlt sich ihnen nah und kann ihnen ihre Emotionen und Motivationen nachempfinden, als wäre man selbst mit dabei.
Auf Grund dessen habe ich diesen Roman mehr als einen Unterhaltungsroman, als einen Krimi empfunden. Für einen Krimi war mir der Ablauf zu wirr, und letztendlich dann zu unkompliziert. Plötzlich ist das Ende da und mit ihm die Auflösung, aber wirklich mitgefiebert habe ich nicht. Es gab zu wenig Spuren, zu wenig Ermittlungsstimmung. Ich habe mitgefiebert mit Kristinas Wunsch endlich die Wahrheit zu erfahren, weil ihr persönliches Schicksal und das Leid ihrer Familie in diese Sache verstrickt waren und mich berührt haben. Aber ich habe keine "Kriminalspannung" empfunden. Auch die Endauflösung kam etwas übereilt auf einem Silbertablett geliefert - der Schuldige, der einfach (zu einfach...) und gutwillig alles zugibt- als hätte die Autorin unter Zeitdruck gestanden das Buch zu beenden.
Alles in allem habe ich dieses Buch gerne gelesen, was mir gefallen hat, sind in die diversen zwischenmenschlichen Beziehungen: es kommen ein Haufen "angeschlagene" Persönlichkeiten und Schicksale zusammen, Personen die scheinbar alle eine Vergangenheit mit sich herumtragen, von denen wir nicht alle erfahren werden, und wenn, dann nur sehr langsam und Stückweise, aber das hat für mich so viel von der Stimmung des Buches ausgemacht und es für mich lesenswert gemacht. Auch die neu enstehenden Beziehungen nach der Auflösung, die Zukunft in Auusicht, haben mir gefallen.
Für mich ein gutes Buch, wenn ich es auch nicht ganz so sehr loben kann, wie es im Allgemeinen der Fall der anderen Leser zu sein scheint. Gut, angenehm, unterhaltsam, aber viel mehr auch nicht. Vielleicht hätte ich es besser gefunden, wenn es nicht so sehr gelobt worden wäre und ich demzufolge nicht so viel erwartet hätte. Wahrscheinlich werde ich es später in besserer Erinnerung haben, als jetzt frisch nach beendeter Lektüre. Wie es mir so oft beim Lesen von Bestsellern ergeht...
Biggi Leseratte zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 07.06.2015
Habe bereits einige Bücher von Sabine Kornbichler gelesen und war immer recht
angetan.
Dieses Buch "Das Verstummen der Krähe"
hat mich jedoch sofort eingenommen, ich konnte absolut nicht mehr aufhören zu
lesen! Absolut toll geschrieben und vor allem im Bereich der Krimis, von denen
ich wirklich viele lese, mal ein ganz anderes
Thema, realistisch, menschlich und vor
allem spannend. Kann ich nur empfehlen!
Manuela zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 29.08.2014
Habe das Buch zufällig in einer Zeitschrift gesehen
und in der Bücherei sofort bestellt. Sehr schön geschrieben, konnte mit lesen nicht mehr aufhören. Auf das Ende war ich allerdings nicht gefasst. Heute sprang mir wieder ein Buch in der Bücherei entgegen die Schrift war mir bekannt, habe es sofort gekauft. Jetzt geht es weiter mit Kristina Mahlo
Annette Traks zu »Sabine Kornbichler: Das Verstummen der Krähe« 26.04.2014
Die engagierte Nachlass-Verwalterin Kristina Mahlo sieht sich als „Anwältin der Toten“, und auch ihr neuester Auftrag fordert diesbezüglich ihren vollen Einsatz:
Die verstorbene Theresa Lenhardt hat testamentarisch ihre 5 besten Freunde zu gleichen Teilen als Erben bestimmt – 2 Ehepaare und die Witwe von Konstantin Lischka. Dieser wurde vor 6 Jahren ermordet und Theresa's Mann Fritz wegen des Mordes an seinem Freund verurteilt; er starb während der Haft. Bis zuletzt war die nun ebenfalls tote Ehefrau von seiner Unschuld überzeugt, daher knüpft sie die Annahme der Erbschaft an eine Bedingung:
Kristina Mahlo soll beweisen, dass keiner der 5 Freunde an der Ermordung Konstantin Lischka's beteiligt war. Für den Fall, dass einer von ihnen der Tat oder Mittäterschaft überführt wird, fällt sein Anteil an die anderen 4. Geraten gar alle 5 in dringenden Verdacht, dann bekommt der Tierschutzverein das nicht unerhebliche Vermögen der Verstorbenen.

Die Nachlass-Verwalterin will den Auftrag aus den unterschiedlichsten Gründen zunächst ablehnen. Dann jedoch findet sie in den Aufzeichnungen Theresa Lenhardt's einen Hinweis, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen dem Mord an Konstantin Lischka und Kristina's kurz vor der Tat bis heute spurlos verschwundenem Bruder Ben gibt. Die Ungewissheit über sein Schicksal belastet die gesamte Familie Mahlo immer noch stark, und so nimmt Kristina den Auftrag schließlich doch an.

Während ihrer Recherchen sticht sie in ein wahres Wespennest aus menschlichen Abgründen, Habgier, kriminellen und halbseidenen Machenschaften sowie keineswegs ausschließlich freundschaftlichen Verbindungen zwischen den Erbschafts-Anwärtern.
Wie soll der verschwundene Ben Mahlo in dieses Konglomerat passen? Hat Theresa Lenhardt sich geirrt? Wollte sie Kristina mit dem Hinweis lediglich für ihre Zwecke ködern?

Kristina und ihre Familie bekommen die Folgen ihrer Nachforschungen hautnah zu spüren: Jemand bedroht sie mit infamen, immer größere Ausmaße annehmenden, gefährlichen Aktionen.

Resümee:
Ein vielschichtiger und thematisch spannender Krimi – nicht rasant, mit sich überschlagender Action, sondern eher ruhig. Im Mittelpunkt stehen die Recherche und deren Auswertung in Form von gedanklicher Kombinationsarbeit. In der Ich-Perspektive aus Sicht von Kristina Mahlo erzählt, tappen sie und der Leser gleichermaßen zunächst total im Dunkeln und kommen nur langsam voran.
Durch Gespräche u.a. mit den 5 potenziellen Erben und Personen aus Ben's Umfeld ergeben sich immer neue Puzzle-Teilchen, die letztlich „nur noch“ an den richtigen Platz gelegt werden müssen, damit sich ein vollständiges Bild ergibt. Behilflich dabei sind vor allem Kristinas neue Assistentin Funda und Freundin Henrike.

Innere und äußere Nöte sowie die Psyche der Erbschafts-Anwärter spielen eine wesentliche Rolle, denn sie bestimmen deren Reaktionen auf die Aktionen der Nachlass-Verwalterin. Das Handeln der 5 wird gesteuert von der Intention, alles zu tun, um „Fehltritte“ unter den Teppich zu kehren und sich ein großes Stück des in Aussicht gestellten Vermögens zu sichern.

Als Leser lernt man im gleichen Maße wie Kristinia Mahlo die Personen immer besser kennen, sie werden einem immer vertrauter. Man bekommt das Gefühl, dass es Menschen aus dem eigenen Umfeld sein könnten, deren Fassade mit zunehmender Bekanntschaft nach und nach bröckelt.

Ein weiterer Handlungsstrang befasst sich mit dem Schicksal der Familie Mahlo, insbesondere den Umständen für das spurlose Verschwinden des Sohnes Ben. Aber auch Kristina's privater Situation und ihrem beruflichen Umfeld wird viel Raum zugestanden.

Alle Fäden laufen auf einem ehemaligen Bauernhof in der Nähe von München zusammen, in dem Kristina und ihre Eltern in separaten Wohnungen leben, und wo auch ihr Büro untergebracht ist. Auf dem Gelände betreibt außerdem Freundin Henrike einen Trödelladen und Freund Simon eine Weinhandlung.
Ein wenig schwierig fand ich die Personenfülle, das damit verbundene „Abspeichern“ und Zuordnen der stetig anwachsenden Informationsmenge und der jeweiligen Beziehungskonstellationen. Hier hilft aber ein kleiner Spickzettel!!
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