Blutsonne von Sabine Klewe

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Gmeiner.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 4 der Katrin-Sandmann-Serie.

  • Meßkirch: Gmeiner, 2008. ISBN: 978-3899777642. 279 Seiten.

'Blutsonne' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Düsseldorf. Eine Nebelnacht im Februar. Ein Mann dringt in das Haus von Elisabeth und Bertram Kassnitz ein, überwältigt das Ehepaar und entführt es. Am nächsten Morgen entdeckt ein Rheinschiffer die beiden: Aufgeknüpft an einem Baum. Der spektakuläre Doppelmord schlägt hohe Wellen. Schon bald wird ein mutmaßlicher Täter verhaftet. Doch dann geschehen weitere Morde nach dem gleichen Muster. Scheinbar willkürlich werden Menschen überfallen und brutal hingerichtet. Jeder könnte der nächste sein. Die rasch gebildete »MK Henker« unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Klaus Halverstett kennt nur ein Ziel: Der wahnsinnige Mörder muss gestoppt werden, bevor er wieder zuschlägt. Auch Amateurdetektivin Katrin Sandmann interessiert sich für den Fall. Sie glaubt nicht, dass die Opfer wahllos ausgesucht wurden, denn sie hat herausgefunden, dass alle Morde an ehemaligen Richtplätzen geschahen. Doch bevor sie das Geheimnis lüften kann, kommt sie dem Killer zu nahe …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Serienmörder spielt Schnitzeljagd« 66°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Katrin Sandmann hat inzwischen so einiges durchgemacht. Die Fotografin wurde bereits drei mal mehr oder weniger freiwillig in Kriminalfälle verwickelt und hat diese mit untrüglichem Spürsinn lösen können. Mit Blutsonne präsentiert die Düsseldorfer Autorin Sabine Klewe nun den vierten Roman um die Amateurdetektivin wider Willen – und wiederum kann sich die Protagonistin nicht davor retten, in die Ermittlungen der Polizei in einem Mordfall einzugreifen.

An einem mächtigen Baum im Düsseldorfer Rheinpark aufgeknüpft findet die Polizei die Leichen eines Bankangestellten und seiner Frau. Durch ihren Freund, den Journalisten Manfred, erfährt Katrin von dem Leichenfund und erinnert sich an ein Referat, das sie noch zu Schulzeiten über den Fundort halten musste: an dieser Stelle war vor weit über hundert Jahren ein Richtplatz, an dem Verbrecher gehenkt wurden. Und auch bei der Polizei besteht kein Zweifel, die Mordkommission kann nur »MK Henker« heißen.

Stadtgeschichte zum anfassen

Während Kommissar Halverstetts Sinne von der verführerischen Gerichtsmedizinerin Lahnstein etwas eingetrübt werden, hat Katrin Sandmann eine wundersame Erleuchtung. Obwohl erst dieses eine Verbrechen geschehen ist, ist sie sich sicher, dass man es mit einem Serientäter zu tun hat und er weitere historische Richtplätze der Stadt inszenieren wird. Wie praktisch, dass sie diese Orte gerade für einen neuen Bildband ablichten muss. Und so passiert es ihr prompt, dass sie sehr früh am nächsten Morgen die Leiche eines ehemaligen Polizisten entdeckt. Und ja, es war natürlich derselbe Täter, der damit jedoch noch lange kein Ende gefunden hat.

Blutsonne ist ein sehr gefälliger Kriminalroman. Nicht gerade preisverdächtig, aber mit allen Elementen versehen und somit alle Klischees bedienend, die ein zeitgenössischer Krimi so zu haben pflegt. Der mürrische Kommissar mit dem krummen Privatleben, die attraktive Protagonistin, die sich unversehens in Gefahr begibt, ein brutaler Mörder und die ein oder andere überraschende Wendung. Und der Roman verliert sich zu keiner Zeit in Nebenschauplätzen, hat einen roten Faden.

Roter Faden?

Habe ich »roter Faden« gesagt? Vielmehr handelt es sich um ein rotes Seil von der Stärke, mit der ein Schiff von der Größe der Titanic im Hafen vertäut wird. Jeder Schritt, den Katrin Sandmann unternimmt, führt sie näher an den Täter. Egal, ob sie mit einer Freundin schnackt oder für die Schwester der Freundin der Nachbarin den entlaufenen Hund sucht, immer gewinnt sie neue Erkenntnisse über den möglichen Täter und seine Opfer. Glaubwürdig wäre das, wenn die Geschichte in einem Dorf mit 250 Einwohnern spielte. Aber Ort der Handlung soll Düsseldorf sein, eine Stadt mit immerhin über 500.000 Einwohnern. Die Vielzahl an Zufällen und spontanen Eingebungen, über die die Fotografin auf der Suche nach dem Mörder stolpert, sind ein sich stetig wiederholendes Ärgernis in diesem Roman. Aber sie sind auch der Grund, warum die Handlung funktioniert.

Es ist selten, dass ein Roman mit so stringent aufgebauter Handlung nicht überzeugen kann. Blutsonne baut auf einer guten Idee auf, weist Spannungsmomente auf, kann beim Leser Überraschungen bewirken und hat eigentlich auch die Figuren, mit denen ein Krimi funktionieren kann. Leider trübt die Häufung von Zufällen ein an und für sich stimmiges Gesamtbild.

Thomas Kürten, Oktober 2008

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dieter zu »Sabine Klewe: Blutsonne« 23.06.2013
ein ärgerliches buch! die vielen zufälle, die in der rezension von kürten erwähnt werden sind das eine, unlogisches oder dummes verhalten der protagonistin das andere. da erfährt diese frau sandmann, dass ein dunkler geländewagen am tatort gesehen wurde, sagts aber nicht dem kommissar, denn der zeuge kommt ihr komisch vor. als ein junge - den sie natürlich zufällig befragt - das selbe auto erwähnt und sogar das kennzeichen nennt, rennt sie auch nicht gleich zur polizei, sondern trinkt erst mal mit einer bekannten einen tee und meldets dann irgendwann später.
der mörder hat mehrmals die gelegenheit, sie unauffällig umzubringen, tuts aber komischerweise nicht, obwohl er ansonsten ja eher skrupellos agiert. und noch so einiges...
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