Die Lebenstrinker von Sabina Naber

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Rotbuch.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 5 der Maria-Kouba-Serie.

  • Berlin: Rotbuch, 2009. ISBN: 978-3867890656. 319 Seiten.

'Die Lebenstrinker' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Wiens Öffentlichkeit ist entsetzt: Auffallend viele Babys werden in der Stadt ausgesetzt. Doch zeitgleich wird in der Villa einer an Alzheimer erkrankten alten Dame deren Pfleger mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Jene, die einen Schlüssel zum Haus haben, verfügen über Alibis. Hatte der Ermordete ein heimliches Date, das einen tödlichen Ausgang genommen hat? Und was bedeuten die vielen Einstiche in seinem Körper? Hat der Tod etwas mit seinem Engagement bei der Caritas zu tun? Oder mit seiner früheren Mitgliedschaft in einer mysteriösen Vereinigung, die vor allem für zwei Dinge bekannt ist: ausschweifende Sexorgien unter den Mitgliedern und das Versprechen auf ein ewiges Leben durch Klonen? Maria Koubas Ermittlungen zwischen Geburt und Tod führen sie in finstere Niederungen der glänzenden Donaumetropole.

Das meint Krimi-Couch.de: »Viel zu sehr mit den Hormonen beschäftigt« 35°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Wenn eine Kommissarin in Wien in ihrem fünften Fall fast in eine Straßenbahn läuft und bei der Rettung mit dem Kopf an der Bordsteinkante aufschlägt und das Gedächtnis verliert, klingt das schon so aberwitzig, dass man versucht ist, an einen weiblichen Inspektor Kottan zu denken. Aber diese Kommissarin Maria Kouba hat beileibe nichts vom Witz des legendären Fernsehinspektors, sie hat viel mehr Torschlusspanik und ist für ihre Mitmenschen eine ziemliche Nervensäge und nur, wenn sie versucht ihrer Arbeit nachzugehen ist sie halbwegs zum Aushalten.

Und Arbeit gibt es für die kräftig angeschlagene Dame mehr als genug, denn zum Einen häufen sich die Fälle von Kindesweglegung und zum Anderen wird ein toter Pfleger bei einer Alzheimer Kranken gefunden und weil Frau Kommissarin so clever ist, klärt sie so nebenbei zwischen Sex und Alkohol die grausigen Geschehnisse.

Abgesehen davon, dass eine Autorin, die schon ihren fünften Krimi auflegt, eigentlich wissen sollte, dass es im kriminalpolizeilichen Dienst in Österreich keine Kommissare gibt, sondern Gruppen- und Bezirksinspektoren und im höheren Dienst die militärischen Dienstgrade vom Leutnant bis zum General trägt, hat Frau Naber mit Maria Kouba eine Figur in den Mittelpunkt gestellt, mit der man sich als Leser leider kaum positiv beschäftigen möchte. Diese Ermittlerin, mit ihrer psychisch und physisch schwer angeknacksten Konstitution, ist das Paradebeispiel einer hysterischen Vierzigerin, die nicht weiß, was sie will und ein klarer Fall für die Psychiatrie. Die Frau hat nur Glück, dass ihre Kollegen und Freunde sämtliche Augen zudrücken.

Der Schreibstil von Sabina Naber passt sich (in diesem Buch) dem Chaos an. Gelegentlich eingeflochtene Sager in halbwienerischem Jargon sollen vielleicht Lokalkolorit in die Geschichte bringen, wirken aber bei dem ansonsten guten Sprachstil eher wie Fremdkörper. Der Aufbau der Story ist recht annehmbar konzipiert, Spannung ist aber weitgehend ein Fremdwort. Viel zu sehr ist die Kommissarin mit sich und ihren Hormonen beschäftigt, als dass Zeit für geordnete Ermittlungsarbeit bliebe. Und so quält man sich als Leser über die 318 Seiten und fragt sich, warum aus dem brisanten Themenansatz rund um Reproduktionsmedizin Die Lebenstrinker eine so mittelmäßige Erzählung geworden ist.

Wolfgang Weninger, Mai 2009

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