Die Küste der Barbaren von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1956 unter dem Titel The Barbarous Coast, deutsche Ausgabe erstmals 1966 bei Rowohlt.
- New York: Knopf, 1956 unter dem Titel The Barbarous Coast. 247 Seiten.
- Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1966 Sprungbrett ins Nichts. Übersetzt von Marianne Lipcowitz. 168 Seiten.
-
Zürich: Diogenes, 1976.
Übersetzt von Marianne Lipcowitz.
ISBN:
3-257-20324-1. 247 Seiten.
'Die Küste der Barbaren' ist erschienen als
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In Kürze:
Basset, der Direktor des exklusiven Channel Club, lässt den Privatdetektiv Lew Archer kommen, weil er vom Journalisten George Wall bedroht wird. Dieser sucht wiederum seine Frau Hester, die vor ihrem mysteriösen Verschwinden beim Channel Club gearbeitet hat. Es folgt eine Odyssee durch Los Angeles, Hollywood und Las Vegas, bei der Egoismus, Gier und Sadismus unter der Oberfläche sichtbar werden.
Das meint Krimi-Couch.de: »48 Stunden Californication«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Lew Archer wird am frühen Morgen zum exklusiven Channel Club gerufen. Dessen Manager Clarence Bassett braucht einen Leibwächter, weil er von einem jungen Reporter namens George Wall bedroht wurde. Als Archer kurz davor ist, den Auftrag abzulehnen, dringt Wall in das Büro des Managers ein und es stellt sich heraus, dass dieser einen Hilferuf seiner jungen Frau Hester erhalten hat. Hester arbeitete zuletzt im Channel Club, wo sie mit ihren Künsten als Turmspringerin die Gäste der High Society unterhielt. Seit über drei Monaten aber will Bassett sie nicht mehr gesehen haben. Als Archer ein Foto von dem äußerst attraktiven Mädchen und ihrer ebenso hübschen, jedoch vor knapp 2 Jahren ermordeten Freundin Gabrielle, erwacht in ihm aber schließlich doch die Bereitschaft, Ermittlungen im Auftrag von George Wall zu übernehmen
Es dauert gar nicht lange, da kommt er Hester auch auf die Spur – nur noch eine geschlossene Autotür trennen die beiden. Doch das Mädchen gibt Gas und verschwindet. Was dem Detektiv gar nicht gefällt, ist das Umfeld in dem er sich inzwischen aufhält: Zwielichtige Filmproduzenten, deren private Bodyguards, gescheiterte Boxer und zweifelhafte Gestalten, die vom Filmbusiness bislang nicht so reichlich bedacht wurden wie andere. Alles Menschen, denen es gar nicht gefällt, dass Archer seine Nase in ihre Angelegenheiten stecken muss. Und darum bekommt er auch gleich mehrfach auf die selbige. Zwei Anrufe aus Las Vegas bringen ihn schließlich auf die richtige Spur.
Gefährlicher Verbrechenscocktail
Es ist geradezu haarsträubend, wie oft Archer und auch sein hitzköpfiger Auftraggeber George Wall in diesen 48 Stunden Prügel beziehen, wie oft ihre Wahrnehmung dämmert und wie galant sie sich trotzdem noch auf die Fährte Hesters machen können. Die paar Dollar, die er an diesem Fall verdient, sind wahrlich hart verdientes Geld. Aber Archer ist verdammt zäh. Ross Macdonald bringt durch die wirklich zahlreichen Kampfszenen immer eine gehörige Portion Action in die Handlung seiner Kriminalromane und zum Glück mutiert Archer nicht zu einem Superhelden, der stets die siegreichen Fäuste hat.
Auch in diesem Roman ist die Mischung an unterschiedlichen Verbrechen, denen der Detektiv begegnet, wieder einmal beträchtlich. Körperverletzung ist da noch das Geringste. Hinzu kommen 4 Morde (plus ein Mord vor rund 2 Jahren), Korruption, Erpressung, Geldwäsche, Hehlerei, Bestechung und Freiheitsberaubung. So versucht jeder sein Stück vom großen Kuchen, den es in Malibu Beach zu verteilen gibt, abzubekommen. Wiedereinmal erstaunlich, wie spielerisch es Macdonald schafft, all dies auf gerade mal knapp 250 Seiten unter zu bekommen.
Der Freudsche Ansatz
Macdonald ist aber nicht wegen seiner actionreichen Romane so bedeutsam für die Kriminalliteratur geworden. Seine Intention war es, nicht die Frage nach dem Mörder, sondern die Frage nach dem Motiv in den Mittelpunkt seines Finales zu setzen. Und da ein Motiv für Mord aus einem kranken Kopf entspringt, bewegt er sich nicht selten in den Abgründen der menschlichen Psyche. Das mag seinen Zeitgenossen nicht immer schlüssig gewesen sein, weswegen er in »Die Küste der Barbaren« durch einen literarischen Kunstgriff den Schlussfolgerungen Archers mehr Glaubwürdigkeit verleiht: Archer befragt einen Psychiater, ob bei seinen Verdächtigen die Psyche bestimmte Handlungsweisen nahe legt. So darf dieser Roman aus dem Jahre 1956 zu Recht als einer der ersten Psychothriller gewertet werden, der auch nach über 50 Jahren nach wie vor äußerst lesenswert geblieben ist.
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| heinrich zu »Ross MacDonald: Die Küste der Barbaren« | 20.07.2007 |
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| fabian zu »Ross MacDonald: Die Küste der Barbaren« | 06.01.2007 |
| Fabian zu »Ross MacDonald: Die Küste der Barbaren« | 06.01.2007 |
| uttfi zu »Ross MacDonald: Die Küste der Barbaren« | 03.09.2005 |
